Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Leben erleichtern

Endlich ist es soweit. Nachdem im letzten Jahr bereits die Treppe und die Rampe zum Rewe gebaut wurden, wurde nun der geschotterte und oft bei schlechtem Wetter nicht nutzbare Weg befestigt. Der Unterschied ist deutlich. Und so konnte die Grün-Alternative Liste wieder einmal durch ihre Anregungen für die Bürger der Stadt Heidelberg etwas erreichen. Ein großes Dankeschön an Herrn Weber und seine Mitarbeiter vom Tiefbauamt!

 

 

Die Positionen zur Rahmenvereinbarung zum Masterplan Neuenheimer Feld von Hans-Martin Mumm

Stand 1. Juni 2017, 17.00 Uhr

Am 24. Mai 2017 hatte der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss die Rahmenvereinbarung zum Masterplan Neuenheimer Feld beraten. Ein halbes Jahr lang hatten die Universität, die Bauverwaltung des Landes und die Stadtverwaltung über diese Rahmenvereinbarung verhandelt und gerungen. Der auf sechs Seiten ausgearbeitete Kompromiss lag dem Gemeinderat seit dem 3. Mai vor. Es blieben also nur drei Wochen, um sich ein Bild zu verschaffen und Anträge vorzubereiten. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, GAL/HD-PE, Linke/Piraten sowie die beiden Bunten Linken trafen sich in mehrstündigen Sitzungen und bereiteten für den 24. 5. einen gemeinsamen Antrag vor. Dieser Antrag konzentrierte sich auf vier wesentliche Punkte, an denen die Stadtverwaltung beauftragt wurde, in Nachverhandlungen bessere Ergebnisse zu erreichen. Der Antrag lautet:

„Die Entscheidung über die Beschlussvorlage 0181/2017/BV wird in die nächste Sitzung des SEVA vertagt.
Die Bezirksbeiräte Handschuhsheim und Neuenheim sind anzuhören. Die Verwaltung wird beauftragt, die folgenden Punkte mit der Universität nachzuverhandeln:

1. Das Masterplanverfahren ist ergebnisoffen zu gestalten. Es gelten die „Leitlinien für eine mitgestaltende Bürgerbeteiligung“ der Stadt Heidelberg von 2012.

2. Der Gemeinderatsbeschluss „Masterplanung Neuenheimer Feld / Neckarbogen – Dritter Sachstandsbericht und Grundlagen für den weiteren Masterplanprozess“ in der Fassung vom 6. Oktober 2016 gilt unverändert.

3. Im Verlauf des Masterplanverfahrens werden die Bestimmungen des Bebauungsplans bezüglich des öffentlichen Verkehrs geprüft und weiterentwickelt. Der Punkt 8.(3)3. entfällt.

4. Der zweite Abschnitt des Vereinbarungsentwurfs („Für die Planung zu berücksichtigende Grundlagen“) wird aus der eigentlichen Vereinbarung herausgenommen und in einem gesonderten Abschnitt dargestellt.“

Zur Erläuterung:

1. Die Bürgerbeteiligung ist zwar bereits beschlossen, auf die Leitlinien sollte hier aber ausdrücklich hingewiesen werden. „Ergebnisoffen“ heißt natürlich nicht, die Universität abzuschaffen oder das Neuenheimer Feld in ein Wohngebiet umzuwandeln, wie polemisch gesagt wurde, sondern bezieht sich auf die in Diskussion stehenden Alternativen.

2. Für die langfristige Entwicklung der Universität ist die Anlage eines zusätzlichen Wissenschaftsquartiers unabdingbar, zumindest sollte dies geprüft werden. Der Gemeinderatsbeschluss vom 10. Oktober 2016 richtete sich dagegen, ausschließlich das Handschuhsheimer Feld dafür in Betracht zu ziehen.

3. Die Universität hatte sich ausbedungen, für den Fall, dass ein neuer Bebauungsplan Trassen für den öffentlichen Verkehr vorsieht, aus dem Masterplanverfahren auszusteigen. Damit wäre eine Straßenbahn für jede Zukunft ausgeschlossen.

