Sperrzeiten in der Altstadt wieder unwirksam – Eine „never ending story“? Mit Antworten zur RNZ Umfrage von Stadträtin Judith Marggraf

Seit über 10 Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat mit den Sperrzeiten in der Altstadt. Hier eine kurze Chronik:

Der Interessenskonflikt zwischen Anwohnern und Wirten und ihren Gästen in der Altstadt besteht schon seit langen. Die einen möchte ihre Nachtruhe, die anderen gern lange feiern. Lärm, Dreck, und Randale wurden in der Altstadt immer schlimmer, so dass es in den Jahren 2009 und 2010 diverse Runde Tische „Pro Altstadt“ gab, bei denen ein 58-Punkte-Plan entwickelt wurde. Dieser sah u.a. einen Erlass einer Sperrzeitverordnung zur Verbesserung der Gesamtsituation für die Anwohner vor.

Die Landesregierung ließ ab dem 1.1.2010 längere Öffnungszeiten für Gaststätten zu: bis 3 Uhr bzw. in den Nächten auf Samstag/Sonntag bis 5 Uhr. Der Gemeinderat Heidelberg hat jedoch am 17.12.2009 beschlossen dieser Verkürzung der Sperrzeiten nicht zu folgen und die bisherigen beizubehalten: bis 2 Uhr bzw. in den Nächten auf Samstag/Sonntag bis 3 Uhr. Der Karlstorbahnhof ist von dieser Regelung ausgenommen. Bestehende Ausnahmeregelungen behielten Gültigkeit. (4 Nein Stimmen, 3 Enthaltungen und 1 Befangene Stimme).

2010 wurde eine Klage von Anwohnern beim Verwaltungsgericht Karlsruhe erhoben, um anwohnerfreundlichere Sperrzeiten zu erreichen. 2013 hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eine Berufung zugelassen und dargestellt, dass die Sperrzeitverordnung korrigiert werden muss. Die Stadt Heidelberg hat einem Vergleich zugestimmt und sich verpflichtet ein Lärmgutachten erstellen zu lassen und auf dessen Grundlage die Sperrzeiten neu festzulegen.

Das Lärmgutachten vom 14.10.2014 ergab, dass im Kerngebiet (Untere Straße, Mittelteil der Hauptstraße, sowie die Seitengassen Heugasse, Kettengasse, Krämergasse, Steingasse und Leyergasse) mit hoher Kneipendichte über den gesamten Betrachtungsraum Überschreitungen prognostiziert werden.

Am 18.12.2014 entschied der Gemeinderat mit 12 Gegenstimmen die Landesregelung einzuführen. D.h. ab dem 1.1.2015 durften Kneipen und Gaststätten wochentags bis 3 Uhr und am Wochenende bis 5 Uhr öffnen. Die Liberalisierung sollte die Besucherströme entzerren. Zusätzlich wurde der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) auf 12 MitarbeiterInnen aufgestockt.
Dem Vorschlag der Verwaltung wochentags bis 1 Uhr und in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis 3 Uhr in demjenigen Teil der Altstadt, der nach den Ergebnissen des Lärmgutachtens besonders belastet ist, öffnen zu dürfen, folgte der Gemeinderat nicht.

Aus einem Erfahrungsbericht, der am 23.03.2016 im Gemeinderat beraten wurde, wurde klar, dass zwischen 3 und 5 Uhr durch alkoholisierte Ruhestörer und laut unterhaltende Gäste die Nachtruhe der Anwohner empfindlich gestört ist. Eine Zuordnung dieser Personen zu bestimmten Gaststätten war jedoch in den meisten Fällen nicht möglich. Weitere Maßnahmen wurden festgelegt: Verlängerung der Probezeit, Vorbereiten eines Konzepts für ein Förderprogramm für Lärmschutz mit Lärmschutzfenstern, Erarbeiten einer Selbstverpflichtungserklärung mit allen interessierten Gastronomiebetrieben in der Heidelberger Altstadt.

Nach einer zweijährigen Probephase hat der Gemeinderat am 20.12.2016 wieder für neue Sperrzeiten gestimmt. Das neuste Lärmgutachten hatte nämlich ergeben, dass es im östlichen Bereich der Altstadt, in dem die Kneipendichte sehr hoch ist, nachts zu laut ist. Die neuen Sperrzeiten ab dem 1.1.2017 waren: 2 Uhr unter der Woche, 4 Uhr am Wochenende. Neu war ein „langer Donnerstag“, d.h. von Donnerstag auf Freitag durften die Kneipen nun bis 4 Uhr öffnen. Mit 25 Ja, 16 Nein und 2 Enthaltungen ging die neue Regelung durch. Zu prüfen blieb, ob es wieder für die drei Diskotheken im betroffenen Gebiet (Tangente, Cave54, Club 1900) Ausnahmeregelungen gibt, so wie es bis Ende 2014 der Fall war. Die Stadtverwaltung hatte angesichts der Ergebnisse des Lärmgutachtens einen anderen Vorschlag gemacht: Gaststätten sollten wochentags bis 1 Uhr und in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis 3 Uhr öffnen dürfen. Dem ist der Gemeinderat aber nicht gefolgt.

