Mietspiegel, Armutsbericht und Konversion – drei aktuelle Themen die nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Für denzweiten Blick: Der neue Mietspiegel hält fest, dass die Mieten in Heidelberg in den letzten zweiJahren um 3% gestiegen sind. Im gerade in der Diskussion befindlichen Armutsbericht 2010steht unmißverständlich „Heidelberger Wohnkosten große Belastung für einkommensschwacheHaushalte“. Aus beiden Feststellungen ergibt sich eine ganz klare Anforderung für die aktuelleDiskussion um die Nutzung der amerikanischen Liegenschaften: Bezahlbarer Wohnraum mussgeschaffen werden! Wohnungen, die Krankenschwestern und Hausmeister, Verkäuferinnen undBusfahrer, Alleinerziehende und Senioren sich leisten können. Hier dürfen nicht – wie in derBahnstadt – die „Schwellenhaushalte“ im Vordergrund stehen, die unserem OB so am Herzenliegen! Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass nicht nur Wissen Stadt schafft, sondern auch alldiejenigen, die zuarbeiten, Service sicherstellen, putzen, reparieren und bedienen. Nur gemeinsamsind wir Stadt!
Autor: peter
Kinostandort – Stadtblattbeitrag von Wassili Lepanto am 19.9. 2011
KINOSTANDORT Das Ende des Kinobetriebes Lux-Harmonie im Zentrum der Stadt ist für uns ein großer Verlust. Hier geht es nicht nur um Unterhaltung, sondern um sozialen Austausch und einen Begegnungspunkt, wo man ungezwungen und spontan zusammenkommt, in der kommunikativen Funktíon ähnlich den Stadtplätzen in Italien. Denn nicht nur das Kino ist da, sondern auch das Theater, Kunstgalerie und gastronomisches Angebot. An diesem Ort der Kommunikation können Menschen verweilen, sich erholen, und das direkt an der Lebensader der Stadt, der Hauptstraße, nicht mal 100 m entfernt vom Universitätsplatz und den Hauptkirchen der Stadt. Das ist ein Mittelpunkt unserer Stadt, ein Identitätsort der Stadt- u. Kulturgeschichte,Gründerort der deutschen Demokratie-Bewegung und unseres Theaters im frühen 19. Jh. Die Stadt sollte das Kino als Kultureinrichtung breiter Kreise mit hohem Studentenanteil an dieser Stelle erhalten, auch als Gegengewicht zu Einkaufen und Gastronomie. Diesen kulturellen Mittelpunkt, der sich auch im baulichen Maßstab in die Altstadt einfügt, aufzuopfern, egal aus welchem Grund, wäre gegen das Wohl der Stadt. Heidelberg, der ehem. Kulturhauptstadt und Kinohauptstadt Deutschlands, sollte gelingen, Rahmenbedingungen für den Fortbestand dieser Kulturinstitution zu schaffen, notfalls mit Subventionen, wie beim Theater. Die Wiederherstellung des Harmonie-Gartens (heute Parkplatz) als Grünanlage ist eine große Chance für die Aufwertung der Altstadt.
Kinohauptstadt – Stadtblattbeitrag von Gabi Faust-Exarchos vom 12.9. 2011
Kinohauptstadt ist Heidelberg schon lange nicht mehr. Die drohende Schließung des Lux / Harmonie zeigt einen kulturellen Notstand, der sich schon vor Jahren andeutete und dessen Verhinderung im Taumel um ein Textilkaufhaus anderen Interessen untergeordnet wurde.
Für Standortwahl und Bau eines geplanten „Großkinos“ werden Jahre vergehen.Auf der einen Seite beklagen wir in der Altstadt das lärmende nächtliche Geschehen, auf der anderen Seite bieten wir der Jugend, den jungen Familien bald nicht mal mehr einen Kinobesuch als bezahlbare kulturelle Alternative. Wir leisten uns ein tolles neues Theater und fördern Kreativwirtschaft. Aber auch ein Kino ist Wirtschaftsfaktor und Magnet, der Einzelhandel und Gastronomie stärkt. Die Belegschaft braucht jetzt Unterstützung, denn es geht um Arbeitsplätze und um Angebote für die Heidelberger Kinofans. Jugendgemeinderat, Bezirksbeiräte und die Bürgerschaft sollten unbedingt beteiligt werden.
Fraktionswechsel
Wir teilen mit, dass Herr Peter Holschuh und Frau Dorothea Paschen die GAL Fraktion verlassen haben und zukünftig der Fraktion der Grünen angehören werden.
Diese Entscheidungen haben uns überrascht, entsetzt und tief getroffen.
Herr Holschuh und Frau Paschen haben 2009 bewusst auf der Liste der GAL kandidiert, wissend, dass die Grünen sich ein Jahr zuvor von der GAL getrennt hatten. Jetzt, nach der Hälfte der Legislatur, die bei der GAL auf erfolgreichen Listenplätzen errungenen Mandate zu den Grünen zu tragen, ist aus unserer Sicht ein eklatanter Vertrauensbruch uns und unseren WählerInnen gegenüber.