4. Die älteren Planungen und Planungsdokumente haben unterschiedliche Rechtskraft oder sind in ihrer Rechtskraft umstritten. Es muss sichergestellt sein, dass diese Liste nicht ältere Rechtskraft wieder aufleben lässt.

Im Verlauf der Beratung wurden zwei Textänderungen vorgelesen, die die Landesseite noch kurzfristig vorgenommen hatte. Diese Textänderungen liegen bis jetzt nicht schriftlich vor. Nach einer Sitzungsunterbrechung verständigten sich die Antragsteller darauf, ihren Antrag zur Abstimmung zu stellen, allerdings für den weiteren Beratungsgang auf die Vertagung zu verzichten. Die Abstimmung ergab 9 zu 8 Stimmen für den gemeinsamen Antrag.

Seit vergangenen Mittwoch gibt es keine Mitteilung der Verwaltung an den Gemeinderat, wie es weitergehen soll. In großer Erregung hatte der Oberbürgermeister nach der Abstimmung den Rektor aufgefordert, den Masterplanprozess für beendet zu erklären. Der Rektor hatte dazu geschwiegen.
Es ist daher anzunehmen, dass es seither Gespräche gibt, wie und mit welchen Formulierungen dem Beschluss des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss Rechnung getragen werden kann.

Hans-Martin Mumm, Stadtrat, GAL

Mehr und ausführlicher Hintergrund lesen Sie auf der Homepage des Handschuhsheimer Stadtteilvereins http://www.tiefburg.de/Aktuell.htm

Bericht zu unserer Veranstaltung „Parken in Heidelberg – wohin mit den Autos?“ mit Folien und RNZ-Artikel

„Parken in Heidelberg – wohin mit den Autos?“, so hieß unsere Veranstaltung, die am Dienstag 23. Mai im Forum am Park stattfand. Rund 30 Zuhörer waren gekommen, darunter auch Stadträte, Kinderbeauftragte und Bezirksbeiräte.

Michael Pfeiffer und Judith Marggraf stellten die Referendin Hannah Eberhardt, Inhaberin des Planungsbüros „Verkehr mit Köpfchen“ aus Heidelberg, vor und führten in die Veranstaltung ein. Dabei machte Judith Marggraf klar, dass man, je nachdem wie man sich fortbewegt, einen anderen Blickwinkel auf das Thema Parken hat. Als Fußgänger und Fahrradfahrer ärgert man sich über zugeparkte Geh- und Radwege, als Autofahrer kann man manchmal verzweifeln, wenn man keinen Parkplatz findet und da kann es dann schon mal sein, dass man zweimal ums Carré fährt und das Auto vielleicht nicht ganz regelkonform zum Ärger der Anwohner und Fußgänger abstellt. Die Frage ist, gibt es Konzepte oder Möglichkeiten, das Parken von Autos so zu regulieren, dass alle – Anwohner und Verkehrsteilnehmer – zufrieden gestellt werden können? Welche Ideen können unsere Stadträte mit in die Sitzungen nehmen?

Frau Eberhardt begann ihren Vortag mit einer Frage: Warum ist Parken so ein großes Thema? Sie beantwortete sie selbst: weil es zu wenige Parkplätze in der Stadt gibt, weil man gerne kostenlos und zeitlich unbegrenzt parken und weil man einen Parkplatz direkt am Ziel haben möchte. Sollte man diese Wünsche der Autofahrer befriedigen? Nein, da das Parken andere Nutzungsmöglichkeiten einschränkt, da Parkplätze zeitlich nicht immer gleich stark genutzt werden und vor allem weil ein verstärktes Angebot die Nachfrage erhöhen würde. Aber die Nachfrage nach Parkraum steigt, also was tun?
Verkehrsplaner sehen die Lösung nicht im Ausbau von Parkplätzen sondern im Parkraummanagement. Es gibt sechs wichtige Leitlinien des Parkraummanagements: Parkraum bewusst begrenzen bzw. erweitern, Parkraumbewirtschaftung und Kontrolle, Verkehrsmittelauswahl beeinflussen, Nutzungsalternativen aufzeigen, den Autoverkehr bei der Parkplatzsuche bewusst lenken und die Öffentlichkeitsarbeit. Diese Leitlinien können Hilfestellungen für die Verwaltung und Politik sein, um beim Thema Parken eine Strategie zu finden.

