Diskutieren und Entscheiden, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 12.3. 2012

Diskutieren und Entscheiden stellt hohe Anforderungen gerade auch im politischen Raum: Die eigene Position gut begründen können, dem Gegenüber zuhören, andere Meinungen zulassen und dann gemeinsam und sachlich die Argumente und Fakten abwägen und zu einer Entscheidung kommen.

Bei der Diskussion um die Straßenbahn in die Altstadt sind wir davon weit entfernt. Wieder einmal gilt Lautstärke mehr als Argumente, Glauben schlägt Wissen und jeder anders Denkende wird zum Feind.

Auch wenn ich persönlich der Überzeugung bin, dass die Straßenbahn durch die Ebert-Anlage machbar, richtig und sinnvoll ist, möchte ich es gerne mit Hans-Georg Gadamer halten:
“ Wir müssen endlich wieder lernen, wie man ein richtiges Gespräch führt. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte“

Rodung in Schlierbach mit Folgen, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 5.3. 2012

Dass bei uns der Städtebau tiefe Kluften zwischen privatem Vorteil und den Bürgern aufreißt, zeigt sich gerade in Schlierbach/Unterem Rombach mit dem „Wohnpark Klosterblick“.

Statt restaurative Stadtgestaltung greift eine Stadtverdichtung um sich, deren Folgen Lebensqualität und Lebensräume beengen. Eine Grünzone mit altem Baumbestand wurde vor Entscheidung des Regierungspräsidiums und trotz Widerspruchs der Anwohner vom Juli 2011 abgeholzt.

Auf der enstandenen Fläche soll nun eine Baukonzentration (13 Wohneinheiten) erfolgen. Schmale Straßen, unsichere Schulwege und verengte Spielflächen versetzen die anwohnenden Familien in Sorge.

Arbeitskreis Bürgerbeteiligung , Stadtblattartikel von Gabriele Faust-Exarchos am 27.2. 2012

BürgerInnen und Initiativen haben durch ihren erfolgreichen Protest, u.a. gegen die Stadthallenerweiterung, ein Umdenken und die Erarbeitung verbindlicher Leitlinien bewirkt.
Mitgestaltende Beteiligung soll frühzeitig, prozesshaft und transparent sein.

Ein fortzuschreibender Vorhabenbericht und eine städtische Koordinierungsstelle sind dabei wesentliche Elemente. Planungen sollen ergebnisoffen auf der Basis gemeinsamer Ziele und Prioritäten erfolgen. Offenlage der Interessen und eine bessere Kommunikation können Vertrauen schaffen, auch für die politische Entscheidung im Gemeinderat.

Die Leitlinien werden in den nächsten Wochen intensiv diskutiert. Als AK-Vertreterin von SPD, GAL und HD p&e möchte ich die interessierte Bürgerschaft einladen, ihre Vorstellungen und kritischen Anmerkungen einzubringen.

Strategie gesucht, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 13.2. 2012

Nun wird der Entwicklungsbeirat Leitlinien zur Konversion vorlegen. Es wird spannend sein zu sehen, wie in der zweiten Arbeitsphase des Beirates diese Leitlinien mit den konkreten Wünschen und Ideen für die einzelnen Flächen harmonieren.

Die breit angelegte Arbeit des Entwicklungsbeirates ist aber nur die „halbe Miete“ im Prozess der Konversion: Parallel dazu muss „die Stadt“, also Gemeinderat und Verwaltung, eine Strategie entwickeln, wie man (bau-)rechtlich, finanziell, planerisch und konzeptionell mit den frei werdenden Flächen umgehen will.

Das ist nicht Aufgabe des Beirates, sondern liegt ganz klar in unserer Verantwortung! Wir sollten hier bald in die Gänge kommen bevor uns die Entwicklungen überrollen und unsere Leitlinien Makulatur werden.

Theaterkultur aus Idealismus, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 5.2. 2012

Auch wir von der „Kulturinitiative“ und GAL freuen uns, dass Ute Richter, Intendantin
des Zimmertheaters, die Staufermedaille verliehen wurde.

Unsere Gratulation gilt auch Wolfgang Graczol und seiner Frau Anne zum 25. Jubiläum
ihres Taeter-Theaters.

Ihren Erfolg verdanken beide Bühnen der alltäglichen Nähe zu den Menschen. Durch die hohe Qualität ihrer Darbietungen vermögen sie den Besucher bestens zu unterhalten und zu bilden. Versuchen die Großstadt-Bühnen in ihren Palästen durch aufwändige Bühnenbilder, opulente Kostüme und aufdringliche Werbung Aufsehen zu erregen, so bestechen diese Heidelberger Privattheater durch ihre ganz eigene Anziehungskraft und ihren partizipativen Geist, jenseits des Mainstreams und eines avantgardistischen Elitarismus. Kultur und Aufklärung werden hier auf dem Silbertablett präsentiert.

Immer wieder sonntags…, Stadtblattartikel von Gabriele Faust-Exarchos am 30.1. 2012

… soll in der Innenstadt eingekauft werden, fordert der Verein „Pro HD“. Nach dem Verkaufs-Sonntag im November soll nun auch im Juni die Kasse klingeln – unter dem Deckmäntelchen eines „Tags des Helfers“.

