Lust auf den Herbst

Auch dieses Jahr im Herbst gibt es verschiedene Veranstaltungen von der Stadt für Jung und Alt. Angefangen mit den Seniorenherbsten in den einzelnen Stadtteilen bis zum Heidelberger Herbst wird einiges geboten. Es werden von September bis Anfang Dezember in fast allen Stadtteilen unsere junggebliebenen Senioren ab 65 Jahren zu den Seniorenherbsten eingeladen. Ein buntes Rahmenprogramm erwartet Sie dabei, z.B. findet am 16.09. der Seniorenherbst im Pfaffengrund statt.

Nach und nach folgen dann die anderen Stadtteile bis Anfang Dezember. Am letzten Wochenende im September ist dann der Heidelberger Herbst. Das Veranstaltungsprogramm hat für jeden Geschmack etwas dabei. Ich wünsche Ihnen viel Spaß, vielleicht sieht man sich!

Leserbrief zur Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins Neuenheim von Dr. Frieder Rubik

Leserbrief zur Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins Neuenheim (RNZ vom 25.7.2023 mit Titel „Verspätete Genehmigungen sind ein Problem“)

Vom langsamen Einsickern in die Normalität

Der RNZ Bericht ist noch um die Wahl der Beisitzer*innen des Vorstands des Stadtteilvereins zu ergänzen. Gewählt werden konnten 5 Personen, zunächst wurden vom 1. Vorsitzenden fünf Männer vorgeschlagen, darunter auch ein auch im Stadtteil bekannter Aktivist der AfD.
Spontan erklärte sich noch eine Frau zur Kandidatur bereit. Gewählt wurde sie nicht, sondern eben dieser Aktivist. Der würde für die Technik gebraucht usw. – verständliche Argumente? Wenn man aber weiß, dass dieser Aktivist im Stadtteil gerne mit polemischen Plakaten auftritt, dass er als Beisitzer im Vorstand dieser Partei war, dass er auf Platz 14 zur letzten Gemeindesratswahl kandidiert hat und welche
Ziele diese Partei verfolgt, dann muss man erschrecken. Dieses Einsickern in angesehene Organisationen und Institutionen ist so scheinbar banal, nebensächlich, vielleicht praktisch – aber müssen nicht wir als wachsame Bürger*innen sagen: So nicht, wir wollen das nicht, wir verwehren uns gegen die Vereinfacher*innen, gegen die Polemiker*innen – kurz: wir tolerieren zwar ihre Meinungen, aber wir unterstützen sie nicht und wehren uns auch an diesen scheinbar kleinen Schauplätzen.

Dr. Frieder Rubik, Heidelberg-Neuenheim

Anmerkung: der Leserbrief wurde am 02.08.2023 in der RNZ abgedruckt

Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt – Stellungnahme der GAL

Der RNZ-Mitarbeiter Alexander Wenisch stellte folgende vier Fragen an alle Fraktionen. Im Folgenden die Antworten von Judith Marggraf und Michael Pfeiffer:

 

1. Wie steht Ihre Fraktion zur Idee „Kulturhauptstadt Heidelberg“? Und Warum?

Heidelberg mus nicht Kulturhauptstadt werden. Aber der Prozess bis hin zu der Bewerbung könnte sehr interessant und aufschlussreich sein.

 

2.Welche Chancen und Risiken sehen Sie für die Entwicklung der Kulturlandschaft HD?

Wir sehen große Chancen (s.o.) im Sinne einer umfänglichen Bestandsaufnahme.

 

3. Ist Ihrer Ansicht Peter Spuhler als Kulturmanager der richtige für diesen Job?

Wir kennen Herrn Spuhler aus seiner Zeit in HD als sehr engagierten und umtriebigen Menschen, der in HD bestens vernetzt ist. Also: Warum nicht?

 

4. Die Stelle ist bei OB Würzner angesiedelt – die richtige Entscheidung?

Da der OB das ganze Thema am Gemeinderat vorbei initiiert hat, kann das ja nur bei ihm angesiedelt sei.

Haushaltsrede von Judith Marggraf für die AG GAL/FW im Gemeinderat am 20.07.2023

Rede von Judith Marggraf, Fraktionsvorsitzende der AG GAL/FW, zur Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2023/2024 am 20.07.2023:

(Es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, meine Herren Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren.

