Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer,
in dieser Ausgabe ist mein Betrag etwas länger. Viel Spaß und vielleicht auch etwas Zeit zum Nachdenken.
Nix los in Kerche
Immer wieder höre ich aus der Bevölkerung „in Kerche is nix los“. Um ehrlich zu sein, stimmt mich das ein wenig traurig. Es gibt so unendlich viele Menschen in unserem Stadtteil, die sich dafür einsetzen, Kirchheim attraktiver zu machen und dann wird es nicht wertgeschätzt. All denjenigen, die so Sprüche von sich geben, möchte ich sagen: „Dann macht halt was los“. Diese Menschen scheinen nicht dabei gewesen zu sein, als die Freiwillige Feuerwehr, gemeinsam mit der Blaulichtfamilie, dem MSC und der Kreisverkehrswachtwacht einen Tag der offenen Tür gefeiert hat, waren nicht beim Museumsfest, waren nicht dabei beim ReStart vom Heidelberger Frühling, diesem wunderbaren Konzert, waren nicht dabei als der Verein „Kirchheim bewegt“ einen zusätzlichen Adventsmarkt auf dem Odenwaldplatz organsiert hat, eine ausverkaufte 80er Party im Bürgerzentrum mit 450 Leuten steigen ließ und den nun bereits 4. Kunstspaziergang in Kirchheim durchführte. Auch unsere Gesangsvereine CES, MGV 1880 mit den Sound Harmonists oder HeidelBeat leisten mit ihren Chören hervorragende Arbeit, um das kulturelle Leben in Kirchheim zu bereichern. Nicht zu vergessen die KGP, die in der Faschingszeit das Bürgerzentrum immer wieder zum Schwanken brachte. Es ist nicht fair gegenüber all den Ehrenamtlichen, die sich über das ganze Jahr mit der Vorbereitung solcher Events beschäftigen und deren Engagement so wenig Beachtung findet. Warum so undankbar, warum so negativ? Oder wird das alles als selbstverständlich hingenommen? Laternen- und Sommertagsumzug oder die Kerwe sind schon so fest in unserem Stadtteil verankert, dass viele gar nicht mehr darüber nachdenken, dass hinter diesen Veranstaltungen Menschen stehen, die ihre Freizeit dafür hergeben, um anderen eine Freude zu machen. Denken Sie mal darüber nach. Als Stadtrat komme ich auch in andere Stadtteile und werde immer wieder auch darauf angesprochen, was in Kirchheim alles so stattfindet. Das freut mich dann sehr, wenn wenigstens von außen diese Aktivitäten wahrgenommen werden. Nun wurden auch noch einige Stromkästen aus ihrer Tristess befreit und bunt angemalt. Eine tolle Aktion von Kunstschaffenden mit Unterstützung einiger Kirchheimer Geschäfte, den Stadtwerken Heidelberg, dem Amt für Wirtschaftsförderung, dem Stadtteilverein und dem Verein „Kirchheim bewegt“, der die Initiative ergriffen hatte..
Gesperrte Hardtstraße
Ein großes Ärgernis war die Sperrung der Hardtstraße beim REWE. Sie ist eine Hauptachse für Radfahrer:innen aus Kirchheim und den umliegenden Gemeinden, um in die Innenstadt oder zu den Schulen zu kommen. Die Beschilderung war katastrophal und unlogisch. Nach mehreren Gesprächen mit dem Amt für Mobilität, weil die Baufirma sich nicht an die vorgegebene Beschilderung gehalten hatte, wurde dann aber doch eine kreative Lösung gefunden, um an der Baustelle, an der auch mal wochenlang nicht gearbeitet wurde, vorbeizufahren. Der Zaun der Kita wurde geöffnet und so konnte die Hardtstraße wieder genutzt werden. Hierfür ein „Dankeschön“ an das Amt für Mobilität der Stadt Heidelberg.
Autofahrer ärgern?
