
Rhein-Neckar-Zeitung 08.04.2022

Rhein-Neckar-Zeitung 08.04.2022
Eine Straßenbahn-Variante zwischen Stadt und PHV ist vom Tisch

Von Sarah Hinney
Heidelberg. Der Bau einer Brücke über den Neckar von Wieblingen ins Neuenheimer Feld hatte schon bei der Masterplan-Abstimmung keine Mehrheit gefunden. So überrascht es wenig, dass auch eine Straßenbahnbrücke an derselben Stelle im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität (AKUM) auf Widerstand stieß. Damit ist die aktuell aussichtsreichste Variante einer Straßenbahnverbindung zwischen Patrick-Henry-Village (PHV) und der Stadt vom Tisch.
Seit drei Jahren suchen Stadt und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) nach einer geeigneten Straßenbahn-Streckenführung von PHV ins Zentrum. Dabei geht es nicht nur darum, die beste Strecke, sondern vor allem darum, die Strecke mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Faktor zu finden, um eine Förderung vom Bund zu bekommen. Allein kann die Stadt das Projekt nicht stemmen. Von ursprünglich elf Varianten stehen inzwischen noch drei zur Diskussion. Rimbert Schürmann von der Firma „Planung – Transport – Verkehr“ (PTV) stellte alle drei Varianten im Ausschuss vor. Das Problem: Keine der Varianten ist bisher förderfähig. Das zweite Problem: Die Variante mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Faktor führt von PHV in den Pfaffengrund zum S-Bahnhof Pfaffengrund/Wieblingen und von dort über eine Neckarbrücke, die noch zu bauen wäre, ins Neuenheimer Feld (wir berichteten).
Sören Michelsburg (SPD) zeigte sich irritiert darüber, dass diese Variante überhaupt in die Planung mit eingebracht wurde. „Der Gemeinderat hat das nicht beauftragt“. Er beantragte deshalb, diese Planung nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen solle die Fachfirma eine Seilbahnvariante prüfen, die vom Neuenheimer Feld über den S-Bahnhof Wieblingen und die Wildwerke ins PHV führt. Der Antrag wurde mit zehn Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen befürwortet.
Unterstützung für seinen Vorschlag bekam Michelsburg von den Grünen und von der Grün-Alternativen Liste (GAL). Christoph Rothfuß (Grüne) äußerte die Befürchtung, dass eine neue Straßenbahnbrücke über den Neckar zu Verzögerungen in der Umsetzung des bereits beschlossenen „kleinen Straßenbahnrings“ im Neuenheimer Feld führen könnte. Michael Pfeiffer (GAL) betonte, dass die Brücke zwar eine gute Variante sei, aber sich wohl kaum umsetzen lasse: „Wir hatten überall Bürgerentscheide, da bin ich Realist.“ Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck, der die Sitzung leitete, zeigte Verständnis dafür „dass Leute, die noch nie eine Neckarquerung wollten, das jetzt auch nicht wollen. Aber die Strecke ist saugut, das Problem ist die Brücke“.
Fachmann Schürmann zeigte sich grundsätzlich offen für die Betrachtung der Seilbahnvariante. Er betonte aber, dass die Straßenbahn-Brückenvariante „aus volkswirtschaftlicher Sicht“ immer die Beste sein werde. Schürmann warnte auch, dass es problematisch werde, eine andere förderfähige Variante zu finden, wenn es keine neue standardisierte Bewertung gebe. Alexander Föhr (CDU) unterstellte der SPD einen „Seilbahn-Fetisch“ und meinte: „Die Parteien, die immer die Wichtigkeit des ÖPNV hervorheben, die läuten hier heute eventuell das Ende der Straßenbahn nach PHV ein.“ Er sagte auch: „Wir haben drei Varianten, wenn wir überhaupt Erfolg haben wollen, dann sollten wir der Planung von allen dreien zustimmen. Jetzt schon die Tür zuzuschlagen, ist zu früh.“
Ähnlich sah das auch Marliese Heldner (Die Heidelberger): „Wir beschließen hier nur die weitere Planung. Und keine dieser drei Varianten werden wir durchbringen, ohne dass es Widerstände gibt.“
Rhein-Neckar-Zeitung 01.04.2022
Begehung für Gemeinderäte angeboten
Im Handschuhsheimer Mühltal wurden im vergangenen Herbst und Winter Waldpflegearbeiten durchgeführt. Diesen war eine umfangreiche Information der Öffentlichkeit vorausgegangen, unter anderem mit einer Bürgerveranstaltung im Wald im September 2021. Die Waldpflegearbeiten im Mühltal waren Thema im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 30. März 2022. Dr. Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamtes, und Tilmann Friederich, stellvertretender Amtsleiter und Leiter der Abteilung Forst, sowie der hinzugezogene Diplom-Forstwirt Volker Ziesling von der Bürgerinitiative „Waldwende Heidelberg“ erläuterten Fragen aus dem gemeinderätlichen Gremium. Diskutiert wurde unter anderem, warum Wälder in Zeiten des Klimawandels bewirtschaftet werden sollten und welche Rolle der Wald als natürliche Senke von Kohlendioxid spielt. Um sich ein eigenes Bild von der konkreten Situation im Mühltal zu machen, bot Dr. Ernst Baader den Mitgliedern des Ausschusses eine geführte Exkursion ins Mühltal an.
