Bürger*innenbegehren für zulässig erklärt – Bürger*innenentscheid zum Ankunftszentrum kommt

Gemeinsame Presseerklärung der Fraktionen SPD, DIE LINKE, sowie der Stadträt*innen von GAL, Bunte Linke, Heidelberg in Bewegung und Die PARTEI

Teilerfolg für das Bündnis Ankunftszentrum für Flüchtlinge und Flächenerhalt – Enttäuschung über das Abstimmungsverhalten der Grünen

Das Bürger*innenbegehren gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums für Geflüchtete auf das Areal „Wolfsgärten“ ist formal für zulässig erklärt – Hier wurde sowohl für die Initiator*innen des Bürger*innenbegehrens als auch für die unterstützenden Fraktionen im Heidelberger Gemeinderat ein wichtiger Teilerfolg erzielt. Nun können alle Heidelberger*innen direkt darüber entscheiden. Das freut uns!

Wir, die „Bündnisfraktionen“ SPD, DIE LINKE, GAL, Bunte Linke, Heidelberg in Bewegung und Die PARTEI bedauern aber, dass die anderen Fraktionen unserem Antrag, „dem Bürger*innenbegehren stattzugeben“ nicht gefolgt sind. Die Fraktion der Grünen hätte es in der Hand gehabt – mit ihren 16 Stadträt*innen! Hätten die Grünen mit uns gestimmt, wäre der Standort Wolfsgärten für die nächsten drei Jahre vom Tisch gewesen. „Der Gemeinderat hätte damit seine Entscheidung aus dem Juni revidiert. Dass ausgerechnet die Fraktion der Grünen dies mit Ihrem Nein verhindert hat, ist enttäuschend. Wir danken jedoch den wenigen grünen Stadträt*innen, die für unseren Antrag gestimmt haben.“ konstatierte SPD-Fraktionsvorsitzende Anke Schuster „Mitnichten sind die Grünen gegen die Wolfsgärten – genau das Gegenteil ist der Fall. Ihr Abstimmungsverhalten hat damit auch ihren eigenen Antrag entlarvt. Es ging ihnen nicht darum, den Beschluss der Wolfsgärten aufzuheben, um die Wolfsgärten zu verhindern, sondern nur darum die Wolfsgärten auf alle Fälle als möglichen Standort warm zu halten.“ Die Auffassung Schusters teilt auch die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Sahra Mirow.

Auch die großmundigen Worte des Fraktionschefs der Grünen im Vorfeld der Gemeinderatssitzung in der RNZ, „man setze auf Kooperation“, sind nur Augenwischerei. Zu keinem Zeitpunkt ist die Fraktion der Grünen auf uns zugekommen, um einen Kompromiss zu erarbeiten. Stattdessen haben sie ihren Vorschlag lediglich zeitgleich mit der Pressemitteilung an uns übermittelt. Einfach ein ganz schlechter Stil!

Dass die Grünen dann auch noch unseren Vorschlag auf ein Ratsreferendum abgelehnt haben, ist bezeichnend – so viel zur Stärkung direktdemokratischer Instrumente durch die Grünen. Mit der Zusatzfrage des Ratsreferendums „Sind Sie für eine Integration des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in dem neu zu entwickelndem Stadtteil PHV?“ hätten die Bürger*innen die Gelegenheit gehabt, nicht nur einen Standort abzulehnen, sondern sich auch positiv für den Alternativstandort PHV auszusprechen.

