Flüchtlinge in Heidelberg – Ein Kommentar von Martina Weihrauch

Als wir das Thema für diese Mitgliederversammlung aussuchten und vorbereiteten, hatten wir im Hinterkopf, einen „Betroffenheitsabend“ vermeiden zu wollen.
Sicherlich führt die räumliche Nähe von Patrick-Henry-Village zu Heidelberg dazu, dass sich die Heidelberger Bevölkerung verantwortlich fühlt. Nach den Informationen dieses Abends ist klar geworden ist, dass für diese Flüchtlinge nicht die Stadt, sondern das Land zuständig ist. Die vielfach gestellte Frage, was wir Bürger*innen tun können, lässt sich zur Zeit in Bezug auf die Menschen in PHV nicht befriedigend beantworten.

Ich kenne das Gelände von PHV, als die Amerikaner noch da waren. Da glich es einer gepflegten Vorortsiedlung mit grünen Flächen. Als ich im Sommer dieses Gelände wieder betreten habe, ähnelte es einer Wüste. Die Beengtheit des Lebens und auch die schwierige Lage der Menschen dort ist spürbar. Man darf PHV nicht einfach so als Privatperson betreten und auch diejenigen, die zum Spielen mit den Kindern kommen, werden mit einer Eskorte begleitet. Unsichtbare Grenzen sichtbar gemacht.
Aber es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Frage, was man tun kann. Ich glaube, dass es wichtig ist, Transparenz im Zuständigkeitsdschungel gegenüber der Heidelberger Bevölkerung zu schaffen. Wer zum Beispiel hat verstanden, dass der Kompromiss für Heidelberg ist, dafür dass PHV Zentrale Aufnahmestelle ist, keine weiteren Ayslbewerber*innen nach Heidelberg kommen?
Die vielfach gestellte Frage, was wir Bürger*innen tun können, lässt sich zur Zeit in Bezug auf die Menschen in PHV nicht befriedigend beantworten.
Mir persönlich ist es wichtig zu sehen, dass die Heidelberger Bevölkerung offen ist und dies auch bleibt, und dass es viele Menschen gibt, die gerne helfen würden.

Flüchtlinge in Heidelberg – Ein Informationsabend jenseits von Betroffenheitsrhetorik

Engagierte Menschen, überforderte Ämter und geschlossene Tore – mit diesen Stichworten könnte man die aktuelle Lage umreißen. Jörg Schmidt-Rohr vom Verein zur beruflichen Integration und Qualifizierung e.V. (VBI) sowie Hans-Jürgen Florenz und Christian Niesen vom DRK berichteten über die Situation der Flüchtlinge und derer, die ihnen helfen wollen und sollen.
– Ein Bericht von der öffentlichen Mitgliederversammlung der GAL am 29.09.2015 –

Patrick-Henry-Village (PHV) ist seit kurzem zentrale Aufnahmestelle für Baden-Württemberg. Damit, so Jörg Schmidt-Rohr, ist dies eine neue Struktur, die im Gesetz nicht vorgesehen ist. Seiner Einschätzung nach wird die Verweildauer in PHV ähnlich lang sein wie in den Landeserstaufnahmestellen (LEAs), nämlich drei Monate. Die Flüchtlinge in PHV haben einen anderen Status als die Flüchtlinge, die der Stadt Heidelberg zugewiesen wurden und in der Hardtstraße, den Patton-Barracks, der Henkel-Teroson-Straße und dem Hotel Metropol wohnen. Deren Asylantrag ist bereits in Bearbeitung, was jedoch bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen kann. Das damit befasste Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kommt nicht mehr hinterher, die Beamten sind aufgrund der hohen Zahl von Anträgen überfordert, und es gibt einen hohen Krankenstand in der Behörde. Momentan werden dort Anträge aus dem Jahr 2012 bearbeitet. Eine zusätzliche Schwierigkeit im Asylverfahren ist, dass es Bundessache ist, doch Unterbringung, Ausstattung und Abschiebung Landessache. „Man hat zwei Böcke zu einem Gärtner gemacht“, so Schmidt-Rohr.