Presseinformation der Stadt Heidelberg
Das Bündnis ist gerade im Entstehen. Bisher beteiligen sich Wohnbau- und Wohnmietgruppen, Initiativen und Organisationen sowie Parteien und Vereinigungen – wie die GAL – in Heidelberg. Es möchte sich für eine solidarische Stadtentwicklung, soziales Wohnen und klimagerechtes Bauen einsetzen. Eine Chance für eine Änderung in der Wohnungspolitik, in der die Menschen und nicht die Rendite im Fokus stehen, bietet die Entwicklung von PHV in Heidelberg.
Das Bündnis ist offen für alle und freut sich über Aktive, die sich gesellschaftlich in der Wohnungspolitik engagieren wollen.
Rhein-Neckar-Zeitung 24.03.2022:

Am 30. März wird Volker Ziesling, Diplom-Forstwirt und Ansprechpartner der Greenpeace-Waldgruppe Mannheim-Heidelberg, beim Umwelt-Ausschuss Ihre Fragen zur Waldbewirtschaftung beantworten. Artensterben und Erderhitzung gefährden den Fortbestand der Menschheit auf unsererem Planeten und Wald ist einer der Schlüssel für die Lösung dieser beiden Probleme. Der Wald in Deutschland ist in den nächsten 20 bis 30 Jahren der effizienteste und billigste Zusatz-Kohlenstoffspeicher, den wir haben, und verschafft uns einen Zeitjoker, damit wir noch rechtzeitig auf Erneuerbare Energien umsteigen können. Die Stadt Heidelberg hat zu Recht den Klimanotstand ausgerufen, und dem müssen jetzt Taten folgen, auch in der Frage, wie der Heidelberger Stadtwald in Zukunft bewirtschaftet wird.
Unsere Betrachtung des Waldes als Gesamtökosytem orientiert sich unter anderem an den Thesen und Erfahrungen von Lutz Fähser (Lübecker Stadtwald) und Prof. Dr. Pierre Ibisch (Direktor Centre for Econics and Ecosystem Management an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung). Das Forstamt orientiert sich an der sogenannten multifunktionalen Forstwirtschaft, die jedoch in ihrem Kern zu sehr am ökonomischen Leitgedanken und auf Holzproduktion ausgerichtet ist.
Das Verständnis unserer Bürgerinitiative zu den Fällungen im Mühltalwald war es, dass in den beiden Nadelholzbeständen (i6, k6, i9) tatsächlich nur Nadelhölzer entnommen werden. Damit hatten wir uns einverstanden erklärt. Denn diese sind nicht standortgemäß und haben im Klimawandel schlechte Überlebenschancen. Damit war im Gegenzug klar war, dass keine Laubbäume gefällt werden sollten außer einige wenige, die der anzulegenden Seilbahntrasse im Weg seien.
Der Bestand h9 – anscheinend gleichzusetzen mit b9, was wir erst bei der erneuten Begehung mit dem Forstamt im Dezember erfuhren – wurde im Protokoll von Herrn Friederich vom 29.10.2021 ausgelassen (siehe „Ergebnisprotokoll_Waldbegang_2021-10-29„). Einen kleinen Eindruck vom jetzigen Zustand dieses Bereichs zeigt das Foto „Faellungen“. Auch die Karte der Durchforstungsmaßnahmen haben wir erst verspätet im November erhalten, als die Fällarbeiten bereits begonnen hatten (siehe „Karte_Durchforstungsmaßnahmen„).
