Rhein-Neckar-Zeitung 10. April 2019

Rhein-Neckar-Zeitung 10. April 2019

Rhein-Neckar-Zeitung 9. April 2019.
Lesen Sie dazu auch die Schlusskapitel der Festrede von GAL Stadtrat Hans-Martin Mumm auf der Debatten Seite, unter Aktuelles, in der Kopfzeile zu finden. Die ersten drei Kapitel sind streng historisch und werden in das Vorwort des Bergheim Jubiläums-Buches eingehen.
Jahresauftaktveranstaltung des Stadtteilvereins Bergheim
4. April 2019, Dezernat 16
Festrede von Stadtrat Hans-Martin Mumm zum Thema „1250 Jahre Bergheim“, Schlusskapitel
IV. Bergheim fehlt eine Mitte
Wenn wir uns Heidelberg als eine Wohnung vorstellen, dann wäre die Altstadt die Studierstube; Weststadt und Neuenheim Wohn- und Schlafzimmer, Handschuhsheim der Blumengarten und der Pfaffengrund die Werkstatt. Und Bergheim? Bergheim wäre die Diele, der Flur mit vielen Türen in andere Zimmer, gedacht lediglich zur Passage.
Das neuzeitliche Bergheim begann 1840 mit der Eisenbahn, ergänzt 1885 um die Pferdebahn mit ihren Stallungen, 1902 dann um die elektrische Straßenbahn mit dem Depot. Zwei Brücken und ein Steg führen über den Neckar, eine dritte Brücke ist wieder verschwunden. Im Westen mündet die Autobahn, die Bergheimer Straße verlor ihre Vorgärten, um den vermehrten Verkehr aufzunehmen. In den 1960er Jahren wurden die Uferstraßen autogerecht ausgebaut. Und auch für die angedachte Fahrradbrücke ins Neuenheimer Feld ist Bergheim nur ein Verkehrshindernis.
Wenn Sie den Eindruck haben, ich übertreibe hier etwas, dann täuschen Sie sich nicht ganz. Gerne zähle ich dagegen auf, welche lohnenden Ziele hier angesiedelt sind. Das fing einmal an mit drei Bädern, von denen es das Thermalbad heute noch gibt. Dazu gehört inzwischen eine große Zahl von Bildungs- und Kultureinrichtungen: Stadtbücherei, Volkshochschule, Kulturfenster, Akademie für Ältere, Täter-Theater, Sammlung Prinzhorn sowie die Musik- und Singschule. Das jüngste Glied in dieser Reihe ist das Multifunktionshaus des Dezernats 16, dessen Gastfreundschaft wir heute genießen.
Dem Stadtteil Bergheim fehlt es nicht an lohnenden Zielen, sondern an einer städtebaulichen Mitte. Seit dem Bau der Bahnstadt ist Bergheim stärker in die Mitte der Stadt gerückt, sodass der Mangel einer eigenen Mitte noch deutlicher zu spüren ist. Der Alfons-Beil-Platz, vor über 100 Jahren als Messplatz angelegt, kann heute keine Mittelpunktfunktion erfüllen, trotz seiner Lage an der Bergheimer Hauptkirche. Dem Römerplatz vor der ehemaligen Krehl-Klinik fehlt es an verkehrsfreiem Raum, den eine Mitte haben müsste. Ob der vom Gemeinderat angedachte Park auf dem Gelände des heutigen Betriebshofs diese Aufgabe erfüllen könnte, ist genau abzuwägen. Bergheim ist langgestreckt, und eine Mitte sollte möglichst mittig liegen. Außerdem ist für die Zukunft des Betriebshofs zunächst der Ausgang des Bürgerentscheids abzuwarten. Am ehesten geeignet wäre der Park bei der Stadtbücherei; dort fehlt es allerdings heute an ausreichenden Angeboten des Einzelhandels und der Gastronomie.
V. Perspektiven
Bergheim ist der Stadtteil, der sich in den vergangenen 30 Jahren am stärksten verändert hat. Dieser Prozess geht in hohem Tempo weiter. Lassen sie mich zum Abschluss vier Bereiche dieser Veränderung nennen, auf die Sie als Bergheimerinnen und Bergheimer nicht nur besonders achten, sondern in deren Gestaltung Sie sich aktiv einmischen müssen.
A Der Umzug des Klinikums ist nahezu abgeschlossen. Anfänglich war die Universität entschlossen, einen Gutteil ihrer Immobilien zu veräußern. Stadtverwaltung und Gemeinderat standen diesen Privatisierungen skeptisch gegenüber. Es ist ja nicht so, wie oft polemisch behauptet wird, dass die Stadt die Universität in ihrem Wachstum behindern wolle; die Frage ist stets, wo und unter welchen Bedingungen. Mittlerweile hat die Universität den Campus Bergheim ausgerufen mit den Wirtschafts- und Asienwissenschaften als neuem Schwerpunkt. Seither bevölkern junge Menschen das Stadtbild, die Kneipenszene hat sich bereits angepasst, und die Gentrifizierung schreitet voran. Belastbare Zahlen liegen mir nicht vor; es ist aber davon auszugehen, dass in Bergheim-Ost der Druck auf den Wohnungsmarkt rapide steigt. Dagegen ist die Stadt, die dort keinen nennenswerten Grundbesitz hat, ziemlich machtlos; ein Ausgleich kann deshalb nur in Bergheim-West erfolgen. Jede städtebauliche Aufwertung hat einen hohen sozialen Preis.
