… ist ein Erfolgsmodell. Als das Großherzogtum Baden 1911 die ersten Grundstücke kaufte, war nicht zu ahnen, was 100 Jahre später dort alles stehen würde. Damals zögerte die Universität und wäre lieber in der Altstadt geblieben. Heute besteht die Gefahr, dass dieser Campus am eigenen Erfolg erstickt. Der Erweiterungsbedarf um 80 % des Bestands, wie jetzt dargestellt, würde – auch mit Brücke und Tunnel – zum völligen Verkehrsstillstand führen. Dass vier Planungsbüros in kürzester Zeit all die Fragen klären, die sich in den letzten Jahrzehnten angesammelt haben, darf bezweifelt werden. So kann das Masterplanverfahren nicht gelingen.
Wie 1911 sollte ein neuer Campus geplant werden. Dafür bietet sich Patrick-Henry-Village an. Niemand will die Universität zu einem „Umzug“ zwingen, sondern es geht darum, das Neuenheimer Feld funktionsfähig zu erhalten. Nun nicht mehr das Großherzogtum, sondern das Land Baden-Württemberg müsste dazu durch Grunderwerb den Startschuss geben.
Kategorie: Stadtblattartikel
Berichte, die im Stadtblatt Heidelberg abgedruckt wurden
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Stellt euch vor, die AfD…
Aufgrund einer AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei, diskutiert der Gemeinderat über Modalitäten der Vergabe öffentlicher Räume.
Uns hat etwas zu denken gegeben, was Michael Pfeiffer bei dieser Veranstaltung beobachtet hat: Stadtrat Niebel von der AfD habe ‚genüsslich‘ alle Rangeleien und Verbalattacken der Gegendemonstranten gefilmt. An der Veranstaltung selbst habe er dann gar nicht teilgenommen….
Dazu passt eine Aussage dieses Herrn Gauland aus einer TV-Dokumentation. Sinngemäß sagte er, sie (die AfD) müssten ja nur darauf verweisen, wie sie behandelt würden. Das wirke viel mehr als jede politische Auseinandersetzung…
Und genau das dürfen wir weder zulassen noch befördern! Die Opferrolle, die dann auch noch Mitleid, Verständnis und Nachsicht einbringt! Oder dazu führt, dass der Heidelberger Gemeinderat sich von denen vor sich her treiben lässt….
Die sollen ihre Veranstaltungen machen, das gebietet ein demokratisches Grundverständnis, aber wir wollen sie ins Leere laufen lassen, ihnen keinerlei unverdiente Aufmerksamkeit geben.
… macht eine Veranstaltung und niemand geht hin.
Zum Sicherheitsaudit
hatten wir eine Veranstaltung mit Jens Leven vom Planungsbüro buffee sowie Herrn Nico Rathmann vom Verkehrsmanagement der Stadt. Das Audit wurde beschlossen, um verkehrliche Schwachstellen, insbesondere im Bereich von Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen zu untersuchen. Herr Leven erläuterte seine bisherige Arbeit. Erfreulich war, dass ihm keine Stadt bekannt ist, in der so viele Kinder zu Fuß zur Schule gehen!
Gerade deshalb wurden von ihm viele Stellen entdeckt, bei denen nachgebessert werden sollte. Manchmal fehlt nur ein wenig Farbe für eine Sperrfläche, manchmal sind es aber auch kostenintensive Maßnahmen. Herr Rathmann informierte über bereits umgesetzte Maßnahmen. Klar wurde, dass viel Geld gespart werden könnte, wenn sich Autofahrer*innen beim Parken rücksichtsvoller verhalten würden.
Seitens der Zuhörer wurde bemängelt, dass das Sicherheitsaudit nicht transparent genug sei. Man hatte auch Sorge, dass nach dem Audit die Maßnahmen nicht ausreichend umgesetzt würden. Wir werden den weiteren Prozess beobachten und Nachbesserungen anmahnen.
