35 Jahre Städtepartnerschaft Heidelberg-Simferopol/Krim, Film „Wiederkehr“

Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Heidelberg-Simferopol/Krim zeigt das Heidelberger Gloria-Kino in Kooperation mit der Hochschulgruppe von Amnesty International den Film „Wiederkehr“ (Gloria, Montag 23.2.2025, 18:00. D 2023, 61 Min., Krimtatarisch/Russisch, deutscher UT).

Seit der Annexion der Krim 2014 durch Russland liegt die Partnerschaft auf Eis. Die Menschenrechtslage auf der Halbinsel ist seitdem besorgniserregend und hat sich seit Beginn des vollumfänglichen Kriegs gegen die Ukraine weiter verschlechtert. Die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit werden mit aller Härte unterdrückt. Krimtataren, Menschenrechtsaktivisten, kritische Jounalisten und Anwälte stehen im Visier der russischen Machthaber.

Der Film „Wiederkehr“ zeigt am Portrait zweier Frauen auf eindrückliche Weise den Alltag der Unterdrückung von KrimtatarInnen. Unter Stalin deportiert, unter Gorbatschow zurückgekehrt, werden sie unter Putin seit 2014 erneut verfolgt, weil sie die Annexion zum großen Teil boykottierten.

Regisseurin Katja Fedulova erzählt die Geschichte frei vom Stigma des muslimischen Terrorismus, das die Moskauer Propaganda Vertretern der Krimtatarischen Gemeinschaft anzuheften versucht. Sie beleuchtet die Repression am Beispiel der beiden Frauen Mumine und Maje, die mit deren Folgen kämpfen. Ihr traditionell weibliches Rollenverständnis steht ihrem Engagement nicht entgegen – ganz im Gegenteil.

Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit Regisseurin Fedulova, die für Q&A digital zugeschaltet wird.

Unter diesem Link gibt es weitere Infos zum Film (nach unten scrollen), dort können auch Tickets bestellt werden.

 

 

GAL Neujahrsempfang 2026 – ein Kurzbericht

Am 06. Januar 2026 feierte die GAL ihren traditionellen Neujahrsempfang im DAI. Auf dem Podium diskutierten Raoul Schmidt-Lamontain, Bürgermeister für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität und Dorothee Hildebrandt, langjähriges GAL-Mitglied und Aktive im Bereich Klimaschutz und Wohnwende. Moderiert wurde das Gespräch von Caroline Kraus.

Thema war die Umsetzung der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen, seit im Jahr 2019 der Klimanotstand in Heidelberg ausgerufen wurde; auch vor dem Hintergrund des jetzt angespannten Haushalts und zukünftigen Projekten.

Schnell wurden die unterschiedlichen Standpunkte klar. Während aktive Gruppen sich fragen, warum Vieles so lange dauere, ausgebremst werde und wichtige Projekte wenig Priorität fänden, erklärte Herr Schmidt-Lamontain die Prozesse, die hinter städtischen Maßnahmen liegen. Diese bräuchten Zeit , Planung von langer Hand und seien mit einem gewissen Aufwand verbunden. Es gebe finanzielle und rechtliche Zwänge, die man nicht umgehen könne. Grundsätzlich habe die Stadtverwaltung nicht die Aufgabe, Gesetze zu ändern oder die Rolle einer NGO zu spielen.

Kleinteilige Maßnahmen sollten umsetzbar sein, so der Wunsch. Beispielsweise Balkonmodule von Mietern, die die GGH längere Zeit blockiert habe. Zwischennutzung von Gebäuden auf PHV, die vielleicht abgerissen werden müssen. Oder noch besser, gar nicht abreißen sondern sanieren. Projekte, bei denen zu lange geprüft und zu wenig gehandelt werde. Ein ausgerufener Klimanotstand passe nicht zu einer Stadt mit vielen Parkplätzen und zugeparkten Gehwegen, ganz zu schweigen von der Pendlerproblematik.

Herr Schmidt-Lamontain erwiderte hierauf, dass die GGH auf Grund von mangelnder Umsetzbarkeit bislang Photovoltaik nicht habe anbringen lassen, sich das geändert habe und sich diese Anlagen ohnehin eher auf landwirtschaftlichen Betrieben lohnen würden, wo sich auf relativ breiter Fläche viel Sonne einfangen ließe. Auf PHV habe die Stadt nur die Rolle einer Bittstellerin beim Bund (IBA). Nachnutzungen seien natürlich sinnvoll, aber um langfristig einen Raum städtisch nutzbar zu machen, wären Abrisse oft notwendig. Es gebe Gutachten für die Gebäude, um sich für oder gegen den Substanzerhalt zu entscheiden. Um kompakt bauen zu können, würde sich jedoch oft für einen Abriss entschieden werden. Es brauche eine kompakte Gebäudestruktur, damit ausreichend viele Bewohner in die neuen Gebäude einziehen können, welche auch alle Arbeitsplätze, Einkommen, Versorgungsstrukturen und eine funktionierende Anbindung an den ÖPNV brauchen. Dies alles könne erst in die Wege geleitet werden mit einer ausreichenden Zahl an Bewohnern und Arbeitsplätzen. Nicht zuletzt hingen hiervon auch Fördergelder des Bunds ab.