Politisch ist ein solches Vorgehen nicht akzeptabel, persönlich ist es nach vielen Jahren der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit schlicht ein Schlag ins Gesicht.
Für die Fraktion: Judith Marggraf
Für den Vorstand: Jörg Schmidt-Rohr
Für eine Kultur des Ernstnehmens –
Für eine Kultur des Ernstnehmens …
– von Hans-Jürgen Fuchs –GAL Bezirksbeirat in Rohrbach
Eines meiner Lieblingsbücher ist „Per Anhalter durch die Galaxis”. Der erste Band beginnt damit, dass Arthur Dent gezwungen ist, sein Haus, sein Dorf, seinen Planeten zu verlassen. Denn dieser, die Erde, steht im Weg.
Riesige Raumschiffe tauchen am Himmel auf. Ihre Besitzer, die Vogonen, sind abgrundtief häßlich, lieben die Bürokratie und eine Art der Poesie, die anderen Sterblichen als Folter erscheint und bauen Hyperraum-Expressstraßen. Zum Beispiel dort, wo im Moment noch die Erde steht. Aber nicht mehr lange. Knapp zwei Minuten dauert deren Sprengung. Widerstand ist zwecklos. Jedenfalls in diesem späten Stadium der Geschichte. Die Überraschung der Menschen hilft ihnen nicht weiter. Schließlich gab es Gelegenheit und Zeit genug für Einsprüche, denn alle Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen lagen 50 Erdenjahre lang im zuständigen Planungsamt aus. Auf Alpha Zentauri, quasi um die Ecke, keine 50 Billionen Kilometer entfernt.
So ging alles seinen ordnungsgemäßen Gang: Ein grelles Licht, ein hässliches Geräusch und dann Stille …
Intergalaktische, nicht unbedingt dialogische Bürgerbeteiligung, die wenig Spielraum lässt für (Wut)-Bürger. Deshalb erinnert die Geschichte auch an aktuelle Diskussionen nicht nur in Heidelberg.
Die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 oder das Heidelberger Kongresszentrum haben Spuren hinterlassen, hier einen Ministerpräsidenten zu Fall gebracht, dort einen Oberbürgermeister nachdenklich gemacht. Nun gibt es in Heidelberg einen Arbeitskreis, der Leitlinien für eine systematische Bürgerbeteiligung erarbeiten soll. Dabei geht es um Gremien, Verfahren, Quoren – wichtige Fragen.
Ein anderes Gremium versucht bereits Bürgerbeteiligung zu praktizieren: Ein Entwicklungsbeirat beschäftigt sich mit der Zukunft der Flächen, die die Amerikaner bald verlassen werden. Eine dieser Flächen ist bereits geräumt, der sogenannte Holbeinring in Rohrbach. Hier, zwischen Sickingenstraße, Römerstraße, Am Rohrbach und Fabrikstraße stehen die Häuser seit Jahren leer. Im Herbst sollen Studierende einziehen. Bald wird zudem Rewe in ein neues Gebäude nahe Aldi ziehen. Dann soll am Holbeinring gebaut werden. Zur Disposition steht dabei auch der Bolzplatz, einer der letzten größeren Freiräume im Stadtteil.
Hier kommt nun wieder das Thema Bürgerbeteiligung ins Spiel. Was mit dem Gebiet passieren soll, war zwar im Juni 2009 bereits Thema im Rohrbacher Bezirksbeirat, doch nach draußen, zu den Bürger/-innen, drang bisher noch wenig. Aber nun sollen „Ziele und Zwecke der Planung, vorhandene Planungsalternativen sowie die voraussichtlichen Auswirkungen” im Rahmen einer Informationsveranstaltung (am 26. Juli 2011, 18:30 Uhr in der Eichendorffsporthalle) öffentlich erläutert werden. „Es besteht Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung. Es wird darauf hingewiesen, dass Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt sind, ebenfalls zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen sind”, heißt es in der Einladung, verbunden mit dem Hinweis, die Planunterlagen seien vom 18. Juli 2011 bis einschließlich 12. August 2011 im Technischen Bürgeramt der Stadt Heidelberg einzusehen.
Könnte ein Beispiel für Bürgerbeteiligung sein – ist es aber nicht. Denn wenn Bürger beteiligt werden sollen, müssen sie auch informiert werden. Dazu reicht ein Absatz in einem förmlichen Artikel auf Seite 10 unter Bekanntmachungen im Stadtblatt nicht aus. Es gab keinen Artikel in der Zeitung, keine Einladung an die Bezirksbeiräte, keine Handzettel oder Plakate im Stadtteil.
So wurde zwar wahrscheinlich den rechtlichen Bestimmungen Genüge getan, nicht aber der Idee der Bürgerbeteiligung. Es geht nicht darum, ein Verfahren abzuspulen, von Station zu Station, sondern anzuerkennen, dass bestimmte Veränderungen in das Leben der Menschen eingreifen und dass diese deshalb das Recht haben, sich damit auseinander zu setzen, ihre Gedanken und Einwände zu äußern. Und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem ein Einfluss noch möglich ist. Kritik braucht einen Ort, an dem sie ernstgenommen wird – mancher Ärger wäre damit vermeidbar. Sicher nicht jeder, denn es gibt Konflikte, die nicht befriedbar sind, an denen selbst Mediationen versagen. Es gibt Konflikte, bei denen letztlich demokratische Mehrheiten entscheiden und Minderheiten das akzeptieren müssen.
