China comes Heidelberg

Na, da überschlagen sich ja die Aktivitäten: Am 2. Mai wurde mit der Bezirksregierung von Haidian ein ‚Memorandum of Understanding‘ zu Wissenschaft und Forschung unterzeichnet. Am 27. Juni hat die Stadt Heidelberg eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Kunming zur Zusammenarbeit in Forschung in traditioneller Chinesischer Medizin und Umweltschutztechnologie unterzeichnet und vor ein paar Tagen fand ein deutsch-chinesisches Hightech-Forum statt, bei dem diverse Absichtserklärungen unterzeichnet wurden.

Das kann man vielleicht ja alles machen, ich hätte es aber schon korrekt gefunden, wenn unser OB mit dem Gemeinderat frühzeitig mal über seine Pläne gesprochen hätte! Immerhin geht es nicht nur um Freundschaftsbezeugungen, sondern u.a. um die Ansiedelung eines „German-Sino-Hightech-Parks“ auf Patton und weitere Unternehmensansiedelungen.

So waren wir Mitglieder des Gemeinderates „nur“ zu diversen Essen, Begehungen und Zeremonien eingeladen. Viele von uns haben nicht teilgenommen, weil wir uns nicht als lächelnde und nickende Staffage sehen.

Gratulation und Dank zum 125. Jubiläum „Alt-Heidelberg“

Bereits im Mittelalter, aber besonders seit dem 19. Jh. mit dem Beginn von Industrialisierung und Arbeiterbewegungen in Deutschland, gab es in den Städten aufklärerisch gesinnte Vereinigungen. Diese fühlten sich vor allem der Pflege von Bildung und Kultur verpflichtet.

Der 1891 gegründete Verein Alt-Heidelberg war und ist das Sprachrohr besonders der 10.000 Bürger, die in der Altstadt Heidelbergs wohnen. Die forcierte Ökonomisierung der letzten Jahre wird im breiten Bewusstsein als Pervertierung der Freiheitsvorstellung einiger Weniger wahrgenommen, die bis in die frühen Morgenstunden ihren lautstarken Freizeitaktivitäten nachgehen.

Als Gegenpol zu Vermarktungsstrategien, Beschleunigung und Nützlichkeitskalkül propagiert der Verein Alt-Heidelberg die Erhaltung des Stadtbildes, der Nachtruhe, einer lokalen Authentizität, der Beständigkeit sowie der Nachhaltigkeit und erhebt diese zu Symbolen der Lebensqualität.

Anstelle von Universalität, Enträumlichung und Ökonomisierung wünschen sich die Menschen Ortsbindung, Emotionalität, Empathie, Bildung, Vertrautheit und Identität. Diese Ziele verfolgt der Alt-Heidelberg-Verein mit Erfolg. Dies um so mehr mit der neuen Vorsitzenden Dr. Karin Werner-Jensen, einer Persönlichkeit, die aus einem reichen ökonomischen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Wissen schöpft und sich zus. mit ihrem Team bemüht, die Kultur der „alten“ Stadt Heidelbergs zu bewahren.

Alla Hopp Park

Der Bau des neuen Alla Hopp Parks schreitet schnell voran und bisher liegt noch kein Gesamtkonzept vor, wie der Verkehr und das Parken funktionieren soll. Geplant ist, den Harbigweg, der am Park vorbeiführt, durch Poller zu sperren, so dass nur noch der Bus durchfahren darf.

Viele Fragen bleiben offen. Wie kommen die Besucher des Kletterzentrums mit ihrem Auto dorthin. Wie kann verhindert werden, dass die im näheren Umfeld des Parks vorhandenen Feldwege, die nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben sind, nicht als Schleichwege genutzt werden.

Wie wird geregelt, dass die Seitenstreifen an den Feldern und die Parkplätze der anliegenden Vereine nicht ordnungswidrig beparkt werden. Warum wurden bisher nicht alle betroffenen Vereine und Anwohner zu einem „runden Tisch“ zusammengebracht, um an Lösungen zu arbeiten.

Die Feldwege um den Alla Hopp Park werden sowohl von Erholung suchenden Fußgängern als auch von Fahrrad fahrenden Sportlern auf dem Weg zu ihren Vereinen stark benutzt und sollen auch weitestgehend autofrei bleiben.