Um den Pendelverkehr einzudämmen, setze man auf die Verbesserung des ÖPNV. Die Stadt sei in die Finanzierung von regionalen Buslinienbündeln eingestiegen. Auch Radschnellwege werden gefördert. Heidelberg beteiligt sich am EU- Projekt „Reallocate“ und an Bikesharing. Stellplätze von Seiten der Stadt zu entfernen werde mitunter auch gemacht, würde aber auf viel Kritik und Widerstand stoßen. Die Verwaltung sei zwar grundsätzlich bereit, diesen Weg zu gehen und ist auch selbst überzeugt von der Wichtigkeit, aber nicht jeder bei der Stadt werde „so gut bezahlt, sich dann dem Widerstand der Autofahrer vor Ort aussetzen zu müssen“. Deswegen brauche es auch den zivilgesellschaftlichen Gegendruck der (umwelt-)politisch Aktiven. Bereits der Wunsch, das Anwohnerparken von 32 Cent pro Tag auf 49 Cent pro Tag anzuheben, stieß auf massiven Widerstand von Seiten der Autofahrer.

Es kam die Frage auf, ob sich die Stadt durch den „Widerstand tragen lasse“ oder auch proaktiv selbst handle, denn immerhin entstehe sonst der Eindruck „es ginge um nix“! (beim Thema Naturschutz). Je nach Zweckmäßigkeit und Zielsetzung sollten auch Gesetze durchaus in Frage gestellt und bei Bedarf geändert, Prozesse priorisiert oder beschleunigt werden. Letztlich sollten Gesetze dem Menschen dienen und nicht der Mensch dem Gesetz. Dorothee Hildebrand fasste es zusammen mit „Die Zwänge muss man boykottieren!“

Am Ende stand der Wunsch, mehr miteinander zu kommunizieren. Runde Tische, Bürgerräte, mit Akteuren aus Stadtverwaltung und Wissenschaft, mit Vertretern der Zivilgesellschaft sowie evtl. des Gemeinderats.

Ehrenamtsmedaille für GAL-Mitgründerin Prof. Dr. Ute Straub

Prof. Dr. Ute Straub ist vielfältig ehrenamtlich engagiert, insbesondere in der Frauenpolitik, in die sie sich seit 45 Jahren in Heidelberg einbringt. Hier ist ihr die Vernetzung und Bündelung frauenpolitischer Aktivitäten wichtig. Ab 1979 hat sie im Vorstand des Vereins Frauen helfen Frauen e. V. zum Aufbau des Frauenhauses beigetragen. Um Frauen für die Kommunalpolitik zu begeistern und den Austausch über frauenpolitische Themen zu stärken, gründete sie 1984 die Gruppe „Frauen in die Kommunalpolitik“. Mit dieser machte sie sich für Frauenparkplätze in Tiefgaragen sowie für das Frauennachttaxi stark und initiierte hier entsprechende erste Projekte.

Stadtblatt vom 03.12.2025, Ruprik „Ehrenamtsmedaille 2025“.

Die GAL lädt ein zum Neujahrsempfang 2026

2019 wurde der Klimanotstand ausgerufen. 2019 hatte sich unsere Stadt also verpflichtet, sofort und langfristig orientiert zu handeln, um bis 2050 die CO2-Emissionen um 95 % und den Energiebedarf der Kommune um die Hälfte zu reduzieren. Doch ist seither Klimaschutz tatsächlich ein Leitmotiv des kommunalpolitischen Handelns in Heidelberg?

Der Titel

Kommunaler Klimaschutz – (wie) setzt Heidelberg Klimaziele um?“

ist das Thema unseres kommenden Neujahrsempfangs.

Hierzu lädt die GAL traditionell ins DAI ein:

am 6. Januar 2026, um 11:00 Uhr

Moderiert von Caroline Kraus, werden Klimaaktivistin Dorothee Hildebrandt und Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) darüber diskutieren, ob durch die Ausrufung des Klimanotstands vor inzwischen sechs Jahren der Klimaschutz ein wichtiges Element in der politischen Umsetzung geworden ist.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Wer möchte, kann auch gerne etwas für das Buffett mitbringen.

Wir freuen uns über einen interessanten Austausch und anregende Gespräche!

 

Ihre / Eure GAL

Die GAL ist wieder online!

Liebe Leserin, lieber Leser

für einige Zeit waren wir auf Grund von technischen Schwierigkeiten leider offline. Nun ist die GAL – Seite wieder erreichbar und wird regelmäßig bedient und auch schon baldmöglichst aktualisiert!

Bei Anliegen an unseren Stadtrat Michael Pfeiffer oder anderen Fragen rund um unsere Gemeinderats-Arbeit oder an den Verein Grün-Alternative Liste erreichen Sie uns nach wie vor unter gal-heidelberg[at]t-online.de

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit euch / Ihnen!

Herzliche Grüße, Ihre / eure GAL