Akustische Umweltbelastung, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 7.10. 2013

 Überall ist heutzutage der Sieg des Konsums über die Kultur festzustellen. Die 'Eventisierung' unseres Stadtlebens durch zunehmende Vereinnahmung des öffentlichen Raums für Großveranstaltungen hat einen Zustand erreicht, den wir weder im Namen der Bewohner noch im Interesse des Kulturtourismus akzeptieren können.

Am überdeutlichsten zeigt sich die totale Ökonomisierung unserer Gesellschaft bei Großevents in der „marktgerechten Musik“, die die Macht des Marktes – gleich Dynamik des Lebens – wie bei uns, in einer ganze Stadtquartiere durchdringenden Lautstärke beschwört, deren Schallwellen niemand entkommen kann (zuletzt 28.09. am Ebert-Platz mit Marke Red Bull).

Eine solche überhöhte akustische Beschallung des öffentlichen Raumes ist Umweltbelastung und ein Armutszeugnis für Kultur.

Die Stadt ist aufgefordert, die Dezibelgrenze neu zu definieren und deren Einhaltung auch in den Stadtteilen zu garantieren.

 

Wissen schafft Stadt/ Stadt schafft Wissen , Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 30.9. 2013

Das Motto der IBA hatte bislang für viele einen etwas elitären Anstrich, erst durch den Zusatz „Stadt schafft Wissen“ werden beide Seiten der Medaille sichtbar. Diese Präzisierung schließt die gesamte Stadtgesellschaft und deren Bildungs- und Wissenskultur ein.

Die IBA als Prozess lebt von der breiten Beteiligung vieler Menschen, Jung und Alt, Institutionen und Initiativen, vor allem aber von deren Ideen und Projekten.

Bei der Verabschiedung von Frau Dr. Nipp-Stolzenburg als Leiterin der VHS, der auch wir hier herzlich danken und alles Gute wünschen, sprach Prof. Richard Stang über lebenslanges Lernen und die wichtige Rolle gemeinsamer, öffentlicher Lern- und Lebensräume im sozialen Umfeld der Menschen.

 

Das unterstützen wir, denn erst durch Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung entsteht Wissen.

Karlstorbahnhof mit Zukunft, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 23.9. 2013

Es ist schön, dass dieses fantastische, vielfältige und bundesweit renommierte Kulturhaus im städtischen Kulturausschuss ausnahmslos Zustimmung erhielt und es ein klares Bekenntnis gab, die notwendigen Baumaßnahmen unterstützen zu wollen.

Aber wird diese Zustimmung auch den Finanzierungs-Fakten-Check überdauern? Im aktuellen Haushalt stehen keine Mittel zur Verfügung, auch wenn man mit Vorsteuerabzug und Landeszuschüssen die Kosten schon um fast die Hälfte heruntergerechnet hat.

Die Aussage der Verwaltung war klar: Es geht auch günstiger, aber auf Kosten des Raumprogramms. Diesen Fehler sollten wir unbedingt vermeiden!

Jetzt wird es darum gehen, Wohlwollen in kreative Finanzierungsideen zu übersetzen – wir sind dabei!

Wählen gehen, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 16.9. 2013

Spannende Fragen und kontroverse Diskussionen bestimmen die Bundestagswahlen in einigen Tagen.

Es geht nicht nur um Rettungsmilliarden, Massenarbeitslosigkeit und Flüchtlingsströme, sondern buchstäblich um Krieg und Frieden in der Welt und zwar vor unserer Tür. Ringen um Humanität und Frieden ist unser Lebensinhalt!

Durch Teilnahme an der Wahl haben wir die Gelegenheit, selbst zu bestimmen. Eine Gesellschaft des Miteinanders wollen wir aufbauen!

Das soll kein Wunsch mehr bleiben, sondern heute und jetzt Wirklichkeit werden – Die Welt baut auf unser Engagement am 22. September. Wählen gehen!

Sommertage in Heidelberg…, Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 19.8. 2013

The wedding“ ist vorbei, den einen hat es gefallen, den anderen nicht. Manche haben davon profitiert, manche nicht. Auch wenn den „Untertanen“ viel geboten wurde, sollten wir uns genauer ansehen, welche Effekte dieser Event für die Stadt tatsächlich hatte.

Leider fehlen uns weiterhin klare Ziele für ein Marketing-Konzept, das die Interessen aller BürgerInnen einbezieht und nicht nur auf Bettenauslastung schielt.

 

Stadtmitte ist nicht nur die Altstadt, sondern Bergheim, Neuenheim, Weststadt ebenso. Auch die dortigen Vereine und Gewerbetreibenden benötigen aufwertende Maßnahmen.

 

Umso bedauerlicher z.B., dass der Gemeinderat gerade mit knapper Mehrheit beschloss, eine Bergheimer Freifläche für eine Hotelerweiterung zu opfern, anstatt hier attraktive Aufenthaltsqualität für Bewohner und Gäste zu schaffen – direkt am Neckar!

