Aufwertung der Hauptstraße, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 11.3. 2013

Die Attraktivität der Altstadt Heidelberg beruht auf der "Aura des Alten". Für die Beleuchtung der Hauptstraße ist die Form und der Stil von Mast und Lampe von großer Bedeutung. In vielen historischen Städten findet man gusseiserne Leuchten, so auch in Heidelberg in Prägung alter Gaslampen. Neuanfertigungen in Anlehnung an solche Muster wären sicher vorstellbar und würden zu den Häuserfassaden wie auch zum gesamten Stadtbild passen. Leuchten in zeitgenössischem Design (die man überall in der Welt, auch bei uns am Ebert-Platz findet), die hier und dort mit ihrem Streulicht modisch akzentuierte Effekte setzen, wären eine fatale Modernisierung im Zeichen der „Global City“. Gerade sie würden das teuerste Kapital der Stadt – das Altstädtische – durch das sog. Moderne mit dem Image einer „üblen Provinzialität“ kaputt machen.

Die Streichung der Buslinie 30…, Stadtblattartikel von Gabi Faust-Exarchos am 4.3. 2013

Die Streichung der Buslinie 30 war verkehrspolitisch kein großer Wurf, für die Bewohner der östlichen Altstadt und den Tourismus absolut nachteilig.

Wenn wir der Umwelt zuliebe Gäste wollen, die mit der Bahn anreisen, muss der ÖPNV in der Lage sein, diese schnell und bequem ins historische Zentrum zu befördern.

Mit drei Fahrten pro Stunde (abends/sonntags nur 2 pro Std.) schafft dies die überlange Linie 33 nicht. Wo steht übrigens geschrieben, dass eine Linie dann effizient und nutzerfreundlich ist, wenn sie die Passagiere „sardinengleich“ befördert oder sie beim Weihnachtsmarkt an den Haltestellen stehen lässt? Eine Schulklasse füllt fast einen Bus, die Linie 30 als Ausweiche und Ergänzung fehlt umso mehr.

Wer zufriedene Bürger und Touristen will, wie z.B. HD-Marketing, sollte auch über eine Optimierung nachdenken.

Herzlichen Glückwunsch, Klaus Staeck!, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 25.2. 2013

Meine erste Begegnung mit seinen Arbeiten war Anfang der 70-er Jahre das Plakat „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“.

Das erregte Aufmerksamkeit und hinterließ einen Widerhaken im Gehirn: Politische Aussagen müssen den ‚Gegner‘ nicht diffamieren. Aufklärung mit Humor und satirische Überspitzung bleiben länger haften, regen zum eigenen Denken an, wirken nachhaltig. Heute kaum zu glauben, dass viele dieser Plakate zu gerichtlichen Auseinandersetzungen geführt haben (die Staeck fast alle gewonnen hat!).

Am 28. Februar wird Klaus Staeck, der Künstler, Publizist und Präsident der Akademie der Künste, 75 Jahre alt.

Wir gratulieren sehr herzlich und wünschen uns noch viele plakative ‚Widerhaken‘.

Stadtbildgestaltung – Altstadt , Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 18.2. 2013

Der Blick auf Heidelberg erweckt jedes mal ein Gefühl des Glücks, ein Gefühl der Harmonie zwischen Natur und Menschenwerk. Wohl deshalb zählte der amerikanische Schriftsteller Washington Irving den Anblick Heidelbergs zu den glückhaftesten, die Europa zu bieten hat.

Um diesen Wert Heidelbergs auch für kommende Generationen zu erhalten, muss jetzt der Stadtrat das historische Stadtbild gegen Zeitgeist-Modernisierungen verteidigen bei der bevorstehenden „Aufwertung der Hauptstraße“.

Wie lange dürfen wir denn die Altstadt noch als „alt“ bezeichnen, wenn wir ihre historischen Fassaden durch bunte Lichtmarker poppig verfremden, die charakteristischen Plätze im Großstadt-Manier entromantisieren, wenn wir in Seitengassen die Bürgersteige einebnen, alte Straßenbeläge entfernen und die Beleuchtungskörper durch neues Design ersetzen – wie bei Tankstellen und Industriegebieten (z.B. Friedrich-Ebert-Platz und Rohrbach-Markt).

„Viel Theater!“, Stadtblattartikel von Gabriele Faust-Exarchos am 4.2. 2013

Das hörte man in den letzten Jahren sehr oft, wenn es um den umstrittenen Theaterumbau ging. Viele von uns wünschten sich einen vergleichbaren Trommelwirbel z.B. für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.

Sie spielen in unseren Planungen leider immer noch eine Nebenrolle. Aber Jugend will sich ausprobieren, sie braucht Treffpunkte im Stadtteil, Freiraum und vor allem unser Ohr.

Ein schöner Lichtblick ist die Initiative des Jungen Theaters, den 1. HD-er Kinder-und Jugendkongress vom 21. bis 24.Februar im Stadttheater zu starten. In Kooperation mit dem Interkulturellen Zentrum, dem Migrationsrat und vielen Schulen sind Werkstätten unter dem Motto „Wir öffnen Grenzen“ geplant.

Das ist ein gutes Signal für kreative Ansätze in der Jugendarbeit, wir wünschen allen Beteiligten viel Spaß und neue Erfahrungen!

Vergabekriterien, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 28.1. 2013

Wenn Wohnraum in städtischem Besitz verkauft wird, gelten bislang folgende Auswahlkriterien: Anzahl der Kinder, Bewerber kommen aus Heidelberg, finanzielle Situation der Bewerber, Warteliste/Mehrfachbewerbungen, das Objekt muss innerhalb einer angemessenen Zeit umgebaut/bezogen werden, solides Finanzierungskonzept.

