China comes Heidelberg

Na, da überschlagen sich ja die Aktivitäten: Am 2. Mai wurde mit der Bezirksregierung von Haidian ein ‚Memorandum of Understanding‘ zu Wissenschaft und Forschung unterzeichnet. Am 27. Juni hat die Stadt Heidelberg eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Kunming zur Zusammenarbeit in Forschung in traditioneller Chinesischer Medizin und Umweltschutztechnologie unterzeichnet und vor ein paar Tagen fand ein deutsch-chinesisches Hightech-Forum statt, bei dem diverse Absichtserklärungen unterzeichnet wurden.

Das kann man vielleicht ja alles machen, ich hätte es aber schon korrekt gefunden, wenn unser OB mit dem Gemeinderat frühzeitig mal über seine Pläne gesprochen hätte! Immerhin geht es nicht nur um Freundschaftsbezeugungen, sondern u.a. um die Ansiedelung eines „German-Sino-Hightech-Parks“ auf Patton und weitere Unternehmensansiedelungen.

So waren wir Mitglieder des Gemeinderates „nur“ zu diversen Essen, Begehungen und Zeremonien eingeladen. Viele von uns haben nicht teilgenommen, weil wir uns nicht als lächelnde und nickende Staffage sehen.

Not amused …, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 1.7. 2015

… war ich über das letzte ‚Schlüsselpersonentreffen‘ zur Konversion der Patton Barracks. Diese Treffen dienen dazu, wichtige Personen vor Ort in die formale Planung der Bürgerbeteiligungsprozesse einzubeziehen.

Was uns vorgestellt wurde, war eine elegante Abweichung vom durch den Gemeinderat beschlossenen Verfahren: Weg von der Bürgermitarbeit hin zu deutlich expertendominierten Prozessen. Zur Kenntnis nehmen durften wir die Einrichtung eines Beirates, dessen Zusammensetzung und Aufgabe unklar blieb. Auf zahlreiche Nachfragen, wie denn das Thema ‚Wohnen‘ und die Integration von Mörgelgewann und Kirchheimer Weg zukünftig berücksichtigt wird, gab es keine Antworten.

Die anwesenden VertreterInnen der Stadt haben sich redlich Mühe gegeben, mit den vielen Fragen und Unklarheiten positiv umzugehen, es bleibt aber der Eindruck, dass Meinungsfindungsprozesse jenseits und neben der Bürgerbeteiligung ablaufen und nicht offengelegt werden.

Das ist kontraproduktiv und entspricht nicht unseren Vorstellungen von Transparenz!

Wormser Hof, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 24.3. 2015

Die Frage um den Wormser Hof beschäftigt uns eindringlich. Dieser Platz mitten in der Stadt ist prädestiniert dazu, ein urbanes Zentrum im Sinne einer Kulturmeile zu werden. Traditionell war dieses Anwesen am Theaterplatz immer Mittelpunkt reger Öffentlichkeit und Treffpunkt der Stadtgesellschaft.

In langer Diskussion, was daraus wird, waren die Ideen von Textilhaus und Supermarkt keine gute Wahl. Die breite Öffentlichkeit wünscht sich eine Fortsetzung der Tradition als Kulturhaus (Kino, Literatur, Begegnung). Jetzt kam mir zu Ohren, hier könnte der Kunstverein untergebracht und dessen Räume vom Museum übernommen werden. Dies ist ein neuer vielversprechender Aspekt – für den „Kino-Flügel“.

Obwohl dies Privateigentum ist, problematisch, sollte sich die Stadt trotzdem um Förderer bemühen, ist doch unsere Stadt reich gesegnet an Wohlhabenden. Heidelberg ist gut beraten, hier ein „historisch gewachsenes“ Modell zu entwickeln. Dazu passt, dass das Theater gegenüber eine Renaissance erlebt.

Dieser besonderer Ort wäre ein Musterbeispiel für nachhaltig moderne Altstadtentwicklung!

Integration durch Sport, Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 17.6. 2015

Im NHF fand der 1. Internationale Flüchtlingscup, ein vom Verein NJODEMA und Eine Welt Zentrum organisiertes Fußballturnier, statt.