„Es ist von großer Bedeutung, dass wir sicherstellen, dass die knappen Mittel der Stadt so eingesetzt werden, dass sie den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger am besten gerecht werden. Leider fehlt es in diesem Entwurf an klaren Prioritäten und einer klaren Strategie, wie wir die drängendsten Probleme unserer Stadt angehen wollen.
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Investitionen in die Infrastruktur unserer Stadt. Eine moderne und gut entwickelte Infrastruktur ist entscheidend für das Wachstum und den Wohlstand einer Stadt. Es scheint jedoch, dass in diesem Haushaltsentwurf die notwendigen Investitionen in Bereichen wie Straßeninstandhaltung, öffentlicher Verkehr und Bildung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Das kann langfristig zu erheblichen Problemen und Kosten führen.
Darüber hinaus sollten wir uns intensiver mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit auseinandersetzen. Eine gerechte Verteilung der finanziellen Mittel ist von entscheidender Bedeutung, um die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“

Das ist Ihnen jetzt vielleicht etwas komisch vorgekommen. Ich kann das verstehen, das war auch nicht von mir sondern ein kleiner Teil dessen, was chat gpt anbietet, wenn man um eine Rede zur Verabschiedung des Haushaltes in Heidelberg bittet…..Interessant sind schon die Schlagworte: klare Prioritäten, Investitionen in die Infrastruktur, soziale Gerechtigkeit – weiter unten wäre es noch um Transparenz gegangen….

Sorry für diese Vorrede, ich fange jetzt nochmal richtig an:
Aus unserer Sicht war der von der Verwaltung vorgelegte Haushalt im Grunde zustimmungsfähig: Keine Planungsmittel für einen Neckarufertunnel, keine weiteren prestigeträchtigen Projekte, dazu ein deutlicher und dringend notwendiger Zuwachs an Personalstellen….
Wir waren in den letzten Jahren ja schon immer auch etwas stolz darauf, städtische Aufgaben mit einem eher knappen Personalbestand zu erfüllen. Eine wachsende Stadt braucht nun aber mehr Personal damit Aufgaben nicht nur erfüllt werden sondern auch in der gebotenen Qualität und Tiefe erledigt werden können.
An dieser Stelle von uns ein großer Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ihren Einsatz und auch für die besonderen Anpassungsleistungen in der Corona Zeit!

Wir machen 3 große Themen aus, bei denen sich die Stadt auf einen Weg gemacht hat und wir miteinander sehen müssen, wie erfolgreich der sein wird

Fehlender Wohnraum und zu hohe Mieten
Es ist ein guter Aufschlag, ein neues Referat für ‚Wohnen, Liegenschaften und Konversion‘ einzurichten und damit Kompetenzen zu bündeln. In den Änderungsanträgen werden wir Aufgabenbeschreibungen, quasi eine Art Pflichtenheft beschließen. Sicher eine gute Ergänzung für den gemeinsamen Weg. Auch B’pläne müssen zukünftig auf Hemmnisse für Aufstockungen oder Dachgeschossausbauten überprüft werden, die Möglichkeiten für Wohnraum auf eingeschossigen Gebäuden sind zu prüfen und auch bei der GGH sollten wir nochmal über den sog. ‚Streubesitz‘ reden im Sinne von „Kleinvieh macht auch Mist“ und vor dem Hintergrund, dass in HD teilweise hohe Leerstandsquoten zu verzeichnen sind.

Erhalt und Sanierung von Infrastruktur
Dazu gehören Gebäude, Straßen, Radwege, Brücken, Stützmauern und Grünanlagen und sicher noch mehr. Ich nehme hier aber mal mein Herzensthema: Unsere Schulen.
Ich bin jetzt seit mehr als 20 Jahren Stadträtin in unserer schönen Stadt und ich wünsche mir einmal einen HH in dem Schulsanierungen selbstverständlich und kontinuierlich nach einer Prioritätenliste eingepreist sind!
Deshalb hier mein Dank an meine Kollegin Anke Schuster! Die Initiative, Schulsanierungen, mindestens in Teilen, als Daueraufgabe an die GGH zu geben hatten wir beide ja schon einmal vor 5 Jahren ergriffen. Damals war die Zeit wohl noch nicht reif, die Verwaltung mochte da nicht mitgehen. Aber langsam brauchen wir einen Doppel-Wumms!
Es kann doch nicht sein, dass die Zukunft unserer Gesellschaft – unsere Kinder – mit stinkenden Toiletten, aus den Rahmen fallenden Fenstern, undichten Dächern, inakzeptablen Essenssituationen etc aufwachsen!
Ich weiß, dass da noch einiges zu klären ist, aber es ist eine schöne Perspektive, dass den Schulen zukünftig mehr Aufmerksamkeit und Engagement geschenkt wird!

