Kultur im Süden, Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 25.3. 2015

Es muss nicht immer die Altstadt, Bergheim oder die Halle 02 sein, wenn man in Heidelberg Kultur genießen möchte. Der Heidelberger Süden mausert sich immer mehr zu einem Geheimtipp, bei dem kulturelle Highlights zu bezahlbaren Preisen zu haben sind.

Die Stadtteilvereine Südstadt, Rohrbach und Kirchheim hatten sich etwas Besonderes ausgedacht und Arnim Töpel, Kabarettist, Musiker und Schriftsteller, eingeladen. Das Bürgerzentrum Kirchheim war bis zum letzten Platz ausverkauft und die Zuhörer*innen hatten großen Spaß daran, Töpels komisch- bis urkomischen und manchmal auch sehr tiefgründigen Liedern und Erzählungen zu lauschen.

Bedauert habe ich, dass so wenig junge Besucher im Publikum waren. Wenn es uns nun noch gelingen würde, auch jüngere Menschen für die Kultur im Süden zu begeistern , wäre das schön.

Dann wäre auch der vermeintliche Irrtum, im Süden sei nichts los, ad absurdum geführt.

Der sachliche Hintergrund …, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 18.3. 2014

… der aktuellen Kontroverse um das Neuenheimer Feld liegt in der säkularen Perspektive der Flächenentwicklung der beiden Hochschulen und der weiteren Forschungseinrichtungen: Wo steht die Universität in 30 Jahren?

Die Ablehnung der Straßenbahn ist der auf die Dauer hilflose Versuch, der Stadt die Ausdehnung des Campus ins Handschuhsheimer Feld abzutrotzen.

Es darf erinnert werden: Als es in der Altstadt eng wurde, entstand das Klinikviertel im Westen. Als die Entwicklung in Bergheim an ihre Grenzen stieß, wagte die Universität den Sprung über den Neckar ins Neuenheimer Feld. Im nächsten Jahrzehnt wird dieser Campus erschöpft sein, und das Handschuhsheimer Feld steht als Erweiterungsfläche nicht zur Verfügung.

Darum ist ein neuer städtebaulicher Sprung notwendig. Patrick-Henry-Village bietet sich als künftiger Wissenschaftsstadtteil an. Zum 650-jährigen Jubiläum könnte ein Anfang gemacht sein.

Darüber muss jetzt ohne Zorn und mit viel Eifer gesprochen werden.

Also gut, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 11.3. 2014

Also gut, dann bauen wir bis auf Weiteres eben keine Straßenbahn im Neuenheimer Feld. Den fast 30000 Menschen die dort lehren, lernen und arbeiten wäre eine bessere Verkehrsanbindung zwar dringend zu wünschen, wenn aber Uni, DKFZ und MPI sagen, dass eine Straßenbahn die Freiheit der Wissenschaft und ihre Zukunftsperspektiven einschränkt, dann wird das wohl so sein…..

Jetzt werden wir dem seit 2013 irgendwie ‚in Arbeit‘ befindlichen Masterplanprozess mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Wenn aus dem Neuenheimer Feld 40 bis 50% mehr Flächenbedarf für die nächsten 20 Jahre angemeldet wird, muss selbstverständlich diskutiert werden, wie und wo dieser Bedarf befriedigt werden kann.

Wenn das klar ist, muss natürlich auch ein Verkehrskonzept erstellt werden. Und raten Sie mal, was wir dann ziemlich sicher wieder diskutieren werden: eine Straßenbahn!

Wer sich für die unendliche Geschichte der Straßenbahn ins Neuenheimer Feld interessiert, findet auf www.tiefburg.de/Aktuell eine hervorragende Dokumentation der Geschehnisse und Positionen.

Die Aura des Altstädtischen bewahren, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 4.3. 2015

Wie mehrfach in den Leserbriefen geäußert, nehmen viele Menschen Anstoß vor allem an der Form der Altstadt-Bänke, die in offensichtlicher Asymmetrie zum historischen Stadtbild stehen. Bemängelt wird insbesondere die Plazierung der Bänke um den Herkulesbrunnen, der innerhalb des historischen Gebäudekranzes samt der Heiliggeistkirche den besonderen Mittelpunkt des Platzes bildet.