Anwohner wandten sich mit einem Normenkontrollantrag gegen diese Sperrzeiten und der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erklärte die Verordnung vom 20.12.2016 der Stadt Heidelberg Ende März 2018 für unwirksam.

Mit knapper Mehrheit beschloss der Gemeinderat am 24.7.2018 daher wieder neue Sperrzeiten für den östlichen Teil der Altstadt. Mit 22 Ja und 19 Nein Stimmen sowie 4 Enthaltungen wurden folgende Sperrzeiten ab dem 2.08.2018 festgelegt: auf Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um 1 Uhr, auf Freitag um 3 Uhr, auf Samstag und Sonntag um 4 Uhr. Zusätzlich wurden mehrere Maßnahmen beschlossen: Aufstockung des KOD, Moolinerabfahrten am Uniplatz und dort mehr Sicherheitspersonal, Verantwortungszone in jeder Kneipe sowie ein Lärmbeauftragter.

Anwohner stellten daraufhin eine Normerlassklage, sie wollten dass das Gericht Sperrzeiten für die Kernaltstadt festlegt: Mitternacht unter der Woche und 1 Uhr am Wochenende. Da alle außergerichtlichen Einigungen gescheiterten, befasste sich das Verwaltungsgericht Karlsruhe mit dem nächtlichen Lärm in Heidelberg. Bei der Gerichtsverhandlung am 31. Juli 2019 befand das Gericht nun unter der Woche ist um Mitternacht Schluss und am Wochenende um 2.30 Uhr. Die Vorgaben sind bindend für den Gemeinderat, nur den exakten Geltungsbereich der neuen Sperrzeiten könne er festlegen.

Als Grundlage für die Argumentation des Gerichts gilt das Lärmgutachten des Büros Genest und Partner, die den Schallpegel von Mai bis Juli 2016 an fünf zentralen Punkten in der Altstadt gemessen hat: in der Unteren Straße auf Höhe des Fischmarkts, an der Ecke Hauptstraße / Floringasse, in der Kettengasse (wo etwa die „Tangente“ liegt), in der Dreikönigstraße und in der Hauptstraße auf Höhe des Kurpfälzischen Museums. Höchstwerte wurden vor allem in der Unteren Straße und im zentralen Teil der Hauptstraße festgestellt – vergleichbar sind diese mit vorbeifahrenden Lkw oder Motorsägen. Diese Werte, so das Gericht, entsprächen der Lärmkulisse eines Gewerbe- und Industriegebiets – und nicht denen eines Wohn- und Mischgebiets. Für die Anwohner bedeutet dies lärmbedingte Gesundheitsgefahren. Das Gericht machte deutlich, dass mindestens 6 Stunden Nachtruhe für einen Gesundheitsschutz notwendig seien. Außerdem mahnte das Gericht an, dass fast keine der beschlossenen Maßnahmen zur Lärmreduzierung ausgeführt wurden.

Zum Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe in Sachen Sperrzeiten machte die Rhein-Neckar-Zeitung eine Umfrage bei den Gemeinderäten. Hier die Antworten unserer Fraktionsvorsitzenden Judith Marggraf:

1. Wie sehen Sie die Entscheidung des Gerichts, dass die Kneipen künftig werktags um Mitternacht und am Wochenende um 2.30 Uhr schließen müssen?
Wir begrüßen die Entscheidung, bedauern aber durchaus, dass das auch viele Gastronomiebetriebe trifft, die sehr verantwortungsvoll mit der Lärmproblematik umgegangen sind. Darüber hinaus ist die Entscheidung des Gerichtes eine berechtigte Ohrfeige für einen Gemeinderat, der sich mehrheitlich über die Interessen der Altstadtbewohner hinwegsetzte und alle Warnungen, u.a. der Verwaltung, in den Wind schlug.

2. Werden Sie dafür stimmen, Berufung einzulegen?
Nein. Das Gericht hat uns einen Rahmen vorgegeben, der jetzt mit politischen Entscheidungen ausgestaltet werden muss. Die Situation war und ist schwierig, jetzt noch eine Runde vor Gericht zu drehen, wird das nicht ändern.

3. Wie kann der Konflikt in der Altstadt zwischen Anwohnern und Kneipiers noch befriedet werden? Und wie wollen Sie dies als Fraktion angehen?
Wir warten jetzt auf einen Vorschlag, für welche Gebiete die neuen Sperrzeiten tatsächlich angewendet werden sollen, welche der (beschlossenen) flankierenden Maßnahmen nun umgesetzt werden und was sich daraus dann ergibt. Vielleicht muss man auch einmal über ein Bonus-/Malus-System nachdenken, um die Altstadt-Gastronomie nicht über „einen Kamm zu scheren“.

