Diesjährige Ostergrüße unseres Vorstandsmitglieds Gerd Guntermann an Bekannte in aller Welt:

Liebe Leute,

ein Mann, heruntergeschossen von seinem Fahrrad. Menschliche Körper mit gefesselten Händen, wie Müll übereinandergeworfen: kaum zu ertragende Bilder aus der ukrainischen Kleinstadt Butscha, die das Grauen dieser „Spezialoperation“ sichtbar machen. Tausende tote Zivilisten in Mariupol, in den Regionen Luhansk und Donezk. Die Kriegsverbrechen der russischen Armee sind symptomatisch für den totalitären Charakter des Putinschen Angriffskriegs auf die Ukraine.

Solche Taten passieren nicht einfach so. Sie sind Teil einer Kriegsführung, die auf maximale Grausamkeit und Zerstörung setzt. Sie nimmt die Entgrenzung in Kauf, sie soll Angst und Schrecken verbreiten, dem Gegner das Menschsein und die Menschenwürde nehmen. So war es durch die Hitlertruppen zwischen 1939 und 1945. So war es 1968 in My Lai, Vietnam. So war es 1995 in Srebrenica, Bosnien. So war es im Tschetschenien-Krieg, so geschieht es dort durch Putins Statthalter Kadyrow, einem Staatsterroristen in Reinkultur. So ist es in Syrien durch die russische Unterstützung des Schlächters Assad. So ist es in Myanmar durch die russische Militärhilfe für ein Terrorregime. So geschieht es jetzt durch Russlands brutalstmöglichen Angriffskrieg auf die Ukraine. Wer behauptet, Putin wolle die Ukraine vom Faschismus befreien und nichts als Frieden für sein Land, der spuckt gemeinsam mit Putin und seinen Trollen auf die Menschenwürde.

Das heißt für uns: wir können und wir dürfen nicht die Menschen in der Ukraine im Stich lassen gegen einen mörderischen Aggressor. Dieser Krieg lässt sich durch nichts rechtfertigen, durch nichts relativieren. Er zeigt die gnadenlose Grausamkeit und die totalitäre Ideologie des Moskauer Stalinisten, der sich als noch schrecklicher entpuppt als sein Minsker Genosse Lukaschenka.

Ich freue mich immer wieder über die tausendfache Unterstützung, die Heidelberger Bürger ukrainischen Geflüchten zukommen lassen. Zu diesen Heidelbergern gehören auch viele russische Mitbürger.

Mein winziger Beitrag gegen den Moskauer Terroristen und sein Regime: Medizinische Hilfe für die Ukraine organisieren und durchführen – im Wunsch, dass sie auch den jungen russischen Soldaten zugute kommt, die nichtsahnend in diesen Krieg ziehen müssen und als Kanonenfutter missbraucht werden.

In den bald 70 Jahren meines Lebens hat mich selten etwas so berührt wie der Anblick Tausender von Flüchtlingen, die mir vor 6 Wochen an einem polnisch-ukrainischen Grenzübergang entgegenkamen.

Mein Lieblingslied in dieser Zeit: „Masters of War“ von Bob Dylan, leider weiterhin aktuell. Allein damit hat er sich den Literatur-Nobelpreis 2016 verdient.

Frohe Ostern aus Heidelberg!
Gerd

Dear friends,

a man, shot down from his bicycle. Human bodies with hands bound, thrown on top of each other like garbage: pictures from the small ukrainian town of Bucha, hard to bear. They make the horror of this „special operation“ visible. Thousands of killed civilians in Mariupol, in the regions of Luhansk and Donetsk. The war crimes of the Russian army are symptomatic of the totalitarian character of Putin’s war of aggression against the Ukraine.

Such deeds don’t just happen. They are part of a warfare based on maximum cruelty and destruction. They accept the dissolution of boundaries and limits of violence. They seek to create fear and panic among innocent citizens. They are meant to deprive the opponents of their humanity and dignity. That’s how it was by the Hitler army between 1939 and 1945. That’s how it was in 1968 in My Lai, Vietnam. That’s how it was in 1995 in Srebrenica, Bosnia. That’s how it was in the Chechen war, that’s how it’s happening there by Putin’s governor Kadyrov, state terrorist in purest form. That’s how it is in Syria by the Russian support of the slaughterer Assad. That’s how it is in Myanmar by the Russian military aid for a terror regime. That’s what is happening now by Russia’s extremely brutal war against the Ukraine. Those people who claim that Putin wants to free the Ukraina from fascism and that he just wants peace for his country, those people spit on human dignity together with Putin and his trolls.

For us it means: we can and we must not abandon Ukrainians against a murderous aggressor. Nothing can justify this war, nothing can relativize it. It shows the merciless cruelty and the totalitarian ideology of the Moscow Stalinist who turns out to be even more terrible than his Minsk comrade Lukashenka.