 

Viel hat der Gemeinderat .., Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 29.7. 2013

 Viel hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung auf den Weg gebracht: Mit dem Nutzungskonzept für die Konversionsflächen in der Südstadt haben wir eine Basis für die Kaufverhandlungen mit der BimA, der Mietvertrag mit den Betreibern der Halle 02 sichert ein Stück sozio-kulturelle Entwicklung der Bahnstadt. Besonders freut es uns, dass wir mit dem Sozialticket endlich starten können, auch wenn das Konzept noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Nach mehr als 44 'erledigten' Punkten fallen uns aber auch all die Themen ein, die noch ausstehen. Angesichts enger werdender finanzieller Spielräume und schon jetzt aufkeimender Neiddebatten werden wir ab Herbst wohl einige unerfreuliche Diskussionen bestreiten müssen.

Bis dahin wünschen wir Ihnen und uns aber einen schönen und erholsamen Sommer. Bleiben Sie uns gewogen.

Schlossbeleuchtung, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 22.7. 2013

Unerhört schön ist Heidelberg am Tage und bei Nacht überwältigend, wenn man die Stadt von den Höhen des Philosophenwegs oder des Schlosses ansieht.

So einprägsam, dass man sie nie vergisst. Es gab gerade wieder Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk, der Himmel in Farben und Stimmungen über jede Vorstellung.

Wir standen vor der Stadthalle unter den himmelhohen Bäumen. Wie schön, dass das unvergleichliche Altstadtbild mit Neckarufer-Silhouette so geblieben ist wie es war.

Durch Bürgerbegehren und Bürgerentscheid konnte glücklicherweise die Stadthallenerweiterung verhindert werden. Der vorgesehene Entwurf sowie jeglicher Neubau hätte wie ein Fremdkörper gewirkt und die Zerstörung des weltweit bekannten, durch großzügige Grünanlagen aufgelockerten Stadtbildes bedeutet.

Interessen…, Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 15.7. 2013

bürgerschaftliche zum einen und profitorientierte zum anderen treffen besonders im Baubereich aufeinander. Der Abriss des Eleonorenhauses ist ein Beispiel für mangelnde Verbindlichkeit und Sensibilität.

Es entsteht zu Recht der Eindruck, dass Entscheidungen oftmals um jeden Preis wirtschaftlichen Interessen folgen und vom Gemeinderat einst beschlossene und geltende Konzepte (Grünflächen-, Stadtteilrahmenpläne etc.) nur Makulatur sind.

So wurde die Erweiterung des Marriott-Hotels in Bergheim gegen die Einwände des Bezirksbeirats (u.a. Erhalt der Grünfläche und direkter Zugang zum Fluss) und den Protest der Bürgerschaft befürwortet.

Für eine qualifizierte Diskussion und mehr Glaubwürdigkeit müssen die vorhandenen Rahmenpläne und Konzepte endlich zur unabdingbaren Grundlage aller das Stadtbild und den öffentlichen Raum betreffenden Entscheidungen werden.

 

Mittagstisch an Schulen, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 1.7. 2013

Es gehört zu einer kulturbewußten Nation, dass ihre Kinder schon von Zuhause aus früh lernen, Qualität beim Essen zu erkennen und sich nicht von klein auf an Fast-Food-Produkte gewöhnen. 

Die Verantwortung für eine Esskultur, die für die Gesundheit und das ganze Leben bestimmend ist, sollte nicht allein den externen Organisationen überlassen werden. Gerade die Schule selbst sollte hier Vorbildfunktion übernehmen, Lehrer und Eltern sollten dabei mitwirken und entscheiden.

Es ist unerträglich zu wissen, dass Schüler in ungeeigneten Räumen im Schnelldurchgang abgespeist werden. Denn die Kinder sollen ausreichend Zeit finden, um den Mittagstisch  mit einer erholsamen Pause zu verbinden – als Gewinn für Kreativität und Lernen.

Es ist an der Zeit, dass wir die Neuorganisation der schulischen Esskultur als eine nachhaltige gesellschaftliche Aufgabe angehen.

 

„Wandel mitgestalten“, Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 24.6. 2013

 Wandel mitgestalten war das diesjährige Motto des Interkulturellen Festes auf dem Uniplatz. Viele Vereine und Gruppen haben auf der Bühne und an ihren Infoständen dokumentiert, wie lebendig und bunt unsere Stadtgesellschaft ist.

Wir danken den beteiligten Gruppen und Organisationen, sowie dem AMR für dieses fröhliche Fest. Die Podiumsdiskussion, bei der CDU und FDP trotz Einladung fehlten, zeigte erneut, wie wichtig das seit 30 Jahren geforderte Kommunale Wahlrecht (KW) für die tatsächliche Partizipation ist. Denn ein großer Teil, so die Immigranten aus Drittstaaten, bleibt im Gegensatz zu EU-Bürgern ohne direkten Einfluss auf kommunale Entscheidungen.

 

Eine Stadt wie Heidelberg, die sowohl wissenschaftlich wie ökonomisch auf Internationalität setzt, sollte den „Wandel mitgestalten“ und sich den Kommunen anschließen, die die Einführung des KW schon lange fordern.