Den dazugehörigen RNZ Artikel vom 7.8.2019 können Sie hier nachlesen:

Fragen der RNZ zu den Forderungen für die Stadt Heidelberg von der „Fridays for Future“ Bewegung

Die „Fridays for Future“-Bewegung hat Forderungen für die Stadt Heidelberg formuliert und an alle Fraktionen des Gemeinderates geschickt.

https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-fridays-for-future-demo-in-heidelberg-das-fordern-die-streikenden-schueler-in-heidelberg-plus-videofo-_arid,436325.html

Die Rhein-Neckar-Zeitung hat dazu folgende Fragen formuliert, die die GAL wie folgt beantwortet hat:

Wie bewertet Ihre Gemeinderatsfraktion die Forderungen?
Zuerst einmal finden wir es prima, dass FfF in Heidelberg nicht ’nur‘ demonstriert, sondern sich aktiv, inhaltlich und politisch einmischt! Wir können uns den Forderungen grundsätzlich komplett anschließen, da sie inhaltlich weitestgehend dem entsprechen, was der Gemeinderat mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ ja bereits beschlossen hat. Wir sehen aber die Erinnerung und die Mahnung, dass es mit einem GR-Beschluss nicht getan ist! Wir sollten Leitplanken einziehen, z.B. eine Gesamtbilanz der (hoffentlich) Fortschritte zu ziehen, immer vor den 2-jährigen Haushaltsberatungen, damit dann personell und finanziell nachgesteuert werden kann.

Welchen Forderungen schließen Sie sich an?

Ganz besonders denen zum Thema Mobilität. Das ist ein Bereich, an den wir uns alle nicht wirklich ran trauen, weil wir wissen, dass es hier große Ablehnung und Widerstände gibt. Und das ist verständlich, weil wir das Desiderat „Weniger MIV (Motorisierter Individualverkehr), mehr ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr)“ kaum umsetzen können ohne Unterstützung von Land und Bund. Dennoch sehen wir eine Chance z.B. bei der Parkraumbewirtschaftung. AutofahrerInnen sollen einen fairen Preis dafür zahlen, dass sie öffentlichen Raum für ihr privates Fahrzeug nutzen. Die entsprechenden Einnahmen sollen der Förderung von Fuß- und Radverkehr zukommen.

Welche lehnen Sie ab – und warum?

Es gibt ein paar Ideen, die so nicht gehen. Z.B. ein Ombudsmensch mit einem Vetorecht dem Gemeinderat gegenüber. Sowas erlaubt die Gemeindeordnung nicht. Alle 2 Jahre ein komplettes Monitoring – können wir nicht bezahlen. Aber wichtiger, als hier jetzt im Deail Kritik zu üben, ist ja die Mahnung, dass wir mehr und konsequenter etwas tun müssen! Und das wollen wir sehr ernst nehmen! Viel wird ja durchaus gemacht, ob das die energetische Sanierung bei der GGH ist oder die Ergänzung der Mannheimer Fernwärme durch ökologische Komponenten – aber es ist nach wie vor zu wenig und da müssen wir ran! Manchmal ist’s aber nicht so einfach, wie wir’s gerne hätten.

CDU hat Angst vor der eigenen Courage

Die GAL bedauert, dass die CDU den Ersten Bürgermeister zum „zurückrudern“ brachte. Die Aussage von Bürgermeister Odszuck, „Autofahren muss unattraktiver werden“ bezog sich doch eigentlich nur auf eine längst überfällige Binsenweisheit: AutofahrerInnen sollen die von Ihnen verursachten Kosten auch begleichen! Dazu gehört das Abstellen privater Fahrzeuge auf öffentlichen Flächen genauso wie der Aufwand, den die Stadt betreiben muss, um Fuß- und Radwege von ‚eben mal‘ geparkten Fahrzeugen frei zu halten. Zu viele Autos nehmen der Stadt und ihren BürgerInnen zu viel Platz weg!
Es geht hier nicht um einen „Feldzug“ gegen das Autofahren, es geht um ein Stück Gerechtigkeit und Gleichberechtigung! Nach einer Ära der autogerechten Stadt steht jetzt die Rückbesinnung auf die Bedürfnisse der Menschen statt auf die des Autos an. Wir wollen mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, mehr Platz für Kontakt und Begegnung, für spielende Kinder in der Stadt. Dafür brauchen wir mehr Verkehrsicherheit und dafür wären weniger Autos im öffentlichen Raum nützlich!

GAL initiiert „Bündnis für Schulen“.

Die GAL ist enttäuscht, dass auch nach der Prioritätensetzung „5 plus 2“ im Frühjahr 2018 selbst bei diesen Schulen alles so langsam und schwerfällig passiert: Wieder werden Maßnahmen verschoben, sind noch nicht fertig geplant oder kommen nicht in die Gänge.

„Während die GGH in diesem Zeitraum bereits eine halbe Großsporthalle neu gebaut hat, sind wir bei den Schulen kaum einen Schritt weiter gekommen“ ärgert sich Judith Marggraf. Ein Beispiel könne man sich am ‚Bündnis für Sport‘ nehmen: Eine kleine Gruppe quer durch den Gemeinderat, die für bestimmte Interessen und Bedarfe eintritt, und, wenn nötig, freundlichen Druck ausübt.
„Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir mehr Aufmerksamkeit und Engagement für unsere Schulen erübrigen und ich freue mich sehr, dass CDU, SPD, ‚Heidelberger‘, Bunte Linke und die Linke bereits Zustimmung signalisiert und Personen benannt haben! Das ist ein ein gutes Signal an unsere Schulen!“ freut sich Marggraf.

Unsere Kandidantinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl 2019!

Listenplatz 1: Judith Marggraf, Kirchheim, Erziehungswissenschaftlerin und Politologin

Listenplatz 2: Michael Pfeiffer, Kirchheim, Polizeibeamter

Listenplatz 3: Hans-Martin Mumm, Weststadt, Kulturamtsleiter i.R.