Ein letzter uns wichtiger Punkt:
Hitze-und Klimawandelanpassungen
Es ist prima, dass Stadt und SWH die Wärmeplanung auf den Weg gebracht haben! Mehr klimaneutrale Fernwärme, Flusswärmepumpen und vielleicht sogar der Windpark auf dem Lammerskopf….. Aber da fehlen ein paar Sachen: Warum geht es so langsam mit Gebäudedämmungen, mit PV Anlagen auf städtischen und GGH Gebäuden? Wo ist das Programm für Sonnensegel und Beschattungen auf Spielplätzen und Schulhöfen? Was lernen wir bitte aus Gadamer-, Marlene-Dietrich-und Europaplatz? Wenn ich kein Klimawäldchen pflanzen kann, tun es vielleicht auch 3 Bäume an einem belasteten Standort. Wir müssen bei diesem Thema schneller, kreativer und auch kleinteiliger werden! Der Klimawandel wartet nicht auf unsere großen Konzepte!!!

Lassen Sie mich ganz zum Schluss noch etwas zu den zurückliegenden Beratungen sagen: Zuerst ein Dank an Felix Grädler für seine gute Orga-Leistung!
Ich fand das ansonsten diesmal sehr schwierig. Es wurde wenig diskutiert, gestritten und beraten. Es gab eine Dominanz der „Effektivität“: Dafür, Dagegen, stellen wir nochmal zurück…..
Da wurde auch schon mal Menschen das Wort entzogen, Informationen und Links nicht an alle versendet. Das war kein guter Stil.
Das Pfund mit dem wir immer wuchern können, ist unsere Fähigkeit und Bereitschaft uns zu einigen. Dazu brauchen wir aber eine Debatte auf Augenhöhe und mit (fast) allen. Da müssen wir nochmal dran arbeiten!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Zusammenlegung von Fritz- Gabler- Hotelfachschule und Marie-Baum-Schule? Vorsicht vor dem Phyrrussieg…

Am 30.04.1925 feierte die Fritz-Gabler-Hotelfachschule ihre Eröffnung und ging mit 57 Schülerinnen und Schülern an den Start. Heute bildet die Schule im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms die Bildungsgänge Gastronomie, Hotelbetriebswirtschaft und Hotelmanagement, als auch Sommelier – und ist laut heidelberg.de die „einzige Fachschule ihrer Art“.

Diese Schule, die sogar eine Bombardierung überlebte und mehrmals umzog, die ihre Geschichte und Traditionen mit bis ins Jahr 2023 nahm und somit fast ihr 100jähriges Bestehen feiern könnte, soll nun ausgerechnet zum Schuljahr 2024 / 25 in dieser Form gar nicht weiter existieren.

In Beschlussvorlage 0174/2023/BV (nachzulesen unter Punkt Ö2) wird vorgeschlagen, die Fritz-Gabler-Schule mit der Marie-Baum Schule zusammenzulegen. Aus ökonomischen Gründen: „An der Fritz-Gabler-Schule Heidelberg kam es in den letzten Jahren zu einem massiven Rückgang der Schülerzahlen. So konnten im aktuellen Schuljahr nur noch zwei Eingangsklassen in der Fachschule gebildet werden. Eine Fusion mit der Marie-Baum-Schule sorgt dafür, dass die Bildungsgänge beider Schulen zukunftsfähig in der Stadt Heidelberg verortet bleiben.“

„In den letzten Jahren“ liest sich wie ein langer Zeitraum. Dennoch erscheint dieser Lösungsvorschlag recht schnell zu kommen. Die Frage tut sich auf, ob alternative Lösungswege erschöpfend gesucht wurden. Wurde bereits ausreichend recherchiert, warum die Schülerzahlen nachlassen? Wie könnte man dem entgegenwirken? Handelt es sich überhaupt um einen langfristigen Trend? Wäre es möglich, der Schule ggf. zu helfen, zunächst alternative Lösungen zu finden; wie z.B. die Mitnutzung des eigenen Gebäudes durch andere Institutionen / Vereine, die Beschäftigung eigener Lehrkräfte auch an anderen Schulen, ggf. zeitlich befristete Depudatsreduzierungen unter Anpassung auf den aktuellen Bedarf,…. Zudem fehlt eine Gegenüberstellung der aktuell laufenden Ausgaben im Vergleich zu konkreten Einsparungen nach einer Fusion – um an dieser Stelle ebenfalls bei der rein ökonomischen Betrachtungsweise zu bleiben.