I’m happy about the thousandfold support which Heidelberg citizens provide to ukrainian refugees. Among these Heidelberg citizens, there are many Russians.

My tiny contribution against the Moscow terrorist and his regime: Organizing and carrying out medical help for the Ukraine – thereby wishing that it benefits also those young russian soldiers who unsuspectingly had to go to this war and are misused as cannon fodder.

In the almost 70 years of my life, rarely has anything touched me as much as the sight of thousands of refugees crossing a Polish-Ukrainian check-point 6 weeks ago.

My favorite song in these days: Bob Dylan’s „Masters of War“, unfortunately remaining up-to-date. Solely because of this song, he deserved the Nobel Prize for literature 2016.

Happy Easter from Heidelberg!
Gerd

GAL Vorstand sammelt medizinisches Material für Ukraine

„Es gibt nichts gutes, außer man tut es“ sagen sich GAL-Kassenwart Ernest Kellner und Vorstandsmitglied Gerd Guntermann angesichts des Putinschen Terrors in der Ukraine. Schon Anfang März hatte Gerd mit einem Kleinbus medizinisches Material in die Nordukraine gebracht und zwei ukrainische Familien samt Hund nach Deutschland mitgenommen. Seitdem sammeln Ernest und Gerd weiteres Material, das in der Ladenburger Sammelstelle der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft auf Paletten gesetzt wird. Allwöchentlich geht es von dort mit Großtransportern in die Ukraine.

Angst und Bange…

…wird mir, wenn ich auf gute und ambitionierte Projekte der nächsten Zeit schaue. Alleine die 18 Millionen für die Gneisenaubrücke….Ein wichtiges radverkehrspolitisches Projekt, aber ohne die Querungen von Bergheimer- und Vangerowstraße plus der Radbrücke über den Neckar etwas wertlos. Da kommen gut und gerne nochmal 3stellige Millionenbeträge dazu.

Das Regierungspräsidium hat uns aufgegeben, unseren Haushalt zu prüfen und zu konsolidieren. Aber wie?

Nicht jedem scheint klar zu sein, dass die Zeit des „nice to have“ vorbei ist. Wir müssen endlich Prioritäten setzen und unsere kommunalen Kosten offen diskutieren! Nicht alles geht mehr, wir werden uns zukünftig beschränken müssen.

Die Variante zum Neuenheimer Feld hatte aber den besten Kosten-Nutzen-Faktor. Kommt jetzt die Seilbahn?

Eine Straßenbahn-Variante zwischen Stadt und PHV ist vom Tisch

Von Sarah Hinney

Heidelberg. Der Bau einer Brücke über den Neckar von Wieblingen ins Neuenheimer Feld hatte schon bei der Masterplan-Abstimmung keine Mehrheit gefunden. So überrascht es wenig, dass auch eine Straßenbahnbrücke an derselben Stelle im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität (AKUM) auf Widerstand stieß. Damit ist die aktuell aussichtsreichste Variante einer Straßenbahnverbindung zwischen Patrick-Henry-Village (PHV) und der Stadt vom Tisch.

Seit drei Jahren suchen Stadt und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) nach einer geeigneten Straßenbahn-Streckenführung von PHV ins Zentrum. Dabei geht es nicht nur darum, die beste Strecke, sondern vor allem darum, die Strecke mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Faktor zu finden, um eine Förderung vom Bund zu bekommen. Allein kann die Stadt das Projekt nicht stemmen. Von ursprünglich elf Varianten stehen inzwischen noch drei zur Diskussion. Rimbert Schürmann von der Firma „Planung – Transport – Verkehr“ (PTV) stellte alle drei Varianten im Ausschuss vor. Das Problem: Keine der Varianten ist bisher förderfähig. Das zweite Problem: Die Variante mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Faktor führt von PHV in den Pfaffengrund zum S-Bahnhof Pfaffengrund/Wieblingen und von dort über eine Neckarbrücke, die noch zu bauen wäre, ins Neuenheimer Feld (wir berichteten).

Sören Michelsburg (SPD) zeigte sich irritiert darüber, dass diese Variante überhaupt in die Planung mit eingebracht wurde. „Der Gemeinderat hat das nicht beauftragt“. Er beantragte deshalb, diese Planung nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen solle die Fachfirma eine Seilbahnvariante prüfen, die vom Neuenheimer Feld über den S-Bahnhof Wieblingen und die Wildwerke ins PHV führt. Der Antrag wurde mit zehn Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen befürwortet.