Listenplatz 4: Gerd Guntermann, Altstadt, Pädagoge

Listenplatz 5: Martina Weihrauch, Hendesse, Beauftragte für Chancengleichheit am Uniklinikum

Listenplatz 6: Klaus Flock, Rohrbach, Rechtsanwalt

Listenplatz 7: Dr. Regine Buyer, Wieblingen, Biologin und Lehrerin i.R.

Listenplatz 8: Anna Delong, Altstadt, Kulturwissenschaftlerin

Listenplatz 9: Parvin Niroomand, Weststadt, Dekanatssekretärin

Listenplatz 10: Dr. Frieder Rubik, Neuenheim, wiss. Angestellter

Listenplatz 11 : Anna-Kristina Heimer, Kirchheim, leitende Angestellte

Listenplatz 12: Wolfram Fleschhut, Bahnstadt, Ingenieur

Listenplatz 13: Claudia Rink, Rohrbach, Verlegerin

Listenplatz 14: Max Marggraf, Kirchheim, Abiturient

Listenplatz 15: Charlotte Weihrauch, Hendesse, Studentin

Listenplatz 16: Philipp Reifenscheidt, Altstadt, Jugendreferent und Unternehmer

Listenplatz 17: Ulrike Gscheidle-Lehn, Ziegelhausen, Biologin und Lehrerin

Listenplatz 18: Jörg Schmidt-Rohr, Altstadt, Jurist, Sozialpädagoge

Listenplatz 19: Susanne Bock, Pfaffengrund, Dozentin

Listenplatz 20: Norbert Schön, Weststadt, Privatier

Listenplatz 21: Claudia Kaufmann, Neuenheim, Pädagogin

Listenplatz 22: Juha Hedström, Altstadt, Student

Listenplatz 23: Ernest Kellner, Pfaffengrund, Straßenbahnfahrer

Listenplatz 24: Gabi Faust-Exarchos, Altstadt, Soziologin und Mediatorin

Listenplatz 25: Hans-Jürgen Florenz, Hendesse, Betriebsratsvorsitzender DRK/Rhein-Neckar/Heidelberg e.V.

Listenplatz 26: Ellen Möller, Altstadt, Erzieherin

Listenplatz 27: Wolfgang Kiesinger, Ziegelhausen, Theologe

Listenplatz 28: Regina Erbel-Zappe, Altstadt, Dipl.- Übersetzerin

Listenplatz 29: Drk Welz, Weststadt, Unternehmer

Listenplatz 30: Marion Koch, Kirchheim, Innenarchitektin

Listenplatz 31: Gunter Kraus, Neuenheim, Jazzmusiker

Listenplatz 32: Evi Hofmann, Wieblingen, Sozialpädagogin und Therapeutin

Listenplatz 33: Peter Schneider, Neuenheim, Datenschutzbeauftragter

Listenplatz 34: Dr. Dorothee Hildebrandt, Weststadt, Software-Trainerin

Listenplatz 35: Joao Manuel Carvahlo, Kirchheim, Weinhändler

Listenplatz 36: Peter Muckenfuß, Altstadt, Physiotherapeut

Listenplatz 37: Michael Rosler, Hendesse, Geschäftsführer i.R.

Listenplatz 38: Jo-Hannes Bauer, Bergheim, Medienpädagoge

Listenplatz 39: Prof. Dr. Thomas Städtler, Neuenheim, Romanist

Listenplatz 40: Hildegard Rosler-Sellhorn, Hendesse, Sonderschullehrerin i.R.

Listenplatz 41: Volker Herrmann, Hendesse, med. Dokumentar

Listenplatz 42: Wolfgang Mohl, Neuenheim, Rentner

Listenplatz 43: Dirk Sellhorn, Hendesse, Kaufmann

Listenplatz 44: Adrien Mechler, Wieblingen, Opernchorsänger

Listenplatz 45: Hans-Peter Gruber, Altstadt, Historiker

Listenplatz 46: Ulrike Müller, Altstad, Fachkrankenschwester

Listenplatz 47: Michael Martinec, Kirchheim, Künstler

Listenplatz 48: Ilse Rieker, Neuenheim, Lehrerin i.R.

 

Hier noch etwas Statistik:

Männer: 28
Frauen: 20
‚alt‘: 33
’neu‘: 15
das Durchschnittsalter liegt bei etwa 52 Jahren (mir fehlen noch einige wenige Altersangaben)

Stadtteilranking:
Altstadt: 11
K’heim, Hendesse, Neiene: jeweils 7
Weststadt: 5
Wieblingen: 3
Rohrbach, Z’hausen,Pfaffengrund: jeweils 2
Bahnstadt, Bergheim: jeweils 1
(leider fehlen: Schlierbach, Boxberg, Emmertsgrund und Südstadt)

Was die Vielfalt angeht, können wir es locker mit allen anderen aufnehmen:
vom Schüler über Student*innen bis zum Professor
vom Straßenbahnfahrer über den Ingenieur bis zum Weinhändler
vom Physiotherapeuten über die Krankenschwester bis zur Sonderschullehrerin
vom Künstler bis zum Rechtsanwalt
und viele ganz normale Angestellte…

Unsere Highlights 2018

Ein kultureller Höhepunkt war der 150. Geburtstag Stefan Georges. Tom Hatry und Hans-Martin Mumm kuratierten im Haus Cajeth eine Ausstellung. George, als Zeitgenosse hellsichtig, als Dichter genial, als Charakter schwierig, wird nur zusammen mit seinem Kreis verständlich. Die Ausstellung fand auch überregional Beachtung.

