Heidelberger „S4F“-Ortsgruppe

Seit März 2019 werden die „Fridays for Future“ Proteste der Schüler von vielen tausenden Wissenschaftlern, die sich „Scientists for Future“ kurz „S4F“ nennen, unterstützt. Auch sie sind der Meinung, dass die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald- Meeres- und Bodenschutz bei Weitem nicht ausreichen.

In Heidelberg gibt es eine Ortsgruppe, die sich mit der lokalen Wissenschaftswelt vernetzt, so interdisziplinär verknüpft ist und an Diskussionen mit fundierten Informationen teilnimmt. Angeboten werden Aktionen wie der S4F Faktencheck oder „Ring-a-Scientist“, bei dem Schulklassen via Videoschaltung mit Wissenschaftlern Kontakt aufnehmen können und so Antworten zu Umweltfragen aus erster Hand erhalten. Auch unterstützt die Ortsgruppe natürlich weiterhin die „Fridays-for Future“ Proteste. Derzeit sind rund 50 Wissenschaftler aktiv dabei.

Wer einen wissenschaftlichen Hintergrund sowie Zeit und Lust hat mitzumachen: Die Heidelberger „Scientists for Future“-Ortsgruppe trifft sich alle zwei Wochen, mittwochabends, im INF und freut sich über Unterstützung. Kontakt: s4f.heidelberg@gmail.com

Weitere Informationen zu „S4F“: www.scientists4future.org/mitmachen/thematische-arbeitsgruppen/

 

Jetzt ist er Alt-Stadtrat…

und er wird nicht nur uns fehlen. Seine klugen Beiträge, seine in der Sache klaren, immer aber auch versöhnlichen statements, sein Humor und seine Fähigkeit, in unterschiedlichsten Gesprächsrunden konträr erscheinende Positionen auf den Punkt zu bringen und daraus Kompromisse zu entwickeln – das alles hatte im Gemeinderat, seinen Gremien und den gemeinsamen Beratungen schon eine ganz eigene Klasse.
Uns wird er fehlen als schier unerschöpflicher Quell von Wissen. Kaum ein Thema, kaum ein Sachverhalt, bei dem er nicht Hintergrund, Historie und aktuelle Konstellationen erläutern konnte und uns damit geholfen hat, Positionen nicht „fachidiotisch“ sondern in ihrem Zusammenhang zu entwickeln.
Danke Hans-Martin!

Kirchemer Wind

Liebe Kirchheimerinnen und Kirchheimer,

der Bürgerentscheid zum Standort des Betriebshofes hat das Quorum nicht erreicht, das Ergebnis ist deshalb nicht bindend für den Gemeinderat. Aber können wir wirklich die Meinung von 19 000 HeidelbergerInnen ignorieren? Wir denken: Nein! 57% der Wählenden haben gegen die Bebauung der Ochsenkopfwiese gestimmt, 43% dafür – das ist ein deutlicher Unterschied!
Wenn es nach uns geht, wird deshalb der Betriebshof nicht auf dem Gelände des Großen Ochsenkopfes gebaut werden.
Wir hatten uns damals schon gegen die Bebauung dieses Areals ausgesprochen und für den alten Standort plädiert. Dieser wurde vor nicht einmal 2 Jahren seitens der RNV dem Gemeinderat noch als machbare Lösung angeboten, er ist auch, wenn man sich das Heidelberger Schienennetz anschaut, der klügere Standort. Zwischenzeitlich haben wir unzählig viele Meinungen zu den im Stadtgebiet kursierenden Standortvorschlägen gehört und sind zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich in Heidelberg bei der Wahl des Standortes wie beim Fußball oder dem Verkehr verhält: Alle wissen genau wie’s geht und haben eine mit Sicherheit „alternativlose“ Lösung. Und genau hier beginnt es für uns Stadträt*innen schwierig zu werden. Wir von der GAL nehmen es sehr ernst, wenn die Mitarbeiter auf dem derzeitigen Betriebshofgelände unter grenzwertigen Bedingungen arbeiten müssen und sehen zeitlich keinen großen Spielraum für Luftschlösser. Sollte es nun doch wieder ganz von vorne beginnen oder wäre es dann nicht doch sinnvoll, den alten Standort zu erneuern? Die Pläne hierfür liegen in der Schublade und es könnte zeitnah beginnen, wären da nicht die Befürworter des Standortes Recyclinghof oder Flugplatz.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass der jetzige Standort modernisiert wird und dafür, dass für alles, was dort nicht geht/Platz hat, dezentrale Lösungen gefunden werden! Für Kirchheim werden die kommenden Monate oder sogar Jahre sicherlich sehr spannend werden.