Die Hilfsbereitschaft der Heidelberger Bevölkerung ist enorm. Ehrenamtliches Engagement für die „Heidelberger Flüchtlinge“ ist gut organisiert von Diakonie, Caritas und dem Asyl-Arbeitskreis. Doch in PHV stehen Ehrenamtliche aufgrund von Sicherheitsbedenken der privaten Betreiberfirma, European Homecare (EHC), oftmals vor verschlossenen Toren. Hans-Jürgen Florenz vom DRK hält es für einen Fehler, eine öffentliche Aufgabe an private Firmen abzugeben. Sein Kollege beim DRK, nennt Beispiele dafür, dass EHC die Situation, in der es vor allem darum geht, mit der großen Zahl an Flüchtlingen zurechtzukommen, nicht allein managen kann. So ist Anfang des Jahres das DRK eingesprungen und hat Kleiderspenden, Pfarrer Axel Klaus von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Heidelberg, Spielzeugspenden für PHV organisiert. Was es für ehrenamtliches Engagement dort so schwierig macht, ist, dass die Stadt kein Mitspracherecht hat und eine Koordinierungsstelle für Freiwillige in PHV fehlt. Dringend nötig wäre Sprachunterricht. Die Spielenachmittage für Kinder sind das einzige Angebot neben Frühstück und Mittagessen, die Abwechslung in den Tag bringen (das Abendessen ist dem Mittagessenspaket beigepackt). Für tagesstrukturierende Angebote wären Räume notwendig. Doch bevor weitere Gebäude zur Nutzung freigegeben werden können, müssen sowohl das Regierungspräsidium, als auch das Innenministerium und die BIMA ihre Zustimmung geben. Es gibt in PHV keinen Speisesaal, keine Sozialräume. Die Menschen essen auf ihren Betten sitzend. Ein geschützter Raum für Frauen täte Not, Mitwirkungsmöglichkeiten, eine Einkaufsmöglichkeit, ein Kino. Das DRK dringt mit diesen Vorschlägen und Angeboten bei EHC bisher nicht durch, und das Regierungspräsidium als nächsthöhere Instanz zeigt sich überfordert. Soziale Spannungen resultieren nicht nur aus dem Mangel an Beschäftigung, sondern auch daraus, dass beispielsweise Schiiten und Sunniten hier wieder zusammenkommen.
Jörg Schmidt-Rohr zufolge müssten Konzepte unter den Bedingungen einer Erstaufnahmestelle entwickelt werden. In der seit 20 Jahren bestehenden Karlsruher LEA ist das Land zuständig, und es gibt in unmittelbarer Nähe bewährte Strukturen wie Sprachkurse auf unterschiedlichen Niveaus, eine Rechtsberatung und einen Freundeskreis Asyl. In PHV dagegen ist ein privates Unternehmen zuständig, das außerdem die Tore schließen kann.

Viele Straßen in Heidelberg …, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 21.10. 2015

… hätten Umbenennungsbedarf. Sie heißen nach Nazis (Dischinger, Endemann), nach Kriegsgrößen (Moltke, Roon, von Werder), nach Waffenentwicklern (Bothe, Hahn, Wankel) oder nach Antisemiten (von Arnim, Jahn, Patton).

Die Grünen haben in ihrer Ahnungslosigkeit nun den einzigen Juden auf dieser Liste herausgepickt: Umbenennung der Haberstraße in Rohrbach-Süd. Das Thema ist aber zu komplex für Skandalgeschrei, die deutsche Geschichte lässt sich nicht per Federstrich purifizieren.

Im Jüdischen Museum in München etwa gibt es zu Fritz Haber eine ganze Vitrine, in der die Konfliktsituation der patriotischen Juden im 1. Weltkrieg aufgearbeitet wird. Auch im Carl-Bosch-Museum Heidelberg ist dieses Thema verschiedentlich angesprochen worden.

