Jahresrückblick 2013, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 20.12. 2013

 2013 war ein Jahr der Weichenstellungen: Zentrale Gutachten zu Wirtschaftsflächen und Wohnraumbedarf; das Mobilitätsnetz; Bürgerbeteiligungsprozesse wurden konkret und etablieren sich; die IBA nahm Form und Gestalt an; viele inhaltliche Weichen für den Konversionsprozess wurden gestellt …

Es ist toll, was wir uns vorgenommen haben! Wir möchten auf nichts davon verzichten! Aber jetzt bediene ich das Klischee der „Bedenkenträgerin“: Mir macht Sorge, dass wir das Kleine im Großen übersehen könnten und, dass wir die finanziellen Auswirkungen all dieser Projekte nicht mehr richtig überschauen.

2014 wird ein riesiger Wahlkampf. Erst die Gemeinderats- dann die OB-Wahl. Und dazu gehören leider auch Klientel-Beglückung und populistischeVersprechungen – vor den Konsequenzen graut es mir….

Kongresszentrum – Standort, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 16.12. 2013

 Drei Jahre nach dem Bürgerentscheid gegen den Stadthallen-Neubau ertönen die Rufe bzgl. der Standortsuche erneut in Richtung Stadthalle.

Das Modell der Bürgerbeteiligung entwickelt Vorzeigecharakter, wenn es auch von einigen Stimmen als „Hindernis für die Stadtentwicklung“ herabgewürdigt wird.

Hat sich etwa die Volksseele geirrt? Wir wissen, dass lokale Authentizität, Wiedererkennbarkeit und Kontinuität die Maxime sind, die für die einmalige Identität einer zukünftigen Stadt sprechen.

Hier an der weltgerühmten Heidelberger Flussuferseite, deren überwältigende Eigenart des „Kleinstädtischen“ aus historischen Formen in aufgelockerter Bebauung und Grünanlagen besteht, eingreifen zu wollen, wäre für die Stadt eine Beleidigung. Das Ausmaß der Stadthalle für Gigaprojekte einzurichten ist unzumutbar.

Abgase, Lärm, Massenandrang sind die Folgen, die auf Heidelberg, die schönste Stadt nördlich der Alpen „zerstörerisch“ wirken würden.

Es war einmal…, Stadtblattartikel von Gabi Faus-Exarchos am 9.12. 2013

 vor 20 Jahren, als unser Jugendamt die Kinder fragte, wie ihr Stadtteil aussehen sollte.

In dieser frühen „Bürger“-Beteiligung wünschten sich die Kinder eine Spielfläche, denn daran fehlte es in der Altstadt. Eltern und Lehrerinnen unterstützten diesen Wunsch (oder Traum?), aber Stadtspitze und Gemeinderat taten sich schwer, weil parkende Autos im Weg standen.

Die Ehrenbürgerin Anna Blum hatte uns Haus und Grund aber für soziale Zwecke vermacht. Es grenzte an ein Wunder, als die Kinder 2006 ihre Spielfläche einweihen konnten.

Leider kein Happy End, kränkelte doch bald das Theater und für die Bauarbeiten musste ein Lagerplatz her. Der Oberbürgermeister versprach die baldige Wiederherstellung der Fläche.

Das Theater ist längst bespielbar, der Blum-Platz immer noch nicht. Gibt es denn bald eine schöne Bescherung und nicht erst für die Enkel?

 

 

 

 

 

Rendite kann nicht erwartet werden, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 2.12. 2013

Das Wachstum im Kongressmarkt findet bei Veranstaltungen um die 100 Teilnehmer statt, die Stadthalle muss sich auf (unrentable) Bürger- und Kulturveranstaltungen reduzieren und wir müssen in Konkurrenz zu den Destinationen in der Region treten.Das besagt die Analyse der CIMA zum 'Neuen Konferenzzentrum'. Genau genommen liegt hier nämlich keine Bedarfs- sondern eine Potentialerhebung vor.

Einen definierbaren Bedarf scheint es nicht zu geben.

Wir werden jetzt gelassen den nächsten Schritt – die Standortsuche – abwarten und dabei immer wieder einfordern, dass es auch Aussagen zu Finanzierungs- und Betreiberkonzepten gibt!

Wir brauchen für's Renommé unserer Stadt keine Katze im Sack, da nehmen wir doch lieber das „Damenprogramm“ zum Kongress in Mannheim!

Lux/Harmonie – kein Flachdach, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 25.11. 2013

 Heidelberg ist ein städtebauliches Gemeinwesen des Mittelalters. Es hat durch den barocken Wiederaufbau und die Zeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von seinem Charme nichts eingebüßt. Burg und Tal bilden ein lebendig harmonisches Gesamtbild des Historisch-Gewachsenen.

Dieses Zusammenspiel ist einzigartig. Die Inszenierung kann nicht mehr übertroffen werden.

Äußerst gefährdet in dieser „idealen Stadtansicht“ Heidelbergs ist immer noch die „Dachlandschaft“. Sie ist das „Alleinstellungsmerkmal“ der Gesamtanlage Alt-Heidelberg. Diese „Draufsicht“ auf die in der Talsohle liegende Altstadt besitzt den Stellenwert einer 2. Fassade.

Aktuell gefährdet ist jetzt das Stadtbild prägende Ensemble „Wormser Hof“/Theaterplatz. Der Neubau des Theaters mit seinem dominierenden Flachdach hat ein schlechtes Beispiel gegeben.