Wer mag kann sich hier ihre Vortragsfolien anschauen: Vortrag von Hannah Eberhardt (Folien)

Hans-Martin Mumm leitete die anschließende Diskussion, bei der es hauptsächlich um das illegale Parken in Heidelberg ging. Die Zuhörer hatten viele verschiedene Ideen, wie man dem wilden Parken Herr werden könnte: Bußgelder für falsches Parken erhöhen, vermehrte Kontrolle durch den Gemeindevollzugsdienst, Parkraumbewirtschaftung in bestimmten Gebieten einführen, alternierendes Parken entlang von manchen Straßen einführen, Anwohner sollten ihre Grundstücke/Einfahrten zum Parken nutzen und nicht zweckentfremden, Arbeitgeber müssen Alternativen schaffen: Jobtickets und Parkraumbewirtschaftung, Ausbau des ÖPNV, Ausbau der Fahrradwege, Lastenfahrräder anbieten, elektrische Poller aufstellen.

Diese Maßnahmen sind natürlich nicht in jedem Stadtteil sinnvoll und umsetzbar. So muss das Parkproblem je nach Stadtteil anders angegangen werden. In der Altstadt z.B. wären Poller sicherlich hilfreich, viele der Falschparker kommen von außerhalb und könnten so ausgeschlossen werden. Auch müsste dort viel mehr kontrolliert werden, darüber waren sich sowieso alle einig: es wird im ganzen Stadtgebiet zu wenig kontrolliert. Während der Diskussion lief auch unsere Diashow mit Beispielen von zugeparkten Gehwegen, von denen es ja in Heidelberg reichlich gibt. Wie Michael Pfeiffer so schön formulierte: man sollte öfters zu den Autofahrern, die auf einem Gehweg parken, sagen: „Geh weg!“. Er wünscht sich von der Verwaltung mehr Mut bei der Verkehrspolitik, denn eine Reduzierung von Parkraum erhöht die Lebensqualität und Verkehrssicherheit.

 

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung 29.05.2017

Kirchheim

Der Heidelberger Süden….

ist viel besser als sein Ruf. Ich bin in Rohrbach aufgewachsen und liebe diesen Stadtteil. Nachdem ich 12 Jahre von Heidelberg getrennt war, verschlug es mich nach Kirchheim. Seither habe ich schon oft abfällige Bemerkungen über Kirchheim gehört. Ich frage mich ernsthaft, wer die Stadtteile im Süden, insbesondere den Boxberg, Emmertsgrund und Kirchheim so schlecht redet. Es ist manchmal eine Arroganz in solchen Äußerungen, die mich wütend macht. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charme, seine Vorzüge. Und wenn es um Kirchheim geht, möchte ich den Heidelbergern sagen: Lernt die Kirchheimer kennen, die näd schwätze sondern mache, die „Kirchheim sagt ja“ initiiert und Flüchtlinge aufgenommen haben, ohne zu lamentieren. Kirchheim mit Patrick Henry Village, Patton Barracks, dem Pleikartsförster Hof und den Kurpfalzhöfen. Kirchheim mit dem großen Sportzentrum Süd, Alla Hopp und riesigen Agrarflächen. Kirchheim, dem kinderreichsten Stadtteil. Der Wert einer Immobilie richtet sich nach der Lage. Bei mir richtet er sich nach den Menschen und von daher ist Kirchheim für mich sehr wertvoll. 1250 Jahre Kirchheim, erfahren Sie von den Aktivitäten auf der Homepage des Stadtteilvereins.