Bevor also ein Umbenennungsantrag auf den anderen folgt, sollte der Gemeinderat eine eigene Expertenkommission damit beauftragen, die Straßennamen auf ihre Würdigkeit auszuwerten und Vorschläge für ein einheitliches Vorgehen zu machen.

Ein Feature des Deutschlandfunks „Eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Heidelberg“

Wir verweisen hier auf ein aktuell am 16.10.2015 gesendetes Feature des Deutschlandfunkes zum Thema Flüchtlinge im Patrick Henry Village.

Das Feature hier:

http://www.deutschlandfunk.de/patrick-henry-village-eine-erstaufnahmestelle-fuer.1170.de.html?dram:article_id=331173

als Datei im PDF-Format zum drucken.

http://www.deutschlandfunk.de/patrick-henry-village-eine-erstaufnahmestelle-fur.media.6182596509b3df73e525b9a773708b06.pdf

als Text

http://www.deutschlandfunk.de/patrick-henry-village-eine-erstaufnahmestelle-fur.media.88576d54cf8fbd4de465c2da770c9d54.txt

Wenn Ihr Eure Meinungen dazu mitteilen wollt, tut das bitte gerne im Kommentar.

Rechte zur Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen wurden vom Gemeinderat auf den OB übertragen – Eine Abstimmungserklärung von Hans-Martin Mumm

Der Gemeinderat hat am 8. Oktober beschlossen, einige seiner Rechte bis Ende 2016 auf den Oberbürgermeister zu übertragen. Wörtlich lautet der Beschluss:

1. Der Gemeinderat überträgt ausschließlich für den Themenbereich „Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen“ nach § 44 der Gemeindeordnung (GemO) die finanziellen Zuständigkeiten des Bau- und Umweltausschusses nach § 6 Ziffer 1, des Haupt- und Finanzausschusses nach § 5 Ziffer 1, Absatz 9 sowie des Gemeinderats nach § 3, Absatz 2, Ziffer B der Hauptsatzung auf den Oberbürgermeister.
2. Diese Übertragung ist befristet bis zum Ablauf des aktuellen Haushaltsplans 2015/2016 am 31. Dezember 2016.
3. Die gemeinderätlichen Gremien werden in den, den Entscheidungen folgenden Sitzungen entsprechend informiert.
Es werden folgende Zusagen festgehalten:
In jeder Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wird eine aktuelle Liste mit den vom Oberbürgermeister getroffenen Entscheidungen vorgelegt.
Eine finanzielle Gesamtbewertung (unter anderem durch Aufzeigen von Auswirkungen und Konsequenzen auf andere Maßnahmen) wird im Haupt- und Finanzausschuss und dem Gemeinderat erfolgen.

In einer Presseinformation der Stadt heißt es dazu:
Die aktuelle Entwicklung der Flüchtlingszahlen erfordert rasche und flexible Reaktionen der Kommunen. Deshalb hat der Gemeinderat am 8. Oktober 2015 mehrheitlich beschlossen, die Befugnisse des Oberbürgermeisters in finanziellen Angelegenheiten auszuweiten: Für die Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen kann er künftig kurzfristig Finanzmittel freigeben, ohne den sonst üblichen Lauf durch die zuständigen gemeinderätlichen Gremien. Diese Übertragung ist befristet bis zum Ablauf des aktuellen Haushaltsplans 2015/2016 am 31. Dezember 2016. Die gemeinderätlichen Gremien werden in den folgenden Sitzungen entsprechend informiert. In jeder Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wird eine aktuelle Liste mit den vom Oberbürgermeister getroffenen Entscheidungen vorgelegt und die finanziellen Auswirkungen aufgezeigt. Ziel ist es, zeitliche Verzögerungen und damit mögliche Nachteile für die Kommune oder die Flüchtlinge selbst zu vermeiden.