Beim Thema Verkehr haben wir uns besonders darüber gefreut, dass das auf unsere Anregung im Bezirksbeirat Altstadt entwickelte Verkehrsberuhigungskonzept Altstadt fast einstimmig beschlossen wurde. Außerdem sind wir gespannt, wie das Sicherheitsaudit, bei dem alle Stadtteile auf Gefahrenstellen im Straßenverkehr untersucht wurden, umgesetzt wird.

Zukünftig keine Diskussionen mehr darüber, ob 8 oder 12 € pro Quadratmeter „bezahlbar“ sind! 30% des Einkommens für’s Wohnen wird der neue Maßstab. Ein großer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Wohnungsmarkt – Danke GGH.

Wir wünschen schöne Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr
Judith Marggraf, Hans-Martin Mumm, Michael Pfeiffer

Haushaltsrede und Änderungsanträge zum Haushaltsplanentwurf 2019/20

Hier zum Nachlesen die Haushaltsrede von Stadtrat Michael Pfeiffer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 22. November 2018, in der er die Änderungsanträge der GAL erläutert.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Herren Bürgermeister und sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates,

wenn man seine Haushaltsrede erst dann halten darf, wenn das meiste schon gesagt wurde, überlegt man sich, was denn möglicherweise für die großen Parteien nicht so wichtig war, um es zu erwähnen. Natürlich werde ich Ihnen mitteilen, was unsere Schwerpunkte sind, Themen, die aber logischerweise auch von anderen Parteien genannt wurden. Trotz guter HH Lage wollen wir diesmal eben genau nicht hinlangen, Neues und Mehr fordern, sondern Vorhandenes stabilisieren, befördern und umsetzen.

Der Gesamtpersonalrat der Stadt hatte darum gebeten, angesichts der sehr zurückhaltenden Personalausstattung in Heidelberg für dringende Vertretungsfälle einen Sonderfonds bereitzustellen, der es dem Personalamt ermöglicht,
in Krankheitsfällen oder Schwangerschafts- und Elternzeiten Vertretungen bereit zu stellen. Wir können diese Bitte sehr gut nachvollziehen und unterstützen sie ausdrücklich. Wir hoffen, pro Jahr mit 500.000 € der Verwaltung die nötigen Mittel zur Verfügung stellen zu können.

Ein über die Jahre ausgeglichener Grundstücksfond bewirkt, dass der städtische Anteil am Grundbesitz sinkt. Angesichts des Stadtwachstums und mit Blick auf die Vorgabe, neue Baugebiete nur noch auf städtischem Grund zu realisieren, ist eine Erhöhung des Ansatzes für Grunderwerb angebracht. Auch hier halten wir einen Betrag pro Jahr in Höhe von 500.00 € für erforderlich.

Die Heidelberger Literaturtage waren auch unter der hilfsweisen Leitung des Kulturamts sehr erfolgreich. Sie sollen künftig wieder in die Hand einer Arbeitsgemeinschaft gelegt werden. Wie im September im Ausschuss für Bildung und Kultur dargelegt, braucht es dazu eine Ausstattung, wie sie auch für andere Festivals selbstverständlich ist: Barrierefreiheit, Klimatisierung, bessere Werbung und ein Geschäftsführungshonorar. 180.000 € pro Jahr halten wir hier für erforderlich.

Der Chorverband Kurpfalz hat in der Vergangenheit sehr erfolgreich die „Singende Altstadt“ organisiert. Diese Plattform für die große Zahl an Laienchören sollte verstetigt werden. Dies möchten wir pro Jahr mit 2.500 € gewährleisten.

Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg hat sich zu einem der bedeutendsten Schauplätze aktueller Fotokunst in Europa entwickelt.
Es ist neben dem Filmfestival und Enjoy Jazz die wichtigste Klammer regionaler Zusammenarbeit. Während die Städte Mannheim und Ludwigshafen das Wachstum des Festivals im Lauf der Jahre durch angepasste Förderungen unterstützt haben, ist Heidelberg bei einem inzwischen peinlich niedrigen Zuschuss geblieben. Wir sollten uns im Jahr 2019 mit 40.000 € an diesem einzigartigen Festival beteiligen.

Die Sammlung Prinzhorn ist weltweit bekannt. Sie ist gut geführt, hat eine klare Konzeption und verfügt über eine entwickelte Forschung. Begrenzt sind dagegen ihre Ausstellungsmöglichkeiten. Das Klinikum stellt nun peu à peu weitere Räume zur Verfügung, kann aber den Mehrbedarf an Personal nicht abdecken. Dazu hat es viele Gespräche mit der Stadtspitze gegeben, deren Ergebnisse sich leider im Haushaltsentwurf nicht wiederfinden.
Über diese Entwicklung hinaus gibt es Planungen zur baulichen Erweiterung der Sammlung. Dazu gibt es Zusagen der Bundesregierung und einer privaten Stiftung. Das verbleibende Viertel der Gesamtinvestition von 13 Mio. € sollte sich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Heidelberg teilen. Dafür beantragen wir zusätzliche Investitionsmittel.

