… heißt der Roman, den Claudia Koppert 2002 über das Handschuhsheimer Feld schrieb. Auf dem Hintergrund gesättigter Ortskenntnis und der damals jungen, industriell noch nicht vereinnahmten Bio-Bewegung schildert die Autorin die Konfliktlage zwischen der Mechanisierung der Landwirtschaft, den Zwängen der Grundstückspolitik und dem Anliegen einer guten Versorgung mit Lebensmitteln. Eher beiläufig beschreibt sie die Konflikte zwischen den Gärtnern und den ordnungswidrig durch das Feld bretternden Verkehren. Der Roman ist ein Plädoyer für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft und gehört gerade jetzt wieder gelesen.
Am kommenden Samstag um 15 Uhr werden wir gemeinsam mit der Gärtnervereinigung und dem Verein „Feldkultur“ durch das betroffene Gelände im Handschuhsheimer Feld führen. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Großmarkthalle, Dossenheimer Landstraße 151. Auf unserer Homepage finden Sie die Online-Petition: Kein Park+Ride mit Shuttlebus im Handschuhsheimer Feld.
Autor: peter
Online Petition: Kein Park + Ride mit Shuttlebus im Handschuhsheimer Feld!
An alle Freundinnen und Freunde des Handschuhsheimer Feldes
Am 28.3.2019 wird der Gemeinderat der Stadt Heidelberg über Verkehrsmaßnahmen im Handschuhsheimer Feld entscheiden.
Helfen Sie mit, die lebendige Vielfalt des Handschuhsheimer Feldes zu bewahren, und weiteren Verlust an fruchtbaren Ackerflächen zu verhindern.
Bitte unterstützen Sie unsere Online Petition unter dem Titel:
Kein Park + Ride mit Shuttlebus
im Handschuhsheimer Feld!
Bitte unterschreiben Sie auf der Plattform www.openpetition.de.
Die Petition an den Gemeinderat der Stadt Heidelberg im Wortlaut:
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Was ist geplant?
Die Stadtverwaltung Heidelberg plant zur Entlastung der Verkehrssituation im Neuenheimer Feld provisorische Maßnahmen.
Im nördlichen Bereich des Handschuhsheimer Feldes (Gewann Farrwiesenäcker) soll eine Ackerfläche von 13.000 m² aufgeschottert werden. Ein beleuchteter Park+ Ride- Parkplatz für 400 Autos und eine Fahrradabstellanlage sollen hier entstehen. Ein Busshuttle soll über den Allmendpfad und die Tiergartenstraße in Richtung Neuenheimer Feld fahren. Die Endstation ist noch nicht bekannt.
Die Kosten für den Parkplatz und die Verbreiterung der Feldwege sind mit 4 Millionen Euro veranschlagt. Für diese Investition werden Mittel, die zur Förderung des ÖPNV bereitstehen, eingesetzt.
Gibt es Alternativen?
Inzwischen gibt es zahlreiche alternative Vorschläge zur schnellen Verbesserung der Verkehrssituation. Sie sind generell mehr zielführend und kostengünstiger. Auf dem Campus INF besteht ein Infrastrukturdefizit. Ungünstig geschaltete Ampelanlagen, Verzögerungen bei der Einfahrt in Parkanlagen und gesperrte Straßen verursachen rückstaubedingte Verkehrsbehinderungen in den angrenzenden Stadtteilen. Eine leistungsstarke Personenbeförderung ist nicht vorhanden. Im gerade laufenden Masterplan-Verfahren Neuenheimer Feld schlagen alle beteiligten Planungsteams vor, zur verkehrlichen Erschließung separate Buslinien und Straßenbahnen einzusetzen. Die Lösung der Probleme liegt also entscheidend innerhalb des Campus und nicht auf unseren Äckern.
Welche Folgen hätten die provisorischen Maßnahmen?
Fruchtbares Ackerland würde zerstört werden.
Ein planierter, geschotterter Autoabstellplatz wäre auch nach dem Rückbau durch Verdichtung und den Schadstoffeintrag der parkenden Fahrzeuge langfristig nicht mehr als Anbaufläche von Lebensmitteln geeignet.
