In Bergheim-West …

sind verschiedene Projekte im Gespräch: die Teilverlagerung des Betriebshofs der RNV, die Radverbindung vom Hauptbahnhof ins Neuenheimer Feld und der Neubau des Wehrs; spekuliert werden darf über die Zukunft des Toys„R“us-Gebäudes und mittelfristig auch über das Gelände der ehemaligen Feuerwache.

Während sich Bergheim-Ost unter starkem Aufwertungsdruck zügig entwickelt, herrscht westlich der Mittermaierstraße öffentliches Rätselraten.

Die Richtlinien zur Bürgerbeteiligung greifen hier nur zum Teil, weil sie aus guten Gründen auf städtische Vorhaben beschränkt sind. Darum sollten andere Formen der Partizipation zur Anwendung kommen: umfassende Information durch die Verwaltung, öffentliche Versammlungen und vielleicht so etwas wie einen Masterplan Bergheim-West.

Dabei müssen auch weitere Ziele herausgearbeitet und diskutiert werden: der Umgang mit der hohen Verkehrsbelastung, die Verbesserung der Einzelhandelsversorgung und die Sicherung der öffentlichen Grünflächen.

Sind wir übergeschnappt?

Es stehen gerade interessante Projekte zur Entscheidung an: Eine Großsporthalle mit rund 4000 Plätzen auch für ‚kleinere Kulturveranstaltungen‘. Das Mark-Twain-Center in der ehemaligen Kommandantur für u.a. ‚ein Kulturprogramm‘. Das neue Konferenzzentrum, in dem auch Kulturveranstaltungen stattfinden werden. Pläne für den Umbau der Stadthalle zu einem Konzerthaus und die Forderung, das Gebäude des Karlstorbahnhofes der Altstadt für Kulturveranstaltungen zu erhalten.

Für diese Projekte müssten Mittel in mehrstelliger Millionenhöhe aufgebracht werden, dazu kommen natürlich jeweils jährliche Zuschüsse… All dieses Geld hat die Stadt nicht.

Was mich aber noch mehr empört: Bei diesen Projekten wird „Kultur“ missbraucht zur Beschaffung von Akzeptanz und zum Generieren wenigstens eines Teiles der fehlenden Gelder. Sie wird zur Hure eines konzeptlosen Größenwahns.

Der Gemeinderat sollte hier sehr genau hinschauen was er entscheidet, denn das hat Kultur in Heidelberg nicht verdient.

Parken auf Gehweg

Gehweg heißt für Autofahrer „Geh weg“. Nun wurde dem Gemeinderat seitens der Stadt eine Infovorlage vorgestellt, in dem der GVD verstärkt diesen Regelverstoß überwachen soll. Immer mehr zugeparkte Gehwege waren der Anlass, nun endlich tätig zu werden.

Ich bin mir sicher, wenn alle Autofahrer*innen, die einen privaten Stellplatz haben, diesen auch konsequent nutzen würden, wären auch viele Straßen und Gehwege nicht so zugeparkt. Es ist leider schon viel zu sehr zur Selbstverständlichkeit geworden, dass man beim Spaziergang oder Einkauf hinter oder vor seinem Partner laufen muss. Im Auto sitzt der Mitfahrer doch auch nicht hinter dem Fahrer. Eine Unterhaltung ist so nicht möglich.

Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen werden oft gezwungen, auf die Straße auszuweichen. Es wird Zeit und sollte eigentlich auch selbstverständlich sein, dass der schwächste Verkehrsteilnehmer wieder den Bereich zurückbekommt, der ihm von Rechts wegen zusteht.

Das Problem „wohin mit dem Auto“ darf nicht zum Problem der Fußgänger werden.

25 Jahre Kulturkreis …

Emmertsgrund-Boxberg, herzlichen Glückwunsch. Die Antwort auf einen schlecht recherchierten Fernseh-Talk wurde bereits 1991 gegeben: Bürgerinnen und Bürger haben sich verabredet, selbst etwas für ihre Stadtteile zu tun.

Die Handicaps sind Arbeitslosigkeit, hoher Anteil an Migranten, ein unbegründet schlechter Ruf und die unzureichende Anbindung an die Stadt in der Ebene, verkehrlich, mehr noch aber die mangelhafte wechselseitige Wahrnehmung.