Als wir die ab Ende November stattfindenden Fällungen verfolgten, mussten wir feststellen, dass diese nicht dem uns vom Forstamt vermittelten Eindruck entsprachen. Im Zuge dessen fand die erneute Begehung zur Klärung mit dem Forstamt am 10.12.2021 statt. Es kam jedoch zu keiner eindeutigen Klärung der Sachlage mit dem Forstamt, woraufhin wir uns entschieden, das von uns entwickelte Beteiligungsprojekt nicht mit dem Forstamt durchzuführen.
Die Bestände b7 und b10 sind tatsächlich nicht durchforstet worden und dies empfinden wir auch als positiv. Wir würden jedoch in unserer Glaubwürdigkeit gegenüber unseren Unterstützern einbüßen, wenn wir das Beteiligungsprojekt trotz der in viel größerem Maße stattgefundenen Durchforstungsmaßnahmen umsetzen würden.
Entgegen der Aussage in der Informationsvorlage zu den Waldpflegearbeiten im Mühltal entspricht es nicht der Wahrheit, dass Vertreter der Bürgerinitiative am Beteiligungsprojekt teilnehmen (siehe „Informationsvorlage_Waldarbeiten_Muehltal„). Bei den damit gemeinten Leuten handelt es sich um Teilnehmer an den Waldbegehungen, die vollkommen unabhängig von der Bürgerinitiative sind.
Die Bürgerinitiative hat eine Pressemitteilung zu ihrem erklärten Verzicht auf das Beteiligungsprojekt verfasst, die am 26.01.2022 auf der Website (www.waldwende-heidelberg.de) veröffentlicht wurde und auch an die regionale Presse geschickt wurde (siehe „PM_Buergerbeteiligungsprojekt„).
Zu der Beschlussvorlage zum Forstwirtschaftsplan 2022 wollen wir nur kurz auf Produktbereich 1 „Waldpflege, Holznutzung, CO2-Bindung“ eingehen:
Die Mehrheit der Holzprodukte verlängert die Kohlenstoffspeicherung keineswegs. Durch Transport und Verarbeitung wird CO2 frei, zudem sind die wenigsten Holzprodukte nachhaltig. Ein Großteil wird zu Papier, Verpackungsmaterial und Zellstoff verarbeitet, der nach wenigen Wochen dem Müll zugeführt wird. Ein anderer Teil wird als Brennholz genutzt, nur ein geringer Teil geht in die Möbel- und Bauholzindustrie. Dabei ist ferner zu bedenken, dass selbst Möbel in heutigen Zeiten keine lange Nutzungsdauer mehr haben.
Situationsabhängig ist die Substition von anderen Werkstoffen mit Holzprodukten natürlich vorzuziehen. Es ist jedoch falsch, dies als Klimaschutzaspekt darzustellen, wenn wir auf intakte Wälder im Zuge des Klimawandels in der wärmsten Region Deutschlands zählen müssen. Das Werkstoffproblem kann nicht von der Forstwirtschaft allein gelöst werden, sondern nur, wenn alle beteiligten Wirtschaftsbereiche an einem Strang ziehen.
Zugebenermaßen eine Mammutaufgabe für den Gemeinderat, aber genau dieses interdisziplinäre Denken und Handeln erwarte ich von den politischen Vertretern der Stadt, wenn wir auch noch in Zukunft auf diesem Planeten existieren wollen.
Falls Sie am Umweltausschuss teilnehmen, wäre es gut, wenn Sie sich vorher Fragen an Herrn Ziesling überlegen würden. Hier ein paar Vorschläge:
* Wie können wir die Kohlenstoffspeicherung im Wald erhöhen?
* Warum wird der Heidelberger Stadtwald nicht nach „Naturland“ zertifiziert?
* Was muss getan werden, um die Biodiversität im Wald zu verbessern?
* Stimmt es, dass im Amazonas, in rumänischen Urwäldern und anderswo mehr Wald vernichtet wird, wenn wir im Heidelberger Stadtwald weniger Bäume fällen?