Am Adenauerplatz …

denken DAI und IBA über ein neues Veranstaltungshaus nach. Ausgebaut und überhöht werden soll die hübsche, aber anachronistische Unterführung beim Neptunbrunnen. Mich stört der große Zinnober, mit dem diese Überlegungen vorgebracht werden. (Es ist kein Zufall: Das Baumaterial sollen gebogene Balken sein.)

Die städtebauliche Begründung gibt sich historisch, ist aber frei von Kenntnissen. Der Seegarten ist älter als der Bahnhof und war nie Vorplatz, sondern Ort der Ruhe für die Stadt und ihre Gäste. Erst mit der Verlegung der Eisenbahn entwickelte sich die Anlage zur heutigen Rennstrecke; Stadtgarten und Neptungarten wurden so zu umtosten Verkehrs(halb)inseln.

Das angedachte Gebäude kommt luftig-filigran daher. Mit Toiletten, Gastronomie, Lieferanfahrt, Lüftung, Schallschutz und Fahrradabstellanlage würde am Ende doch ein Klotz daraus. Ohnehin gilt: Je modischer die Architektur, desto schneller sieht sie nachher altmodisch aus. Der Seegarten braucht Ruhe und nicht Rummel.

Interkulturelles Zentrum

Gerade kam das Sommerprogrammmit tollen Angeboten: Literatur, Film und Foto, Diskussionen, Konzerte und Theater….

Darf ich mich trotzdem wundern? Gerade erreichte uns nämlich auch ein Antrag des Ausländer- und Migrationsrates. Es fehlen Räume für den AMR und die ihm verbundenen ‚Communities‘, man weiß nicht wo man sich ohne große Kosten treffen und austauschen kann.

Ich dachte ja eigentlich, dass das IZ, für das der AMR sich jahrelang verkämpft hat, auch für ihn da sei, Räume für Organisation und Kommunikation all der Migrantenorganisationen in unserer Stadt bietet.

Das scheint aber nicht der Fall zu sein, stattdessen haben wir ein Zentrum für ‚Interkultur‘ und nach wie vor ein räumliches Defizit für die Arbeit all der MSO’s, die sich für Integration und Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten einsetzen.

Die Stadt lässt sich das IZ rund eine halbe Million Euro im Jahr kosten, Tendenz steigend. Es kann nicht sein, dass wir jetzt wieder von vorne anfangen, Räume für die Arbeit der politisch aktiven Migranten und ihre Organisationen zu suchen!

Architekturstreit

Man kann unterschiedlicher Meinung sein über die bauliche Neugestaltung am „Haus der Begegnung“ gegenüber der Jesuitenkirche. Klar und sicher ist aber, dass der Neubau – ein gläserner Besucher-Pavillon im Container-Typ – einen schweren Eingriff in die Substanz der Altstadt und einen eklatanten Bruch im intakten „Jesuiten-Viertel“ aus dem barocken Wiederaufbau der Stadt bedeutet.

Klar und sicher ist auch, dass hier eine selbstherrliche Bauherren- und Architektenauffassung – über jede Kritik erhaben – vollendete Tatsachen schuf: ohne jede Rücksicht auf das historische Umfeld, nach dem Motto ‚Jetzt bin ich bzw. meine Zeit dran, was gewesen, ist gewesen‘ – eine Haltung, die leider heute zu unserer Leitkultur geworden ist.

Ohne Wissen und Urteil für das baukulturelle Erbe – gewollt auf den Bruch mit der Tradition gesetzt – steht nun diese Demonstration des modischen Zeitgeschmacks – glatt und glasig, cool-nüchtern – in direkter Konfrontation zu der reichhaltig plastisch gestalteten Sandsteinfassade der Jesuitenkirche mit ihren  Figurennischen des Ordensgründers Ignatius v. Loyola (mit dem Fuß den satanischen Drachen zertretend) und seines Gefolgsmanns, des Missionaren Franz Xaver (Heidenkinder taufend).