Aber jeder Mangel hat seine Kehrseiten. Die Bergstadtteile zeichnet der Weitblick bis zu den Pfälzer Bergen aus. Und die Mischung der Bevölkerung umfasst einen reichen Schatz an Schicksalen und internationalen Biografien.

Der Kulturkreis hat in beharrlicher Arbeit, mit Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen und Exkursionen, den beiden Stadtteilen ein eigenes, freundliches Gesicht gegeben. „Identität, Integration und Kommunikation“ sind die Kurzfassung seiner Aufgabenstellung.

Da lässt sich nur rufen: Viel Erfolg und weiter so!

Wechsel beim Kinderschutzbund

Wir gratulieren unserer GAL-Mitstreiterin Claudia Kaufmann, die seit Ende April neue Vorsitzende des Kinderschutzbundes ist.

Schon als sie zum ersten Mal bei uns kandidierte, bezeichnete sie sich selbst als eine „Lobbyistin für Kinder“ und als solche kennen wir sie seit vielen Jahren: Engagiert für die Interessen von Kindern, mit Fachkompetenz und Empathie eintreten für deren Bedürfnisse und immer wieder den Blick darauf lenken, was Kinder brauchen, um gesund und glücklich aufzuwachsen. Was könnte sie mehr qualifizieren für diese neue Aufgabe….

Wir wünschen ihr Kraft, Elan und Freude im neuen Ehrenamt!

Die Glückwünsche für die neue Vorsitzende sind auch verbunden mit dem Dank an ihre Vorgängerin: Annemarie Lerch hat viele Jahre den Kindern in unserer Stadt eine Stimme gegeben. Ihr Engagement für die Spielstube, die Kleiderkammern, den betreuten Umgang und das Sorgentelefon bleiben wegweisend. Für uns war ihr vielfältiger Einsatz gegen Kinderarmut ein politischer Ansporn – das werden wir auch mit Claudia Kaufmann weiter verfolgen.

Hegel – Heidelberg

Hegel in aller Munde – bei Studierenden und Nicht-Studierenden gerade jetzt zur 200. Jahresfeier in Heidelberg.

Die akademische Jugend vernimmt zu Beginn des neuen Semesters in diesen Tagen mit Staunen und Freude den bekannten Hegelschen Gedanken: „ Der liebe Gott hat sein Werk auf der Welt unvollendet hinterlassen, wir Menschen sind beauftragt, sein Werk zu vollenden“.

Dem wollen wir Heidelberger widersprechen, – gerade jetzt in der Frühlingszeit:

Es gibt wohl einen Ort auf der Welt, den der liebe Gott zu Ende gedacht und zu Ende gemacht hat.
– Dieser Ort ist Heidelberg, die Stadt am Neckar. Daraus die Lehre und die Verpflichtung: Wir sollten endlich aufhören, unserer Stadt immer wieder je nach Zeitgeschmack etwas Neues hinzuzufügen und etwas Altes wegzunehmen!

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Vor 2 Wochen hatte die GAL eine sehr gut besuchte Veranstaltung zu diesem Thema durchgeführt. Hauptsächlich Eltern schulpflichtiger Kinder äußerten ihre Unzufriedenheit bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und der Kommunikation mit der Stadt.

Nicht alle Vorwürfe waren berechtigt, wie ich einige Tage nach der Veranstaltung feststellen konnte.

Die GAL hat in den letzten Wochen mehrere Anträge gestellt. Einer beschäftigt sich mit dem Gemeindevollzugsdienst. Im Januar wurde der Antrag gestellt, dass der GVD über die Monate November-Januar berichten soll (Schwerpunkte benennen) doch erst im Juli!!! bekommen wir eine Informationsvorlage.

Ein weiterer Antrag von uns sieht vor, die Altstadt „abzupollern“ um Unberechtigten die Zufahrt zu verwehren. Momentan darf morgens bis 11 Uhr jeder in die Hauptstraße fahren, wenn er dort ein Anliegen hat. Das geht gar nicht. Unser neuester Antrag sieht vor, dass an allen Wohnstraßen, die an Schulen angrenzen, geprüft wird, ob alternierendes Parken möglich ist. So werden die Gehwege für Fußgänger frei gemacht.