Dass die Grünen schlussendlich auch noch gegen alle Termine gestimmt haben, die ein hohes Teilnahmequorum wahrscheinlich gemacht hätten, war für uns nur noch ein trauriger Höhepunkt des politischen Taktierens dieser neuen grünen Fraktion! Stadtrat Waseem Butt von Heidelberg in Bewegung: „Ich bin fassungslos, dass Grüne gemeinsam mit Konservativen für den Verfahrenstrick stimmen, den Bürger*innenentscheid in den Osterferien durchzuführen, damit eine möglichst geringe Wahlbeteiligung zustande kommt. Der schnellste, beste und finanziell günstigste Termin für einen Bürger*innenentscheid wäre der Termin der Landtagswahl gewesen.“

„Der beste Termin für einen Bürger*innenentscheid wäre der Termin der Landtagswahl gewesen. Dieser wurde jedoch wiederum von Grünen & Konservativen abgelehnt.“, sagte Björn Leuzinger von Die PARTEI, „das lässt an der Einstellung zu direktdemokratischen Instrumenten der Grünen doch sehr zweifeln.“

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative werden wir die kommenden Monate nutzen, die Bürger*innen von unserer Position zu überzeugen, dass ein Ankunftszentrum in den DYNAMISCHEN Masterplan von PHV sehr wohl integriert werden kann und dies auch die beste Lösung für Menschen, Ökologie und Integration ist. Für uns ist klar: Es ist möglich, in einem agil ausgelegten Stadtteilskonzept wie das für PHV, eine Lösung zu finden, in der einerseits ein Ankunftszentrum und gleichzeitig ausreichend Wohn- und Gewerbefläche realisiert werden können – wenn man dies wirklich will.

Titelfoto (c) Stadt Heidelberg

Leserbrief von GAL-Vorstand Gerd Guntermann zu Ausgleichsfläche Kiesgrube

Kiesgrube als Ausgleich, RNZ 15.12.20 (Artikel siehe unten)

Bei einer Info-Veranstaltung am 3.9. für Vertreter lokaler Umweltorganisationen ließ der OB anklingen, dass öffentliche Verlautbarungen zum avisierten Kauf der Engelhorn-Kiesgrube durch die Stadt nicht wünschenswert seien: das könne den
Preis in die Höhe treiben. Entgegen seiner eigenen Worte macht er jetzt genau das, offensichtlich beseelt vom Wunsch, dass
„das Land als Bauträger für ökologischen Ausgleich“ und damit für die Finanzierung zuständig sei. Was er damals tunlichst vermied, war die Aussage, dass er auf der verzweifelten Suche nach Ausgleichsflächen für die Bebauung der Wolfsgärten mit einem Ankunftszentrum ist. Das Engelhorn-Areal kann keine Ausgleichsfläche sein, weil es weitgehend unversiegelt ist und im Grund nur einer Aufwertung als Naturschutzgebiet bedarf. Der OB kann weiterhin keine Ausgleichsflächen bieten, die im Gegenzug zur Versiegelung der Wolfsgärten (Ackerboden höchster Güte!) entsiegelt werden können. Den Gegnern der Wolfsgärten-Bebauung wird er jedenfalls nicht den „Wind aus den Segeln nehmen“, ganz im Gegenteil.

Gerd Guntermann, GAL Heidelberg

Rhein-Neckar-Zeitung 15.12.2020

Zwei Fliegen mit einer Klappe – Wir brauchen eine eindeutige Lösung bei der Standortsuche für das Ankunftszentrum!

Gemeinsamer Stadtblattbeitrag am 16.12.2020 von SPD, Linke, BunteLinke, GAL, HiB und Die PARTEI

Dem Bürgerbegehren stattzugeben wäre die einfachste Variante und wird auch explizit durch die Gemeindeordnung ermöglicht. Die Grünen haben jedoch ihr NEIN bereits signalisiert. Dennoch werden wir den Antrag im Gemeinderat erneut stellen und hoffen auf ein Umdenken der Grünen. Es gilt zudem, sich detailliert mit dem Verfahren des Bürger*innenentscheids auseinanderzusetzen und entsprechende Beschlüsse im Gemeinderat am 17.12. hilfsweise vorzubereiten.