Presseerklärung von SPD und GAL sowie Hintergrundinformationen von Judith Marggraf

Presseerklärung von SPD und GAL am 3. 5. 2017 in der RNZ:  Nicht absurd, sondern vernünftig

SPD und GAL kritisieren die schleppende Realisierung des Schulmodernisierungsprogramms und erwarten von der Verwaltung strategische Weichenstellungen.

In den letzten Jahren sind immer wieder Bauprojekte nicht realisiert worden, obwohl der Gemeinderat die notwendigen Mittel freigegeben hatte. Die Gründe waren in der Regel, dass das Gebäudemanagement die Mittel nicht bewirtschaften konnte – was nicht an Erfahrung und Kompetenz des Amtes liegt, sondern an der Vielzahl der Aufgaben, die dort zu bewerkstelligen sind. „Das ist einfach ärgerlich,“ so Anke Schuster und Judith Marggraf, „denn die Schulleitungen, Eltern und Schüler freuen sich am Anfang zweier Haushaltsjahre und dann passiert nichts und vor den nächsten Haushaltsberatungen werden wir wieder mit Beschwerdemails aus den Schulen überschwemmt.“

Aus diesem Grund haben GAL und SPD den Vorschlag vorangetrieben, die Maßnahmen im Schulmodernisierungsprogramm zu parallelisieren, d.h. die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Mit der städtischen GGH und deren Tochtergesellschaft BSG hat die Stadt hoch qualifizierte Partner, die in der Vergangenheit in mehreren Großprojekten wie z.B. beim Theaterneubau, der Modernisierung der IGH und aktuell bei B 3 in der Bahnstadt, unter Beweis gestellt haben, welche hervorragende Kompetenz bzgl. Planung und Projektmanagement dort vorhanden ist.

„Diese ausgewiesene Expertise sollten wir nutzen! Pestalozzi-, Waldpark- und Mönchhofschule, Hölderlin- und Bunsengymnasium, Willy-Hellpach- und Marie-Baum-Schule warten schon zu lange auf Generalsanierungen, Anbauten, Mensen, Sporthallen usw.“ so Marggraf und Schuster.

„Wir wollen hier klarstellen, dass die Zeitrechnung des Gebäudemanagements mit 7 Jahren für eine Schulmodernisierung nicht tragbar ist! Wir sind sehr gespannt, ob es beim Hölderlin Gymnasium, für das es jetzt, trotz eines gegenteiligen Haushaltsbeschlusses des Gemeinderates, den Zuschlag zur Umsetzung bekommen hat, wenigstens gelingt, bzgl. der zeitlichen Abläufe aufzuschließen. Auch nehmen wir Herrn Bürgermeister Odszuck beim Wort, der grundsätzlich eine Beauftragung der GGH zur Parallelisierung der Schulprojekte nach dem Vorschlag GAL und SPD befürwortet.“ so Schuster und Marggraf. GAL und SPD werden daher für den nächsten Bauausschuss beantragen, alle weiteren größeren Schulprojekte des Investitionsprogramms 2017/2018 daraufhin zu untersuchen, ob sie durch die BSG realisiert werden können.

Gez.: Prof. Dr. Anke Schuster, Judith Marggraf

 