* Welche Funktion hat der Wald im Wasserhaushalt?
* Haben Buchen überhaupt noch eine Chance im Klimawandel?
* Muss Wald wirklich „gepflegt“ werden, um klimaresilient zu werden?
* Ist es klimafreundlich, Holz als Kohlenstoffspeicher zu betrachten?
Ihnen fallen sicher noch mehr Fragen ein!
Aktionsbündnis Waldwende Heidelberg
Rhein-Neckar-Zeitung 23.03.2022

Den Sachantrag (hier lesen) stellen wir nochmals im Ausschusss für Klima, Mobilität und Umwelt, der am 30.03.2022 tagt.
Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer, liebe Heidelbergerinnen, liebe Heidelberger,
es ist manchmal schon zum Haare raufen, wenn man mit offenen Augen durch Kirchheim geht und die Verkehrssituation betrachtet.
Die Hardtstraße ist schon seit vielen Jahren völlig unlogisch und irreführend ausgeschildert.
Hinter dem Provisorium der Montessorischule/ Jugendverkehrsschule wurde der komplette Weg bis zur Königberger Straße durch Verkehrszeichen 250 gesperrt, so dass rein rechtlich gesehen nicht einmal mehr Fahrräder dort fahren dürfen. Das war zwar von der Stadt nicht gewollt, aber die Beschilderung ist nun mal so und wurde, obwohl wir schon vor mehreren Monaten darauf hingewiesen hatten, bis heute nicht geändert. Dafür ist auf der anderen Seite des Weges überhaupt kein Schild, so dass auch schon öfter mal ein motorisierter Zweiradfahrer den Weg nutzte.
Am 22. Februar hat sich die Stadt dann aber ihr Meisterstück geleistet. Um die (noch nicht vorhandene) Baustelle der neuen Kindertagesstätte Stettiner Straße, das Wiesengrundstück gegenüber der Agip-Tankstelle an der Schwetzinger Straße, abzusichern, wurde beginnend am Harbigweg/Königsberger Straße bis zur Schwetzinger Straße der komplette Fuß- und Radweg gesperrt. Diese Sperrung soll bis November 2023 Bestand haben.
Die Umleitungsstrecke für den Fuß- und Radverkehr wurde folgendermaßen beschildert:
Von der Königsberger Straße sollte man bis zur Kreuzung Breslauer Straße fahren, von dort nach links auf die Breslauer Straße abbiegen und bei der nächstmöglichen Einmündung wieder nach links in die Glatzerstraße abbiegen. Anschließend nach rechts in die Oppelner Straße, die wieder in die Breslauer Straße mündet. Dort sollte man wieder nach links abbiegen um dann wieder nach links in die Schwetzinger Straße zu gelangen. Wer sich das letztendlich so ausgedacht hatte konnte nicht eindeutig geklärt werden. Erfreulich war, dass das Verkehrsmanagement zeitnah auf unsere Mail reagierte und die Absperrung und auch die Umleitung veränderte.
Es stehen zwar immer noch einige Verkehrszeichen sinnfrei in der Gegend und einige zusätzliche Hinweisschilder wären sicherlich noch aufzustellen, aber es ist nun schon besser.
Der Skandal an dieser Sperrung der Stettiner Straße ist, dass seit nunmehr über 3 Wochen (Stand 17.03.2022) keine Bauarbeiten durchgeführt wurden, die diese Sperrung zu einem so frühen Zeitpunkt gerechtfertigt hätte. In einem Telefongespräch mit dem Verantwortlichen der Baustelle wurde zugesichert, die Absperrung weitgehendst aufzuheben, wenn erkennbar keine Bauarbeiten stattfinden, die den Fuß- und Radverkehr behindern würden. Das war ein leeres Versprechen und wir werden dranbleiben, um die Sperrung, die sicherlich notwendig sein wird, wenn der Bau losgeht, auf das Mindestmaß an Zeit zu beschränken. Die Stettiner Straße ist sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Kirchheim. Was würde wohl passieren, wenn die Mittermaier Straße oder Römerstraße wegen Bauarbeiten 3 Wochen gesperrt würde, ohne dass irgendwelche Baumaßnahmen stattfinden würden?
