Keine „Elbphilharmonie“ am Neckar!

Bei der anstehenden „Modernisierung“ der Stadthalle sollte es nicht darum gehen, ein Konzerthaus vergleichbar mit der Elbphilharmonie zu schaffen, wie es den Veranstaltern des Heidelberger Frühlings vorschwebt, sondern es geht darum, das Gesamtkunstwerk „Stadthalle“ mit ihrem einzigartigen Raumkonzept inklusive der „Weltkulturerbe“- Orgel zu erhalten. Alles andere wäre eine Aushöhlung des gültigen Denkmalschutzes. Dieses Kulturdenkmal besitzt nationale Bedeutung! Es ist ein „historisches Alleinstellungsmerkmal“ des großen Saales, dass er so vielseitige Nutzungsmöglichkeiten besitzt (vgl. Diss. D. Hartmann 2004). Diese Stadthalle ist das, was man ein „Heidelberger Juwel“ nennt! Unabhängig davon, stellt nun der TÜV seine Forderungen nach notwendigen Sanierungen aus Brandschutzgründen. Diese nötigen Maßnahmen sollen selbstverständlich erfolgen. Aber die Verlegung der Bühne in die Mitte des Saales würde die Zerstörung dieses einzigartigen Baudenkmals bedeuten. Eine solche Verlegung der Bühne ist für die Heidelberger Bürger unverhandelbar!

Die Gemeinderatsklausur …

… vom vorletzten Wochenende hat durch Teil- und Fehlinformationen in der Öffentlichkeit zu einiger Aufregung geführt. Dabei ging es um nicht mehr und nicht weniger als eine Diskussion über Soll und Haben der städtischen Finanzen.

Heidelberg hat in den letzten Jahren viel investiert und viele Projekte auf den Weg gebracht. In diesem Tempo und ohne Schwerpunkte kann das nicht weiter gehen, sonst steigen die Schulden in nicht mehr vertretbare Höhen.

Als ‚guten Haushältern‘ ist uns klar, dass es jetzt darum geht, sowohl zu sparen als auch die Einnahmen zu erhöhen. Und wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, müssen auch Prioritäten gesetzt werden.

Da der größte Teil des städtischen Haushaltes durch sog. Pflichtaufgaben gebunden ist, sind die Spielräume nicht riesig. Da auch hier Pflicht immer vor Kür geht, geht es also vorrangig um den Bestand: Schulen, Straßen, Mobilitätsnetz, Wohnungsbau und Konversionsflächen. „Nice to have“-Projekte müssen zumindest zeitlich auf den Prüfstand.

Heidelberg wächst …

… wie andere Städte auch. Eine ökologisch orientierte Wachstumskritik gerät dabei in ein tiefes Dilemma. Zwar ließe sich der Zuzug durch eine restriktive Wohnungspolitik ein wenig verringern, dafür würden aber die Wohnkosten explosionsartig ansteigen. Die Folge wäre die Verdrängung nicht nur der armen, sondern auch der normalverdienenden Bevölkerung ins Umland. Heidelberg würde zu einem Getto der Wohlhabenden. Im Ansatz ist diese Lage heute schon da.
Die Stadt darf nicht nichts tun. Sie muss zwischen den ökologischen und sozialen Maximen Kompromisse finden. Das Ziel ist die Schaffung von möglichst vielen Wohnungen, die auch von Normalverdienern bezahlt werden können. Im Mark-Twain-Viertel sind Lösungen erreicht worden, die auch für die weiteren Konversionsflächen vorbildlich sind. Dann fehlen aber immer noch 6000 Wohnungen, die gebraucht werden, um den Markt beeinflussen zu können. Ohne neue Baugebiete wird es nicht gehen. Der Diskussion darüber stellen wir uns gerne.