Die bestehenden Feldwege sind nicht schwerlasttauglich und zu schmal für die gleichzeitige Nutzung durch Busse, Fußgänger, Radfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr. Erforderliche Wegverbreiterungen bedeuten zusätzliche Flächenverluste.
Die Belastung durch Feinstaub, Abgase und Lärm im laufenden Shuttle-Betrieb würde die Qualität unserer Erzeugnisse gefährden und den Erholungswert für alle Feldnutzer schmälern. Auch wäre unsere verkehrliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet.
Die Bewirtschaftung der Äcker würde erschwert werden.
Das Handschuhsheimer Feld ist eine einzigartige Kulturlandschaft.
Es ist das größte Anbaugebiet für Obst und Gemüse auf Heidelberger Gemarkung und ist wichtig für die regionale Versorgung mit frischen Produkten.
Die Mischung von modernem Gemüsebau, Landwirtschaft und Freizeitgärten mit den alten Obstbäumen als Zeugen traditioneller Feldkultur, machen das Feld zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Es ist ein Rückzugsort für Wildtiere und Vögel und weist eine große Artenvielfalt auf. Gerade im eher landwirtschaftlich genutzten Randbereich (geplanter Parkplatz) wäre eine Störung und Vertreibung der Wildtiere durch die Dauerbeleuchtung in weitem Umkreis unvermeidlich.
Für viele Heidelberger ist das fruchtbare Handschuhsheimer Feld von großer Bedeutung. Es dient ihrer Ernährung, Freizeitgestaltung, Erholung, ist angenehme, schnelle Radfahrstrecke und sichert die Existenz des Erwerbsgartenbaus.
Das Stadtklima wird durch die im Feld entstehende Kaltluft positiv beeinflusst.
Jede weitere Versiegelung unterläuft die Forderungen nach Bodenschutz, Klimaschutz und umweltverträglicher Mobilität einer zukunftsorientiert und verantwortungsvoll handelnden Stadtgesellschaft.
Als die Interessen aller Bevölkerungskreise vertretende Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wenden wir uns an Sie. Wir fordern Sie auf, die lebendige Vielfalt des Handschuhsheimer Feldes zu schützen.
Bitte verhindern Sie den Verlust weiterer Ackerflächen, bitte stimmen Sie gegen den provisorischen P+R- Parkplatz mit Shuttlebus im Handschuhsheimer Feld.
Petitionsinitiator: Gärtnervereinigung Heidelberg-Handschuhsheim
Hans Hornig, Gewann Fischpfad 18, 69121 Heidelberg
Unterstützer: Obst- und Gartenbauverein Handschuhsheim e.V., Feldkultur e.V., Interessengemeinschaft Handschuhsheim e.V., Kreisbauernverb. Rhein-Neckar e.V.
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Bitte unterstützen Sie unsere Online Petition unter dem Titel:
Kein Park + Ride mit Shuttlebus
im Handschuhsheimer Feld!
Bitte unterschreiben Sie auf der Plattform www.openpetition.de.
Weitere Informationen: www.tiefburg.de www.gaertnervereinigung.de www.heidelberg.de https://www.masterplan-neuenheimer-feld.de/
Gnadenhof im Kloster, eine Idee nur?
Was soll mit den leeren Stallungen der Abtei Stift Neuburg nun werden? Eine Idee: ein Gnadenhof vielleicht. Ein Gnadenhof – also eine „Einrichtung, in der verschiedene Haustiere, Nutztiere oder Wildtiere vom Menschen für einen zunächst unbegrenzten Zeitraum versorgt werden. Der Schriftsteller und Kleinbauer Christian Wagner gewährte allen seinen Tieren auf seinem Hof das Gnadenbrot und kaufte zusätzlich weitere Tiere frei“ (Wikipedia). Das Stift Neuburg, das bisher eine Nachnutzung für seine Tierhaltung sucht, wäre hierfür ein geeigneter Ort. Denn bisher töten wir als nutzlos erachteteTiere … Aber unser Verhältnis zur Natur und insbesondere zur Tierhaltung verändert sich … Ein „Gnadenhof“ ist ein Vorschlag, den Frau Dr. Kiesewetter aus der Initiative „ Heidelberg, pflegen und erhalten“ an uns herantrug. Neben der Idee, vielleicht eine Kunstausstellung -„Die Schöpfung“ – quer durch alle Kulturen der Welt zu veranstalten. – Zu christlich oder zu romantisch für Heidelberg?
Debatte
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Am 23.01.2019 um 00:55 schrieb Joerg Schmidt-Rohr:
Hallo,
als jemand, der seit 20 Jahren im Flüchtlingsbereich tätig ist, wollte ich euch – vor allem morgen zur Sitzung – noch ein paar Infos geben.
Vorab – ich habe viele Bedenken gegen den Standort, auch der Neubau eines Zentrums/Lagers ist bedenklich. Aber ich finde es nicht eine tatsächliche riesige Katastrophe, es ist eher das „symbolische“ örtliche Abschieben.
Zu den Fakten und meinen Thesen:
- Flüchtlinge werden eher länger als kürzer im Ankunftszentrum bleiben. 6–8 Wochen sind der Durchschnitt, manche leben dort Monate, andere Tage. Die Tendenz geht zu länger, weil die Aufenthaltsdauer für diejenigen, die keine Bleibeperspektive haben oder aus sicheren Herkunftsstaaten kommen eh in Lagern sein soll. Das steht zum Teil schon im Gesetz und ist eine sich verstärkende Tendenz.
- Integration ist eine schöne Idee, tatsächlich darf in die Lager niemand so einfach rein. Die Bewohner dürfen raus (noch), aber Besucher müssen eine ziemliche Prozedur über sich ergehen lassen. Das ist in allen Landesaufnahmestellen so. Und das wird sicher nicht besser, Zäune Einlasskontrollen – eine andere Lagerwelt erleben wir nicht mehr.
Von daher wird das Lager immer, egal wo es ist, ein „Fremdkörper“ in der Umgebung sein. Daher macht auch PHV nicht inhaltlich Sinn. - Das Lager sollte zu einer Stadt verkehrlich gut angebunden sein. Man sollte in eine Stadt und zum nächsten Bus gut hinlaufen können. Einkaufen, das Land erleben, Freundeskreise und Ehrenamtliche, Anwälte, eigene Freunde … das ist für alle Lagerbewohner sehr wichtig. Daher war bisher PHV auch nur wegen der Shuttle erträglich und das ist bei den Wolfsgärten richtig bescheiden. Verkehrliche Anbindung also enorm wichtig. Alle Aufnahmestellen in Karlsruhe sind zwar auch dezentral, aber verkehrlich wirklich gut angebunden. Ellwangen nicht, da gabs mächtigen soziale Frust.
- Ein Neubau zementiert ein Lager in Heidelberg für eine sehr lange Zeit. Noch sagt man, daraus soll nicht abgeschoben werden. Ich denke, das wird sich ändern. Die sogenannten Ankerzentren, wobei faktisch sind die Landeserstaufnahmestellen das fast schon, wird es – mit anderem Namen – auch in BW geben. Und ob das immer ein „Ankunftszentrum“ bleibt oder irgendwann eine normale Landeserstaufnahmestelle wird? Rechtlich ist es ohnehin kein Unterschied. Und ob die Kommune da soviel Einfluss hat? In 10 Jahren ist der weg, denn dann gäbe es ja den Bebauungsplandruck und den PHV Konversionsdruck nicht mehr.
Und dann wird das Land auf Heidelberger Befindlichkeiten husten. - Politisch ist ein solches Lager immer extrem unschön, zumindest für jeden der nicht die derzeitige Abschottungspolitik und inhumane Behandlungen von Flüchtlingen gut findet. Also warum soll man das Land beim Bau eines solchen Lagers überhaupt unterstützen?
Sollen sie doch bauen, wo der Pfeffer wächst. - Warum muss man einen Platz auf Heidelberger Gemarkung finden? Bei einem Neubau scheidet ja das Argument der eh schon da seienden Gebäude aus. Und ob die Befreiung wirklich was Gutes ist? Ich denke es ist für eine Stadtgesellschaft besser nicht einen solchen Fremdkörper sondern ganz normale zu integrierende Geflüchtete zu haben.
