Kerchemer Wind

Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer, liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger,

viel zu lange herrschte Stillstand im Gewerbegebiet Bieth. Doch dies wird sich nun ändern, da entlang des westlichen Schlosskirschenweg und der Straße „Im Bieth“ ein Handwerkerhof entstehen wird, auf dem sich 5 Handwerkerbetriebe niederlassen werden. Wir begrüßen die Handwerker ganz herzlich und freuen uns, dass Kirchheim durch diese Maßnahme das Gewerbe gestärkt wird und neue Ausbildungsplätze für junge Menschen geschaffen werden.

Am 16. Mai fand eine Besprechung auf dem Wirtschaftsweg zwischen Friedenskreuz und Bruchhausen statt, bei dem mit den Landwirten darüber gesprochen werden sollte, an welchen Stellen denn Bäume bzw. kleine Bänke auf dieser Strecke möglich wären. Das Angebot seitens des Umwelt- und Landschaftsamtes Hecken zu pflanzen wurde mit der Begründung abgelehnt, dass dort dann Autoreifen und ähnlicher Müll abgelagert würde. Obstbäume wurden mit der Begründung abgelehnt, dass das Laub die Ernte verunreinigen würde. Bänke zur Aufenthaltsqualität wurden mit der Begründung abgelehnt, dass sich dann dort Jugendliche mit Fastfood treffen und ihren Müll abladen. Letztendlich blieb von dem ursprünglichen Antrag, eine Baumallee zu pflanzen lediglich übrig, dass eine ca. 20 m lange Hecke, ein ca. 250m langer Blühstreifen sowie 2 zusätzliche Bäume zu dem Baum gepflanzt werden, der schon relativ nahe am Friedenskreuz steht. Wir hätten uns für die Erholungsuchenden, die dort spazieren gehen, etwas mehr Aufenthaltsqualität gewünscht, haben uns aber nun mit der „kleinen Lösung“ arrangiert.

Bleiben Sie gesund.

Ihre Meinung interessiert uns. Welche Themen sind für Sie wichtig? Sollten Sie Anregungen oder Fragen haben, dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Auf unserer Homepage www.gal-heidelberg.de erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Ziele.

Ihre Kirchheimer Stadträtin Judith Marggraf und Ihr Stadtrat Michael Pfeiffer
Grün-Alternative Liste

Bautzen lohnt sich!

Ich hatte die letzten 3 Tage Gelegenheit, mit einer städtischen Delegation zur Feier von 30 Jahren Städtepartnerschaft mit Bautzen vor Ort Eindrücke zu sammeln. Es ist schön in der Oberlausitz! Bautzen ist ein Schmuckkästchen mit über tausendjähriger Geschichte und Baukultur. Die Besonderheiten der sorbischen Bevölkerung sind überall präsent und machen Lust auf mehr Information und Begegnung. Wie schön, dass Heidelberg schon 1991 eine völlig heruntergekommene Stadt finanziell und verwaltungsmäßig unterstützt hat! Der Sportkreis hatte daran in erster Stunde maßgeblichen Anteil! Fahren Sie mal hin! Viele reizende Hotels und Restaurants warten ebenso, wie ein großer See, ein 5 Sterne Campingplatz und viele andere Freizeitangebote.

Baumfällungen

… sind immer mehr ein Thema in der Öffentlichkeit und im Gemeinderat. Dabei meine ich die Bäume, die in Baufeldern stehen und für Neubauten weichen sollen. Schon mehrmals wurden wertvolle Bestandsbäume gefällt, bzw. sollen gefällt werden, weil es Fehler in der Planung gab oder die Pläne nicht transparent genug waren. Die GAL hat daher in der letzten Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt, dass im Verlauf der Bebauungspläne explizit auf Probleme / Zielkonflikte im Hinblick auf Bestandsbäume hingewiesen wird. Bei Zielkonflikten ist der Bezirksbeirat miteinzubeziehen. Ich hoffe, dass sich durch diesen Antrag, den der Gemeinderat einstimmig beschloss, keine überraschenden Baumfällungen für Neubauten mehr ereignen werden.