Unterstützung für seinen Vorschlag bekam Michelsburg von den Grünen und von der Grün-Alternativen Liste (GAL). Christoph Rothfuß (Grüne) äußerte die Befürchtung, dass eine neue Straßenbahnbrücke über den Neckar zu Verzögerungen in der Umsetzung des bereits beschlossenen „kleinen Straßenbahnrings“ im Neuenheimer Feld führen könnte. Michael Pfeiffer (GAL) betonte, dass die Brücke zwar eine gute Variante sei, aber sich wohl kaum umsetzen lasse: „Wir hatten überall Bürgerentscheide, da bin ich Realist.“ Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck, der die Sitzung leitete, zeigte Verständnis dafür „dass Leute, die noch nie eine Neckarquerung wollten, das jetzt auch nicht wollen. Aber die Strecke ist saugut, das Problem ist die Brücke“.

Fachmann Schürmann zeigte sich grundsätzlich offen für die Betrachtung der Seilbahnvariante. Er betonte aber, dass die Straßenbahn-Brückenvariante „aus volkswirtschaftlicher Sicht“ immer die Beste sein werde. Schürmann warnte auch, dass es problematisch werde, eine andere förderfähige Variante zu finden, wenn es keine neue standardisierte Bewertung gebe. Alexander Föhr (CDU) unterstellte der SPD einen „Seilbahn-Fetisch“ und meinte: „Die Parteien, die immer die Wichtigkeit des ÖPNV hervorheben, die läuten hier heute eventuell das Ende der Straßenbahn nach PHV ein.“ Er sagte auch: „Wir haben drei Varianten, wenn wir überhaupt Erfolg haben wollen, dann sollten wir der Planung von allen dreien zustimmen. Jetzt schon die Tür zuzuschlagen, ist zu früh.“

Ähnlich sah das auch Marliese Heldner (Die Heidelberger): „Wir beschließen hier nur die weitere Planung. Und keine dieser drei Varianten werden wir durchbringen, ohne dass es Widerstände gibt.“

Rhein-Neckar-Zeitung 01.04.2022

Waldpflegearbeiten im Mühltal wurden diskutiert

Begehung für Gemeinderäte angeboten

Im Handschuhsheimer Mühltal wurden im vergangenen Herbst und Winter Waldpflegearbeiten durchgeführt. Diesen war eine umfangreiche Information der Öffentlichkeit vorausgegangen, unter anderem mit einer Bürgerveranstaltung im Wald im September 2021. Die Waldpflegearbeiten im Mühltal waren Thema im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 30. März 2022. Dr. Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamtes, und Tilmann Friederich, stellvertretender Amtsleiter und Leiter der Abteilung Forst, sowie der hinzugezogene Diplom-Forstwirt Volker Ziesling von der Bürgerinitiative „Waldwende Heidelberg“ erläuterten Fragen aus dem gemeinderätlichen Gremium. Diskutiert wurde unter anderem, warum Wälder in Zeiten des Klimawandels bewirtschaftet werden sollten und welche Rolle der Wald als natürliche Senke von Kohlendioxid spielt. Um sich ein eigenes Bild von der konkreten Situation im Mühltal zu machen, bot Dr. Ernst Baader den Mitgliedern des Ausschusses eine geführte Exkursion ins Mühltal an.

Presseinformation der Stadt Heidelberg

Bahnstrecke MA-KA

Die DB plant eine neue Trasse von MA – KA, die primär den Güterverkehr abwickeln soll. Bei jeder neuen Trasse müssen auch landwirtschaftliche Flächen geopfert werden. Nun muss man sich fragen, was den größeren Nutzen hat? Ein Güterzug ersetzt ungefähr 52 LKW`s. Bei einer unteren Auslastung von 100 Zügen wären das 5200 LKW`s, die von der Straße wären. Dies wäre schon aus Verkehrssicherheitsgründen ein großer Gewinn und würde auch den PKW–Verkehr nicht mehr so stark behindern. Allerdings gehört zur Trassenprüfung, dass sie ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt. Die Variante Wieblingen/Kirchheim weist durch seine hohe Biotopvernetzung eine besonders hohe Schutzbedürftigkeit auf. Für mich ein deutliches Ausschlusskriterium.

Neues Bündnis sucht Mitstreiter

Das Bündnis ist gerade im Entstehen. Bisher beteiligen sich Wohnbau- und Wohnmietgruppen, Initiativen und Organisationen sowie Parteien und Vereinigungen – wie die GAL – in Heidelberg. Es möchte sich für eine solidarische Stadtentwicklung, soziales Wohnen und klimagerechtes Bauen einsetzen. Eine Chance für eine Änderung in der Wohnungspolitik, in der die Menschen und nicht die Rendite im Fokus stehen, bietet die Entwicklung von PHV in Heidelberg.

Das Bündnis ist offen für alle und freut sich über Aktive, die sich gesellschaftlich in der Wohnungspolitik engagieren wollen.

Rhein-Neckar-Zeitung  24.03.2022: