Erlebnisse im Corona-Alltag

Manchmal frage ich mich, welche Erziehung Mitmenschen hatten, denn auch ohne Corona sollte man in einem Einkaufzentrum nicht in die Menge niesen. Ebenso im Bus, was zur Folge hatte, dass die Sitznachbarin von Ihrem Sitz aufsprang. Als ich den Übeltäter freundlich auf seinen Lapsus hinweise, werde ich beschimpft. Als der Bus dann hielt, wollte keiner mehr auf den Türknopf drücken. Verschämte Sekunden vergehen, endlich öffnet jemand von außen. Vor einem Laden sprechen 2 ältere Damen ohne die vorgeschriebenen 1,5 Mindestabstand miteinander. Dann geben sie sich Küsschen auf die Wangen. Ich kann´s nicht fassen. Bitte halten sie sich alle an die Gesundheitsvorschriften. Sie schützen sich selbst und somit uns alle. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber gemeinsam besiegen wir das Virus.

Ihr Stadtrat der Freien Wähler

Raimund Beisel

stadtrat.beisel@gmx.de

Zwei Gedanken:

Bei meinem Bäcker darf derzeit nur eine Person in den Laden, meine Buchhändlerin nebenan musste ihr Geschäft schließen. Ich verstehe diese Logik nicht und wünsche mir, dass mehr Einzelhändler wieder ihre Geschäfte öffnen können – natürlich mit den entsprechenden Auflagen. Das wäre eine kleine Erleichterung und auch ein Hoffnungsschimmer.
Ist Ihnen auch aufgefallen, dass der Großteil ’systemrelevanter‘ Tätigkeiten von eher schlecht bezahlten Frauen erbracht wird? Krankenschwestern, Pflegerinnen, Verkäuferinnen … unverzichtbar und einem hohen eigenen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, halten sie unser Leben am Laufen – nicht die vielen klug redenden Herren Virologen! Das sollten wir alle uns merken für die Zeit nach Corona!

Ankunftszentrum PHV

Die Entscheidung Standort Ankunftszentrums wurde letzte Woche von der Tagesordnung genommen. Gut so, denn nun können die Kolleg*innen im Gemeinderat, die sich von unserem OB durch dessen listigen Vorschlag den Gäulschlag zu bebauen, nun doch für die Wolfsgärten entschieden haben, ihre Entscheidung noch einmal überdenken. Bevor man den Wolfsgärten zustimmt, sollte man sich die Ausgleichsfläche nennen lassen, die der OB zugesagt hat. Wenn inmitten einer Stadt eine JVA gebaut werden kann (Bsp. HN/ HD), dann sollte doch ein AKZ auf PHV erst recht kein Problem sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Stadtplaner ausreichend Wohnraum für junge Familien, Wohngruppen und Menschen mit geringem Einkommen planen können. Geht nicht gibt`s nicht. Für mehr Grün-GAL.

Licht aus…

…damit uns ein Licht aufgeht.
Am 28. März von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr ist es wieder soweit: Viele Städte, Unternehmen und Millionen Menschen in Deutschland machen bei der Earth Hour mit, indem sie die Beleuchtung zuhause, an Sehenswürdigkeiten und offiziellen Gebäuden für diese eine Stunde ausschalten.
Schön, dass Heidelberg sich seit Jahren an diesem weltweiten event beteiligt. Könnten wir das nicht öfter tun? Nachtbeleuchtung von Gebäuden, Schaufenstern etc mal auf den Prüfstand stellen? Beleuchtung abwechseln, reduzieren… Es ist ja nicht nur der immense Energieverbrauch, auch die ‚Lichtemmissionen‘ könnten eingedämmt werden. Auch privat kann sowas schön sein: Bei uns hieß das früher „Schummerstündchen“ und war überaus kuschelig.