Erklärung von Hans-Martin Mumm zum Abstimmungsverhalten
Dieser Beschluss, mit dem der Gemeinderat bis Ende 2016 auf seine Beschlussrechte zum Themenbereich „Flüchtlinge“ verzichtet, wurde am 8. Oktober mit großer Mehrheit gefasst. Es gab drei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Dagegen waren die beiden AfD-Stadträte, die Enthaltung kam vom Fraktionskollegen Michael Pfeiffer. Judith Marggraf konnte an der Sitzung nicht teilnehmen. Ich habe ebenfalls mit nein gestimmt und danach die folgende Erklärung zum Abstimmungsverhalten vorgetragen:

1. Ich teile die Einschätzung, dass der aktuelle Zustrom von Flüchtenden aus aller Welt eine große Herausforderung darstellt. Zuwenden, Helfen, Teilen und Zusammenrücken sind die menschlichen Gebote der Reaktion darauf. Das bedeutet in vielen Fällen auch, schnelle und vielleicht unpopuläre Entscheidungen zu treffen.
2. Die Strukturen der kommunalen Selbstverwaltung vertragen es aber nicht, wenn sie asymmetrisch verschoben werden. Ich bin bereit, schnelle und vielleicht unpopuläre Entscheidungen mitzutragen bzw. auch Eilentscheide des Oberbürgermeisters zur Kenntnis zu nehmen. Ein genereller Verzicht auf die Beteiligung des Gemeinderats jedoch muss die kommunale Demokratie unterhöhlen.
3. Zuletzt gilt auch, dass meine Zweifel an der Rechtsförmigkeit des soeben getroffenen Beschlusses nicht ausgeräumt sind.
Darum habe ich gegen die Vorlage der Verwaltung gestimmt.

Hans-Martin Mumm, GAL-Stadtrat

Vorgeschmack, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 14.10. 2015

Was für eine wunderbare Szenerie: Das Torhaus der Campbell Barracks rot und golden beleuchtet, rein und raus strömen Menschen in Autos, auf Fahrrädern und zu Fuß, auf dem Paradeplatz die Zeltlandschaft des internationalen Filmfestivals, einige Liegestühle auf den Grünflächen…..

So oder ähnlich wird es hoffentlich auch in Zukunft sein. Belebt, attraktiv, ein Anziehungspunkt nicht nur für die Menschen im Heidelberger Süden.

Ja, es war schön beim Eröffnungsabend des Filmfestivals! Die vielen gutgelaunten Kinogänger – einige vielleicht auch „nur“ aus Neugier auf den neuen Standort – waren ein Beweis dafür, dass Kultur (und Kino!) nicht nur in der Altstadt ‚funktioniert‘. Das ist eine Ermunterung für den Karlstorbahnhof und hoffentlich auch eine Ermutigung für das kommunale Kino!

Michael Kötz und seinem Team gebührt ein großer Dank für die Idee und den Mut diesen neuen Standort auszuprobieren und den Heidelbergern damit einen ersten, gelungenen Vorgeschmack auf neues, urbanes Leben im Süden zu ermöglichen.

Einweihung der Anna Blum Spielfläche (Juli2015) – eine unendliche Geschichte, Gabi Faust-Exarchos

Anna Blum Spielfläche für Altstadtkinder – eine unendliche Geschichte !

Ja, es dauerte tatsächlich 20 Jahre von der Idee bis zur Einrichtung dieser Spielfläche im Herzen der Altstadt, die am 27. Juli dieses Jahres endlich eingeweiht wurde. Ein Beitrag zur „unendlichen Geschichte“ mit Fotos und eine seit Jahren fortgeschriebene Chronologie der Zukunftswerkstatt Altstadt sind hier jeweils als PDF beigefügt:

Zum Gelingen der Integration, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 7.11. 2015.

Das Leben für Emigranten, Asylanten und Flüchtlinge in Deutschland ist keine leichte Aufgabe.