Das Völkerkundemuseum ist noch nicht so weit wie die Sammlung Prinzhorn. In 2019 steht ein Jubiläum an, für das im Haushalt 50.000 € vorgesehen sind.
Alle Völkerkundemuseen sind derzeit im Umbruch und erarbeiten neue Konzeptionen. Auch in Heidelberg ist ein Neuanfang erforderlich. Um dem Nachdruck zu verleihen, beantragen wir eine Fußnote. *Fußnote Portheim: „Davon [250 TE für 2019] 100 T€ gesperrt bis zur Vorlage einer Neukonzeption für das Völkerkundemuseum in 2019.“

Armut in HD hat sich in den zurückliegenden Jahren sowohl quantitativ als auch von den betroffenen Gruppen her verfestigt. Unsere folgenden beiden Anträge basieren zwar nicht grundsätzlich mit den nun folgenden in der Rhein-Neckar-Zeitung erschienen Artikeln, zeigen aber deutlich, wie wichtig mehr Transparenz und besserer Zugang zu den bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten war.
Auf die Frage, wie man armen Mitbürgern helfen könne, konnte Herr Dr. Gerner das ganze ABC an Hilfsangeboten aufzählen.
Nur: Erst einmal muss man wissen, dass es Hilfe überhaupt gibt und ….hier ergänze ich mit meinen Worten: „wo man sie finden kann“
In dem Artikel räumte Herr Dr. Gerner ein, dass es manchmal ein Antragsdschungel ist.
In einem weiteren Artikel, auf der gleichen Seite erklärte unser Herr Oberbürgermeister:
„Wir haben ein beachtliches Netzwerk an Hilfsangeboten in Heidelberg und müssen dafür sorgen, dass es auch bei den Kindern und Familien ankommt“
Diese Ausgabe erschien am 18. Oktober 2013 und somit schon vor 5 Jahren.

Der aktuelle ‚Bericht zur sozialen Lage‘ gibt uns wichtige Hinweise, hier tätig zu werden:

• das bereits vorhandene Ziel „Modellprojekt Quartiersentwicklung“ zur Verbesserung einer niedrigschwelligen Zielgruppenansprache möchten wir deshalb mit Geld hinterlegen und schlagen vor, hierfür 50.000 € einzustellen.

• In der Zwischenzeit möge die Verwaltung sich Gedanken machen, wie die zahlreichen Hilfs- und Unterstützungsangebote besser „beworben“ werden können, bzw. auch bei den Menschen ankommen, für die sie konzipiert sind.

Darüber hinaus erscheint uns ein konsequenterer Umgang mit Auftragsvergaben nach sozialen Kriterien geboten: Anzahl der Auftraggeber, der Auftragnehmer und die Volumina stagnieren seit Jahren. Die Ausweitung auf weitere städtische Ämter und auch auf „normale“ Auftragnehmer sowie die Anwendung sozialer Kriterien nicht nur bei freihändigen Vergaben sondern auch auf klassische Ausschreibungen können Impuls und Anregung sein, diesen Arbeitsmarktbereich zu stärken.

Kinderbetreuung/Inklusion
Unsere Kinderbetreuungsangebote sind gut. Trotzdem müssen wir auf veränderte Realitäten reagieren: Nicht alle Eltern können um 16.30 Uhr Feierabend machen um ihre Kinder bis 17 Uhr in den Einrichtungen abgeholt zu haben. Ein Einstieg auch bei städtischen Einrichtungen in eine Ausweitung der Betreuungszeiten ist fällig!

Bedarfsermittlung und Konzepterstellung über 2 Jahre ist ein fairer Auftrag
• Es darf nicht sein, dass bei unseren guten und vielfältigen Angeboten zur Ferienbetreuung Kinder mit Einschränkungen oder besonderem Betreuungsbedarf ausgegrenzt werden. Hier ist zunehmend auf Barrierefreiheit und passende Rahmenbedingungen zu achten

Mehr Grün in der Stadt
Der heiße Sommer und die Nachrichten über Insektensterben etc. müssen uns dazu bringen, auch in unserer Stadt weitere Maßnahmen zu ergreifen: naturnah bepflanzte und vernetzte Grünflächen sind notwendiger Lebensraum für Vögel und Insekten, dienen aber auch der Kühlung und Frischluftentstehung.
Die Stadt selbst tut hier schon viel, jetzt sollten auch GGH, Uni u.a. miteinbezogen werden
• der gleichen Zielsetzung dient eine verstärkte Fassadenbegrünung. Ein Wettbewerb (natürlich mit Beratung) kann helfen, insbesondere die Besitzer größerer Wohneinheiten zu motivieren. 10.000 € möchten wir hier gerne zur Verfügung stellen.

Aufwertung unserer Schulen auch in den Außenbereichen
Ein Vor-Ort-Termin im Schulzentrum Wieblingen hat uns eine außerordentlich heruntergekommene, ungestaltete, aufenthaltsfeindliche Situation rund um die drei Schulen gezeigt.