Mehr Sicherheit für die schwächeren…

…Verkehrsteilnehmer wollte der Gemeinderat, als er nach dem tödlichen Unfall des 9-jährigen Ben das in Deutschland einmalige Sicherheitsaudit beschloss. Alle Experten empfahlen 2018, die Mühltalstraße als unechte Einbahnstraße einzurichten und die Stadtverwaltung kündigte diese Maßnahme an. Doch dann gab es Widerspruch. 2000 Unterschriften wurden gesammelt. Wie viele davon Experten und wie viele von dieser Maßnahme direkt betroffen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher bin ich mir allerdings, dass es diese große Anzahl von Unterschriften nicht gegeben hätte, wenn die Mühltalstraße aufgrund eines Unfalls mit Personenschaden eine Einbahnstraße geworden wäre. Bisher wurde „nur“ ein Hund überfahren…und das war schon zu viel.

Großes Lob…

…an unser Abfallamt, dass bei der Analyse des Haus- und Biomülls durch die beauftragte Firma SHC nahezu durchgängig gute Ergebnisse erzielte. So wurde z.B. beim Biomüll nur eine Störstoffquote von 2,4% festgestellt. Dies belegt, dass die erfolgreiche und nachhaltige Arbeit des Abfallamtes Früchte trägt. Ferner auch ein großes Danke an unsere Einwohner/innen die mit Ihrem Verhalten bei der Mülltrennung zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Durch weitere Maßnahmen, besonders bei Großwohnanlagen, soll das Restmüllaufkommen weiter gesenkt werden. Aufbauend auf den erhobenen Analyseergebnissen wird im nächsten Schritt das Abfallkonzept der Stadt mit konkreten Maßnahmen und Zielen fortgeschrieben.

Ihr Stadtrat der Freien Wähler

Raimund Beisel

stadtrat.beisel@gmx.de

Danke…

…für die Solidarität des Gemeinderates, der sich hinter Memet Kilic, Rechtsanwalt und GAL-Altstadtrat, gestellt hat. Gegen Memet läuft in seiner türkischen Heimat ein Verfahren wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung, er hat die Zulassung bei der dortigen Anwaltskammer verloren und ist zur Fahndung ausgeschrieben. Vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit, die im Grundgesetz, aber auch in Art. 19 der Menschenrechtserklärung verankert ist, ein unerträglicher Zustand. Es geht nicht nur um eine berufliche Beeinträchtigung. Durch den Fahndungsaufruf ist inzwischen seine ganze Familie gefährdet!

Menschenrechte sind unteilbar, deshalb nocheinmal Dank an den Gemeinderat, verbunden mit dem Wunsch, dass die Verwaltung auch wieder die Tibet-Flagge hisst.

Niemals geht man so ganz…

Mit großer Betroffenheit habe ich erfahren müssen, dass Andreas Grasser verstorben ist. Ich kannte ihn seit 2014, als wir uns oft auf Wahlkampfveranstaltungen begegneten und schon damals beeindruckte mich sein Engagement für mehr bezahlbaren Wohnraum und soziale Gerechtigkeit. Er war in hohem Maße verantwortlich für die Satzung zum Zweckentfremdungsverbot und trug seine Argumente klug und gut recherchiert vor. Aber gerade die Begegnungen, die ich mit ihm außerhalb der Politik hatte, werden mir in Erinnerung bleiben. Seine freundliche und immer offene Art und sein Humor werden mir fehlen und daher ist er auch noch in unserer Mitte. Die GAL trauert mit den Angehörigen und wünscht ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft.

Die Ziegelhäuser Neckarbrücke…

…muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Statik lasse eine Sanierung nicht zu. Diese Hiobsbotschaft erfuhren die Ziegelhäuser und Schlierbacher letzte Woche aus der Zeitung. Aus statischen Gründen sei eine Sanierung nicht mehr machbar. Unverständnis herrscht in den beiden Stadtteilen, weil erst sehr spät die Gesamtlast für Fahrzeuge auf 20t beschränkt wurde und der Schwerverkehr trotzdem über die Brücke rollt. Da es in Schlierbach keine ärztliche Versorgung gibt sowie Bank, Post etc. ist es, auch für die über 1.000 Pendler, die aus Z. kommend, in S. die S-Bahn nutzen, unerlässlich, die Verbindung über den Neckar offen zu halten. Am besten wäre es eine neue Brücke zu bauen, bevor die jetzige demontiert wird.

Ihr Stadtrat der Freien Wähler

Raimund Beisel