Altstadt

Die Altstadt

Die Altstadt ist das Herz und Zentrum Heidelbergs. Zwischen dem südlichen Neckarufer und der weltberühmten Schlossruine und den Bergen liegend zieht sie seit Jahrhunderten viele Menschen in ihren Bann. Sie alle genießen ihren Charme als historische Stadt, ihre Internationalität und kulturelle Vielfalt bei Tag und Nacht. Es leben hier aber auch 11 000 Menschen, die die Altstadt als Wohnstadtteil schätzen und deshalb hier ihr Lebensumfeld haben. Die zahlreichen Funktionen der Altstadt (Tourismus, Einzelhandel, Universität, Kultur, Event“kultur“, Nachttleben und Wohnen) ergänzen sich nicht nur, sondern führen zu dauerhaften Zielkonflikten. Dabei handelt es sich nicht um Konflikte zwischen Jung und Alt, sondern um den zentralen Konflikt zwischen zunehmender Kommerzialisierung und dem Erhalt von Lebensqualität und einem gleichberechtigten gesellschaftlichem Miteinander, der einer Lösung bedarf.

Themen:

  • Der Lärm in der Altstadt hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen, sodass es lt. Gutachten in der Nacht teils lauter ist als am Tag. Lärmmessungen haben bewiesen, dass die für ein Wohngebiet zulässigen Lärm-Werte im letzten Jahr weit überschritten, teils sogar verdoppelt wurden. Die BewohnerInnen werden um ihren Schlaf gebracht, weil die Stadtverwaltung und insbesondere der Gemeinderat zusahen, wie zunehmend die Nacht zum Tag gemacht wurde. Ihre Gesundheit wird durch ständigen Lärm und Schlafmangel weiterhin gefährdet, weil ein überwiegender Teil des Gemeinderats sie als weniger wichtig erachtet als die Kommerz-und Profitinteressen einiger Altstadtwirte. Lärm und Gewalt, die Erfahrungen von Verwaltung, Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst sowie die erheblichen Eingriffe in die Grundrechte der AltstädterInnen werden ignoriert. Auch die Hotels und Speisegaststätten leiden unter den Auswüchsen der ruhestörenden und alkoholisierten „Gäste“.
  • Die Sperrzeiten für die Kneipen wurden auch bei der letzten Beschlussfassung des Gemeinderats (20.12.2016) keineswegs entsprechend den vorliegenden Erkenntnissen des Lärmgutachtens und der Beschlussvorlage der Verwaltung verändert, sondern entgegen allen gesetzlichen und realen Erfordernissen durch den Gemeinderat „verschlimmbessert“. Die Bürgerinitiativen, die sich zu LindA zusammengeschlossen haben, bemühen sich derzeit um eine gerichtliche Klärung.
  • Die Verschmutzung der Straßen und Gassen ist ein Ärgernis für die BewohnerInnen, die morgens früh ihre Hauseingänge von Urin und sonstigem Unrat säubern müssen. Die städtischen Kehrmaschinen können nur kehren, aber nicht die Bürgersteige, Hausmauern und Haustüren reinigen. Es fragt sich überhaupt, wieso die Bevölkerung  diese Kosten für Gehwegreinigung übernehmen muss, während allein die Kneipen durch Kneipenevents inklusive Flatrate und Komasaufen profitieren?
  • Die Außenbewirtschaftung ist aus der Altstadt nicht mehr wegzudenken. Das Ausmaß der Möblierung des öffentlichen Raums jedoch hat von Jahr zu Jahr zugenommen. Es gibt sogar Überlegungen bzw. Anträge im Gemeinderat, sie um eine Stunde auf 24 Uhr zu verlängern. Das steht jedoch dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Ruhe entgegen und wird sicherlich nichts dazu beitragen können, die nächtlichen Lärmbelästigungen zu verringern, sondern eher das Gegenteil befördern.
  • In allen Stadtteilen gibt es ein Bürgerzentrum als Treff-und Veranstaltungsort für die BewohnerInnen. Trotz oder gar wegen der zentralen Lage fehlt weiterhin ein Bürgerzentrum, obwohl der Bedarf evident ist und die Forderung immer wieder- seit den 90-er Jahren-  durch die GAL-Bezirksbeiräte und Kinderbeauftragten in die Gremien getragen wurde.