Hintergrundinformationen zur Presseerklärung von Judith Marggraf

Die Stadt Heidelberg ist Trägerin von 36 öffentlichen Schulen in der Stadt. D.h. Die Stadt ist zuständig für die Gebäudeunterhaltung, erforderliche Einrichtungen, Lehr- und Lernmittel. Dafür erhält die Stadt vom Land Sachkostenbeiträge, die je nach Schulart unterschiedlich hoch sind (z.B. keine Zuschüsse für die Grundschulen!) und sich nach der Schülerzahl bemessen.
Uns interessiert hier besonders die bauliche Situation der Schulen: Dabei geht es um den Bauunterhalt ( Räume streichen, Dächer dichten, Toiletten sanieren, Brandschutz aktualisieren u.v.m.) und oft genug auch um An- und Umbauten und bauliche Ergänzungen (Naturwissenschaftliche Fachklassen, Mensen, neue Klassenzimmer wg. gestiegenen Schülerzahlen etc).
Für all das zuständig ist das Amt für Schule und Bildung und als ausführende Stelle das städtische Gebäudemanagement (das auch für bauliche Maßnahmen an allen anderen städtischen Gebäuden zuständig ist!).
Unsere Kritik bezieht sich darauf, dass seit Jahren zwar Millionen € in den Gebäudeunterhalt fließen, das Ganze aber ohne Prioritäten, ohne System und ohne befriedigende Ergebnisse passiert. Das führt dazu, dass die Schulen jahrelang notwendige Maßnahmen einfordern; unklar ist, wer als nächstes in den Genuss von was kommt; wie lange begonnene Maßnahmen bis zur Fertigstellung brauchen und ob Maßnahmen, für die Geld im städtischen Haushalt eingestellt wurde, überhaupt in einem absehbaren Zeitraum begonnen werden – eine unter jedem Blickwinkel unbefriedigende Situation!
Wir möchten das ändern: Das Gebäudemanagement soll weiterhin für den Bauunterhalt zuständig sein, seine Arbeiten aber nach einem nachvollziehbaren System planen und durchführen („rollierende Schulsanierung“). Größere und umfänglichere Baumaßnahmen soll ab jetzt die stadteigene GGH übernehmen. Die GGH hat eine hervorragende Expertise bei der Generalsanierung der IGH und baut derzeit die neue Schule in der Bahnstadt. Planung und Ausführung wären hier in guten Händen, es würde effizient, in enger Abstimmung mit der Schule und zeit- und kostenbewusst gearbeitet.
Wir erwarten davon einen Quantensprung beim Schulbau! Zeitnah die notwendigen kleineren Maßnahmen und durchorganisiert, verlässlich terminiert und beendet die größere Vorhaben – Ein deutlicher Fortschritt für Schulen, SchülerInnen und die Stadt!
Dieses ‚System‘ wollten GAL und SPD nun als erstes beim Hölderlin Gymnasium umgesetzt sehen. Dazu gab es einen Antrag im Rahmen der Haushaltsverabschiedung, der mit sehr großer Mehrheit verabschiedet wurde.
Trotz vielfältiger Bemühungen und Gespräche hat der Ausschuss für Bildung und Kultur und gerade die Tage auch der Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, dem eigenen Haushaltsantrag und allen Argumenten nicht zu folgen und stattdessen die dringend erforderliche Generalsanierung in den Händen der städtischen Ämter zu belassen.
Die Gründe sind mysteriös, die Folgen mehr als bedauerlich: 7 Jahre Bauzeit setzt das Gebäudemanagement für’s Hölderlin an – das ist fast ein ganzes „Schülerleben“ an dieser Schule! Zwar soll nicht dauerhaft gebaut werden, es wird längere und kürzere Pausen geben. Was aber über die Zeit bleiben wird, ist die Auslagerung von Klassen in Container und die massive Einschränkung des sowieso kleinen Pausenhofes.Von den übrigen Belastungen des Schulbetriebes durch die notwendigen räumlichen Einschränkungen ganz zu schweigen.

Kaffeebecher

Kaffee to go?

