Sperrzeit in der Altstadt, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 26.11. 2014

In der Diskussion um die neue Sperrzeitverordnung für den Bereich Kernaltstadt muss nun eine konstruktive Lösung gefunden werden.

Ausgangspunkt ist: Heidelberg ist eine kleine historische Stadt. Die Altstadt ist ein Familienwohnort, an dem auch alte Menschen und Kinder leben. Lärm, Müll und Radau kennzeichnen hier das Leben in den letzten Jahren und macht es geradezu unerträglich. Belästigender Lärm vor allem nachts ist akustische Umweltverschmutzung. Die hiesigen Sperrzeiten für die Gastronomie und Vergnügungsangebote können nicht verglichen werden mit denen in München oder an anderen Orten.

Unser Vorschlag: Werktags sollen die Kneipen um 1 Uhr schließen, am Wochenende um 2 Uhr. Die Wirte verweisen auf die Berufsfreiheit, die 11.000 Einwohner auf den Grundsatz: Gesundheit geht vor wirtschaftlichen Interessen. Vergessen wir nicht: Heidelberg ist deutsche Erinnerungskultur! Es ist ein Dokument deutschen und europäischen Geisteslebens.

Hier eine nachhaltig positive Entwicklung einzuleiten, ist eine der dringlichsten Aufgaben der Stadtpolitik!

Flüchtlinge und Patton Barracks, Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 19.11. 2014

Der Heidelberger Gemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass bis zu 2000 Flüchtlinge die PHV über die kalte Jahreszeit als Winterquartier beziehen können. Die vielen positiven Rückmeldungen von Bürgern ob dieser Entscheidung haben mir wieder klar gemacht, warum ich so stolz auf meine Stadt bin und mich hier so wohl fühle. Weil Heidelberg weltoffen ist und sich im Gegensatz zu manch anderer Kommune nicht versteckt, wenn es darum geht, humanitäre Hilfe zu leisten.

Am 20.November findet um 18 Uhr im Bürgerzentrum Kirchheim das erste Forum zur Bürgerbeteiligung für die Patton Barracks statt. Wenn der Bürger nun in der RNZ lesen muss, dass dort seitens der Stadt schon ein Ausbildungshaus (2015) und ein neuer Technologiepark entstehen soll, dann frage ich mich, ob hier die Mitgestaltung durch die Bürger der umliegenden Stadtteile erwünscht ist.

Die Stadt sollte das Fell des Bären nicht schon verteilen, bevor er erlegt ist. Es wäre erfreulich, wenn ein Verantwortlicher des TP den Bürgern an diesem Abend seine Vorstellungen präsentieren würde.

350 Jahre Toleranz, hoch aktuell, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 12.11. 2014

1664 gestattete Kurfürst Karl Ludwig Flüchtlingen die Ansiedlung in der Kurpfalz, obwohl sie Täufer waren. Sie kamen aus der calvinistischen Schweiz, die diese pazifistische Minderheit nicht duldete. Karl Ludwig erklärte, ihm sei egal, ob die Zuwanderer sich „aller Kriegshändel enthalten“, wenn sie nur das Land mit aufbauen.

Die alten Berichte der Ortspfarrer klingen zeitnah: Quartiersuche, Begrüßung, Versorgung, Ansiedlung und Starthilfen waren zu organisieren.

Am letzten Samstag feierten die süddeutschen Mennonitengemeinden in der Hoffnungskirche (Südstadt) ihr Jubiläum: „Ohne Gewehr und Krieg. Menschen, die aufbauen. 350 Jahre Mennistenkonzession in der Kurpfalz.“ Erinnert wurde an diesen frühen Schritt zu Toleranz und Menschenrechten.

Die gastgebende Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Heidelberg (Baptisten) stellte in diesem Rahmen ihr aktuelles Engagement zur Unterstützung der Flüchtlinge in Heidelberg vor. Sie fand und verdient dafür viel Beifall.

„Wer kennt die Altstadt…., Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 5.11. 2014

so gut wie Dr. Hermann Lehmann, der vor einigen Tagen 80 Jahre alt wurde? Wir schätzen unseren langjährigen Bezirksbeirat als einen Bürger, der sich seit Jahrzehnten für seine Stadt engagiert, der Bausünden anprangert, neue Bauvorhaben kritisch betrachtet und Eingriffe in die historische Substanz zu verhindern sucht.