In der Mai-Ausgabe wurde dem Amt für Mobilität unterstellt, es wolle mit den in der Königsberger Straße, Ecke Stettiner Straße aufgestellten Fahrradbügeln die Autofahrer ärgern. Dem ist nicht so. Die Fahrradbügel werden, wie auf dem Bild in dieser Ausgabe ersichtlich, genutzt, so wie der weitere Fahrbahnrand von Autofahrern. Die Bügel verhindern aber, dass Autos zu nah an dem Kreuzungsbereich parken, der täglich von unzähligen Radfahrer:innen, hierbei viele Schülerinnen und Schüler genutzt wird, um zur Schule zu fahren. Sie haben jetzt keine großen Sichthindernisse mehr und können die Königsberger Straße sicherer queren. Vorher waren teils auch Sprinter bis unmittelbar vor dem Radweg geparkt. Es war also keine Maßnahme gegen „die Autofahrer“ sondern eine Maßnahme für mehr Sicherheit. Gut so.
Harbigweg
Am 13. April hatte ich unserem Oberbürgermeister einen Brief geschrieben und ihn aufgefordert, die derzeit nicht akzeptable Situation im Harbigweg zwischen den Vereinsgeländen von RGH, HRK und HCH zu beseitigen und für Verkehrssicherheit zu sorgen. In der Rhein-Neckar-Zeitung, 29. April, wurde darüber berichtet. In den vergangenen Wochen erhielt ich sehr viel Zustimmung zu meiner Initiative, die mich /in meinem Handeln bestärkt hat. Auch der Gesamtelternbeirat hat sich meiner Meinung angeschlossen. Nun gab es einen Leserbrief, der sich gegen meine Forderung richtete und mich aufforderte, statt zu kritisieren, konstruktive Lösungen einzubringen. Seit 2018 gibt es ein Gutachten, in dem der Harbigweg in diesem Bereich als Gefährlich eingestuft wird. Seit dieser Zeit ist sowohl der Stadtverwaltung als auch den Vereinen dies bekannt und es geschah nichts. Zu dieser Zeit wurde der westliche Messplatz als Parkfläche für den Alla Hopp Park ausgewiesen, der ebenso weit entfernt ist wie von der RGH oder dem Anpfiff ins Leben der SG Kirchheim. Auf das hohe Gefährdungspotential der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zum Sport kommen, wurde in dem Leserbrief kaum eingegangen. Ich hatte den Eindruck, man warf mir vor, auf dem Rücken des Sports und der Jugend meine Forderungen für mehr Sicherheit zu stellen. Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Befürworter des Sports bin und selbst viele Jahre eine Jugendmannschaft des HCH betreut und trainiert habe. Alle Parkmöglichkeiten um die Vereinsgelände sind nicht weiter als 500 m entfernt, eine große Runde um die Aschenbahn. Wer meint, sein Kind mit dem Auto zum Sport zu bringen, kann dort parken oder sein Kind vor dem Sportgelände aussteigen lassen und dann zum Parkplatz fahren. Ich erkenne hier keine unzumutbaren Forderungen. Die Sicherheit für Kinder ist für mich nicht verhandelbar. Abschließend habe ich noch ein Foto beigefügt, dass ich am 3. Mai gemacht, als ich mit meiner Enkelin von der Alla Hopp Anlage zum Harbigweg kam. Zwei RNV Busse der Linie 33 standen sich gegenüber, dahinter wartende Fahrzeuge. Nichts ging mehr. Rettungsfahrzeuge hätten keine ungehinderte Zufahrt mehr zum Vereinsgelände oder der Alla Hopp Anlage gehabt. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn dadurch lebensrettende Maßnahmen verhindert würden? So kann das nicht weitergehen. Ich werde berichten, wenn die Stadtverwaltung Lösungsvorschläge macht.
Sollten Sie Anregungen oder Fragen haben, sprechen Sie mich an oder schreiben Sie mir an mp-pfeiffer[at]gmx.net
Sie dürfen mich gerne auch Mo.-Fr. zwischen 9:00-17:00 Uhr anrufen, entweder unter HD-783015 oder 0152 56 16 09 02. In der Zeit vom 24.9. – 13.10. befinde ich mich allerdings in Urlaub.
Ihr Stadtrat Michael Pfeiffer