Leider haben Radfahrer und Fußgänger noch immer nicht den Stellenwert bei der Verwaltung wie der motorisierte Verkehr. Dies zeigt sich hier wieder nur zu deutlich. Wir haben auch eine Mail an unseren Oberbürgermeister geschrieben. Über die Antwort werden wir berichten.
Unsere Empfehlung für Sie und Ihre Kinder auf dem Weg in die Stadt. Fahren sie auf der Stettiner Straße bis an die Baustelle und biegen dann links ab. Danach geradeaus über 2 Kreuzungen bis zur Sprungbude und dort rechts über den kleinen Fuß- und Radweg zum Messparkplatz. Dann die Unterführung durch und rechts abbiegen Richtung Amt für Abfallwirtschaft. Danach wieder links abbiegen in die Unterführung zu der Kleingartenanlage.

Im Bezirksbeirat Kirchheim gab es einige wichtige Themen zu besprechen. Die Entwicklung des Ortskerns Kirchheim wurde heftig diskutiert. Nach Ansicht der Stadt ist Kirchheim i.S. Nahversorgung gar nicht so schlecht aufgestellt. Bedauerlich ist der Leerstand mancher Geschäftsräume. Letztendlich geht es unserer Meinung nach jedoch weniger um die Geschäfte als mehr um die Aufenthaltsqualität in Kirchheim und da gibt es noch viel zu tun. Hierbei sollte man nicht nur an die Schwetzinger Straße denken, sondern ganz Kirchheim betrachten. Für Sie mal ein kleines Beispiel, wer da so alles im Boot ist, wenn beispielsweise eine Bank aufgestellt werden soll. Außer dem Stadtteilverein (den man hoffentlich miteinbezieht) sind das Amt für Stadtentwicklung (passt die Bank optisch zum Ensemble der Umgebung bzw. Stadtteilbild?), das Verkehrsmanagement (darf die Bank dort stehen-behindert sie niemanden usw.) und das Landschafts- und Forstamt (die Bank aufstellen) beteiligt.
Letztendlich hat man sich darauf geeinigt, dass Stadtteilverein, Bezirksbeirat und Kirchheim bewegt gemeinsam überlegen, wie und wo man den Stadtteil aufwerten kann und man sich dann wieder an die Stadt wenden wird. Um etwas zu bewegen müssen dicke Bretter gebohrt werden und es bedarf die Geduld und Beharrlichkeit.
Zur Konversionsfläche Airfield wird die Stadtverwaltung ein Konzept vorlegen. Hierbei geht es insbesondere um einen Landwirtschaftspark und einen Landschaftspark. Einigkeit herrschte darüber im Bezirksbeirat, dass es dort kein Gewerbegebiet geben darf. Landwirt Thomas Jost äußerte, dass sowohl Landwirtschaft als auch Naherholungsbereiche als wichtige klimatische Ausgleichsflächen zu bewerten sind. Bis diese Pläne konkret werden kann die Stadt sich vorstellen, auch eine Zwischennutzung zu prüfen, die jedoch den weiteren Planungsverlauf nicht behindern darf.
Für die neue Strecke der Deutschen Bundesbahn DB wurden dem BBR Pläne vorgelegt. Eine Strecke geht hierbei auch durch Kirchheimer Boden. Wenn Sie dieses Thema besonders interessiert dann gehen Sie im Internet auf: www.mannheim-karlsruhe.de
Leider war der städtische Mitarbeiter, der über unseren Antrag Baumallee Friedenskreuz berichten sollte, nicht anwesend. Jörn Fuchs hat die Kosten für dieses Projekt auf 2 Millionen € geschätzt. Wir werden uns bei der Stadtverwaltung erkundigen und Ihnen danach berichten.
Linie 720
Am 11. März erreichte uns ein Schreiben, in dem die Stadtverwaltung mitteilte, dass unser Antrag „Zusätzliche Haltestelle 720 Im Bieth“, den wir am 17. September 2019 geschrieben hatten, am 28. Juni 2022 im Bezirksbeirat Kirchheim behandelt werden soll. Wir sind gespannt, ob es diesmal klappt und was die Verwaltung nach zu berichten hat..
Ehrenamtsmedaille statt Bürgerplakette
Auf der Suche nach einer neuen Bezeichnung für die bisher verliehene Bürgerplakette wurde die Ehrenamtsmedaille vom Gemeinderat beschlossen.