Eine renommierte, fast 100jährige Schule zur Fusion „anzubieten“, ist das möglich?

Ja, es ist möglich, wenn man diese Schule auf ihre wirtschaftliche Funktion reduziert und ihren Wert als Trägerin von Kultur und Geschichte verkennt. Identitäten lassen sich beim Fusionieren nicht erhalten; mindestens Teilaspekte gehen hierbei verloren. Gerade im Ausschuss für Kultur und Bildung sollten die handelnden Akteure für diese Empfindsamkeiten sensibel sein, und nicht nur emotionale Aussagen in RNZ-Artikeln kritisieren, sondern deren Kern wahrnehmen. Die Fritz-Gabler-Schule ist wohlbemerkt nicht irgendeine „kaufmännische Schule“, sondern die älteste Hotelfachschule deutschlandweit, mit einer langen Geschichte und einem großen Einzugskreis.

Der Fokus auf ökonomische Aspekte oder auf die Belange der Schulen war in der bisherigen Diskussion im Ausschuss erkennbar; viele Fragen zur mit der Schule verbundenen Kultur und Geschichte lassen sich leider noch vermissen. Ebenso im Übrigen die Belange des Stadtteils Boxberg, dem Standort der Hotelfachschule.

Der Boxberg – einer der naturräumlich schönsten Stadtteile Heidelbergs – hat bereits jetzt mit sinkenden Immobilienpreisen und einer Wertabnahme im Vergleich zum Realwert von Grund und Boden zu schaffen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und hierbei spielen vorhandene Institutionen, Außenwahrnehmung und Stadtteilimage eine ganz entscheidende Rolle. Je wenige Akteure es gibt, umso mehr kommt es auf jeden Einzelnen an.

Durch stattgefundene allgemeine Zentralisierungsprozesse kam es auch im Boxberg zu einer Abwanderung und somit Entleerung. Einige wenige Akteure halten Besucherströme und Attraktivität des Stadtteils aufrecht, wie z.B. Einrichtungen im „Iduna-Center“, die Waldparkschule, der Stadtteilverein, das Seniorenzentrum, das Jugendzentrum Holzwurm, die Kirchengemeinden und natürlich auch die Hotelfachschule. Aktuell lässt sich noch sagen: „Die älteste Hotelfachschule Deutschlands steht im Boxberg!“  Würde die Fritz-Gabler-Schule durch eine Fusionierung zu viel ihrer eigenen Identität einbüßen, würde eine der Perlen des Stadtteils und somit auch der Stadtteil selbst einen Attraktivitätsverlust hinnehmen müssen.

Und wie viel Identitätsverlust ist „zu viel“? Um das beurteilen zu können, müsste die Fusionsidee in der Vorlage etwas konkreter sein. Bis jetzt ist sie das nicht. In der Beschlussvorlage ist zuerst von einer „Zusammenlegung“ die Rede; aber unter Punkt 2.1 ist zu lesen: „Die Fritz-Gabler-Schule soll formal aufgelöst und alle ihre Bildungsgänge an die Marie-Baum-Schule übertragen werden.“ Dabei sollen jedoch der „Markenkern“ und die „Attraktivität“ der Hotelfachschule erhalten werden, wie es unter Punkt 2.3 steht. Wie realistisch ist das, wenn sogar noch weitere Schulen mit gedacht werden: Julius-Springer-Schule und Willy-Hellpach-Schule, die einzelne Bildungsbereiche mit in die neu zusammengelegte Schule bringen sollen. Alles gepackt, geschüttelt und neu aufgestellt. Wie viel Fritz-Gabler-Schule bleibt denn dabei am Ende übrig?

Von Seiten der Gemeinderät*innen wurde gewünscht, dass der Name „Fritz-Gabler-Schule“ beibehalten werden solle, „da die Hotelfachschule internationales Renommee genieße.“ (nachzulesen in der Diskussion der Vorlage). Ein dankenswerter Wunsch. Aber ist die Beibehaltung des Namens sowie der Schule in ihrer jetzigen Form unter den genannten Rahmenbedingungen überhaupt realistisch? Oder wird im Laufe der Gremienläufe und Diskussionen und dem bisherigen starken Fokus auf Rentabilität und schwarze Zahlen schließlich die älteste Hotelfachschule Deutschlands auf dem Altar der Wirtschaftlichkeit geopfert?