Die SchulRadler*innen (SR)…

… sind schon viele Jahre ein wichtiger Bestandteil für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die SR sind meist 8-Klässler, die sich bereit erklärt haben, ihre neuen Mitschüler nach den Sommerferien in den ersten Wochen mit dem Fahrrad (oder auch Bus und Bahn) zur Schule zu begleiten. Sie sind bereit, Verantwortung für die neuen 5.Klässler zu übernehmen. Viele wurden damals schon selbst begleitet und möchten der Gemeinschaft etwas zurückgeben. In Kooperation mit 6 Schulen und der RNV werden 114 SR vom ADFC in Erste Hilfe, Kommunikation, Selbstbehauptungstraining und Verkehrsregelkunde ausgebildet, letzteren Part hatte ich übernommen. Dieses Gesamtkonzept gilt es weiter zu unterstützen.

Fremd geblieben

Ein Statement von GAL Mitglied Dr. Dorothee Hildebrandt zu IBA und PHV:

10 Wochen lang feiert sich nun die IBA selbst mit großem Aufwand, mit vielen Plakaten und dicken Broschüren, selbst welche ohne Text. IBA-Chef Braum gibt ein weinerliches Interview, in dem er Stadtverwaltung und Gemeinderat angreift, sie würden die IBA nicht genug würdigen. Und fürsorglich fordert er in der Zeitung die Einstellung seiner Mitarbeiter durch die Stadt, was der Oberbürgermeister prompt per Zeitung zusagt. Was wohl der Personalplan und der Personalrat der Stadt dazu sagen? Kritik am Masterplan PHV ignoriert Braum und verschweigt, dass die Entwicklung von PHV einen wohnungs- und sozialpolitischen Konsens in der Stadt erfordert. Aber nein, der „dynamische Masterplan“ müsse jetzt genau so und nicht anders umgesetzt werden. Verschwiegen wird das politische Gezerre um das Ankunftszentrum, dass erst gar nicht und jetzt doch im PHV geplant wird. Verschwiegen wird die geplante Bebauung der Ackerflächen, die jetzt gar nicht nötig ist. Verschwiegen wird die Unfähigkeit, die Uni für das PHV zu gewinnen. Und das alles geschieht in trautem Einklang mit dem Oberbürgermeister. Die fehlende Initiative beim Verkehrsministerium für ein Modellprojekt Straßenbahn nach PHV und Schwetzingen verwundert genauso wie die mangelnde Einbeziehung der Umlandgemeinden in die Planung. Dass die IBA den meisten Menschen in Heidelberg fremd geblieben ist, kann nicht mit vielen gelben Plakaten behoben werden.

Dorothee Hildebrandt

Erdüberlastungstag

…ein sperriges Wort, dass darauf hinweist, dass wir ab diesem Tag mehr Ressourcen verbrauchen als uns weltweit zustehen.

Dieses Jahr ab dem 4. Mai, letztes Jahr nach dem 29. Juli und im Jahr zuvor „erst“ ab dem 22. August.

Das Umweltbundesamt sagt dazu, dass wir inzwischen unsere natürlichen Ressourcen 3x schneller verbrauchen als sie sich regenerieren können. Handeln ist also dringend nötig.

Jetzt wurde Heidelberg Modellstadt für Klimaneutralität. Und was tun wir? Wir erarbeiten einen verbindlichen Fahrplan! Danach kümmern wir uns um Maßnahmen und konkrete Zwischenziele… Hauptsache Modellstadt, alles andere später. Früher hieß der running gag: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.

