Für eine Renaissance der Hauptstraße (II), Stadtblattartikel von Wassili Lepanto vom 5.12. 2011

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie sollte auch die Möglichkeit einer historisch orientierten und behindertengerechten (zudem leise und ohne Oberleitung) Straßenbahn durch die Hauptstraße nachgedacht werden, die zusätzlich zum Busverkehr der Friedrich-Ebert-Anlage fahren würde.

Eine solch zentrale Verkehrsverbindung käme nicht nur den Bewohnern & Touristen zugute,
sondern würde auch den Einzelhandel nachhaltig stärken, indem ein nicht mehr „fußflinkes“,
aber zahlungskräftiges Klientel befördert würde. Solch eine nützliche wie attraktive Funktion der Hauptstraßen-Straßenbahn als „Sozialromantik“ abzutun, greift zu kurz!

Wir brauchen eine neue Sicht der Dinge, um der Altstadt ihre Würde zurückzugeben, sie vom negativen Image als gesichtslose Event- und „billige“ Konsummeile zu befreien und die Lebensader der Stadt durch eine einspurige Straßenbahn alten Stils im positiven Sinne zu „revitalisieren“.

Ein klares Votum – Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 28.11. 2011

für ein Hip-Hop-Archiv wäre auch eine klare Ansage, dass Kultur in Heidelberg nicht bei Brentano und Eichendorff aufgehört hat und auch neben unserer elaborierten Festivalkultur stattfindet und sich entwickelt.

Was für eine Verlockung, dem Mythos Heidelberg in den Texten von Torch nachzuspüren.
Herauszufinden, warum er in Heidelberg den ‚Deutschrap‘ entwickeln konnte. Nachvollziehen, welch immense Bedeutung die deutschen Texte bis heute für viele Menschen haben….

Ein solches Archiv würde eine ganz originäre und authentische Heidelberger Entwicklung dokumentieren und nutzbar machen. Soetwas mit einem CD Verleih oder einem Schuhkarton voll ‚Kram‘ zu verwechseln, den man auch in Mannheim aufheben könnte, scheint mir unbedarft und fahrlässig zu sein.

Bürgerbeteiligung im ganzen Ländle – Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 21.11. 2011

Alle Bürgerinnen und Bürger des Landes sind am Sonntag erstmals zu einer Volksabstimmung aufgerufen. Sie können mit ihrer JA-Stimme einem Gesetz zustimmen, das die Landesregierung dazu verpflichtet, Kündigungsrechte beim Finanzierungsvertrag für ‚Stuttgart 21‘ wahrzunehmen.

In den letzten Monaten haben sich viele Menschen aus unterschiedlichsten Gründen gegen die Realisierung von Stuttgart 21 organisiert und über die negativen Auswirkungen, auch für unsere Region, informiert. Fehlende Transparenz und der fragwürdige politische Stil der letzten Jahre führten zu Kritik und Misstrauen.

Deshalb: Beteiligen Sie sich! Gehen Sie am kommenden Sonntag zur Volksabstimmung!

Stimmen Sie mit Ja!

Für eine Renaissance der Hauptstraße – Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 14.11. 2011

Als Vertreter der Kulturinitiative möchte ich den großen Fehler auf Kosten einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufzeigen, verursacht durch den Rückbau mehrerer Straßenbahnlinien in und aus Heidelberg in die Region zugunsten von Individualverkehr und „autogerechter“ Stadt, besonders die Entfernung der Straßenbahn aus der Hauptstraße vor 30 Jahren.
Die Umgestaltung zur reinen Fußgängerzone führte zur Bildung einer Event-Einkaufsmeile bei gleichzeitiger Verödung des Kultur- und Geschäftslebens der Umlandgemeinden und einer Zerstörung der intakten Wohnstruktur der Altstadt durch Verteuerung.
Die Wiedereinführung der Straßenbahn in kleinteilig-historischer Struktur, ohne Oberleitung, behindertengerecht, wäre eine vernünftige Lösung, im Interesse der Attraktivität der Altstadt für den Einzelhandel, den sanften Tourismus und die Bewohner.