Die ersten mit dieser Auszeichnung Geehrten aus Kirchheim war unser langjähriger Stadtteilvereinsvorsitzender Jörn Fuchs, der sich seit über 30 Jahren im Stadtteilverein Kirchheim und seit 2010 als dessen Vorsitzender engagiert. Außerdem war er Mitbegründer von „Kirchheim sagt „Ja“ für geflüchtete Menschen (2015) und seit 2012 – 2020 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Heidelberger Stadtteilvereine.
Ebenfalls geehrt wurde Herr Bernd Rechkemmer, der als Prädikant und Sterbebegleiter in der Bonhoeffergemeinde aktiv ist und Gottesdienste im Mathilde-Vogt-Haus gestaltet und Seniorekreise leitete. Während der Pandemie organisierte er Malaktionen mit Schulen und Kindergärten, um älteren Menschen auf kreative Weise Nähe und Gemeinschaft zu vermitteln.
Die Grün-Alternative Liste hat mit ihrem Votum der Verleihung der Ehrenamtsmedaille für die beiden Ehrenamtsträger sehr gerne zugestimmt und gratuliert und bedankt sich bei Herrn Fuchs und Herrn Rechkemmer ganz herzlich für ihr großes Engagement. Ohne das Ehrenamt, sei es im Bereich des Sports, der Kultur, der Hilfsorgansationen und der Brauchtumspflege wäre unsere Gesellschaft nicht lebensfähig.
Bleiben Sie gesund.
Ihre Meinung interessiert uns. Welche Themen sind für Sie wichtig? Sollten Sie Anregungen oder Fragen haben, dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Auf unserer Homepage www.gal-heidelberg.de erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Ziele.
Ihre Kirchheimer Stadträtin Judith Marggraf und Ihr Stadtrat Michael Pfeiffer
Grün-Alternative Liste

Der Gemeinderat beendet den Masterplanprozess für das Neuenheimer Feld und beschließt eine Nachverdichtung des Campus.
Von Holger Buchwald

Das Neuenheimer Feld von oben: Das Areal im Neckarbogen soll stark nachverdichtet werden, der grüne Streifen am Fluss bleibt aber erhalten. Ein Straßenbahnring soll das Gebiet verkehrlich entlasten. Foto: Kay Sommer
Heidelberg. Die Weichen für das Neuenheimer Feld sind gestellt. Nach einer lebhaften, zweistündigen Debatte und einem fast einstündigen Abstimmungschaos hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, den Masterplanprozess zu beenden. Das Stadtplanungsamt hat nun die Aufgabe, aus den Entwürfen der Planungsteams von Astoc und Kerstin Höger eine Synthese zu bilden und somit einen Masterplan zu entwerfen.
Wichtigster Kernpunkt ist die Nachverdichtung des Campus, um den zusätzlichen Flächenbedarf der dort ansässigen Einrichtungen und Kliniken von 868.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche unterzubringen. Fest steht auch, dass ein kleiner Straßenbahnring durch die Straße „Im Neuenheimer Feld“ gebaut wird und der Autoverkehr in den Norden des Campus verlagert wird. Die neue Straße soll dann auf Höhe des Technologieparks in die Berliner Straße münden.
Bis zuletzt hatten die unterschiedlichen Interessengruppen noch versucht, ihre Positionen durchzusetzen. Ein besonderer Streitpunkt war dabei das Gewann Hühnerstein im Handschuhsheimer Feld, für das die Universität seit Jahrzehnten Baurecht hat. Rektor Bernhard Eitel wies in einer Sitzungsunterbrechung nochmal auf die Rahmenvereinbarung von Uni und Stadt hin. Die Wissenschaft könne langfristig auf dieses Baurecht nicht verzichten. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte Eitel damit gedroht, aus dem Masterplanprozess auszusteigen. „Den Hühnerstein brauchen wir“, sagte Eitel nun auch per Video-Schalte: „Wir reichen Ihnen die Hand, bitte schlagen Sie sie jetzt nicht aus.“
Während der Stadtentwicklungsausschuss noch beschlossen hatte, dass der Hühnerstein bis 2050 nicht bebaut werden darf, milderten die Mehrheitsfraktionen von Grünen, SPD, Linke, GAL und Bunte Linke dies in einem neuen gemeinsamen Antrag ab. Jetzt heißt es nur noch, dass er langfristig als Bauflächenreserve erhalten bleibt, aber möglichst bis 2050 nicht bebaut werden soll. Diese Formulierung fand gegen die Stimmen des bürgerlichen Lagers von CDU, „Heidelberger“ und FDP eine klare Mehrheit von 26 zu 16 Stimmen.