Warum…

… erreichen mich immer wieder Beschwerden engagierter und besorgter Eltern, weil die auf wichtigen Verbindungswegen eingerichteten Baustellen nicht kindgerecht sind? So auch letzte Woche, als ich ein Foto erhielt, auf dem ein LKW rückwärtsfahrend auf einen Fuß- und Radweg zu sehen war, der ein Ausweichen nicht möglich machte. Das ist lebensgefährlich! Ich stelle nicht den Sinn der Baustelle infrage, sondern das Management. Im vorliegenden Fall geht es um den Verbindungsweg der Gutachweg zur Fröbelschule in Wieblingen. Warum wird bei solch brisanten Örtlichkeiten keine Anordnung getroffen, dass der Baustellenverkehr erst stattfinden darf, wenn die Kinder in der Schule sind? Und wenn es solche Anordnungen gibt, warum werden sie nicht überwacht?

Wenn sie mal groß sind,…

…“schlucken“ die 300 Bäumchen im Pfaffengrund das CO2 von ungefähr 73 Autos (bei einer Fahrleistung von 10.000/km/Jahr). OK, jeder hat mal klein angefangen, aber ist das bei rund 59.000 PKW in unserer Stadt mit herkömmlichem Antrieb nicht doch etwas wenig?
In Mannheim installiert man Sensoren, mit deren Daten eine Strategie für Klima und Mobilität entwickelt werden soll. Aber: Bis Bäume groß sind und Daten ausgewertet wurden ist es zu spät!
Irgendwas haben wir noch nicht verstanden: Warum können wir nicht jetzt, sofort, viele kleine und größere Maßnahmen auf den Weg bringen, die uns eine Chance auf Klimaschutz und -resilienz bieten? Wir kennen die Fakten, wir wissen um die erforderlichen Maßnahmen – warum tun wir es nicht?

Kerchemer Wind

Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer, liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger,

erfreuliches gibt es zu berichten aus dem „Bieth“. Entlang der Durchfahrtsstraße wurden 33 neue Bäume entlang des Spielplatzes und der Straße auf den Grünflächen gepflanzt.

Außerdem liegt uns ein Schreiben der Stadtverwaltung vor, dass die von uns beantragte zusätzliche Haltestelle für die Linie 720 positiv bewertet wurde. Allerdings ist noch nicht klar, wann die Haltestelle eingerichtet werden kann, da hierfür noch Gespräche mit RNV und VRN erforderlich sind. Immerhin haben wir nun seit 30 Monaten Wartezeit endlich mal eine Rückmeldung erhalten.

Unserem ursprünglichen Antrag, vom Friedenskreuz beginnend eine Baumallee mit großkronigen Bäumen in Richtung Sandhausen zu pflanzen, um einerseits insbesondere der Kirchheimer Bevölkerung und den Radfahrenden eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu ermöglichen und andererseits eine lineare Biotopvernetzungsstruktur für Vögel und Insekten als Lebensraumverbesserung zu erreichen, stand der Landesbauerverband ablehnend gegenüber. Begründung: in diesem Bereich würde herabfallendes Laub die dort angebauten Kräuter, Petersilie und Spinat extrem verunreinigen.
Auf diese Bedenken haben wir reagiert und statt einer Allee nur noch eine Baumreihe, vornehmlich mit Obstbäumen und nicht durchgängig, sondern nach Rücksprachen mit den Landwirten beantragt. Es war auch vorgesehen, zwischen die Bäume die ein oder andere Bank zur Erholung zu stellen.
Im zuständigen Ausschuss meldeten sich 2 Mitglieder von Bündnis 90/ die Grünen und ein Mitglied von „die Heidelberger*in“ und hielten flammende Reden für die betroffenen Landwirte und somit gegen die Bäume. Als es 2020 bei der Erweiterungsfläche von PHV um insgesamt 18 ha bestes Ackerland ging, die perspektivisch Bauland werden sollen, hatten diese Stadträte keine Bedenken, ebenso wie bei der Zustimmung, die Wolfsgärten, ebenfalls fruchtbare Ackerfläche, für ein Ankunftszentrum zu opfern. Man muss das nicht immer verstehen, denn unsere Baumreihe würde lediglich einen schmalen Streifen betreffen, auf dem auch andere Produkte angebaut werden könnten. Überrascht hat uns auch die Aussage eines Kollegen der Grünen, dass man davon abkommen muss, überall Bäume pflanzen zu wollen. Letztendlich erklärte Herr Dr. Baader, Leiter des Landschaftsamtes, die von Herrn Jörn Fuchs geschätzten 2 Millionen € für völlig abwegig. Ein Baum würde ca. 250 € kosten.