B Zur aktuellen Frage des Standorts des Straßenbahnbetriebshofs und der Bebauung des Großen Ochsenkopfs will ich mich heute Abend ganz zurückhalten. Nachdem die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Gemeinderat den Bürgerentscheid beschließen. Ich will Sie nur bitten, bei Ihrer Entscheidung die Belange des Umwelt- und Naturschutzes gleichrangig mit denen des Öffentlichen Nahverkehrs zu betrachten. Auch der Umstieg auf Bahnen und Busse nützt der Natur und dem Klima. Und dazu braucht es eine Betriebsstätte, die möglichst zentral gelegen ist.
C Vorgestern wurde im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats die Studie des Stadtplanungsamts „Neckarorte“ vorgestellt. Das Konzept zur Erschließung des südlichen Neckarufers geht auf eine Anregung der Heidelberger Architektenkammer zurück. Gerade für Bergheim werden dort sehr präzise Anregungen für Fuß- und Radwege am Ufer formuliert. Im Detail ist allerdings noch manches offen. Gerade darum ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von besonderer Bedeutung.
D Eher im Stillen verläuft momentan der Planungsprozess für das Gebiet zwischen Kurfürstenanlage und Alter Eppelheimer Straße. Mit dem Wegzug der Druckmaschinen und der Rochade der Stadtwerke in das bisherige Forschungszentrum der Druckmaschinen wird ein Kernareal bisheriger gewerblicher Nutzung für neue Zwecke frei. Was immer dort an Mischung aus Gewerbe und Wohnen realisiert werden könnte, muss sich messen lassen an den Erfordernissen der Durchlässigkeit und der Öffnung Bergheims nach Süden. Zu prüfen wird auch sein, ob nicht genau dort die neue Mitte Bergheims entstehen könnte.
Meine Damen und Herren, sie waren ein aufmerksames Publikum. Wenn sie mögen, dürfen sie zum Abschluss jetzt applaudieren.
Seit letztem Jahr ist bekannt, dass ein interkommunale Gewerbegebiet an der Grenze von Heidelberg und Leimen entstehen soll. Die OBs beider Städte haben einen sogenannten „letter of intent“ unterschrieben, und seither gehen die Planungen hinter den Kulissen weiter, denn so ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet ist rein organisatorisch nicht leicht einzurichten.
Die GAL aus Heidelberg und die Leimener GALL haben sich an 16.3. zu einer Begehung des künftigen Gewerbestandortes getroffen. Vom Ende der Travemünder Straße ging es entlang des Feldweges Richtung Rohrbach Süd. Hier stand man also inmitten des Leimener Teils des gedachten Gewerbegebiets. Auf mitgebrachten Karten konnte man die gesamte Fläche von ca. 70 ha. ermessen, die sowohl für Heidelberg, als auch für Leimen ein großes Potential darstellen. Wenn man sich darüber hinaus bewusst ist, dass beide Kommunen kaum noch weitere Gewerbeflächen haben, dann wird deutlich, dass hier ganz besonders intensiv über die Ausgestaltung des Gebiets austauschen muss.
So sehr daher beide Fraktionen die interkommunale Zusammenarbeit begrüßen, so deutlich machten sie bei der Begehung auch, dass diese nicht nur zwischen den Stadtoberhäuptern statt finden kann. Gemeinderäte und Öffentlichkeit müssen von Anfang an einbezogen werden, denn bei der Ausgestaltung des Gebiets gibt es viele Stellschrauben, an denen justiert werden kann. Welche Unternehmen will man dort ansiedeln (Clusterbildung)? Wie soll die Verkehrsführung aussehen (Bahnquerungen, ÖPNV-Anbindung…)? Wie soll die Energieversorgung erfolgen (CO2-Neutralität)? Das waren nur einige der Fragen, die bei der Begehung aufgeworfen wurden.
Abschließend ging es noch ins Cafe Behr, wo man noch weitere Ansätze für interkommunale Zusammenarbeit besprach, so etwa die Idee einer gemeinsamen Wohnbaupolitik, um der Wohnungsnot in der Region zu begegnen.
Für beide Seiten war das ein gelungener Auftakt für eine Zusammenarbeit, die insbesondere bei dem Projekt interkommunales Gewerbegebiet über die nächsten Jahre andauern wird.
Von Ralf Frühwirth