Er verleiht den denkmalschützenden Aspekten Gewicht, indem er mit seinem umfassenden Wissen zur Stadtgeschichte und gründlicher Recherche Fehlentwicklungen thematisiert. Dazu gehören der Wegfall der Straßenbahn und die Fußgängerzone, der Umgang mit historischen Gebäuden und die Altstadt-Plätze, vor allem der ehemalige Harmonie-Garten in der Theaterstraße.

Frühzeitig wies er auch auf den fatalen Widerspruch zwischen Wohnen und zunehmender Eventisierung der Altstadt hin.

Zum runden Geburtstag gratulieren wir recht herzlich!“

Altstadt-Bänke, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 22.10. 2014

Es tut gut zu sehen, dass die vielfach kritisierten Sitzbänke um den Herkules-Brunnen, vor der Heilliggeistkirche und am Südsaum des Kornmarktes nach dem Heidelberger Herbst nicht wieder aufgestellt wurden, so dass die historischen Plätze wieder ihr ursprüngliches Bild haben. Es wäre gut, wenn das so bliebe.

Die „Befreiung“ dieser historischen Orte vom nicht dazu gehörigen Mobiliar wird als besonders angenehm empfunden. Hierfür hat „Heidelberg Pflegen und Erhalten“ mit Fraktionsgemeinschaft GAL am 21. Sept. einen Antrag gestellt, um an diesen drei Plätzen die insgesamt 10 Bänke auf Dauer zu entfernen (der Antrag steht erst am 5.3.2015 auf der Tagesordnung).

Es handelt sich hier nicht um „ästhetische“ Nebensächlichkeiten, sondern um ein Mobiliar in einem historischen Umfeld, wo architektonische Zusammenhänge sehr prägend sind. Diese stadtbilddominanten Plätze vertragen gar keine feste Möblierung! Hier würde eine Aufstellung dieser Bänke, die insgesamt ohne jeden Charme für das „Altstädtische“ sind, wie eine Demonstration des Unpassenden wirken.

Diese 10 von insgesamt 64 Bänke in der Hauptstraße kann man getrost entbehren. Was wir alle aber nicht entbehren wollen, ist der gute Ruf der Stadt.

Altstadt-Bänke , Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 20.10. 2014

Es tat gut zu sehen, dass die kritisierten Sitzbänke um den Herkules-Brunnen, vor der Heilliggeistkirche und am Südsaum des Kornmarktes nach dem Heidelberger Herbst bisher nicht aufgestellt wurden, so dass die historischen Plätze wieder ihr ursprüngliches Bild hatten. Die „Befreiung“ dieser historischen Orte vom nicht dazu gehörigen Mobiliar wurde als besonders angenehm empfunden.

Hierfür hat „Heidelberg Pflegen und Erhalten“ mit Fraktionsgemeinschaft GAL am 21. Sept. einen Antrag gestellt, um an diesen drei Plätzen die insgesamt 10 Bänke auf Dauer zu entfernen (der Antrag steht erst am 5.3.2015 auf der Tagesordnung).

Es handelt sich hier nicht um „ästhetische“ Nebensächlichkeiten, sondern um ein Mobiliar in einem historischen Umfeld, wo architektonische Zusammenhänge sehr prägend sind. Diese stadtbilddominanten Plätze vertragen gar keine feste Möblierung! Hier würde eine Aufstellung dieser Bänke, die insgesamt ohne jeden Charme für das „Altstädtische“ sind, wie eine Demonstration des Unpassenden wirken.

Die Kinderbeauftragten (Kibs).., Stadtblattartikel von Michael Pfeiffer am 13.10. 2014

sind ein wichtiges ehrenamtliches Bindeglied zwischen den Kindern der Stadtteile und der Stadtverwaltung. Es sollten in jedem Stadtteil zwei sein, die sich u.a. um sichere Schulwege, Kinderspielplätze, Krippen- und Kitaplätze sorgen. Auch beim Weltkindertag sind sie vor Ort.

Sie halten den Kontakt zu Kindergärten und Schulen und treffen sich auch mit den anderen Kibs, um sich auszutauschen.
Zur Minimierung des „Eltern-Taxi-Verkehrs“ gibt es seit 2006 die Leitlinien für eine kinderfreundliche Verkehrsplanung, die von den „Kibs“ erstellt wurden und für die Stadt verbindlich sind.

Es wurde ein „Feuerwehrtopf“ eingerichtet, mit dem die Kibs zeitnah bauliche Maßnahmen für die Sicherheit beantragen konnten. Dieser startete mit 150.000€ im Jahr und wurde sukzessiv abgeschmolzen. Es sollen im nächsten Haushalt nur noch 50.000€ sein.
Wer ein bisschen Ahnung hat weiß, was man damit beim Straßenbau anfangen kann.