- Der geplante Bauplatz ist wirklich von der Lage bescheiden, gibt es da nichts besseres in BW ? Am Rande einer größeren Stadt wie Mannheim, Freiburg, Stuttgart? Der Platz zwischen Bahndamm und Autobahn … aber auch das ist eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. Und man müsste ja wohl eh baurechtlich eine Sondernutzung beschließen. Denn selbst als Industriefläche wäre das ganze bisher zu abgelegen. Nachdem PHV weg ist gibt es kein Argument mehr für Heidelberg, außer das alle Mitarbeiter jetzt in der schönen Kurpfalz wohnen … und das finde ich reicht als Begründung wirklich nicht aus.
Also – meine Argumente aus der Sicht von jemandem der viele Lager und 30 Jahre Asyldebatte kennt.
Heidelberg sollte dem Land keine Alternative anbieten sondern sagen, dass wir das Lager nicht wollen. Mit dem PHV in der Flüchtlingskrise ist die Pflicht für die Stadt getan, es gibt wegen der Abschottungspolitik eh nur noch wenige die es schaffen und es gibt keinen „Notstand“ mehr bei der Erstaufnahme. Warum ist Mannheim aus der Nummer raus und HD hat den Schwarzen Peter.
Jörg
Am Mittwoch 23.Januar 2019 um 21:22 schrieb Judith Marggraf:
Lieber Jörg,
mit deiner Mail machst du eine große und interessante Diskussion auf.
Vorab: In einem hast du sicher völlig Recht: Es ist nicht wirklich wesentlich, ob das „Ankunftszentrum“ auf PHV bleibt oder in den Wolfsgärten neu gebaut wird. Recht hast du sicher auch mit deiner Prognose, dass HD diese oder eine solche Einrichtung dann vermutlich „gebucht“ hat. Auch richtig ist die Überlegung, ob eine Stadt nicht mit einigen (nach dem Königsteiner Schlüssel) zugewiesenen Asylbewerbern besser fährt als mit einer solchen Dauer-Einrichtung.
An drei Punkten möchte ich aber dagegen halten:
- Wir haben seit 2016 ein ganz schön gutes Netzwerk an medizinischen, Betreuungs- und psychosozialen Hilfsangeboten aufgebaut. Das kann man nicht verpflanzen und das sollte man auch, im Interesse der Ankommenden, stützen.
- Ein Neubau muss Mindestanforderungen an Raum, Räumen, Anbindung und Qualität genügen (wir haben dazu einen Antrag gestellt). Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Billig- und Minimallösungen realisiert werden. Da hat die Stadt über das Bebauungsplanverfahren Einfluss!
- Vor dem Hintergrund zunehmender Migrationsgründe bin ich persönlich für solche Ankunftszentren! Klar, da müssen gesetzliche Klärungen und Regeln entwickelt werden – aber wir brauchen geregelte und geschützte Ankunftsmöglichkeiten, in denen dann über das weitere Verfahren entschieden wird. Wenn wir in Heidelberg eine solche Einrichtung bieten können – so what!?
Herzlich
Judith
Am Donnerstag, 24. Jan. 2019 um 00:17 Uhr schrieb Hans-Martin Mumm:
Liebe alle,
ich denke nicht, dass Jörg recht hat. Nachdem Heidelberg das Ankunftszentrum auf PHV zugelassen hat, ist Heidelberg als Standort gesetzt. Daher der Vorschlag Wolfsgärten, über den wir bereits vor einem Vierteljahr informiert wurden. Da kommen wir nicht raus. Das Land könnte von der Bima ohne unsere Zustimmung ein Areal kaufen oder mieten. Unser Interesse ist, eine möglichst gute Ausstattung des Zentrums zu vereinbaren. Die Option, ganz auf ein Ankunftszentrum zu verzichten, existiert nicht. Im Moment könnte aber unsere Zustimmung zu irgendeinem Standort von Qualitätsforderungen an die Ausstattung geknüpft werden.
Gruß
HM
Am 28.01.2019 um 01:57 schrieb Joerg Schmidt-Rohr:
Liebe alle,
Ich möchte auf die 3 Argumente – 3 von Judith, zwei von Hans Martin – noch einmal eingehen.
Vielleicht noch einmal vorab die formale Ebene.