Gemeinderätin Judith Marggraf und Gemeinderat Michael Pfeiffer waren beim Frühjahsputz in Kirchheim dabei. Tatkräftig unterstützt wurden sie von Bezirksbeirätin Marion Koch und den Kindern unser neuen Kandidatin Anna Heimer.



Das Schulgelände der Willy-Hellpach-, Pestalozzi- und ehemaligen Julius-Springer Schule zwischen Römer- und Rohrbacher Straße bedarf einer grundlegenden Sanierung. Wir haben uns schon lange darüber Gedanken gemacht, wie das Areal insgesamt attraktiver gestaltet werden kann. Aus diesem Grund haben wir vor 3 Wochen einen Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung prüfen und berichten soll, ob auf dem Gelände Schulcampus – Mitte unabhängig davon, welche Gebäude saniert und welche neu gebaut werden müssen, auch Wohnungen für Familien, Studierende sowie Mehrgenerationenhäuser und Büroräume geplant werden könnten. Hierbei sollte auch der große Parkplatz mitgedacht werden. Das frühere Cluster-Bauen ist heute nicht mehr zeitgemäß. Eine gute Durchmischung unterschiedlicher Nutzungsräume wären belebende Elemente für ein gutes Miteinander. Ein weiterer Vorteil dieser unterschiedlichen Nutzung wäre eine bessere soziale Kontrolle und weniger Angsträume. Ich hoffe auf viele kreative und mutige Ideen, die dieses Areal aufwerten.
Rhein-Neckar-Zeitung, 25. März 2019
Rhein-Neckar-Zeitung, Blick in die Stadtteile, 26. März 2019
Unsere Bezirksbeirätin und Gemeinderatskandidatin Regine Buyer packte kräftig mit an: Ausgerüstet mit Greifzangen, Warnwesten und Säcken sammelten die Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Heidelberg-Wieblingen entlang der Mannheimer Straße zwischen Hermann-Treiber-Straße und Neckarspitze allerlei Unrat: alte Pfannen, viele Plastiktüten, Styropor, Zigarettenpackungen, Flaschen, Dosen, Pappbecher u.ä.. Es ist schon bedrückend, was Menschen so alles achtlos am Neckarufer wegwerfen.
Außerdem säuberten die Mitglieder der Ortsgruppe die Tafeln des Naturlehrpfads am Altneckar, die die Ortsgruppe 2000 aufgestellt hatte. Dabei wurden auch einige Schilder mit einem QR-Code versehen, über den aktuelle Informationen zum Naturschutzgebiet abgerufen werden können.
Die ehrenamtlichen Naturschützer*innen beteiligen sich mit der Heidelberger Frühjahrsputzaktion an der europaweiten Kampagne „Let´s clean up Europe“. Ziel ist es, europaweit ein Zeichen gegen herumliegenden Müll zu setzen und für das Thema zu sensibilisieren – genau das richtige Motto für eine Putzaktion entlang des in der Liste der europaweit schützenswerten Gebiete verzeichnete NATURA 2000-Gebietes am Altneckar.

Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Heidelberg-Wieblingen beim Frühjahrsputz am Naturlehrpfad am Alten Neckar, 1.v.rechts Regine Buyer.
Das Frauen-Nachttaxi ist ein Erfolgsmodell! In seinen Ursprüngen ein heiß diskutiertes (dann wollen wir auch ein Männer-Nachttaxi) „Kind“ der GAL, ist es heute vor allem für Mädchen und junge Frauen aus unserem Mobilitätsangebot nicht mehr weg zu denken. Viele Eltern lassen ihre Töchter beruhigter ausgehen, weil es dieses Angebot gibt. Auch Arbeitnehmerinnen z.B. in Gastronomie und Gesundheitsberufen ermöglicht es das FNT dann, wenn das ÖPNV Angebot ziemlich ausgedünnt ist, sicher von bzw. zur Arbeitsstelle zu kommen.
Wir freuen uns, dass der Preis für einen Fahrschein ab dem 1.5. auf 6 € gesenkt wird! Also: Fahrscheine beim Bürgeramt kaufen, Taxi bestellen und sicher durch die Nacht…