Beim Doppelhaushalt 15/16 können Stadt und Politik zeigen, ob sie die Kibs ernst nehmen oder den Feuerwehrtopf erneut reduzieren.

Nils Weber und das Marienhaus, Stadtblattartikel von Hans Martin Mumm am 6.10. 2014

1990 entstand der Plan, neben der Atosklinik am Bismarckplatz eine private Herzklinik zu bauen. Verknüpft war damit die Hoffnung, das Beton-Kaufhaus an der Ecke zur Bergheimer Straße durch einen schöneren Neubau zu ersetzen. Umstritten waren dagegen der Abriss des historischen Marienhauses und die Konkurrenz zur Kardiologie der Universität.

Meine Denkmal-Argumente wollte sich Nils Weber damals nicht zu eigen machen. Ihm ging es um die Neugestaltung dieses Areals.

Da zu befürchten war, dass nur das Marienhaus abgerissen, das Kaufhaus aber stehen bleiben würde, beantragte Nils Weber im Gemeinderat punktgenau und mit Erfolg, die Zustimmung der Stadt von der vertraglichen Zusicherung des zweiten Bauabschnitts abhängig zu machen.

Daraufhin verlor der Investor das Interesse. Der hieß übrigens Dr. Jürgen Schneider und ging 1994 spektakulär pleite. So wurde das Kulturdenkmal Marienhaus saniert und blieb bis heute erhalten.

Nils Webers Tod ist uns sehr nahe gegangen.

„Butter bei die Fische“, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 29.9. 2014

… brauchen wir in den kommenden Wochen bei der Frage nach der Aufnahme von Flüchtlingen. Und zwar von denen, die länger bei uns leben werden. Nach aktuellen Plänen sollen diese Menschen in ein, vielleicht zwei Gebäuden der Patton Baracks untergebracht werden. Ich will dahinter ein Fragezeichen setzen.

Ich halte nichts davon, Menschen hinter Zäunen zu kasernieren, die nach Not, Angst und Vertreibung hier aufgenommen werden. Ich halte auch nichts davon, diese Menschen „unter sich“ zu lassen. Ebensowenig halte ich davon, diese Menschen alleine dem Heidelberger Süden zuzuordnen.

Das Schlüsselwort heißt ‚dezentrale Unterbringung‘. Daran wird unsere Integrationskraft, unsere Weltoffenheit und unser Verständnis für die Not- und Ausnahmesituation dieser Menschen gemessen.

Ich weiß wohl, dass die Betreuung zentral einfacher ist als dezentral. Ich weiß auch, dass Wohnraum in Heidelberg nicht so einfach zu finden ist. Aber ich weiß auch, dass jede Familie, der wir ein normales, integriertes Leben ermöglichen können, ein Gewinn für uns alle ist.

Unpassende Stadtmöblierung, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 22.9. 2014

Die Neumöblierung der Hauptstraße und der Altstadtplätze sollte die Attraktivität der Altstadt als ästhetischen, wirtschaftlichen und touristischen Magnet erhöhen: die neuen Laternen das historische Stadtbild erhellen, Pflanzenkübel Grün in die Stadt bringen, Abfallbehälter für Sauberkeit sorgen, passende Sitzmöbel zum Verweilen einladen.Viele Bürger sind jedoch mit dem Ergebnis ganz und gar nicht einverstanden.

Wir von der Kulturinitiative fordern hier schon lange Korrektur. Kann man die Laternen-Form – trotz Mängel an Detail und Eleganz – noch akzeptieren, besteht bei den zu stark strahlenden Leuchtkörpern mit unruhig springendem Licht Verbesserungsbedarf.

Sehr unglücklich geraten ist aber die Wahl der Sitzmöbel: Ihre derbe Einfältigkeit und Klobigkeit passt nicht zum historischen Ambiente! Deshalb ist die Stadt gut beraten, wenigstens an drei markanten Stellen die störenden Bänke zu entfernen: 4 Bänke um den Herkules-Brunnen (dieser Platz verträgt keine „feste Möblierung“!), die 2 Bänke vor der Heiliggeistkirche und die 4 Bänke am Südsaum des Kornmarktes.

Bei diesem verfehlten Gestaltungsbild darf es nicht bleiben, es schadet dem Ruf Heidelbergs.