Wir meinen, die HelferInnen von Rotem Kreuz bis Feuerwehr verdienten einen anspruchsvolleren Rahmen, jenseits kommerzieller Interessen, ihre wichtige Arbeit für die ‚soziale Stadt‘ zu präsentieren.

Wer denkt eigentlich an die Beschäftigten, die einen weiteren Sonntag auf Familienleben verzichten müssen? Zu Recht kritisieren die Personalräte diesen zusätzlichen Einsatz bei gleichzeitiger Personalreduzierung und bezweifeln den Nutzen für Einzelhandel und Stadt. Auch die Kirchen lehnen diese Ausweitung ab.

Interessenausgleich ein Fremdwort? BürgerInnen beteiligt?

Fahren Pferde Straßenbahn? Stadtblattartikel von Judith Marggraf vom 23.1. 2012

Humor hat Prof. Eitel und es ist gut, dass er unmissverständlich klar macht, dass es für den Heidelberger Reiterverein keine Perspektive auf Unigelände gibt.

‚Wenn du nicht mehr weiter weist, gründe einen Arbeitskreis‘ – das ist kein Humor, sondern die ratlose Antwort der Stadtspitze auf die seit mehr als 2 Jahren ungeklärte Situation des Reitervereins…..Halten wir fest: Der Reiterverein ist eine private Einrichtung, die städtisches Gelände gepachtet hatte. Der Vertrag ist ausgelaufen, das Gelände wird anderweitig benötigt.

Die Stadt kann helfen und unterstützen, eine Lösung muss der Verein selbst suchen und finden! Hier scheint es aber deutlich an Dynamik zu fehlen – die Geduld der Partner wird langsam sehr strapaziert.

Thema Hauptstraße, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 16.1. 2012

Das Thema der Hauptstraße ist nicht nur verkehrstechnischer, sondern auch ästhetischer Natur.

Eine historische Straßenbahn ohne Überleitung, behindertengerecht, eingleisig und leise, zwischen dem Karlstor und dem Bismarckplatz, würde die geschwungene Linie der Hauptstraße positiv unterstreichen und die Reihung der Geschäftsfassaden visuell beleben. Busse ohne festgelegte Schienenbasis bringen Unruhe und Unsicherheit mit sich, da die Fußgänger immer neue Ausweichmöglichkeiten suchen müssten; schwierig, besonders wenn man den Bus im Rücken hat!

Eine historisierte Straßenbahn (ein bis zwei Wagen lang), ein mobiles Objekt zwischen Kunst und Design, brächte eine attraktive Note mit in das Stadtbild ein, auch wäre sie eine entscheidende Hilfe für die Mobilität im Herzen der Altstadt für bewegungsmäßig eingeschränkte Menschen.

Zugleich wäre sie ein natürliches, sanftes Ordnungsmittel zur Abdämmung der allabendlichen, straßenbreiten Vereinnahmung der Hauptstraße durch Jugendgruppen (leider manchmal alkoholisiert und lautstark grölend) und auch ein Transportmittel für späte Stadtbesucher, um schnell zu den zentralen Anschlussstellen zu gelangen.

Licht am Ende des Tunnels! Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 9.1. 2012

Endlich hat auch der OB erkannt, dass sein Tunnelprojekt nicht finanzierbar ist. Die Signale aus Stuttgart so lange nicht wahrnehmen zu wollen, hat Heidelberg viel Geld und Zeit gekostet.

Die GAL lehnte den Tunnelbau seit Jahren mit Blick auf Kosten und Finanzierbarkeit ab und bezweifelte vor allem den verkehrspolitischen Nutzen.

Die damalige Mehrheit im Gemeinderat war leider nicht willens, alternative Vorschläge wie die von uns favorisierte „Stadt am Fluss –Light“ oder die von BürgerInnen entwickelten Konzepte ernsthaft zu diskutieren.

Deshalb jetzt: Zügige Umsetzung des beschlossenen Mobilitätspakets, Ausbau des Straßenbahnnetzes und Verbesserung des ÖPNV durch eine Verkehrsplanung, die alle Stadtteile gut andient und zu allen Tageszeiten Mobilität sicherstellt.

Atempause …

… könnte als Überschrift über dem zurückliegenden Jahr stehen: Aus dem umstrittenen Tunnel wurde ein passables Mobilitätspaket, der großen Zukunftsaufgabe Konversion nähern wir uns vorsichtig mit ‚Leitlinien‘ und die Bürgerbeteiligung, das zukünftige Allheilmittel für strittige Themen, wird gleich dreifach angegangen: mit den Leitlinien des Arbeitskreises unter Leitung von Prof. Klages, mit dem Konzept der Bürgerstiftung zur Standortsuche für ein neues Konferenzzentrum und mit dem sogenannten ‚Dialogischen Planungsprozess‘ mit dem der Entwicklungsbeirat arbeitet. All das muss sich bewähren, wenn im kommenden Jahr wieder Entscheidungen getroffen werden und im Vorfeld dann auch über Ziel- und Interessenkonflikte geredet und gestritten wird.

Lassen Sie uns gemeinsam mit Spannung und vorsichtigem Optimismus das Neue Jahr erwarten!

Wir wünschen Ihnen, uns und unserer Stadt ein gutes Jahr 2012!