8 Mannschaften mit Spielern hauptsächlich aus Gambia, Eritrea und Nigeria nahmen teil und zeigten, dass Integration am schnellsten über den Sport gelingt. Daher ist es richtig die Vereine, die bereit sind für Flüchtlinge etwas zu tun, finanziell zu unterstützen.

Wir müssen uns bewusst werden, dass die Flüchtlinge, wenn die Integration gelingt, nicht nur für sie sondern auch für uns eine Riesenchance für eine gemeinsame Zukunft sind. Integration gelingt aber nicht nur durch den Sport sondern auch dadurch, dass wir unsere neuen Mitbürger in unsere Wohngebiete/Stadtteile aufnehmen.

Ich hoffe, dass es gelingt, unsere anerkannten Flüchtlinge gleichmäßig in allen Stadtteilen unterzubringen.

Keine Käseglocke!, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 10.6. 2015

Ist der Schlachtruf der Gegner des Schutzes historischer Bausubstanz. Stimmt: Käseglocken wären wegen der Unterbindung der Luftzirkulation gar nicht zulässig.

Nun soll auch Wieblingen eine Erhaltungssatzung bekommen. Der alte Dorfkern mit seinen verwinkelten Gassen, mit seinen ursprünglich landwirtschaftlichen Hofanlagen ist bis heute – trotz vielfacher Veränderung – erhalten und schützenswert. Um- und Neubauten in dem Satzungsgebiet bedürfen künftig besonders abgewogener Genehmigungen.

Angesichts des rasanten Wechsels im gesamten Stadtgebiet sind Erhaltungssatzungen hilfreiche Instrumente zur Erhaltung der historischen Substanz. Während der Denkmalschutz sich um einzelne Objekte kümmert, können Satzungen ganze Quartiere schützen und den Veränderungsdruck mildern.

Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Stadtteilöffentlichkeit und besonders die Grundeigentümer sich die Ziele der Schutzmaßnahmen zu eigen machen und den Wert der historischen Substanz kennen und schätzen.

Patrick Henry Village, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 20.3. 2015

Ja, es ist in Ordnung, PHV ein weiteres Jahr als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Bevor bei den zu erwartenden hohen Zahlen diese Menschen in Karlsruhe auf der Straße schlafen müssen, sind sie bei uns bis zur endgültigen Erstaufnahme herzlich willkommen.

Aber: es geht nicht um Februar oder Mai 2016 oder ob es 1000 oder mehr Flüchtlinge sind, diesmal ist es unabdingbar, dass das Land den Menschen vor Ort auch Angebote zur Tagesstrukturierung macht.

Egal ob sie 6 Tage oder vier Wochen hier sind, wenn die einzige Abwechslung darin besteht, einen Spaziergang durch’s Kirchheimer Feld zu machen um sich bei Aldi oder Lidl die bunte Warenwelt anzuschauen, die sie sich sowieso nicht leisten können, ist Ärger vorprogrammiert. Ärger, den weder diese Menschen wollen noch wir.

Deshalb ist das Land es den Flüchtlingen genauso wie der Stadt Heidelberg schuldig, hier vorsorgend tätig zu werden.

1. Bundesliga…., Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 6.5. 2015

vorletzten Samstag erlebte ich einen grandiosen Auftritt der Herren der KTG Heidelberg im prallgefüllten Sportzentrum Süd . Die Herrenriege ist wieder erstklassig und traf auf den mehrmaligen Deutschen Meister SC Cottbus. Die beiden Mannschaften beiden lieferten sich einen überragenden und äußerst spannenden Wettkampf, der erst im letzten Vergleich durch eine von Stian Skjerahaug atemberaubende Vorstellung am Reck mit 34:33 für das junge Heidelberger Team entschieden wurde.

Ein Besuch bei der KTG zu einem ihrer Wettkämpfe ist sicherlich für die ganze Familie ein Erlebnis.

In den kommenden Wochen wird es auch wieder spannend in der 1. Rugbyliga, die mit 4 Heidelberger Vereinen extrem stark vertreten ist. Schon jetzt möchte ich Sie auf das Endspiel auf dem HRK – Platz im Harbigweg um die Deutsche Meisterschaft am Samstag, 16. Mai aufmerksam machen, bei dem es mich nicht überraschen würde, wenn wir einer Heidelberger Mannschaft gratulieren dürfen.