Ein Ankunftszentrum – und ich abstrahiere jetzt einmal vom PHV – ist eine politisch hochgejazzte Nummer, die im Zuge der sogenannten „Asylkrise“ von 2015 kreiert wurde.
In den Jahren davor, als es eben sehr wenige Flüchtlinge gab, erfüllte genau diese Funktion der Ankunftszentren die Landeserstaufnahmestelle.
Erster Anlauf, Asylverfahren und RP aus einer Hand, gemeinsame Registrierung, „theoretisch“ schnelle Entscheidung, medizinische Abklärung. Sozialbetreuung, Weiterverteilung.
Genau diese Einrichtung steht auch im Asylgesetz. Im Asylgesetz gibt es keine Ankunftszentren – übrigens auch keine „Ankerzentren“. Deswegen ist auch die Einrichtung im PHV einfach nur eine personell extrem gut ausgestattete Landeserstaufnahmeeinrichtung mit genau all den Dingen, die es früher in der Durlacher Allee 100 in Karlsruhe gab.
Nun hat Heidelberg diese Erstaufnahme bekommen. Karlsruhe wird ausdifferenziert, z.B. ist das BAMF in KA an eine andere Stelle gezogen, es wurde eine weitere LEA in der Felsstraße gemietet, in der z.B. auch die Vorführungen bei ausländischen Delegationen und die Abschiebungsvorbereitungen laufen.
Die neuen gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass die „schlechten“ Asylbewerber – die aus den sicher Drittstaaten, -Tendenz zur Ausweitung – die der Asylanträge offensichtlich unbegründet sind etc. dauerhaft biss zur Aufenthaltsbeendigung in der Erstaufnahme bleiben müssen. Mit Arbeitsverbot und 6 Monaten keine Schule und alles was dazu gehört.
Und ich bin mir völlig sicher, das wird -auch wenn es gerade uns nicht gefällt- in den nächsten Jahren nicht besser.
Heidelberg ist in diesem großen Apparat derzeit nur ein Baustein – inzwischen ein wichtiger.
Und wenn das Land baut, werden wir alles dies dauerhaft nach Heidelberg bekommen. Derzeit behauptet die Landesregierung, dass es keine Rückführungen aus den Erstaufnahmen gibt – ist teilweise einfach gelogen. Und bis jetzt sind noch keine Verwaltungsrichter in die Ankunfts-/Erstaufnahmeeinrichtungen gezogen. In 3 Jahren keine Grünen mehr in der Regierung und es kommt.Es kommt ja schon jetzt in kleinen Scheiben unter dem Hardliner Strobel. Wer die faktischen Entwicklungen im Detail seit 2014 mitbekommt könnte verzweifeln. Die derzeit einzige „Gegenkraft ist der Fachkräftemangel der Industrie. Und dann fahren die Busse eben nicht mehr von der Felsstraße zum Baden-Airport sondern von Heidelberg. Wenig sichtbar, da gut abgelegen.
Okay – Heidelberg ist an sich nicht schlechter als Karlsruhe oder viele andere Orte. Und man könnte so ein Lager auch in ein abgelegenes Schwarzwaldtal setzen – das wäre dann noch schlimmer.
Nur, wir haben hier nur zwei sehr schlechte „räumliche“ Alternativen.
PHV halte ich, auch wenn Asyl AK und andere das für eine Lösung halten für keine wirkliche. Nicht weil es Wohnungen kosten würde oder nicht ins Image des Wissenstadtteils passen könnte. Sondern weil mir das Argument der Blockade der Entwicklung einleuchtet und vor allem weil es ein Ghetto ist. Ich benutze das harte Wort. Es ist eine sehr restriktive Einrichtung. Klar, die Bewohner dürfen raus und einkaufen etc gehen. Aber Tore, Zäune, Kontrollen, ohne einen Riesenaufwand darf kein Normalbürger rein Und ich bin überzeugt, dass dies nicht besser wird. Auch wenn ich es mir natürlich politisch nicht wünsche und für das Gegenteil arbeite, es ist so.
Und in einem neu gebauten Zentrum, das wette ich, wird das potenziert.