3. Heidelberger Radparade
Heidelberg entwickelt sich immer mehr zu einer Fahrradstadt. Um dies nicht nur durch bauliche Maßnahmen zu erreichen sondern auch der Bevölkerung mehr ins Bewusstsein zu bringen und ihr die Chance zu geben, einmal autofrei durch Heidelberg zu fahren, veranstaltet der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club ADFC die 3. Heidelberger Radparade. Wir unterstützen diese Veranstaltung. Am 5. Mai 2018, um 14:00 Uhr wird die Fahrt am Universitätsplatz starten. Die geplante Strecke sollte auch über das kleine Stück B37(bis Abfahrt Wieblingen), das wir als Autobahnanfang Richtung MA wahrnehmen, gehen. Nun wurde die Route vom Regierungspräsidium nicht genehmigt und möglicherweise genau wegen diesem kleinen Stück „Autobahn“. Dabei wurde dieser Teilabschnitt 2017 noch von den Entscheidungsträgern angeboten. Wir fragen uns, wer hier in Heidelberg oder im Reg.präs. gegen diese schöne Strecke interveniert. Auf meine Bitte hin hat unser OB zugesagt, dass er sich darum kümmern und für die Radparade einsetzen wird. Hierfür wünsche ich ihm viel Erfolg.
Der Wohnungsmangel …
… in Heidelberg ist groß. Im aktuellen „Spiegel“ ist eine Deutschlandkarte abgebildet, auf der für die 77 Großstädte das Verhältnis zwischen mittleren Einkommen und bezahlbarem Wohnungsangebot angegeben ist: Heidelberg hat die dunkelste Färbung in Deutschland, noch vor Hamburg und München. Da die Basiszahlen nicht angegeben sind, ist die Aussage im Detail nicht überprüfbar; aber darauf kommt es nicht an. Wer heute in Heidelberg auf Wohnungssuche geht, kann die Aussage ganz leicht bestätigen.
Dass gebaut werden muss, ist mittlerweile Konsens. Dass die Konversionsflächen nicht ausreichen werden, ist in der Öffentlichkeit noch nicht richtig angekommen. Wir plädieren darüber hinaus für eine urbane Dichte, die sparsam mit den Flächen umgeht. Das nützt der Wirtschaftlichkeit und erleichtert einen sozialen Mix für untere und mittlere Einkommen. Den Bauträgern ist Mut zu Experimenten zu wünschen, die der Akzeptanz der Architektur dienen und flexiblere Grundrisse ermöglichen.
Wirklich wichtig
Es ist kein Geheimnis, dass alle Heidelberger Schulen in größerem oder kleinerem Umfang Sanierungsbedarf haben. Und ja, es ist ärgerlich, dass viele dieser Projekte seit Jahren im städtischen Haushalt stehen und nichts passiert ist.
Sind wir aber mal optimistisch: Die Verwaltung hat, auf sanften Druck hin, jetzt einen „5 plus 2“ – Plan vorgelegt (2 sind die im letzten Jahr bereits beschlossenen Hölderlin und Marie-Baum, 5 sind Bunsen, Mönchhof, Hellpach/Springer, Waldpark und Geschwister-Scholl).
Wirklich wichtig ist jetzt, dass der Baubeginn, wie angekündigt, jeweils zwischen Spätjahr 2018 und Frühjahr 2019 auch gehalten wird und die Bauzeiten so gut wie möglich gestrafft werden. Neiddiskussionen, das Ausspielen einer gegen andere Schulen oder das ‚Draufsatteln‘ von Forderungen helfen jetzt nicht!
Ich bin mir sicher, daß der gesamte Gemeinderat zukünftig mehr kritisches Augenmerk auf die Schulen legen wird und ich werde engagiert und gerne meinen Beitrag dazu leisten.