Ich finde eher, dass der Trend, Kaffee im Pappbecher mitzunehmen, zum Weglaufen ist. 320Tsd. Pappbecher in der Stunde werden in Deutschland verbraucht. Im Jahr benötigt man für die Herstellung dieser Becher 1,5 Mrd. Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff für Deckel und Beschichtung, 43.000 Bäume! Mülleimer quellen oft über vor Pappbechern und Plastikdeckeln. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr tragbar, dass wir unnötig Ressourcen verschwenden und gedankenlos überflüssigen Müll produzieren. Durch Mehrwegbecher würden wir nicht nur die Umwelt entlasten sondern auch zu einem ansehnlicheren Stadtbild beitragen. Die GAL hat daher einen Antrag gestellt, der dazu führen soll, den Mehrwegbecher in Heidelberg einzuführen, d.h. der Käufer zahlt ein Pfand und wenn er den Becher zurückgibt, bekommt er das Geld zurück bzw. tauscht diesen gegen einen neuen ein. Bei der Konzeptentwicklung sollen auch Einzelhändler und Umweltverbände beteiligt werden. Ich hoffe, dass die Bäckereien und Kaffeeverkaufsgeschäfte sich zum Wohle der Umwelt von diesem Projekt überzeugen lassen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

NachtiGALlen Führung am Wieblinger Altneckar

Bei zwar recht kühlem aber sonnigem, trockenem Wetter trafen wir Regine Buyer am Samstag Abend, 22. April, am Wieblinger Landschaft- und Naturschutzgebiet, um die Nachtigallen singen zu hören. Ausgerüstet mit einem Fernrohr ging unsere kleine Gruppe los.

Schnell merkt man, die Frau kennt sich hier aus. Regine erzählt allerhand Interessantes über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Unterer Neckar“:

Es erstreckt sich zwischen dem Neckarwehr Heidelberg-Wieblingen und der Mündung des Neckars in den Rhein in Mannheim. Seit 1986 ist es Schutzgebiet und hat eine Größe von rund 753 ha, wovon rund 195 ha auf das Naturschutzgebiet und rund 558 ha auf das Landschaftsschutzgebiet entfallen. Das Gebiet Altneckar Heidelberg-Wieblingen ist eins von sechs Naturschutzgebieten, das in der Mitte des Flusses liegt.

Die Fluß- und Auenlandschaft mit ihren Sand- und Kiesbänken, Flachwasserzonen, Prallhängen, Gleitufer und ihren typischen Pflanzengesellschaften dient vielen Tieren insbesondere vielen Vögeln als Brut-, Nahrungs-, Ruhe- und Überwinterungsbiotop oder auch als Rückzugsgebiet. Vergleichbares findet man in Deutschland nicht mehr, vielleicht noch an der Elbe.

Auf den Sandbänken vor uns haben sich Kanadische Wildgänse und Kormorane niedergelassen. Lauthals machen sie auf sich aufmerksam. Weitere Entenvögel und Blässhühner schwimmen auf dem Neckar. Am anderen Ufer watet ein Graureiher ganz vorsichtig durch das Wasser, auf der Jagd nach etwas Essbaren.

Halsbandsittiche fliegen über das Gebiet hinweg, man hört sie schon an ihrem lauten, durchdringenden Ruf, bevor man sie sieht.

Das Gebiet, so erzählt Regine, wird auch von Fischadlern als Zwischenstation auf ihrer Reise gen Süden genutzt, um sich zu stärken. Da diese eine lange Bahn zum Landen brauchen, sei eine Zerschneidung des Naturschutzgebietes durch eine Brücke für Fischadler schlecht. Auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz greifen immer wieder stark in das sensible Biotop ein, Brutplätze des Eisvogels und Lebensbereiche des Bibers werden dadurch zerstört.

In den Büschen und Bäumen links und rechts von uns hören wir Zilpzaps, Sumpfrohrsänger, Amseln, Meisen, Sperlinge u.v.m. singen, aber leider keine Nachtigallen. Regine spielt uns den Gesang der Nachtigallen vor. Er besteht aus Strophen dicht gereihter Einzel- oder Doppeltöne und klingt sehr schön. Es singen nur die Männchen, meistens abends, vor allem zur Anlockung einer Brutpartnerin.

Auch wenn wir keine Nachtigallen hörten, die Gesänge und das muntere Treiben der anderen Vögel und die schöne Abendstimmung an diesem einzigartigen Naturschutzgebiet waren trotzdem ein Kommen wert.