Eine solche Flachdachform darf sich bei den Neubauten an Lux/Harmonie nicht wiederholen!

 

Eine Schlossbeleuchtung anders, Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 18.11. 2013

 Eine Schlossbeleuchtung anders, nämlich leise und lila, bescherte uns letzten Sonntag der Verein Das Frühchen, der 1989 von Eltern und Klinikpersonal gegründet wurde.

Zum Weltfrühgeborenentag war unser Schloss, wie u.a. die Bosporus-Brücke und die Niagarafälle, leuchtender Teil einer weltweiten Aktion. Damit wurde auf die schwierige Situation hingewiesen, in die Frühchen-Familien oft unerwartet geraten und die über Jahre andauern kann.

In Deutschland kommen jährlich etwa 60 000 Frühchen zur Welt, sie stellen die größte Gruppe unter den Kinderpatienten.

Dank dem Frühchen e.V., der sich immer für eine familienfreundliche Versorgung, sowie entsprechende Begleitung, engagierte und dem neuen, hochmodernen Perinatalzentrum sind wir bestens aufgestellt.

Demokratie braucht Verantwortung, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 11.11. 2013

 In den letzten Wochen fanden an den Schulen die ersten Elternabende, verbunden mit den Wahlen der Elternvertreter statt. Elternvertreter sind das Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus, Ansprechpartner für Eltern und Lehrer, Frühwarn- und Informationseinrichtung.

Über den Gesamtelternbeirat können sie Einfluss auf Schulentwicklung und die Ausgestaltung des Schulumfeldes ihrer Kinder nehmen – eine gute Einrichtung!

Nur: Kaum jemand will diesen 'Job' machen. Ähnlich geht es Vereinen, wenn sie jemanden für den Vorstand brauchen und auch Parteien, die Kandidaten für die Gemeinderatswahl suchen.

Auf der anderen Seite fordern Bürger Beteiligung ein, wollen informiert werden, mitreden und mitentscheiden – auch das ist gut!

 

Ich verstehe diesen Widerspruch nicht. Diskutieren Sie mit mir auf gal-heidelberg.de !

Neubauten an Lux/Harmonie, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 4.11. 2013

Die Entwürfe zu den zwei Neubauten am Wormser Hof ignorieren in ihrer kastenförmigen Präsenz völlig den Charakter der Stadt.  An dieser Stelle darf keine „Zeitgeist“-Architektur Platz finden!

Dieses gebietet schon unsere Gesamtanlagen-Satzung, die gerade zum Schutz des „Alt-Städtischen“ Gesamtbildes erlassen wurde. Hier können keine wuchtigen, stereotypen Bauformen in Betracht kommen, sondern nur solche, die sich sensibel in die barocken und historistischen Formen ihrer  Nachbargebäude einfügen.

Schlicht historisierende Neubau-Fassaden könnten im Erdgeschoss z.B. ähnlich wie das gegenüber liegende Gebäude mit großen Rundbogenfenstern gestaltet sein. Das Ziel ist ein Gesamtensemble, das dem Betrachter das Gefühl vermittelt, diese Altstadt wäre von  Bausünden verschont!

Wie in Berlin die Fassade des alten Schlosses in historischem Stil wiederhergestellt wird – echt oder unecht ist hier sekundär – sollte auch an diesem Platz ein  „Altstadt“ gerechtes Ensemble  entstehen.

43 Organisationen bilden… , Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 21.10. 2013

 

43 Organisationen bilden das Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung, das gerade wieder mit vielen Veranstaltungen auf die Situation armer Menschen, bei uns 11 000, aufmerksam gemacht hat.

 

Die GAL ist dankbar, dieses aktive Netzwerk in Heidelberg zu haben, denn die Aktionswoche zeigte wieder deutlich, woran es in unserer „Wohlfühlstadt“ weiterhin mangelt. Wir wurden wieder daran erinnert, dass gerade arme Menschen bezahlbaren Wohnraum, Hilfe zur Mobilität, sowie Teilhabe an Bildung und Kultur brauchen.

 

Also müssen wir sensibler und wirksamer auf ihre Belange reagieren und die Betroffenen selbst einbeziehen, denn das ist eine Pflichtaufgabe des Gemeinderats.

 

Gleichzeitig blicken wir auch auf die Menschen, die in unserer Stadt Zuflucht suchen und deren Weg wir mit Toleranz und allen erdenklichen Hilfestellungen begleiten sollten.

SPD verhindert…, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 14.10. 2013

SPD verhindert Mitwirkung der Kinderbeauftragten im Entwicklungsbeirat.

Manchmal will man es einfach nicht glauben: Da beantragt die SPD, dass ein Mitglied von 'Heidelberg vernetzt' für das Thema 'gemeinschaftliches Wohnen' in diesen Beirat aufgenommen wird; wir bitten darum, das auch für die Kinderbeauftragten zu tun – und die Hälfte der SPD stimmt dagegen.

 

Mit dem Ergebnis, dass jetzt weder.. noch.. vertreten sind. Ich habe das nicht verstanden! Wollte man den GAL Antrag verhindern oder die Kinderbeauftragten? Ist das schon Kommunalwahlkampf oder hatten die GenossInnen einen kurzfristigen blackout?

 

Was für ein Glück, dass wir bei der Diskussion um Konversionsthemen gut und breit aufgestellt sind und unabhängig von merkwürdigen Parteientscheidungen.