Angesichts eines aktuellen Falles hat der Gemeinderat nun die Verwaltung beauftragt, diese Kriterien zu aktualisieren. Zukünftig sollen auch Aspekte wie innovative Wohnformen, Miete/Eigentum, Barrierefreiheit etc berücksichtigt werden.

Diese Erweiterung ist sinnvoll, wir bitten aber um Verständnis dafür, das in einem laufenden Verfahren die Vergabekriterien nicht einfach geändert werden können.

Die Altstadt erhalten, Stadtblattartikel von Wassili Lepanto am 21.1. 2013

Es gibt noch kein Ende der Architekturoffensive zur Durchsetzung der Zeitgeistarchitektur im historischen Bestand: so die Reihe „Schlossgespräche“, so jüngst die Offerten im Kunstverein, so beim GAL-Neujahrsempfang, usw.

Heidelberg aber ist eine historische Stadt. In seiner Kultur und Naturlage ein Kunstwerk, eine in sich geschlossene Einheit wie ein Gemälde oder eine Tempelanlage.

Bei solch einem Werk malt oder baut man nicht dazu! Das Kunstwerk Heidelberg ist, architektonisch gesehen, vor dem Krieg abgeschlossen, Städte wie Siena, Florenz, Venedig schon vor Jahrhunderten. Die historischen Architekturformen, wie Renaissance, Barock u.a., bilden eine plastisch durchgeformte Einheit in vielfältiger Gliederung, innigst verbunden durch die warme Sandsteinfarbe.

Dies vermag die neue Architektur seit „Bauhaus“ (1920er) mit ihren exakt geprägten Formen, scharfen Kontrasten, Reihung gleicher Teile, antiplastisch, nicht mehr. Sie zersprengt ihr Umfeld, bleibt ein Fremdkörper in unserer Altstadt.

Um das Kunstwerk Heidelberg zu bewundern, kommen Millionen Besucher hierher, geflüchtet aus Überdruss an der allgegenwärtigen modernen Architektur.

Pleiten, Pech und …., Stadtblattartikel von Gabriele Faust-Exarchos am 14.1. 2013

es ist nahezu peinlich, dass das selbstverwaltete Jugendzentrum im Gemeinderat wieder infrage gestellt wird. Seit 15 Jahren warten engagierte Jugendliche auf die Schaffung eines nicht-kommerziellen Ortes für ihre Interessen.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen schöpften die Jugendlichen durch den Ankauf der Halle in der Dischingerstraße neue Hoffnung und erarbeiteten mit großem Elan ein schlüssiges Konzept, wie ich finde.

Ich kann den Frust der jungen Leute gut verstehen, nachdem der GR den größten Teil der notwendigen Umbaumittel gestrichen hat und damit das Konzept nicht mehr umsetzbar ist. Respektvoller Umgang und Beteiligung sieht anders aus!

Die Mittelstreichung haben wir abgelehnt, weil damit die Chance vertan wurde, ein wichtiges Projekt endlich umzusetzen und die Jugend als wichtige soziale Gruppe ernst zu nehmen.

Bei allem Respekt, Stadtblattartikel von Judith Marggraf am 7.1. 2013

Bei allem Respekt ist es doch ein dicker Hund, wenn der Oberbürgermeister nach der Verabschiedung des Haushaltes in die Welt setzt, dass alle Fraktionen seiner (sic!) Einladung zu gemeinsamen Gesprächen gefolgt seien und man dabei eine gute Balance zwischen Investitionen und solider Finanzierung gefunden habe.

Marketing in eigenener Sache ist ja legitim, aber was soll so ein Unsinn? Da legt das Stadtoberhaupt erst einen Haushalt vor in dem alles bedient wird, was im Wahljahr 2014 nutzen könnte und nimmt dafür 67 Mio.€ Neuverschuldung in Kauf – und dann wird der Gemeinderat eingeladen alles zusammenzukürzen!?

Nein Herr Dr. Würzner, wir sind weder Ihre Kasperle noch Ihre Buhfrauen!

Wir verabreden und treffen uns auch ohne Einladung von Ihnen und übernehmen ganz eigenständig Verantwortung für die Stadt.

Zum Ende des Jahres, Stadtblattartikel (Sonderausgabe) von Gabi Faust-Exarchos am 24.12. 2012

Zum Ende des Jahres stellen wir fest, dass einige längst überfällige Projekte auf den Weg gebracht wurden.

Das “Interkulturelle Zentrum“ im Landfriedhaus wurde eröffnet und die Leitlinien zur mitgestaltenden Bürgerbeteiligung einstimmig verabschiedet. Erste konkrete Verfahren (zu Kongresszentrum und Theaterplatz/Wormser Hof) sind in Gang gesetzt.

Eine Vorhabenliste schafft Transparenz für alle Beteiligten (Bürgerschaft, Verwaltung, Gemeinderat). Bei der Planung der Konversionsflächen wirken viele Engagierte mit.

Aber es bleiben Wünsche offen, insbesondere hoffen wir- trotz aller Irritationen- auf die zeitnahe Realisierung des seit Jahren versprochenen selbstverwalteten Jugendzentrums.

Mit Konfuzius „Wer das Ziel kennt, kann ntscheiden…“
wünschen wir Ihnen ein gutes und friedliches Jahr 2013!