Hier geht es nicht nur um den wichtigen Aspekt des barocken Platzes, sondern um das historisch gewachsene Gesamtbild der Altstadt, das hier unter Umgehung der Gesamtanlagen-Schutzsatzung Alt-Heidelberg in grober Weise verletzt und verfremdet wird. Die Frage des Stadtbildes ist eben nicht nur ästhetischer Natur. Sie ist für Heidelberg existenziell.

Deshalb setzt solch eine störende Gestaltung das Kulturverständnis der Stadt in schlechtes Licht. Denn die Altstadt kann nur dann attraktiv bleiben, wenn wir ihre Einzigartigkeit und den Zukunftswert des Vergangenen erkennen und die Aura des Altstädtischen zur Geltung kommen lassen!

Außerdem: Am Marktplatz und Kornmarkt verbleiben doch genug Bänke (14!) – gastronomiefrei.

Baggern und Skaten, Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 25.2. 2015

Heidelberg bewegt sich! Es besteht bei uns ein großer Wunsch an sportiven Angeboten. Wie wäre es denn mit einer Beachvolleyballhalle, in der man nicht nur Volleyball sondern auch Badminton, Boule oder Fußball im Sand spielen kann? Dazu ein paar Strandkörbe/Liegen und ein entsprechendes Angebot von Snacks und Getränken, die für ein maritimes Flair sorgen.

So eine Halle gibt es meines Wissens im Rhein-Neckar-Kreis noch nicht. Vielleicht findet sich ja ein Investor, der sich hier einbringen möchte?

Oder eine Skate/BMX-Anlage im Bereich Wieblingen/Bergheim/Pfaffengrund/Bahnstadt, in der insbesondere junge Menschen ihren Spaß an der Bewegung ausleben und ihre Grenzen austesten können. Es fasziniert mich immer wieder, junge Menschen zu beobachten, wenn sie mit ihren Brettern/BMX-Rädern mit großer Ausdauer Kunststücke üben, die ein hohes Maß an Köperbeherrschung erfordern.

Viele Menschen, möchten sich nicht an einen Verein binden oder deren Sportart wird in keinem Verein angeboten. Auch sie sollten entsprechend mit Angeboten unserer Stadt unterstützt und gefördert werden.

Schreiben Sie mir Ihre Meinung hierzu.

Der Etat des Kulturamts, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 11.2. 2015

Der Etat des Kulturamts gehört zu den sensiblen Abschnitten des städtischen Haushalts. In sich ist das Amt sehr übersichtlich.

Die 46 Zeilen der Zuschussliste beinhalten aber die Fülle der freien Kultur in Heidelberg. Daran geknüpft sind hunderte künstlerische Existenzen, technisches Personal, Freundeskreise und ein vieltausendköpfiges Publikum. Jetzt, wo es der Stadt gut geht, gibt es keine Kürzungen oder Streichungen, abgesehen von kleineren vorherzusehenden Änderungen.

Der Entwurf sieht für zwei Einrichtungen deutliche Zuschläge vor, während der allzu niedrige Projekttopf nur zaghaft erhöht wird.

Das Personal des Kulturamts steigt um eine Planstelle auf 6,5 Stellen; die Aufgaben der City of Literature machen das unausweichlich.

Neu ist eine dezernatsübergreifende Übersicht aller Kulturausgaben der Stadt, erhoben in Annäherung an die Methoden der statistischen Ämter. Zusammen mit den zusätzlichen Sachmitteln hat Frau Dr. Edel einen beachtlichen Etat-Einstand ausgehandelt. Glückwunsch.

Eigentlich …, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 4.2. 2015

… ist hier nicht der Ort politischer Auseinandersetzung. Aber der Beitrag von Bernd Zieger zur GGH kann nicht unwidersprochen bleiben.

Die GGH macht Gewinne, die werden irgendwo ‚verfrühstückt‘ statt sie in die Schaffung von preiswertem Wohnraum zu stecken. Der Aufsichtsrat nickt das ab und jetzt wird Herr Zieger da mal aufräumen – so der Tenor des Beitrags. Dieser politische Verbalradikalismus macht mich ärgerlich.

Natürlich macht die GGH Gewinne und zwar mit ihrem Bauträgergeschäft. Die werden reinvestiert in Erhalt, Sanierung und Neubau von mehr als 700 preiswerten/gebundenen Wohnungen, die die GGH als größter, sozial verpflichteter Anbieter dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stellt. Das ist ein kluges Geschäftsmodell, das die Stadt keinen Cent kostet, aber großen Nutzen bringt. Das Engagement auf den Konversionsflächen, mit allen städtischen Auflagen und Erwartungen spricht hier Bände…

Herr Zieger sollte zukünftig denken bevor er schreibt. Und: KollegInnen als „Abnicker“ zu diffamieren geht gar nicht!