  • Privatautos, Zulieferer, Lastwagen, Radfahrer, Besucher und vor allem Kinder und ältere Menschen teilen sich die engen Gassen, Straßen und sogar die Fußgängerzone der Altstadt. Zunehmend werden gravierende Probleme und akute Gefährdungen durch den Verkehr sichtbar. Die morgendlichen Anlieferzeiten werden weit überschritten; nächtlicher illegaler Parksuchverkehr sorgt u.a. für zusätzliche nächtliche Lärmimmissionen; regelwidriges Parken nimmt zu, während AnwohnerInnen Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche haben, eklatant ist die vorschriftswidrige sonntägliche Beparkung des Uni-Platzes. Im Bezirksbeirat wurde von GAL-Seite die Idee versenkbarer Poller in die Gremien gespült. An den verkehrsberuhigten Zufahrtsstraßen der Altstadt installiert, für alle Anlieger bedienbar, würden sie viele Probleme auf einen Schlag lösen; in über 100 europäischen Innenstädten funktioniert das schon seit Jahren.
  • Die Verkehrssicherheit für Kinder und ältere Menschen ist ein zentrales Handlungsfeld, welches wir durch unsere Vorschläge z.B. Poller bearbeiten. Der tragische Unfalltod eines 9-jährigen Jungen hat uns allen, und hoffentlich auch der Stadtverwaltung, auf schmerzliche Weise gezeigt, wie unüberschaubar die Ordnung des Verkehrs in der Altstadt ist und welche Risiken gerade für Kinder und ältere Menschen bestehen. Momentan läuft ein Sicherheitsaudit, erste Ergebnisse werden jetzt zusammengetragen, eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Verkehrsberatern, Kindergärten, Schulen und Kinderbeauftragten wurde gebildet. Die Wege der Kinder wurden auf Sicherheit überprüft und gefährliche Stellen herausgestellt. Dabei ging es unter anderem um Sichtbehinderungen und Straßenquerungen.  Kleinere Maßnahmen können kurzfristig umgesetzt werden. Große Sorge macht uns die Anlieferung des neuen Lebensmittelmarktes an der Theaterstraße Sie soll lt. Amt für Verkehrsmanagement durch die Plöck und die Theaterstraße erfolgen. Gerade dort befinden sich aber die Schulen, insbesondere die Grundschule, sowie die Anna Blum Spielfläche. Wie können wir es zulassen, an dieser Stelle noch mehr Verkehr durch Anlieferung zu schaffen? Eigentlich sollte die Theaterstraße für Autos, besonders aber den LKW-Verkehr gesperrt und somit beruhigt werden. Die Anlieferung bis 11 Uhr kann durchaus, wie ansonsten auch, über die Hauptstraße erfolgen. Im Übrigen wäre es unbedingt erforderlich, den Zulieferverkehr und die Andienung der Paketdienste auf mehrere Straßen zu verteilen. Wir halten es für unabdingbar, die Verkehrssicherheit und entsprechende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Altstadt mit Bürgerbeteiligung zu beraten und zu realisieren
  • Erhalt, Gestaltung und Aufwertung der Plätze und Grünflächen (z.B. Theaterplatz, Universitätsplatz, Karlsplatz) sind für uns sehr wichtige Themen. Die Plätze in der Altstadt werden immer öfter zum Parken und zur Außenbewirtschaftung genutzt. Wir fordern, die Plätze im öffentlichen Raum aufzuwerten und den Bürgern und Bürgerinnen zurückzugeben. Der Theaterplatz sollte nach dem Ergebnis der Bürgerbeteiligung und der Architektenplanung ein grüner Platz werden, auf dem sich Gäste und HeidelbergerInnen erholen können. Dafür setzen wir uns ein.
  • Zum Schutz unserer historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten, also zum Schutz des Gesamtensembles der Altstadt gehört auch die Überarbeitung des bestehenden „Bebauungsplans östliche Altstadt“. Bereiche zum Fluss wie zum Berg hin sind bislang ausgenommen, für die Wohnbevölkerung unliebsame Planungen (z.B. weitere Gastronomiebetriebe) sind unter Umständen in Zukunft möglich. Das betrifft z.B.  an der Bergseite auch eine künftige Nutzung des ehemaligen Gefängnisses ‚Fauler Pelz‘.
  • Heidelbergs Altstadt liegt am Fluss, auch wenn die stark befahrene B 37 leider nicht weggezaubert werden kann. Das Ufer bietet noch viel Potential,  es lässt sich attraktiver und bunter gestalten, die Zugänglichkeit  über die B 37 ist sicherlich optimierbar. Die Umsetzung des Konzepts „Stadt-Raum-Fluss“ mit einer Verlagerung eines Großteils des  B 37-Verkehrs nach Süden über Ebert- und Kurfürsten-Anlage und die Schlossberg/ Gaisbergtunnel ließe die Altstadt näher an den Fluss rücken.

Bei Fragen bzw. Anregungen wenden Sie sich bitte an:

  • Gerd Guntermann, Mitglied im Bezirksbeirat, Tel. 21765, guntermann[@]gmx.de
  • Ellen Möller, Kinderbeauftragte, Tel. 602362, moeller[@]web.de
  • Gabriele Faust-Exarchos, Altstadträtin, Tel. 25626,  Faust-Exarchos[@]t-online.de