In Bergheim-West …

sind verschiedene Projekte im Gespräch: die Teilverlagerung des Betriebshofs der RNV, die Radverbindung vom Hauptbahnhof ins Neuenheimer Feld und der Neubau des Wehrs; spekuliert werden darf über die Zukunft des Toys„R“us-Gebäudes und mittelfristig auch über das Gelände der ehemaligen Feuerwache.

Während sich Bergheim-Ost unter starkem Aufwertungsdruck zügig entwickelt, herrscht westlich der Mittermaierstraße öffentliches Rätselraten.

Die Richtlinien zur Bürgerbeteiligung greifen hier nur zum Teil, weil sie aus guten Gründen auf städtische Vorhaben beschränkt sind. Darum sollten andere Formen der Partizipation zur Anwendung kommen: umfassende Information durch die Verwaltung, öffentliche Versammlungen und vielleicht so etwas wie einen Masterplan Bergheim-West.

Dabei müssen auch weitere Ziele herausgearbeitet und diskutiert werden: der Umgang mit der hohen Verkehrsbelastung, die Verbesserung der Einzelhandelsversorgung und die Sicherung der öffentlichen Grünflächen.

Sind wir übergeschnappt?

Es stehen gerade interessante Projekte zur Entscheidung an: Eine Großsporthalle mit rund 4000 Plätzen auch für ‚kleinere Kulturveranstaltungen‘. Das Mark-Twain-Center in der ehemaligen Kommandantur für u.a. ‚ein Kulturprogramm‘. Das neue Konferenzzentrum, in dem auch Kulturveranstaltungen stattfinden werden. Pläne für den Umbau der Stadthalle zu einem Konzerthaus und die Forderung, das Gebäude des Karlstorbahnhofes der Altstadt für Kulturveranstaltungen zu erhalten.

Für diese Projekte müssten Mittel in mehrstelliger Millionenhöhe aufgebracht werden, dazu kommen natürlich jeweils jährliche Zuschüsse… All dieses Geld hat die Stadt nicht.

Was mich aber noch mehr empört: Bei diesen Projekten wird „Kultur“ missbraucht zur Beschaffung von Akzeptanz und zum Generieren wenigstens eines Teiles der fehlenden Gelder. Sie wird zur Hure eines konzeptlosen Größenwahns.

Der Gemeinderat sollte hier sehr genau hinschauen was er entscheidet, denn das hat Kultur in Heidelberg nicht verdient.

Parken auf Gehweg

Gehweg heißt für Autofahrer „Geh weg“. Nun wurde dem Gemeinderat seitens der Stadt eine Infovorlage vorgestellt, in dem der GVD verstärkt diesen Regelverstoß überwachen soll. Immer mehr zugeparkte Gehwege waren der Anlass, nun endlich tätig zu werden.

Ich bin mir sicher, wenn alle Autofahrer*innen, die einen privaten Stellplatz haben, diesen auch konsequent nutzen würden, wären auch viele Straßen und Gehwege nicht so zugeparkt. Es ist leider schon viel zu sehr zur Selbstverständlichkeit geworden, dass man beim Spaziergang oder Einkauf hinter oder vor seinem Partner laufen muss. Im Auto sitzt der Mitfahrer doch auch nicht hinter dem Fahrer. Eine Unterhaltung ist so nicht möglich.

Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen werden oft gezwungen, auf die Straße auszuweichen. Es wird Zeit und sollte eigentlich auch selbstverständlich sein, dass der schwächste Verkehrsteilnehmer wieder den Bereich zurückbekommt, der ihm von Rechts wegen zusteht.

Das Problem „wohin mit dem Auto“ darf nicht zum Problem der Fußgänger werden.

25 Jahre Kulturkreis …

Emmertsgrund-Boxberg, herzlichen Glückwunsch. Die Antwort auf einen schlecht recherchierten Fernseh-Talk wurde bereits 1991 gegeben: Bürgerinnen und Bürger haben sich verabredet, selbst etwas für ihre Stadtteile zu tun.

Die Handicaps sind Arbeitslosigkeit, hoher Anteil an Migranten, ein unbegründet schlechter Ruf und die unzureichende Anbindung an die Stadt in der Ebene, verkehrlich, mehr noch aber die mangelhafte wechselseitige Wahrnehmung.