Straßenbahn ins PHV
Im letzten Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität wurde über die beste Straßenbahnlinie für das PHV gerungen. Nach Prüfung aller Varianten blieben nach Meinung der RNV und der Stadtverwaltung noch 3 Varianten übrig. Um Fördergelder zu erhalten muss bei der Prüfung der Faktor 1 erreicht werden. Keine der Strecken hätte diesen Faktor erreicht. Die beste Variante, die in den Plänen mit 1.4 benannt wurde, hätte den Faktor 0,81 und würde von PHV über Eppelheim, den S-Bahnhof Pfaffengrund-Wieblingen direkt über den Neckar ins Neuenheimerfeld führen. Es wäre die teuerste Strecke und würde keine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof bzw. zum Bismarckplatz bieten. Außerdem würde sie über das hochwertige Fauna-Flora-Habitat Gebiet vom Altneckar führen, in dem viele geschützte Tierarten leben. Der Bau der hierfür erforderlichen Brücke würde dieses hochwertige Naturschutzgebiet zerstören, was aber seltsamerweise „die Heidelberger*in diesem Fall nicht zu stören scheint. Wir sind überzeugt davon, dass bei einer Zustimmung für diese Variante zunächst ein Bürgerentscheid (bisher wurden bei allen Bürgerentscheiden die Gemeinderatsbeschlüsse wieder aufgehoben) kommen würde und, sollte der Bürgerentscheid verlieren, ein langwieriger Gerichtsprozess zwischen Stadt und Naturschutzverbänden den Bau der Brücke über viele Jahre verzögern oder eben verhindern würde. Daher sprechen wir uns klar gegen diese Variante aus, die unserer Meinung nach nicht zukunftsfähig ist und außerdem noch „schön“ gerechnet wurde um sie attraktiv zu machen. Fakt ist, dass, egal wie die weitere Planung mit einer Straßenbahnlinie weitergehen wird, logischerweise sowieso wie in der Bahnstadt zunächst eine Busverbindung die neuen Mitbürger* in die Stadt bringen wird. Ob der Bus dann mit oder ohne Strom bzw. Wasserstoff fährt ist hierbei nur zweitrangig und hätte keines Antrags bedurft.

Abendbrotkonzert im Rahmen des Heidelberger Frühling
Mit etwas Erfreulichem haben wir unseren Beitrag begonnen und mit etwas Erfreulichem möchten wir ihn auch beenden. Am 12.April teilte Zahira (Gesang und Gitarre) ihre Musik im Kirchpark an der Petruskirche mit rund 40 vorwiegend jüngeren Menschen. Die Kirchengemeinde hatte aufgrund des lauen Abends das Konzert spontan aus der kalten Kirche in den Park verlegt – und das war super! Stimme und Musik passten wunderbar in das schöne Ambiente, Amseln sangen mit und einige Katzen hörten auf den Mauern rundum offensichtlich genüsslich zu. Was für ein schöner Abend! Dass es zum Ausklang auch noch leckeres Finger Food (Danke an die helfenden Hände!) gab, rundete das Konzert wunderbar ab.
Schön, dass solche ‚kleinen‘ Angebote auf so viel Resonanz stoßen – gerne mehr davon bei uns in Kerche!

Bleiben Sie gesund.

Ihre Meinung interessiert uns. Welche Themen sind für Sie wichtig? Sollten Sie Anregungen oder Fragen haben, dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Auf unserer Homepage www.gal-heidelberg.de erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Ziele.

Ihre Kirchheimer Stadträtin Judith Marggraf und Ihr Stadtrat Michael Pfeiffer
Grün-Alternative Liste GAL