Ich halte es für eine völlige Illusion über das Baurecht besonders gute Bedingungen für die Flüchtlinge zu bekommen. Das Land wird eh nicht sparen, alleine um seine vielen hundert Mitarbeiter gut unterzubringen. Das einzige wirkliche Argument für Heidelberg ist ja auch, dass die jetzt alle da arbeiten und nicht so weite Arbeitswege haben sollen. Und die Zeit von Containern und Baracken ist vorbei. Das wird optisch sicher ein richtig schönes Lager. (Mir liegen heute am Holocaust Gedenktag ein paar sehr sehr böse Vergleiche auf der Zunge, aber das wäre dann wirklich sehr polemisch)
Natürlich hat das Land aktuell Kreide gefressen, denn es braucht die Verlängerung auf PHV, will vermeiden dass Heidelberg die baurechtlichen chirurgischen Instrumente auspackt. Und brauchen ja auch die Zustimmung zu den Wolfsgärten.
Aber wenn das Ding mal steht ist es vorbei.Und es steht für einen sehr langen Zeitraum, da es dann kein Provisorium wie PHV ist.
Und die Wolfsgärten sind nun mal ein extrem bescheidener Ort, weil die äußere Lage noch die Isolation und den Lagercharakter verstärkt. So ein Zentrum muss nicht neben seinem Zaun noch Autobahnen und Bahnlinien als weitere Abschottung haben.Den Lärm bekommt man vielleicht technisch ein Stück in den Griff – aber da wird es wegen der Kosten Kompromisse geben müssen- aber die schlechte Lage kann man nicht verändern.
Es gehört an eine verkehrlich gut angebundene Peripherie einer Großstadt.
@ Hans Martin – Warum kommt Heidelberg aus der Nummer nicht raus und muss die Wolfsgärten anbieten ? Mannheim kam doch auch aus der Nummer raus. Und die haben viel viel mehr Platz.
PHV gibt es Zusagen und Verträge, oder?
Steht da drin, dass Heidelberg einen Platz für ein Ankunftszentrum stellen muss?
Und dass die BIMA dem Land einen Teil von PHV überlässt wäre gegen alle Absprachen und ist doch auch politisch kaum durchsetzbar. Und wenn das Land da bleibt wo es ist sind alle Pläne für das PHV tot und wenn sie es innerhalb des PHV verlegen haben sie die gleichen Baukosten und den gleichen Aufwand und brauchen auch ewig.Allein weil es keine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt gäbe, was ja auch politisch „theoretisch“ alle Ebenen für Heidelberg als notwendig anerkennen.
Soweit mal.
Von daher ist der Beschluss, soweit er in der RNZ stand, erst mal weiter zu prüfen, dem Land auch zu sagen sie sollen auch anderswo suchen und die Nachteile beider Lösungen zu benennen ein richtiger.
Mal soweit
Jörg
Am Freitag 1. Februar 2019 um 00:03 schrieb Judith Marggraf:
Hi Jörg,
mich verwirrt und beschäftigt deine Vehemenz, mit der du für oder gegen was eigentlich argumentierst.
Es scheint mir doch um Folgendes zu gehen: Behält HD wo auch immer dieses Ankunftszentrum, haben wir de facto eine LEA (Landeserstaufnahmestelle) und das vermutlich auf unbestimmte Zeit.
Lehnt die Stadt das ab (mit dem Risiko, dass Land und BIMA dann doch eine Fläche des PHV okkupieren), werden wir wieder Zuweisungen nach dem Königsteiner Schlüssel haben.
Aus meiner Sicht bedeutet das auch eine Entscheidung zwischen für die Stadtgesellschaft wenig folgenreicher „Erstankunft“ und einem Engagement für Integration. Eine Option, bei der es aus meiner Sicht eher um die Integrationsaufgabe gehen sollte, zumal in unserer Stadt das „Klima“ dafür positiv ist. Alles eigentlich eine einfache Entscheidung.
Was mir überhaupt nicht klar ist: Die Zahlen der Ankommenden sind ja extrem zurück gegangen – warum kann Karlsruhe das nicht wieder stemmen? Technik und Expertise aus HD könnten doch sicher problemlos verlagert werden…
Danke auch hier für deine kompetente Erklärung!