Neuenheimer Feld

Ende 2017 wurde in der RNZ von Mitarbeitern des Springer Verlages berichtet, die zeitweise bis zu 60 Minuten für 2 km Wegstrecke im Neuenheimer Feld benötigen. So weit so schlecht. Nun könnte man vorschlagen, die Menschen, die Im Neuenheimer Feld arbeiten, sollten mal ihr Mobilitätsverhalten überprüfen, da es außer dem Auto auch noch den ÖPNV und das Fahrrad gibt. Auch könnten sie durch Fahrgemeinschaften die Anzahl der PKW`s reduzieren. Nachdem die Straßenbahn in nächster Zeit nicht gebaut werden darf, hat der Gemeinderat beschlossen, einen Masterplan zu erstellen, bei dem alle Beteiligten mitwirken sollen. Der Gemeinderat hat sich selbst auferlegt, dieses Projekt ergebnisoffen zu diskutieren und zu begleiten. Daher ist es auch nicht angebracht und keineswegs zielfördernd, wenn von Kollegen des Gemeinderates als Antwort auf den Artikel gleich wieder nach der 5. Neckarquerung gerufen wird. Das freut seine Wähler ist aber der Sache nicht dienlich.

Weihnachtszeit und Heidelberg

Die Ruhe unserer Heidelberger Altstadt ist ein Schutzbereich für alle, die sie auch mit dem inneren Auge sehen. Mit ihren gotischen Gassen, in denen man immer noch neue Portale und Madonnen, ja versteckte barocke Paläste entdecken kann, besteht sie in ihrer Schönheit und unangefochtenen Harmonie. Mit Kirchen, Glockengeläut und stillen Plätzen lädt die Stadt zu Besinnlichkeit und innerer Einkehr, nicht nur in der Weihnachtszeit, ein. Immer noch schenkt uns ein Blick von der Schlossterrasse die gleichen Visionen wie sie Maler und Dichter vor Jahrhunderten empfunden haben mögen.

Aber wie weit sind wir heutzutage davon entfernt, wenn wir uns in die Hauptstraße verirren und unter die Passanten geraten. Viele Menschen, die versuchen, das kleine Glück zu kaufen, verlieren sich in Trubel, Eile und Lärm. Vorfreude, gemeinsames Miteinander, das Besinnen auf die biblische Botschaft verlieren dabei immer mehr an Bedeutung. Die Nähe der Menschen zueinander schwindet und somit gehen Wärme, Treue, Beständigkeit, Liebe verloren. Die Zugehörigkeit zu einem geistig-religiösen Ganzen tritt immer mehr in den Hintergrund. Gerade das sollten wir uns in dieser Zeit bewusst machen. Das wäre die Botschaft für 2018.

Stadtgestaltung und Architektur …

…kann eine Verwaltung nur begrenzt beeinflussen. Hauptakteure sind die Bauherren und ihre Architekten. Künftig soll ein hochrangig besetzter Gestaltungsbeirat dafür sorgen, dass Bauanträge nach einheitlich hohen Standards genehmigt werden.
Neben Hoffnungen gibt es auch Skepsis. Ob die Universität als größte Bauherrin sich von einem Beirat etwas sagen ließe, steht dahin. Am Ende blieben städtische und einige private Bauvorhaben. Für den Beirat wäre dann außer Spesen nicht viel gewesen. Zudem würde der Beirat die Kompetenzen der städtischen Ämter beschneiden. Und drittens stimmt die Richtung nicht: Expertokratie statt Bürgerbeteiligung. Die Bezirksbeiräte Alt- und Weststadt haben sich gegen die Abschaffung der Beiräte der dortigen Gesamtanlagenschutzsatzungen ausgesprochen. Diese Stadtteilbeiräte arbeiten mit großer Ortskenntnis und ohne Reibungen. Von der Satzung für den Gestaltungsbeirat ist zu verlangen, dass sie nicht hinter diese Standards zurückfällt.

Es ist auch einmal richtig erfreulich…

…wenn wir in der kommenden Gemeinderatssitzung Projekte auf den Weg bringen, die in der zurückliegenden Zeit durch Irrungen, Wirrungen und viele Irritationen fraglich erschienen: Das Hölderlin Gymnasium wird generalsaniert, die Bauzeit konnte drastisch verkürzt werden und der Umfang der Sanierung wurde erweitert. Auch kleinere Maßnahmen an Schulen, die seit Jahren anstehen, kommen jetzt auf den Weg: Die Toiletten an der Kurpfalzschule, der zweite naturwissenschaftliche Fachraum an der Geschwister-Scholl-Schule und einiges mehr. Der Karlstorbahnhof wird mit allen Teilbereichen in die Campbell Barracks umziehen, die erhoffte Aufwertung des Heidelberger Südens findet definitiv statt. Auch in der Chapel und der Kommandantur wird es demnächst los gehen – wir freuen uns auf diese Entwicklung!
Gut auch, dass die seit Jahren nur eingeschränkt nutzbare Hebelstraßenbrücke auf der Agenda steht!
Solche „kleineren“ Maßnahmen stehen ständig in finanzieller Konkurrenz zu den wenig diskutierten aber heftig propagierten Großprojekten – es ist unser Ehrgeiz, diese Seite der städtischen Medaille nicht ganz zu vergessen!