Gerne greifen wir die Idee des Oberbürgermeisters auf:

Die Bürger*innen sollen beim Bürger*innenentscheid Ankunftszentrum über den möglichen Standort Wolfsgärten UND per Ratsreferendum über PHV als Alternativstandort abstimmen.

Wir sehen die Kombination des Bürger*innenentscheides mit einem Ratsreferendum über den Alternativstandort PHV als eine gute Möglichkeit für die Heidelberger*innen, transparent und konstruktiv abzustimmen. Dies ist im Interesse aller Beteiligten und schafft Planungssicherheit.

D. h. im Klartext: Die Bürger*innen beantworten zwei Fragen:

Die erste, mit dem Bürgerbegehren festgelegt, lautet: „Sind Sie gegen eine Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge an das Autobahnkreuz auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche Wolfsgärten?“

Als weitere Frage des Ratsreferendums werden wir im Gemeinderat folgende, auf Vorschlag der Vertrauenspersonen, beantragen: „Für den Fall, dass die Frage [des Bürgerbegehrens; Anm. der Red.] mehrheitlich mit „JA“ beantwortet wird: Sind Sie für eine Integration des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in dem neu zu entwickelndem Stadtteil PHV?“

Der Vorteil hierbei ist, dass beide ernsthaft im Gemeinderat vertretenen Positionen zur Abstimmung stünden und gleichrangig behandelt werden. Die Bürger*innen könnten somit dem Gemeinderat einen eindeutigen Auftrag erteilen.

Wie würde nun ein Ratsreferendum in der Praxis ablaufen? Hier liegt der Ball zuerst beim Gemeinderat – dieser müsste mit 2/3-Mehrheit, also 32 Rät*innen oder mehr, über das Ratsreferendum und die damit verbundene zweite Frage beschließen. Die Gleichrangigkeit der beiden Fragen sowie die Perspektive, damit eine endgültige Standortentscheidung mit größtmöglicher Bürger*innenakzeptanz zu treffen, könnte zu einem breiten Konsens im Gemeinderat für ein Ratsreferendum führen.

Wir brauchen eine breit akzeptierte Entscheidung zum künftigen Standort des Ankunftszentrums.

Um eine faire und transparente Entscheidung herbeizuführen, muss den Bürger*innen sofort klar sein, über was sie abstimmen – das ist mit der von uns und den Vertrauenspersonen vorgeschlagenen zweiten Frage gegeben. Gern hätten wir den Alternativstandort PHV bereits im Bürger*innenbegehren mit formuliert, doch hier waren uns rechtlich die Hände gebunden. Das Ratsreferendum ermöglicht dies nun.

Wir appellieren daher an die anderen Fraktionen und den Oberbürgermeister:

„Gehen Sie diesen Weg gemeinsam mit uns!“

“Stimmen Sie mit uns im Gemeinderat für ein Ratsreferendum mit eindeutiger Fragestellung für den Standort PHV!“

„Springen Sie über Ihren Schatten und stimmen Sie für den gemeinsamen Termin mit der Landtagswahl!“

Der gemeinsame Termin ist unter praktischen Gesichtspunkten die beste Lösung, liegt nicht in den Ferien und Ihr Argument, dass die Bürger*innen durch die einerseits versandte Wahlbenachrichtigung für die Landtagswahl und gleichzeitig versendeten Briefwahlunterlagen verwirrt sein könnten, ist doch nur ein vorgeschobenes.

Mit unseren Anträgen auf ein Ratsreferendum sowie einen gemeinsamen Termin mit der Landtagswahl schaffen wir für die Heidelberger*innen die Voraussetzungen für eine faire und transparente Abstimmung – jetzt liegt es v.a. an der Fraktion der Grünen, die mit ihren 16 Stimmen dem Bürger*innenbegehren stattgeben könnten oder zusammen mit uns eine 2/3-Mehrheit für ein Ratsreferendum ermöglichen könnten.