Treitschkestraße, Stadtblattartikel von Judith Marggraf vom 7.11. 2011

Soll dem Wegbereiter des politischen Antisemitismus („Die Juden sind unser Unglück“) die Ehrung durch den Straßennamen aberkannt werden oder soll – in bester intellektueller Absicht – eine Informationstafel darauf hinweisen, dass die Stadt sich distanziert?

Diese Alternative stellt sich nicht wirklich: Seit vielen Jahren wird die Umbenennung gefordert, Prof. Heil von der Hochschule für jüdische Studien hat die Gründe dafür ausführlich dargelegt…… die Umbenennung der Carl-Diem-Straße ( Diem war ein bedeutender Sportfunktionär, der noch im März 1945 die Hitlerjugend zum „finalen Opfergang für den Führer“ aufrief) ging fast lautlos über die Bühne….. Wenn der Gemeinderat die Umbenennung der Treitschkestraße jetzt ablehnt, ist das ein Akt höchster Peinlichkeit!

Unsere Ruperto Carola – Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 24.10. 2011

beendete ihr 625. Jubiläumsjahr mit einer würdigen Feier in Anwesenheit des Bundespräsidenten. Die Festgäste bescheinigten unserer Universität „Exzellenz“, großartige Leistungen in allen Wissenschaftsbereichen. Die Förderung des Nachwuchses in Forschung und Lehre wurde hervorgehoben. Glückwunsch!

Leider waren nur wenige Studierende anwesend, die ja den größten Teil der Universität repräsentieren und zu den Studienbedingungen sicherlich Ideen und Kritik hätten beisteuern können. Drei jungen Wissenschaftlerinnen wurden Preise verliehen. Gratulation!

Erst kürzlich besiegelten Rektor und Oberbürgermeister eine enge Kooperation bei der Profilierung Heidelbergs als Wissenschaftsstadt. Hierfür, auch mit Blick auf geplante Bauvorhaben und die Straßenbahn ins Neuenheimer Feld, wünschen wir „bonne chance“!

Kinostandort – Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 17.10. 2011

Seit der Auseinandersetzung um die Stadthallenerweiterung – die Ablehnung eines architektonischen Fremdkörpers durch Bürgerentscheid in der Altstadt – zeichnet sich ein Umdenken in unserer Stadt ab. Der Appell des Oberbürgermeisters an die Bürger, sich mehr für die Stadtpolitik zu engagieren, lässt auf eine neue, aktivere Kulturpolitik hoffen. Vorbildlich nehmen nun Stadtbürger an jedem öffentlichen Diskurs teil, das Veränderungen in unserer historischen Stadt thematisiert, so auch jetzt beim Kinoprojekt. Einhellige Meinung bei Bezirksbeiräten und Gemeinderatsausschüssen ist: Die Innenstadt braucht ein zukunftsfähiges Kino und zwar am heutigen Standort. Dieser Meinung sind sicher die allermeisten Bürger dieser Stadt. Deshalb auch unsere Bitte: Die Stadtverwaltung möge alles tun, auch unter finanziellen Opfern, um den Standort zu erhalten. Dieses Areal mit Kino, Theater, Park, Kunst und Gastronomie ist für Heidelberg identitätsstiftend, ja, es gehört zum Herzstück unserer Stadt, die Bürger wollen es so. Wir Räte und die Verwaltung wollen den Menschen dienen, und nicht, sie zu ihrem „Glück“ zwingen, wie im Falle eines Textilwarenhauses.