Und nun noch zum Thema Verkehr!!! Ein Thema, bei dem jeder alles weiß und meist sogar besser:
In den letzten zwei Jahren gab es ein Sicherheitsaudit in Heidelberg. Nun liegt es an uns, wie wir mit den Ergebnissen umgehen. Wenn wir an einer schnellen Umsetzung der als kritisch erachteten Punkte interessiert sind, sollten wir für diese Planung nicht nur den im Haushaltsplan vorgesehenen Sicherheitsmanager sondern noch zusätzlich eine weitere Stelle, also 2, für Sachbearbeiter*innen für Straßenverkehrsangelegenheiten beim Verkehrsmanagement einstellen. Dieses Amt pfeift aus dem letzten Loch. Die Arbeitsbelastung ist immens und kaum eine Mitarbeiterin /Mitarbeiter möchte dort hin, weil der Druck von allen Seiten kommt. Das Gehalt ist daher mehr eine Art Schmerzensgeld. Mir ist sehr wohl bewusst, dass alle Ämter eine hohe Belastung haben, doch steht kaum ein Amt so sehr im kritischen Blick der Öffentlichkeit. Erinnern wir uns an den tödlichen Fahrradunfall in Schlierbach. Schon lange wurden verkehrsberuhigende Maßnahmen gefordert. Macht der zuständige Sachbearbeiter nichts und es passiert etwas wird ihm das zum Vorwurf gemacht. Man stelle sich vor, ein Fahrradfahrer fährt zu schnell und verursacht dadurch einen tödlichen Verkehrsunfall eines Fußgängers. Der Sachbearbeiter bekäme den Vorwurf des „nicht Handelns“ gemacht. Wird er aktiv und es passiert etwas, trifft ihn das auch.
Die Mitarbeiter in diesem Amt sind einem besonderen Druck ausgesetzt und stehen wie Polizisten oft schon mit Ihrer in bestem Glauben getroffenen Handlung oder Entscheidung mit einem Fuß im Gefängnis. Durch die vielen Entscheidungen, die erforderlich sind, um nicht nur der Umsetzung von Maßnahmen des Sicherheitsaudits, das ja leider erst nächste Woche vorgestellt wird, gerecht zu werden, sondern auch bei der Entwicklung zur Erweiterung des Fuß- und Radwegenetzes, Vorbereitung zur Umsetzung der Verkehrsberuhigung in der Altstadt, Ausarbeitung eines tragfähigen Konzeptes für die Anwohner der Siedlungsgemeinschaft Ochsenkopf u.v.m. ist diese weitere Stelle beim Verkehrsmanagement so wichtig.

Wir bewegen uns in verschiedenen Arten im Straßenverkehr. Mal als Autofahrer mal als Fahrradfahrer. Letztendlich werden wir aber das letzte Stück sehr oft zu Fuß zurücklegen. Insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind meist zu Fuß unterwegs.
Der Großteil der Gehwege in HD sind beim Sicherheitsaudit nicht angeschaut worden. D.h. es gibt viele Wege, die mögliche Mängel haben, aber nicht im Sicherheitsaudit sind. Es gibt vor allem auch Mängel, die generell nicht sicherheitsrelevant sind, aber Einschränkungen der Nutzbarkeit bedeuten. Dazu gehören z.B. Stolperfallen im Pflaster; fehlende Absenkungen an Einmündungen, die eine Benutzung mit Kinderwagen, Rollator oder Laufrad erschweren; schlecht stehende Verkehrszeichen, -masten oder durch Beparken eingesunkene Gehwege wie beispielsweise direkt vor der Albert-Schweitzer Schule in der Obere Rödt, verursacht durch eine Baufirma.
Solche Maßnahmen, wenn sie denn gefunden werden, müssen beseitigt werden, damit der Fußverkehr eine besser nutzbare Infrastruktur bekommt. Bestes Beispiel war gerade der Bericht in der RNZ über den Zustand der Bergheimer Straße.

Und wenn wir es gerade von Fußgängern haben. Bei der Klausursitzung im Oktober wurde darüber gesprochen, dass die Gelbphase für den Fahrzeugverkehr von 3 auf 4 Sekunden erhöht werden soll. Zumindest habe ich das so verstanden. Und dann lässt man die Schulkinder beispielsweise vor der Geschwister-Scholl-Schule oder der Bahnstadtschule im Schweinsgalopp über die Straße rennen und berechnet die Querungszeit akademisch und nach vorgegebenen Mindestzeiten, anstatt sie kinderfreundlich mit ein paar Sekunden mehr zu schalten. Dadurch werden die Kinder genötigt, ohne sich zu vergewissern, ob der Fahrzeugverkehr auch anhält, direkt bei Grün loszulaufen. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf. Daher ist ein Sicherheitsmanager so wertvoll für unsere Stadt. Besonders wichtig fände ich, dass er im Hinblick auf den kinderfreundlichen Verkehr auch mit der Ampelkümmerin unserer Stadt eng zusammenarbeitet und bei den Planungen von Ampelschaltungen, insbesondere vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen seine Meinung gefragt ist.