Judith
Am Freitag 1. Februar 2019 um 00:23 schrieb Jörg Schmidt-Rohr:
Nur kurz
Karlsruhe könnte das jetzt nicht mehr so einfach, weil sie die Strukturen in Karlsruhe dezentralisiert haben. RP jetzt komplett in der Durlacher Allee mit vielen Sachbearbeitern, die „alle “ Geflüchteten in BW „betreuen“- also z.B. alle Abschiebungen machen. Mit großem zweiten Gebäude in der Felsstraße, am anderen Ende von Karlsruhe. Das BAMF ist in die Pfitzerstraße gezogen etc.
Sie haben diese Struktur der einheitlichen Bearbeitung in den letzten 2 Jahren aufs PHV konzentriert.
Sonst wäre es schon seit ca. 1 Jahr überflüssig, wenn sie noch so arbeiten würden wie vor der „Welle“.
Aber sonst hast du recht. Königsteiner Schlüssel ist zwar zwischen den Bundesländern aber der BW Verteilerschlüssel des IM/RP ist ähnlich.
Für Heidelberg wäre es inhaltlich am besten einfach ganz normal Flüchtlinge zugewiesen zu bekommen und mit denen umzugehen.
Und es sollte keine Lager mehr geben, aber es wird sie geben und wenn es sie schon geben muss (weil es politische Mehrheiten wollen) dann nicht in einer so ausgrenzenden Lage wie den Wolfsgärten.
Aber wie gesagt, die kritische Haltung des Ausschusses und des GR sind da richtig.
Und dass sie uns politisch mit dem PHV erpressen können kann ich mir schwerlich vorstellen.
Jörg[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_single_image image=“3364″ img_size=“full“ onclick=“link_image“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]Rhein-Neckar-Zeitung vom 01.02.2019[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row]
Bürgerbegehren Ochsenkopf
Für den Erhalt einer Grünfläche mit sehr hoher bioklimatischer Bedeutung
Informationen und Unterschriftenliste unter: www.klimaschutz-grosser-ochsenkopf.de
Wer sich noch aktiv beteiligen möchte, kann gerne Kontakt aufnehmen: Mobil 0178-65 87 061 oder per Mail info@klimaschutz-grosser-ochsenkopf.de . Mitstreiter sind herzlich willkommen!

Fridays for Future
Greta Thunberg, eine 16-jährige Schwedin hat mit ihrer Aktion ´Fridays for Future` für große Aufmerksamkeit gesorgt. Sie setzt sich für einen sorgsameren Umgang mit unserer Erde ein. „Warum sollte ich für eine Zukunft studieren, die bald nicht mehr möglich ist, wenn niemand etwas unternimmt, um diese Zukunft zu retten?“ fragt sie sich und bestreikt nun schon seit Monaten freitags die Schule. Auch Heidelberger Schüler*innen haben demonstriert, sowohl in Heidelberg als auch in Berlin. Eine Schule, deren Kinder und Jugendliche sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, sollte dies auch unterstützen. Es gehört zum Bildungsauftrag dazu, junge Menschen zu mündigen, aufrechten und kritischen Bürgern zu erziehen. Nicht am Wochenende zu demonstrieren macht auch Sinn, denn nur, wenn viele Schüler*innen während der Unterrichtszeit demonstrieren, bleibt das Thema aktuell. Ich bezweifle, dass die Teilnahme an den Demonstrationen den Schulabschluss gefährdet. Würde die Politik mehr Lehrkräfte einstellen, wäre der Unterrichtsausfall durch diese Demonstrationen schnell kompensiert.
Die Verkehrsanbindung des Neuenheimer Feldes
muss natürlich verbessert werden. Nach dem Scheitern der Straßenbahn-Planung ist es aus unserer Sicht sinnvoll und auch kurzfristig möglich, die Anbindung durch die vorhandenen Buslinien zu verbessern. Dazu gehören u.a. die Verlängerung der Linie 37 zum Hauptbahnhof, eine Direktverbindung zum Bismarckplatz sowie Fahrplananpassungen, die die Schichtzeiten der Beschäftigten insbesondere des Klinikums berücksichtigen. Weitere Optimierungspotenziale wie z. B. Busspuren, müssen mit dem Land und der Universität verhandelt werden
Einen Shuttlebus durchs Handschuhsheimer Feld lehnen wir ab! Das Masterplan-Verfahren soll im Herbst beendet werden. Vorher bauliche Fakten zu schaffen (die vermutlich sowieso erst 2020 greifen würden) und damit den Ergebnissen vorzugreifen, widerspricht dem Auftrag und dem Sinn des Verfahrens. Das Argument, es sei ja alles nur ‚provisorisch‘ ist dabei schwach – alle Lebenserfahrung besagt, dass kaum etwas so dauerhaft ist wie ein Provisorium.