Es gilt, diesen fremden Menschen unser Leben hier näher zu bringen und uns für sie zu öffnen. Neben der lebensnotwendigen Unterstützung und Förderung sollten auch Kulturpädagogen mit einbezogen werden. Schritt für Schritt sollte man den Neuankömmlingen unsere Stadt, die Stadtteile und die Umgebung vertraut machen, in der sie jetzt leben werden.

Am Beispiel unserer konkreten Lebenswelt von Rathäusern, Kirchen, Wohnhäusern, Stadtplätzen und Museen wollen wir Inhalte vermitteln: von Demokratie, Freiheit, Menschenrechten, Pflichten, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Familienleben, Kindererziehung, Arbeitsdisziplin, sozialem Miteinander und Religion. Alle Religionen sollten sich in einem großen gemeinsamen Forum begegnen.

Durch einen intensiven Austausch können Ängste, Vorurteile, Missverständnisse und Spannungen abgebaut werden, so dass ein Zusammenwachsen gelingen kann.

Wie weiter mit den Patton Barracks?, 7.10. 2015

Veranstaltung der Fraktionsgemeinschaft GAL/gen.hd./Heidelberg p&e am Mittwoch, den 7.10. 2015, im Choreographischen Centrum Heidelberg (CC-Halle, Hebelstr. 9), um 20 Uhr.

Die Entwicklung der Patton Barracks vorrangig als moderne, urbane Wirtschaftsfläche ist unstrittig. Wir fragen uns allerdings, wo bei den
aktuellen Planungen folgende, formulierte und geforderte Aspekte bleiben:
– das Gebiet mit den angrenzenden Stadtteilen vernetzen
– die Integration von Mörgelgewann und Kirchheimer Weg im Sinne ‚gelingender Nachbarschaften‘
– die Schaffung von (preiswertem) Wohnraum

Das Potenzial der Patton Barracks liegt gerade darin, als Scharnier zwischen Weststadt, Bahnstadt und Kirchheim zu fungieren. Wir sind in Sorge, dass Patton eine ‚Insel‘ nur für Gewerbe und Arbeit wird. Die Anforderungen an urbane (!) Wirtschaftsflächen und an kluge, integrierende Stadtplanung
scheinen uns nicht hinreichend berücksichtigt. Das jetzt präsentierte Konzept bleibt deutlich hinter den Möglichkeiten zurück, die diese Konversionsfläche bietet!

Darüber wollen wir mit Ihnen diskutieren:

Jörn Fuchs, Stadtteilverein Kirchheim
Judith Marggraf, GAL Stadträtin
Till Schweizer, Architektenkammer

Nachruf, Stadtblattartikel von Judith Marggraf und Hans Martin Mumm am 30.9. 2015

Im September ist unser Freund Dietrich Hildebrandt nach längerer Krankheit gestorben.

Er wurde 1944 in Luckenwalde geboren und ist im Pfaffengrund aufgewachsen. Nach Abitur und Bundeswehr studierte er ab 1966 in Heidelberg, um Lehrer zu werden. In der 1968er Bewegung zählte er zu den führenden Köpfen des SDS und später des KBW.

1974 wurde er wegen Land- und Hausfriedensbruch zu 16 Monaten Haft verurteilt. Nach 1977 wandte er sich der Ökologiebewegung und den Grünen zu. 1989−1994 war er für die GAL im Gemeinderat und 1996−2001 Mitglied der grünen Landtagsfraktion in Stuttgart. Dass er nicht wieder nominiert wurde, war für ihn eine bittere Niederlage.

1990 promovierte er über die Heidelberger Studentenbewegung. Gestützt auf diese Arbeit war er als Zeitzeuge bei vielen Gelegenheiten geschätzt. Den 30. Gründungstag der GAL würdigte er im Mai 2014 in einer Rede.

Unser Mitgefühl gilt der Familie. Wir werde ihn als kritischen Kopf vermissen und zugleich in dankbarer Erinnerung behalten.