Deutlich kontroverser ging es beim Thema der verkehrlichen Erschließung zu. CDU, „Heidelberger“ und FDP forderten, dass eine Westanbindung des Neuenheimer Feldes, also jede möglichen Variante einer Neckarquerung von Wieblingen in den Campus ergebnisoffen geprüft werden solle. „Wenn eine Seilbahn diskutiert wird, sollte das auch für eine Brücke gelten, über die Rettungswagen zu den Kliniken fahren können“, forderte die Fraktionschefin der „Heidelberger“, Larissa Winter-Horn. Die besten Ergebnisse hinsichtlich einer Reduzierung des Autoverkehrs erziele eine Brücke für den Umweltverbund, die also auch von Straßenbahnen oder Bussen genutzt werden könne. Ähnlich sah dies Ingo Autenrieth, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Wir brauchen dringend eine Westerschließung, durch die uns die Mitarbeiter, vor allem aber die Notfallpatienten gut erreichen können“, sagte er. Vor dem Hintergrund des Wachstums der Kliniken sei die aktuelle Situation nicht tragbar.
Große Verwirrung herrschte unter den Stadträten, als Oberbürgermeister Eckart Würzner diesen Unterpunkt zur Abstimmung stellte. Auf einmal hatte die Prüfung sämtlicher möglicher Westerschließungen, inklusive massiver Straßenbahnbrücke, eine Mehrheit von 18 zu 17 Stimmen. Einige Stadträte, die digital zur Sitzung zugeschaltet waren, hatten nicht mitgestimmt. Lautstark forderten daraufhin die Grünen Derek Cofie-Nunoo und Christoph Rothfuß eine Wiederholung der Abstimmung – nicht allen sei klar gewesen, worüber überhaupt abgestimmt werde. Hintergrund: Die große Brücke würde über das Naturschutzgebiet des Wieblinger Altneckars führen und wird daher von den Bewohnern des Stadtteils und den Umweltverbänden abgelehnt – und eigentlich sind auch die Grünen gegen eine Straßenbahnbrücke.
CDU-Fraktionschef Jan Gradel sprach sich gegen eine Wiederholung der Abstimmung aus und warf den Grünen ein bewusstes Manöver vor: Sie setzten Abweichler in der eigenen Fraktion „massiv“ unter Druck. Auch Würzner wollte es zunächst beim ersten Ergebnis belassen, während Cofie-Nunoo erbost gegen Gradels Unterstellungen protestierte. Erst nach einer längeren Sitzungsunterbrechung und Einschaltung des städtischen Rechtsamts wurde die Abstimmung wiederholt. Während der Unterbrechung zeigte die Videoübertragung aus dem Rathaus, wie Mitglieder aller Fraktionen aufgesprungen waren, Würzner umringten und auf ihn einredeten.
Grüne, SPD, GAL, Linke und „Bunte Linke“ simmten am Ende doch noch für ihren eigenen Antrag. Danach sollen die Reduzierung der Autostellplätze, die Einführung kostendeckender Parkgebühren und eine standortunabhängige Fuß- und Radbrücke über den Neckar ebenso geprüft werden wie eine Seil- oder Otto-Hochbahn, aber keine Straßenbahnbrücke. Am Ende gab es 25 Ja- und 15 Nein-Stimmen und eine Enthaltung von Julian Sanwald (Grüne). Adrian Rehberger (SPD) blieb aus Protest gegen das vorangegangene Chaos der Abstimmung fern.
Das Stadtplanungsamt hat nun die Aufgabe, im Neuenheimer Feld zunächst den Bebauungsplan für den Straßenbahn-Ring in Angriff zu nehmen. Auch dieser Antrag von Grünen und SPD fand mit 27 zu 15 eine deutliche Mehrheit.

Rhein-Neckar -Zeitung 16.03.2022