 

Wassili Lepanto

 

Gegen Armut und Ausgrenzung – Stadtblattbeitrag von Judith Marggraf am 12.10.2011

Gegen Armut und Ausgrenzung wenden sich in dieser Woche wieder zahlreiche Veranstaltungen des „Heidelberger Bündnis“. Zum diesjährigen Schwerpunktthema „Armut ist weiblich“ schreibt unsere Bezirksbeirätin Martina Weihrauch: „Schwerpunkt ist Armut von Frauen mit besonderen „Risikomerkmalen“, wie alleinerziehend oder im fortgeschrittenen Lebensalter. Schon die Auswahl dieser ‚Merkmale‘ spricht für sich. Die Stadt ist wohl auf diesem Gebiet tätig gewesen, die Zahlen des Berichts zur sozialen Lage sprechen allerdings dafür, dass hier dringend weitergearbeitet werden muss. Wir wünschen uns, dass dieses Thema nicht nur aus einem intellektuellen, distanzierten Fokus heraus betrachtet wird, sondern vor allem aus einem Blickwinkel des Respekts gegenüber den Betroffenen.“

Mietspiegel, Armutsbericht und Konversion – Stadtblattbeitrag von Wassili Lepanto am 05.10.2011

Mietspiegel, Armutsbericht und Konversion – drei aktuelle Themen die nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Für denzweiten Blick: Der neue Mietspiegel hält fest, dass die Mieten in Heidelberg in den letzten zweiJahren um 3% gestiegen sind. Im gerade in der Diskussion befindlichen Armutsbericht 2010steht unmißverständlich „Heidelberger Wohnkosten große Belastung für einkommensschwacheHaushalte“. Aus beiden Feststellungen ergibt sich eine ganz klare Anforderung für die aktuelleDiskussion um die Nutzung der amerikanischen Liegenschaften: Bezahlbarer Wohnraum mussgeschaffen werden! Wohnungen, die Krankenschwestern und Hausmeister, Verkäuferinnen undBusfahrer, Alleinerziehende und Senioren sich leisten können. Hier dürfen nicht – wie in derBahnstadt – die „Schwellenhaushalte“ im Vordergrund stehen, die unserem OB so am Herzenliegen! Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass nicht nur Wissen Stadt schafft, sondern auch alldiejenigen, die zuarbeiten, Service sicherstellen, putzen, reparieren und bedienen. Nur gemeinsamsind wir Stadt!

Dafür wünsche ich mir einen breiten politischen Konsens und ein klares Bekenntnis der Stadt für
die zukünftigen Diskussionen.

Kinostandort – Stadtblattbeitrag von Wassili Lepanto am 19.9. 2011

 KINOSTANDORT Das Ende des Kinobetriebes Lux-Harmonie im Zentrum der Stadt ist für uns ein großer Verlust. Hier geht es nicht nur um Unterhaltung, sondern um sozialen Austausch und einen Begegnungspunkt, wo man ungezwungen und spontan zusammenkommt, in der kommunikativen Funktíon ähnlich den Stadtplätzen in Italien. Denn nicht nur das Kino ist da, sondern auch das Theater, Kunstgalerie und gastronomisches Angebot. An diesem Ort der Kommunikation können Menschen verweilen, sich erholen, und das direkt an der Lebensader der Stadt, der Hauptstraße, nicht mal 100 m entfernt vom Universitätsplatz und den Hauptkirchen der Stadt. Das ist ein Mittelpunkt unserer Stadt, ein Identitätsort der Stadt- u. Kulturgeschichte,Gründerort der deutschen Demokratie-Bewegung und unseres Theaters im frühen 19. Jh. Die Stadt sollte das Kino als Kultureinrichtung breiter Kreise mit hohem Studentenanteil an dieser Stelle erhalten, auch als Gegengewicht zu Einkaufen und Gastronomie. Diesen kulturellen Mittelpunkt, der sich auch im baulichen Maßstab in die Altstadt einfügt, aufzuopfern, egal aus welchem Grund, wäre gegen das Wohl der Stadt. Heidelberg, der ehem. Kulturhauptstadt und Kinohauptstadt Deutschlands, sollte gelingen, Rahmenbedingungen für den Fortbestand dieser Kulturinstitution zu schaffen, notfalls mit Subventionen, wie beim Theater. Die Wiederherstellung des Harmonie-Gartens (heute Parkplatz) als Grünanlage ist eine große Chance für die Aufwertung der Altstadt.