Veranstaltungsankündigung:
Weihnachten interkulturell, mehr Freude als Trauer! | FR, 18.12., 18 Uhr | Facebook-Live auf dem Profil HeidelbergInBewegung

Film „Leben und Sterben der Grünflächen in Heidelberg“ vom NABU-AK-Umweltpolitik

Der Film „Leben und Sterben der Grünflächen in Heidelberg“ https://www.youtube.com/watch?v=RpzrttM5Ixw&feature=youtu.be

Der NABU-AK-Umweltpolitik lädt herzlich ein auf eine Reise zu den verbliebenen Kleinoden Heidelbergs.

Hier geht es zum Handout des Filmes.

Cornelia Wiethaler und der NABU-AK-Umweltpolitik

Unterstützen Sie den Heidelberger Zoo!

Den Heidelberg Zoo kann man unterstützen, in dem man eine der tierischen Wünsche erfüllt oder Tierpate wird – auch ein gutes „Last-Minute-Geschenk“!

TIERISCHE WUNSCHLISTE

Das Zoo-Team hat in allen Zoo-Bereichen fleißig Weihnachtswünsche gesammelt, die für die tägliche Arbeit im Zoo benötigt werden. Spielzeug, Futterbälle, Trainingsmaterialien für die Tiere, Ausrüstung zum Handwerken, Materialien für Veranstaltungen – die Wünsche sind ganz unterschiedlich. Eins haben jedoch alle gemeinsam: Wenn sie in Erfüllung gehen, ist die Freude im Zoo Heidelberg groß!

HIER GEHT’S ZUR WUNSCHLISTE

 

TIERPATENSCHAFT

Die Tiere im Zoo sind Stellvertreter für ihre bedrohten Artgenossen in ihrer nahen oder fernen Heimat. Sie alle sollen sich bei uns rundum wohlfühlen. Unsere Finanzmittel reichen jedoch nicht immer aus, um alle Gehege und die Pflege der Tiere so zu verbessern, wie wir uns das wünschen. Hierbei können Sie uns helfen: Werden Sie Tierpate im Zoo Heidelberg!

HIER TIERPATE WERDEN

Spielsachen für Kinder im PHV

Der Gemeinderat unterstützt ehrenamtliche Initiativen, u.a. im Bereich Obdachlosenhilfe und Flüchtlingsarbeit. Aus diesem Bereich haben wir jetzt von einem großen Wunsch erfahren. H.O.P.E., eine christliche Obdachlosenorganisation aus Heidelberg bringt seit 5 Jahren gespendete Kleidung ins Ankunftszentrum in PHV. Jetzt haben sie von dort einen großen Wunsch mitgebracht: Spielsachen für die fast 400 Kinder unter 10 Jahren, die dort derzeit mit ihren Familien leben! Bauklötze, Bälle, Kuscheltiere, Bilderbücher, Malstifte und Papier – alles, was hilft, Abwechslung in die langen Tage zu bringen. Bitte gut erhaltene Spielsachen gut verpackt bis zum 18.12. zum Hermann-Maas-Haus, Hegenichstr. 22 in Kirchheim bringen und im Windfang abstellen. Vielen Dank!

GAL mit Planung der Kita in Kirchheim nicht einverstanden

Stadtrat Michael Pfeiffer: Zum Verkehrs- und Parkkonzept der entstehenden Kita Stettiner Straße können wir nur den Kopf schütteln. Auf der westlichen Seite der Schwetzinger Straße werden die vier von Anwohnern genutzten Abstellplätze nun den Eltern-Taxi-Fahrzeugen geopfert. Da sperrt die Stadt die Schäfergasse, um die Kinder der Kurpfalzschule zum Laufen zu animieren und gleichzeitig die einzigen Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge der Anwohner*innen. Der vorgesehene Abstellplatz der Mitarbeiter*innen nördlich der Kleingartenanlage ist 200 m entfernt und bisher unbeleuchtet.

Rhein-Neckar-Zeitung 01.12.2020