Aber jeder Mangel hat seine Kehrseiten. Die Bergstadtteile zeichnet der Weitblick bis zu den Pfälzer Bergen aus. Und die Mischung der Bevölkerung umfasst einen reichen Schatz an Schicksalen und internationalen Biografien.

Der Kulturkreis hat in beharrlicher Arbeit, mit Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen und Exkursionen, den beiden Stadtteilen ein eigenes, freundliches Gesicht gegeben. „Identität, Integration und Kommunikation“ sind die Kurzfassung seiner Aufgabenstellung.

Da lässt sich nur rufen: Viel Erfolg und weiter so!

Wechsel beim Kinderschutzbund

Wir gratulieren unserer GAL-Mitstreiterin Claudia Kaufmann, die seit Ende April neue Vorsitzende des Kinderschutzbundes ist.

Schon als sie zum ersten Mal bei uns kandidierte, bezeichnete sie sich selbst als eine „Lobbyistin für Kinder“ und als solche kennen wir sie seit vielen Jahren: Engagiert für die Interessen von Kindern, mit Fachkompetenz und Empathie eintreten für deren Bedürfnisse und immer wieder den Blick darauf lenken, was Kinder brauchen, um gesund und glücklich aufzuwachsen. Was könnte sie mehr qualifizieren für diese neue Aufgabe….

Wir wünschen ihr Kraft, Elan und Freude im neuen Ehrenamt!

Die Glückwünsche für die neue Vorsitzende sind auch verbunden mit dem Dank an ihre Vorgängerin: Annemarie Lerch hat viele Jahre den Kindern in unserer Stadt eine Stimme gegeben. Ihr Engagement für die Spielstube, die Kleiderkammern, den betreuten Umgang und das Sorgentelefon bleiben wegweisend. Für uns war ihr vielfältiger Einsatz gegen Kinderarmut ein politischer Ansporn – das werden wir auch mit Claudia Kaufmann weiter verfolgen.

Hegel – Heidelberg

Hegel in aller Munde – bei Studierenden und Nicht-Studierenden gerade jetzt zur 200. Jahresfeier in Heidelberg.

Die akademische Jugend vernimmt zu Beginn des neuen Semesters in diesen Tagen mit Staunen und Freude den bekannten Hegelschen Gedanken: „ Der liebe Gott hat sein Werk auf der Welt unvollendet hinterlassen, wir Menschen sind beauftragt, sein Werk zu vollenden“.

Dem wollen wir Heidelberger widersprechen, – gerade jetzt in der Frühlingszeit:

Es gibt wohl einen Ort auf der Welt, den der liebe Gott zu Ende gedacht und zu Ende gemacht hat.
– Dieser Ort ist Heidelberg, die Stadt am Neckar. Daraus die Lehre und die Verpflichtung: Wir sollten endlich aufhören, unserer Stadt immer wieder je nach Zeitgeschmack etwas Neues hinzuzufügen und etwas Altes wegzunehmen!

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Vor 2 Wochen hatte die GAL eine sehr gut besuchte Veranstaltung zu diesem Thema durchgeführt. Hauptsächlich Eltern schulpflichtiger Kinder äußerten ihre Unzufriedenheit bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und der Kommunikation mit der Stadt.

Nicht alle Vorwürfe waren berechtigt, wie ich einige Tage nach der Veranstaltung feststellen konnte.

Die GAL hat in den letzten Wochen mehrere Anträge gestellt. Einer beschäftigt sich mit dem Gemeindevollzugsdienst. Im Januar wurde der Antrag gestellt, dass der GVD über die Monate November-Januar berichten soll (Schwerpunkte benennen) doch erst im Juli!!! bekommen wir eine Informationsvorlage.

Ein weiterer Antrag von uns sieht vor, die Altstadt „abzupollern“ um Unberechtigten die Zufahrt zu verwehren. Momentan darf morgens bis 11 Uhr jeder in die Hauptstraße fahren, wenn er dort ein Anliegen hat. Das geht gar nicht. Unser neuester Antrag sieht vor, dass an allen Wohnstraßen, die an Schulen angrenzen, geprüft wird, ob alternierendes Parken möglich ist. So werden die Gehwege für Fußgänger frei gemacht.

Wir bleiben an dem Thema dran und werden Sie über weitere Veranstaltungen informieren.