Da auch der Ausschuss mit dem bislang vorgelegten, wenig konkreten Konzept nicht zufrieden war, veranlasste er eine Vertagung mit Arbeitsauftrag an die Verwaltung. U. A. wurde auch gewünscht, dass (alle) Schulleitungen anwesend sind. Bleibt zu hoffen, dass im kommenden Gremienlauf im Juli 2023 (Ausschuss für Kultur und Bildung – Haupt- und Finanzausschuss – Gemeinderat) den Interessen des Stadtteils Boxberg als auch dem Kulturerhalt ein viel größerer Raum einnehmen wird und ggf. auch Sachverständige zu diesen Themen hinzugezogen werden. Es geht dabei auch nicht darum, Unrentables mit aller Gewalt erhalten, sondern alle Teilaspekte gedanklich mit aufzunehmen und ein geistig-kulturelles Erbe mit angemessener Bewusstheit zu behandeln. Diese Aspekte sind ebenso wichtig wie die Interessen der Schulen und die schwarzen Zahlen.

Fritz Gabler wird es uns danken.

Dorothea Malik

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 25. Mai 2023, Seite 3

 

GAL-Mitglieder machen sich für Ochsenkopfwiese stark

RNZ vom 24.03.2023

(u.A.) GAL-Mitglieder waren im Namen des BUND am Rathaus, um für den Erhalt der Ochsenkopfwiese zu demonstrieren.

Hier die Rede von GAL-Bezirksbeirat Gerd Guntermann zu dem Thema:

„Am 20. Januar hatte sich OB Würzner bei einem Gespräch mit Vertretern von NABU und BUND dahingehend geäußert, dass diese Verbände bei Natur und Landschaft betreffenden Bauvorhaben frühzeitig eingebunden werden sollen. Am 2. März mussten allerdings wieder mal aufmerksame Bürger die Stadt darauf aufmerksam machen, dass auf dem Gelände des Großen Ochsenkopfes illegale Rodungen durch den RNV stattfinden. Die Stadt wusste angeblich nichts davon. Misstrauisch macht aber, dass das Baurechtsamt sich schon in der Vergangenheit bei anderen Bauvorhaben ignorant verhalten hat, etwa bei der illegalen Erweiterung des Königstuhlhotels oder der Baumaßnahme am Schlosswolfsbrunnenweg 18, die die ganze Amphibienpopulation im Schlossgarten durch Eintrag hochalkalischen Wassers gefährdet.
Absicht der RNV: Auf einem Hektar, also einem Viertel der Grünfläche des Großen Ochsenkopfs, eine 170 Meter lange, 6 Meter hohe Abstellanlage für Straßenbahnen zu bauen, also dieses Areal großräumig zu versiegeln.
Die dortige Hecke aus Schlehen, Wildrosen, Weissdorn, Haselsträuchern, Brombeeren, Birken und Ebereschen ist wie alle Wildhecken enorm wichtig für die Artenvielfalt, für Insekten, Vögel und Eidechsen, aber auch für das Mikroklima. 520 Meter Hecke, 5 Meter breit, kompensiert den CO2-Fußabdruck eines durchschnittlichen Deutschen für 10 Jahre. Hecken sind multifunktional: für den Biotopschutz, als Verbindungsbrücken zwischen Biotopen, sie reduzieren die Austrocknung der Böden. Sie sind wichtig für aktiven Klimaschutz, denn sie speichern große Mengen Kohlenstoff in ihrer Wurzelbiomasse und in ihrem Humus.
Typisch: Die Mitarbeiter der von der RNV beauftragten Firma zerstörten zwar einige hundert Quadratmeter wertvoller Vegetation und damit Lebensräume, den dortigen Plastik- und sonstigen Müll entsorgten sie aber nicht, sondern beließen ihn fein zerhäckselt an Ort und Stelle. So sieht Naturschutz in Heidelberg oft aus.
Ihr wisst: Nicht an ihren Worten, an ihren Taten werdet ihr sie erkennen, wenn sie von Naturschutz reden. Hier geht es um den Großen Ochsenkopf, nicht um einen geschrumpften Kleinen Ochsenkopf!“