Kein Museum für enthäutete Leichen!

Auch gestern kamen wieder zwei Damen zu mir, um mich als Stadtrat (Kulturausschuss) auf Plakate von den „Körperwelten“, aufmerksam zu machen, die im Stadtraum für die Ausstellung werben (z.B. großformatig an der Litfaßsäule vor Galeria Kaufhof am Bismarckplatz).

Sie beklagten sich sehr verärgert über diese höchst unästhetische und schamlose Zurschaustellung von Leichen wie auch darüber, dass dies in öffentlicher Werbung erlaubt ist. Dabei können wir die Menschen nicht damit trösten, dass dies vorübergehen wird, da eine permanente Ausstellung geplant ist. Solch eine Ausstellung gehört nicht auf die Straße, sondern in die geschlossenen Räume eines medizinischen Instituts. Hier wird mit toten Körpern gespielt. Der Leichnam wird in Posen gezeigt, die mit dem Tod unvereinbar sind. Der Plastinator setzt die Leichen vergleichsweise wie ein Dekorateur die Schaufensterpuppen ein. Der Tote wird hier in seiner öffentlichen Zurschaustellung zur Vermarktung frei gegeben.

Zeppelin

Am Dienstag letzter Woche war Frau Dörrié, Vorstand der HANGARWORLD AG im Rathaus, um dem Gemeinderat ein außergewöhnliches Projekt vorzustellen.

Mit einer multimedialen Lern- und Erlebniswelt über Luftfahrt-Pioniere und Visionen des digitalen Zeitalters als Herzstück des Projekts soll spielerisches Lernen in den Mittelpunkt gestellt werden. Es handelt sich um eine weltweit einzigartige Wissens- und Lernwelt mit angrenzender Gastronomie, Hotel und einem Hangar für einen Zeppelin. An 200 Tagen sollen Rundflüge angeboten werden. Es sollen auch in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten Visionen entwickelt werden, wie unsere Erde in der Zukunft aussehen könnte. Die hierfür benötigte Fläche würde ca. 80 000– 100 000 qm betragen, von denen aber lediglich ca. 20% versiegelt wären. Eine Tiefgarage soll den Besucherverkehr aufnehmen. Der größte Anteil soll aufwändig landschaftsgärtnerisch gestaltet werden, eventuell sogar mit einem Wassergraben, in dem im Winter Schlittschuhlaufen möglich ist.

Was halten Sie davon? Schreiben Sie mir ihre Meinung.

Neue Gewerbegebiete …

sind keine Frage des Ob, sondern des Wie. Von Gewerbegebieten ist zu verlangen, dass sie sich ihrer Umgebung öffnen, durchlässig sind und die Nähe von Wohnungen zulassen. An der Südostecke des Pattonareals hätte der Bebauungsplan daher eine Wohnnutzung vorsehen müssen, um das Mörgelgewann und die Häuser am Kirchheimer Weg miteinander und mit dem Stadtteil Kirchheim zu verbinden. Das war der Tenor der Bürgerbeteiligung, unseres damaligen Antrags für die CA-Studi-Wohnungen und des Antrags der Grünen in der letzten GR-Sitzung, der freilich verfahrensmäßig spät kam. OB und GroKo im Gemeinderat haben es anders gewollt. Repariert werden kann diese Insellösung erst in ein paar Jahrzehnten.

Weitere Proben stehen in Bergheim an. Auch das Druckmaschinengelände verlangt Durchlässigkeit und Mischung. Beim Betriebshof ist zwischen bisheriger und zusätzlicher Versiegelung abzuwägen. Grund für Glaubenskriege, wie sie das konservative Lager so gerne führt, sind diese Fragen nicht.