Bänke am Marktplatz, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 25.1. 2015

Es ist nicht so lange her, dass die Alliierten Bomben über deutschen Städten abwarfen. Die Soldaten, heimgekehrt, erkannten ihre Städte nicht mehr. Im Eilverfahren entstanden Wohnblocks in Rasteranordnung, in den 70/80er Jahren wurden riesige Zementbauten hochgezogen, Verkehrsachsen zerschnitten Stadt und Land.

Auch in Heidelberg – kriegsverschont – wurde historisches Gut unwiederbringlich zerstört.

Mit größter Mühe wurde noch vorgestern eine zweite Stadthalle – ein fürchterlicher Großkomplex – verhindert. Unglücklicher erging es dem klassizistischen Stadttheater von 1853, dessen Erweiterung mit ihrem hohen riesigen Flachdach einen massiven Fremdkörper in der kleingliedrigen Dächerlandschaft darstellt.

In diesem Zusammenhang muss man die neue Möblierung unserer Altstadt sehen, v.a. die 64 klotzigen Bänke. Gerade der Herkulesbrunnen am barocken Marktplatz schreit nach Befreiung von diesen Gebilden, die den guten Geschmack beleidigen und den Ruf unserer Stadt schädigen. An diesen Ort gehört kein festes Mobiliar!

Viele Bürger fordern ihre Entfernung! Für die Sitzbedürftigen bleiben doch an beiden Rathauseingängen noch 4 Bänke.

NOGIDA…, Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 19.1. 2015

bedeutet: Notleidende Offenherzig in die Gemeinschaft In Deutschland Aufnehmen. Über den Namen der Initiative kann man geteilter Meinung sein aber nicht über die Aussage, für die er steht.

Notleidende: all die Menschen, die durch Bürgerkriege und Terror aus ihrer Heimat flüchten mussten, Familie, Freunde und Eigentum verloren haben.

Offenherzig: ja, ohne Vorbehalte diesen teilweise traumatisierten Menschen mit Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Respekt und Freundlichkeit begegnen

Gemeinschaft in Deutschland: eine Gemeinschaft, ohne Ansehen auf Hautfarbe, Herkunft, Religion und sozialem Status, in der wir alle, die in diesem Land wohnen, zeigen, dass wir uns nicht spalten lassen von kranken Gehirnen, die Europa terrorisieren und auseinanderbringen wollen.
Aufnehmen: Den Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft zu geben, sich um sie zu kümmern und ihnen bei der Integration zu helfen.

Wenn man aus dem menschenverachtenden Terroranschlag in Paris etwas positives abgewinnen möchte dann, dass er die Menschen in Europa und darüber hinaus näher zusammengebracht hat.

Ich besuche zur Zeit täglich Kindergärten und beobachte die Kinder, wie sie miteinander spielen und umgehen. Keine Hautfarbe, kein sozialer Status und keine religiöse Zugehörigkeit spielt bei ihnen eine Rolle und ich frage mich, warum sich in unserer Entwicklung diese Unbefangenheit ändert.

Nach dem Schock von Paris, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 14.1. 2015

… tut es gut, dass sich weltweit Millionen von Menschen öffentlich zu Freiheit, friedlichem Zusammenleben und den demokratischen Grundrechten bekennen. Nun beginnt der Streit darüber, mit welchen Maßnahmen dem Terror zu begegnen ist.

Zwei Maximen wollen beachtet sein: Absolute Sicherheit kann es nicht geben, und Zukunft hat nur eine Gesellschaft, die Zuwanderung und Vielfalt zulässt. Abwegig sind Forderungen an die hier lebenden Muslime, sie sollten sich distanzieren. Die einzige Perspektive ist ein offenes Miteinander und gelingende Gleichberechtigung.

Dem Pegida-Phänomen wird manchmal unterstellt, es beruhe auf offenen Fragen und echten Ängsten. Dabei sind es die Aufmärsche selbst, die Angst verbreiten, und ihre Teilnehmer sind gegen Antworten völlig aufklärungsresistent.

Auf der Straße müssen wir Pegida entgegentreten, ansonsten gilt auch hier: Die einzige Perspektive unserer Zuwanderungsgesellschaft ist ein offenes Miteinander und gelingende Gleichberechtigung.