Nehmen Sie die kulturellen Angebote in Heidelberg wahr aber vergessen Sie auch nicht, unsere Sportler mit Ihrem Besuch bei Wettkämpfen zu unterstützen.

Charles Gate Station, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 29.4. 2015

Das Kulturhaus Karlstorbahnhof braucht einen größeren Konzertsaal. Anstatt den alten Bahnhof erneut umzubauen, steht ein Umzug in die Südstadt in Aussicht. Mittel dafür sind eingestellt, ein endgültiger Beschluss ist aber noch nicht getroffen.

Das Kommunale Kino – organisatorisch selbstständig – erklärt nun, nicht umziehen zu wollen, und sammelt Unterschriften. Das wirkt bockig und wenig realitätsnah.

Denn dass im Karlstorbahnhof ein neues Kulturhaus entsteht, ist von allen Varianten die unwahrscheinlichste. Das Kino sollte ohne Verzug mit dem Oberbürgermeister klären, was aus dem Gebäude nach dem Umzug des Kulturhauses werden soll und ob ein Kino dort noch eine Chance hätte.

Ansonsten gilt: Auch für das Karlstorkino bedeutet ein Umzug in die Stallungen der Campbell Baracks einen Entwicklungssprung: weitere Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus, keine Lärmbrücke mehr und ein größeres Foyer.

Die neue Lage ist zentral, und das Publikum wird der guten Programmauswahl folgen.

Noch ein Museum?, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 22.4. 2015

Sicher ist es gut und richtig einen Erinnerungsort an die lange Präsenz der Amerikaner in Heidelberg zu schaffen. Aber bitte nicht nur zum Dokumentieren und Erforschen!

Da muss was Lebendiges entstehen, etwas, was in die Stadt ausstrahlt, einen lebendigen Austausch ermöglicht und in die Zukunft gerichtet ist! Stipendiaten von ‚abroad‘, die sich mit Demokratie und Frieden beschäftigen und z.B. eng an unsere Schulen angebunden sind. Warum nicht einen (Kommunal-) Politiker ‚in residence‘ oder, in Erinnerung an Mark Twain, eine Dozentur für Reiseschriftsteller und -journalisten?

Wir können uns so etwas gut in der Kommandantur vorstellen, die liegt im zukünftigen Stadtteilzentrum und im neu entstehenden ‚Bürgerpark‘, deshalb darf es hier auch nicht heißen „Termine nur nach Voranmeldung“ sondern – auch als Gegenentwurf zu Zäunen, Natodraht und Panzersperren – eher „semper apertus“.

Geländer am Philosophenweg, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 15.4. 2015

Wenn man in den schönen Frühlingstagen einen Spaziergang am Philosophenweg unternommen hat, war man erstaunt über die neue erhöhte Geländerkonstruktion.

Der so vertraute Blick auf die Blumenbeete in der Eichendorffanlage ist wie durch eine Einzäunung gestört. Man läuft weiter und stellt fest, dass auf der ganzen Wegstrecke das schöne Panorama zur tiefer gelegenen Stadt, der Dächerlandschaft und dem breiten Fluss durch das hohe Geländer entstellt ist.

Seitens der Stadt wird hier angeführt, wegen der Radfahrer und der EU-Vorschriften. Die Anlieger beschweren sich, denn dort dürften keine Radfahrer sein und was die EU betrifft, so ist nicht zu akzeptieren, was solch eine versicherungstechnische Vorschrift bzgl. der attraktivsten Höhenpromenade der Stadt soll.

Der Besucher wird sehr unangenehm berührt angesichts derartiger Grobheit. Der einzigartige Blick auf die gesamte Altstadt – das Jahrhunderte alte Natur- u. Kulturkunstwerk – ist völlig verzerrt, denn das Geländer verläuft auf Augenhöhe wie ein störendes Band durch ein Bild. Die schönste Schaubühne Heidelbergs verträgt keine derartig abweisende Konstruktion.

Die Stadt ist hier aufgefordert, eine Lösung zu finden, die unserer Kulturlandschaft würdig ist.