Entzauberung eines Stadtmythos – Poller
Die deutsche Nationalhymne, die SPD-Politiker zeitangepasst verändern wollen, traf zurecht auf den Spott der Presse: aus „brüderlich mit Herz und Hand“ soll „couragiert mit Herz und Hand“, aus „Vaterland“ „Heimatland“ werden. Wer so spricht, zeigt kein Verständnis für deutsche Sprache und historisch-dichterischen Wert der Hymne. Gibt es hier nicht Parallelen zu „Heidelberg“ – ein Kunstwerk von Mensch u. Natur geschaffen? Seit langem sind Gemeinderat u. Verwaltung eifrig dabei, dieses Kunstwerk zu demontieren: Stadthallenumbau, Zerstörung des historischen Theaters, Umwandlung zur autogerechten Stadt und Verkommen der Altstadt zur Vergnügungsmeile auf Kosten menschlicher Gesundheit. Wissen Räte und Verwaltung eigentlich, in welcher Stadt sie wohnen? Heidelberg ist ein Gesamtkunstwerk, ein unantastbarer Mythos weltweit. Poller – in anderen Städten vielleicht zu ertragen – sind hier abzulehnen! Die ästheischen u. technischen Probleme zeigen sich erst nach der Einführung, die Presse verharmlost sie. Dabei wären abschreckende Geldbußen eine bessere Maßnahme
Wer wo was sagen darf, …
… darüber lässt sich trefflich streiten. Nachdem sich die GAL mit viel Energie und Beharrlichkeit gegen die Meinung unseres Oberbürgermeisters durchsetzen konnte und der gesamte Gemeinderat sich einstimmig für ein Rederecht der Kinderbeauftragten (alle 2 Jahre 15 Minuten) ausgesprochen hatte, soll es nun eine Rolle rückwärts geben. Mit dem Ältestenrat kam er überein, dass der Polizeipräsident, die Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung, der Bürgerbeauftragte und die Kinderbeauftragten nur noch in einem Fachausschuss berichten sollen. Wir halten das für falsch und insbesondere bei den Kinderbeauftragten wegen des geltenden Gemeinderatsbeschlusses und der daraus resultierenden Satzungsänderung auch für rechtswidrig. Sollte der OB diese Entscheidung nicht zurücknehmen, werden wir sie vom Regierungspräsidium überprüfen lassen. 16 GR-Sitzungen in 2 Jahren mit je 4 Stunden, das sind 3840 Minuten. 15 Minuten davon wünschen sich die Kinderbeauftragten. Ist das zu viel verlangt?
Die Stadthalle …
… muss saniert werden. Ein Mäzen ist bereit, dafür einen hohen Betrag zu spenden. Ein Architektenentwurf sieht einen Totalumbau des großen Saals vor. Die Meinungen teilen sich: Jahrhundertchance oder Verstümmelung eines Denkmals? Der Gemeinderat verzichtet mit großer Mehrheit auf seine Rechte und übereignet die Stadthalle der Theater- und Orchester-Stiftung. An der Steuerung dieser Stiftung ist zwar der Finanzausschuss beteiligt, aber nur unter fiskalischen Aspekten.
Nun kommen Sorgen für die Dauer des Umbaus auf. Während der Gemeinderat über eine zeitliche Entzerrung berät, verkündet die Stadtspitze einen Verzicht auf den Totalumbau. Der Gemeinderat erfährt das aus der Zeitung. Über die Gründe für den Planungswechsel kann nur spekuliert werden. Jetzt wendet sich eine Gruppe kultureller Stadthallennutzer an den Gemeinderat, nicht um aus dem Expertengremium zu informieren, sondern um ein Akustikgutachten zu fordern. Dieser kommunikative Kuddelmuddel verheißt nichts Gutes.
10 Punkte für den Ochsenkopf …
… sind ein kluger Schachzug, wenn man seine Mehrheit schwinden sieht. Irritiert fragt man sich aber, wer denn nun, nach monatelanger Planung und einem Bürgerbeteiligungsprozess, auf die Idee kam, mit völlig neuen Vorgaben wieder von vorne anzufangen. Irritierend auch, dass die behauptete Dringlichkeit der Entscheidung jetzt keine Rolle mehr spielt und man sich Zeit bis in den Herbst lassen kann. Verwirrend zudem, dass das Argument, ein neuer Betriebshof würde ‚billiger‘, nun klar ins Gegenteil verkehrt wird. Mutig der Beschluss, der rnv die bisherigen Planungskosten nicht in vollem Umfang zu erstatten und die weitere Federführung bei der Stadt anzusiedeln. Und wenn sich im Herbst herausstellt, dass die schöne neue Planung weder technisch noch finanziell vertretbar ist?
Ich frage mich, warum eigentlich das 2014 von der rnv vorgestellte Konzept für einen Neubau am jetzigen Standort nicht umgesetzt wurde. Die Planung stieß damals auf positive Resonanz – was für ein überflüssiges Theater seither.