Vor 100 Jahren …
… war der Krieg verloren. Die Frauen erhielte das Wahlrecht. In Berlin wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, im Juni dann in München der Heidelberger Eugen Leviné erschossen. Die Weimarer Verfassung begründete die erste deutsche Republik. In Heidelberg war OB Walz im Amt geblieben. Neben ihn trat ein Arbeiter- und Soldatenrat, der sich um die Lebensmittelversorgung und die Unterbringung der Flüchtlinge aus dem Elsass kümmerte. Die Universität richtete für die Heimkehrer ein verkürztes Kriegsnotsemester ein. Zum Kummer der Vaterländler war es der Pazifist Wilhelm Fraenger, der das erste Gedenken an die Kriegstoten gestaltete. Wer die Stimmung zur Jahreswende 1918/19 erfassen will, lese Karl Hampes „Kriegstagebuch“ und Gustav Reglers „Das Ohr des Malchus“. In der Jugend herrschte Optimismus. In ihrer Abitursrede am Hölderlin erklärte 1924 Grete Massias, dass ihre Generation nach den dunklen Kriegsjahren nun „mit leichtem Fuß … ans Licht der Frühlingssonne“ aufsteigt.
Unsere Highlights 2018
Ein kultureller Höhepunkt war der 150. Geburtstag Stefan Georges. Tom Hatry und Hans-Martin Mumm kuratierten im Haus Cajeth eine Ausstellung. George, als Zeitgenosse hellsichtig, als Dichter genial, als Charakter schwierig, wird nur zusammen mit seinem Kreis verständlich. Die Ausstellung fand auch überregional Beachtung.
Beim Thema Verkehr haben wir uns besonders darüber gefreut, dass das auf unsere Anregung im Bezirksbeirat Altstadt entwickelte Verkehrsberuhigungskonzept Altstadt fast einstimmig beschlossen wurde. Außerdem sind wir gespannt, wie das Sicherheitsaudit, bei dem alle Stadtteile auf Gefahrenstellen im Straßenverkehr untersucht wurden, umgesetzt wird.
Zukünftig keine Diskussionen mehr darüber, ob 8 oder 12 € pro Quadratmeter „bezahlbar“ sind! 30% des Einkommens für’s Wohnen wird der neue Maßstab. Ein großer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Wohnungsmarkt – Danke GGH.
Wir wünschen schöne Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr
Judith Marggraf, Hans-Martin Mumm, Michael Pfeiffer
Neuenheimer Feld
Zum Ende des Jahres musste der Gemeinderat noch wichtige Entscheidungen treffen. Außer dem Betriebshof und dem Doppelhaushalt ging es auch darum, Maßnahmen zur Entlastung des Individualverkehrs im Neuenheimer Feld zu beschließen. Die GAL hält es für falsch, viel Geld (4,3 Mio!) für eine provisorische Buslinie durch das Handschuhsheimer Feld und einen P&R Parkplatz auf Ackerland einzurichten. Stattdessen sollten wirksamere und kostengünstigere Maßnahmen geprüft werden, die den Masterplanprozess nicht infrage stellen und langfristig sinnvoll sind. Hier wäre z. B. an die Anpassung der Parkgebühren an das Jobticket und die Optimierung der Busspuren und Buslinien zu denken.
Was mich besonders ärgert ist, dass viele Mitarbeiter*innen ohne Not (Wohnort in HD und nicht im Schichtdienst) als Einzelfahrer mit ihrem PKW ins Neuenheimer Feld fahren und den Kolleg*innen, die auf das Auto angewiesen sind, den Platz wegnehmen bzw. mitursächlich den Stau verursachen. Hier sollte endlich einmal ein Umdenken stattfinden, anstatt nur auf andere wie bspw. den Gemeinderat zu schimpfen.