Wir bleiben an dem Thema dran und werden Sie über weitere Veranstaltungen informieren.

Hotel am Neuenheimer Markt?

Ein Bauantrag stößt auf Protest: In der Lutherstraße 17−19 soll ein Hotel entstehen. Das Haus Nr. 19 ist über 100 Jahre alt, steht aber nicht unter Denkmalschutz; das Nebengrundstück ist unbebaut.

Die Einwände haben drei Aspekte: Die Nr. 19 muss erhalten werden; die Fassade des Neubaus ist zu wuchtig; ein Hotel erzeugt weiteren Verkehr an diesem bereits überlasteten Platz.

Zur Fassade hat der Bauherr einen Wettbewerb zugesagt. Hotels sind in Wohngebieten zulässig, sodass gegen eine verkehrliche Verdichtung kein baurechtliches Kraut gewachsen ist. Bliebe noch der Erlass einer Erhaltungssatzung, für die die Voraussetzungen aber erst geprüft werden müssen.

Der Bauausschuss hat letzte Woche einstimmig der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt; die Verwaltung will dabei auch die Möglichkeit einer Erhaltungssatzung prüfen. Auf dieser Grundlage kann der Bauantrag um ein Jahr zurückgestellt werden. Es ist also Zeit gewonnen. Der Konflikt ist dagegen nur vertagt.

Frühling lässt sein grünes Band …

Provinziell sei Heidelberg, meinen einige. Ich finde unsere Stadt wunderbar überschaubar! Man trifft sich, kennt sich, teilt Interessen und Ideen – und weil man sich trifft und kennt, werden manche Ideen auch Realität. So, wie unser ‚Heidelberger Frühling‘.

Man möge mir jetzt bitte verzeihen, dass ich zum 20. Geburtstag nicht das wie immer ambitionierte Programm und die hervorragenden Künstler in den Vordergrund stelle.

Stattdessen will ich an dieser Stelle die Förderer der ersten Stunde würdigen: HeidelbergCement und MLP. Mit Herrn Scheifele und Herrn Schroeder-Wildberg hat der Frühling mehr als Geldgeber, er hat Freunde. Wie das eben so ist in Heidelberg: Man trifft sich, kennt sich und lässt aus Ideen Realität werden!

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Am Donnerstag, 7. April, laden wir um 20 Uhr zu unserer Veranstaltung „Mehr Sicherheit im Straßenverkehr“ ins Bürgerzentrum Neuenheim, Lutherstr. 18, ein. Es diskutieren: Alexander Thewalt (Amt für Verkehrsmanagement), die Kinderbeauftragten der Altstadt und Michael Pfeiffer, Stadtrat der GAL.

Sicherheitsaudit

Es kommt Bewegung in das Thema Sicherheit im Straßenverkehr. In den nächsten 2 Jahre wird ein unabhängiger Auditor im Stadtgebiet unterwegs sein und Schwachstellen benennen sowie Vorschläge für Verbesserungen machen.

Aber auch schon innerhalb dieser Zeit wird es Verbesserungen geben. Viele Probleme, insbesondere im Schul- und Kindergartenumfeld, werden von den Eltern selbst verursacht. In Schweden wurde schon 1997 „Vision Zero“ beschlossen, 0 Verkehrstote im Jahre 2050. Und dafür wird viel getan z.B. autofreie Innenstädte.

Nicht der Verkehrsteilnehmer muss für Sicherheit sorgen, sondern das Verkehrssystem. Anders gesagt: Weil Menschen jeden Alters nicht bereit sind, sich im Verkehr durchgängig vernünftig zu verhalten, muss das System eben komplett idiotensicher gemacht werden. Die Verantwortung dafür liegt nicht mehr beim einzelnen Straßennutzer, sondern beim Straßenbauer und Verkehrsplaner.

Eine sichere Stadt ist diejenige, in der Kinder mit dem Autoverkehr gar nicht erst in Konflikt geraten können.

Innerhalb der nächsten 24 Stunden wird der Straßenverkehr rund 3800 weitere Todesopfer fordern. Auf den Straßen der Welt ist jeder Tag wie ein 9/11. (z.T.Quelle:der Spiegel)