Trotzdem müssen Bürger auf dem Weg zu Entscheidungen mitreden können und gehört werden. Nicht weil ein Verfahren das vorsieht, sondern weil es zum Wesen einer lebendigen Demokratie gehört. Bürgerbeteiligung ist mehr als ein Regelwerk oder eine Abfolge von Verfahren – letztendlich ist wirkliche Bürgerbeteiligung eine Haltung, eine Kultur des Ernstnehmens der Bürger …
Chatroom
GAL-Intern
Anträge der GAL-Fraktion
Hier geben wir einen Überblick über die aktuellen Anträge der GAL-Fraktion der letzten Monate. Die ausführlichen Antragstexte können unter dem Schlagwort „Anträge aus der Fraktion“ unter dem entsprechenden Datum eingesehen werden:
- 07.07. 2011 Die Ganztagesbetreuung mit integrierter Ferienbetreuung soll wie bisher beibehalten werden
- 06.07. 2011 Planungen des Olympic Council of Asia
- 17.05. 2011 Sachstand Bewerbung Kulturhauptstadt 2020
- 04.05. 2011 Zugehörigkeit Bahnstadt
- 20.04. 2011 Vorhabenbezogener Bebauungsplan Handschuhsheim – Mühltalstr. 101
- 24.03. 2011 IHG Primarstufe: Anmeldung 2011
- 02.02. 2011 Eine Erweiterung der bewirtschafteten Rastanlagen Hardtwald Ost und West an
- 06.12.2010 Freigabe von Mitteln für die Straßenbahn ins Neuenheimer Feld
- 01.12. 2010 Änderung der Abfallgebührensatzung
- 25.11. 2010 Verbesserung der räumlichen Situation an der Julius Springer Schule sowie der Willy Hellpach Schule
der Bundesautobahn A 5 wird abgelehnt
„GAL, SPD, Grüne, gen.hd, Bunte Linke und Koll. Lepanto haben recht behalten“
Bei den städtischen Finanzen für 2011 ist das eingetreten, was wir bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts vorhersagten, trotz heftiger Kritik der Konservativen. Derzeit gibt es eine Verbesserung von rd. 10 Mio. €. Bei der Grundsicherung sparen wir mittelfristig weitere 18,4 Mio. €. Positiv werden sich auch die Veränderungen beim Bildungs- und Teilhabepaket auswirken. Die Verbesserungen werden zu jeweils einem Drittel für die SWH, zum Schuldenabbau und zur Verbesserung der Kleinkinderbetreuung verwendet.
Des Weiteren hat der Gemeinderat am 30.6.2011 beschlossen, die Haushaltssperre um 1,5 Mio. € zu senken – von uns ein klares Zeichen an die Beschäftigten der Stadt, die die Hauptlast des Doppelhaushalts zu tragen haben. Mit diesem Beschluss wurde unser Versprechen gegenüber den Beschäftigten eingelöst.
Für 2012 sieht alles noch besser aus. Das heißt aber nicht, dass man sich auf den Lorbeeren ausruhen kann. Wir müssen weiter große Anstrengungen unternehmen – vor allem beim Schuldenabbau.
Danke Peter Spuhler!
Ein Wirbelwind, ein Theaterbesessener, ein Kontrollfreak. Elan und Ideen ohne Ende….. Es gab Zeiten, da mochte ich morgens unser Lokalblatt schon nicht mehr aufschlagen, weil ich wusste: Er wird mich wieder anlächeln! Spuhler kochte, Spuhler warb, Spuhler dankte, Spuhler versteigerte …. Spuhler zum Abwinken.
Aber wer, wenn nicht er, hätte uns unser Theater fit für die Zukunft machen können? Und damit meine ich nicht nur den beeindruckenden Neubau sondern auch z. B. das „Neue Wunderhorn“, die Aufführungen in den Stadtteilen, den Freundeskreis und besonders die intensive Jugendarbeit und die endlich verankerte Theaterpädagogik.
Nur ein solch manischer Theaterfanatiker konnte für all das die Kraft aufbringen. Chapeau!
Natürlich geht der Dank auch an das ganze Theaterteam, stellvertretend und vorsichtshalber spartenübergreifend an den langjährigen technischen Direktor Ivica Fulir! Wohl dem Intendanten und der Stadt, die an ihrem Theater soviel Kreativität und Sachverstand bündeln können!
Nicht nur Demokratie, auch Theater lebt vom Wechsel! Deshalb freue ich mich auf die neue Intendanz unter Holger Schultze und wünsche Peter Spuhler und der Stadt Karlsruhe, dass beide mit dem aufziehenden Wirbelsturm erfolgreich zurecht kommen! Toi, toi, toi.