Sickingenbrücke:
Ich glaube seit 2007 gibt es Vorlagen und Planungen zu einer Fußgänger- und Radwegebrücke zwischen Kirchheim und Rohrbach. Die Bezirksbeiräte der beiden Stadtteile haben sich mit großer Mehrheit 2014 für den Bau dieser Brücke ausgesprochen:

Der Neubau der Brücke wird weiterhin befürwortet. Die Planung hierfür muss dringend realisiert werden.
Beispielsweise müssen die Rohrbacher Schüler der Gregor-Mendel-Realschule momentan alle über die Bürgerbrücke fahren und behindern damit den Autoverkehr. Sie müssen durch ganz Kirchheim fahren, um zur Gregor-Mendel-Realschule oder zum Sportzentrum – Süd zu gelangen. Die Kirchheimer müssen, um in Zukunft zum neuen Karlstorbahnhof zu gelangen, entweder durch die dunkle Gartenanlage „Kirchheimer Loch“ fahren oder eben über die Bürgerbrücke. Beides sind nicht nur große Umwege sondern auch entweder wie durch die Gärten, Angsträume oder aber über die Bürgerbrücke, verkehrsintensive Herausforderungen. Auch zur neuen Großsporthalle wäre diese Verbindung sicherlich attraktiv und würde mehr Besucher und Besucherinnen zur Fahrt mit dem Fahrrad animieren. Die Sickingenbrücke ist auch ein Bestandteil der Planung von Rohrbach – West. Eine Brücke der kurzen Wege.

Die Verwaltung wird daher aufgefordert, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Planung zügig in Angriff genommen werden kann.

Hinsichtlich des Ziels der Haushaltskonsolidierung wurde im Zuge der vorletzten Haushaltsberatungen auf Antrag von FDP, CDU und FWV das Projekt Rad-/ Fußgängerbrücke Sickingenstraße in den Doppelhaushalt 17/18 verschoben. Im damaligen Investitionsprogramm waren Planungskosten von 100.000 € im Jahr 2016 vorgesehen. 2017 waren 1.000.000 € Investitionskosten, sowie 500.000 € Einnahmen veranschlagt. In den Folgejahren waren weitere 3.250.000 € Investitionskosten, sowie 1.500.000 € Einnahmen geplant. Im jetzigen Haushaltsplan steht sie nicht mehr drin.

Wir schieben diese Brücke nun schon mehr als 2 Heidel vor uns her und es wird Zeit, dass wir hier endlich einmal in die Puschen kommen. Daher meine dringende Bitte an meine Kolleginnen und Kollegen rechts von mir: „ Verschieben Sie nicht, platzieren Sie.“

Der Alla Hopp Park wurde im Oktober 2016 in Kirchheim eröffnet. Schon vor der Eröffnung habe ich darauf hingewiesen, dass es zwingend erforderlich ist, ein Konzept für die Zuwegung zu dieser Anlage zu planen. Dieses Jahr im April wurde das Parkraum- und Verkehrskonzept, dass die Heidelberger damals auf den Weg gebracht hatten, im Gemeinderat verabschiedet. Viele Bürger, Mitglieder von Vereinen und Anlieger hatten sich an den Besprechungen und Veranstaltungen beteiligt. Nun kein Geld für Maßnahmen einzustellen wäre fatal. Wir können doch nicht 38.000 € für ein Planungsbüro und Bürgerbeteiligung ausgeben, wenn anschließend keine Maßnahmen getroffen werden.
Daher möchten wir dem Verkehrsmanagement die Möglichkeit geben, zeitnah zumindest kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen zur Umsetzung des Verkehrs- und Parkraumkonzeptes voranzutreiben. Nur so kann auch die Glaubwürdigkeit der handelnden Behörde gewahrt bleiben.

Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich mich bedanken. Zuerst einmal bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Heidelberg für ihr großes Engagement und die mir immer, wenn ich einmal eine Frage hatte, zeitnah eine Antwort geben konnten. Ich möchte mich aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken, bei denen die Antwort nicht so schnell kam, weil mir bewusst ist, welch großer Belastung sie ausgesetzt sind. Ich mache keinen Hehl daraus, meine Bewunderung zum Ausdruck zu bringen, wenn ich bei den meisten Vorlagen erkennen konnte, wie umsichtig, weitsichtig und klar strukturiert sie verfasst wurden. Bedanken möchte ich mich aber an dieser Stelle auch einmal bei euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich viele gute, oft auch kontroverse und immer von gegenseitigem Respekt geprägte Gespräche führen durfte und auch immer wieder einmal Unterstützung bei von uns gestellten Anträgen erhalten habe. In den letzten 4 Jahren durfte ich erfahren, dass wir trotz unserer Vielfalt in den meisten Entscheidungen mit (fast) einer Stimme gesprochen haben, insbesondere wenn es um die Menschen ging, die nicht auf der Sonnenseite leben, um Hilfsbedürftige aber auch um unsere Flüchtlinge. Dies zeichnet unsere Stadt ganz besonders aus, denn Vielfalt ist nichts für Einfältige und unsere internationale Stadt ist eine Stadt der Vielfalt. Ganz besonders möchte ich mich aber auch bei meinen GALiern bedanken, die mir dann geholfen haben, wenn ich bei dem ein oder anderen Thema doch noch relativ ahnungslos war und die für meine Themen Verständnis zeigten und mich unterstützten.

Nun hoffe ich, dass in den bevorstehenden Verhandlungen gute Ergebnisse und faire Kompromisse geschlossen werden. Zum Wohle der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Hier unsere Änderungsanträge zum Haushaltsplanentwurf 2019/20