Im Norden Kirchheim, auf den Patton Barracks, ging es im Bezirksbeirat um neue Straßennamen. Der Vorschlag unserer Bezirksbeirätin Marion Koch, die Namen Margot Becke- Weg und George-Boole-Ring zu tauschen, wurde mehrheitlich angenommen. Immerhin war Margot-Becke die erste Universitätsrektorin Heidelbergs während der Mathematiker George Boole keinen direkten Bezug zu Heidelberg hat.

Und nun noch zu unseren Neuigkeiten. Nachdem die GAL trotz leichter Stimmengewinne lediglich mit 2 Sitzen im Gemeinderat vertreten ist, haben wir entschlossen uns mit Raimund Beisel von den „Freie Wähler“ zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuschließen. Somit sind die beiden ältesten Wählergemeinschaften Heidelbergs zusammengekommen. Dies ermöglicht uns Anträge zu stellen, ohne bei den anderen politischen Gruppierungen, um Unterstützung zu bitten. Raimund Beisel ist Stadtteilvorsitzender von Ziegelhausen und hätte es als Einzelstadtrat wesentlich schwerer, seine politischen Ziele zu verwirklichen. Wir hoffen, trotz der sicherlich in einigen Bereichen unterschiedlichen Standpunkte, auf eine vertrauensvolle und respektvolle Zusammenarbeit für die nächsten 5 Jahre.

Ihre Meinung interessiert uns. Welche Themen sind für Sie wichtig? Sollten Sie Anregungen oder Fragen haben, dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Auf unserer Homepage www.gal-heidelberg.de erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Ziele.

Freundliche Grüße

Judith Marggraf und Michael Pfeiffer

Gemeinsam

sind wir stärker. Deshalb haben sich die beiden ältesten Wählergemeinschaften Heidelbergs, die ‚Freien Wähler‘ und die ‚GAL‘ entschlossen, für die nächsten 5 Jahre eine Arbeitsgemeinschaft einzugehen.
Wir haben uns sehr gründlich augetauscht und festgestellt, dass wir trotz aller Unterschiedlichkeiten einen großen Konsens haben: Transparenz, Zuverlässigkeit und Fairness. Auch darüber hinaus gibt es einige inhaltliche Gemeinsamkeiten, sicher aber auch Differenzen. Nicht zuletzt deshalb sind wir ein wenig stolz darauf, ein erstes, „blockübergreifendes Bündnis’“zu wagen! Schaun wir mal! Bislang haben wir Zustimmung, Überraschung und auch Widerstand erfahren – dass ist in Ordnung, aber lasst uns jetzt erstmal arbeiten und urteilt dann!

Betriebshof

Es wird für die Heidelberger Bevölkerung nicht leicht sein, den richtigen Standort für den Betriebshof zu finden. Überrascht hat mich ein Artikel zum Betriebshof in der RNZ. Bisher hatte ich meine Entscheidung, den Betriebshof am alten Standort zu belassen, u.a. auch auf die Aussage vom Leiter Infrastruktur der RNV, Herr Straßburger, gestützt, der noch im Januar 2018 gesagt hatte, dass dies möglich sei. Und nun behauptet er das Gegenteil. Ja was denn nun? Hat sich seitdem etwas geändert? NEIN! Wie kann ich mich als Stadtrat noch auf die Aussage eines Experten verlassen, wenn sie sich in kürzester Zeit um 180 Grad dreht. Nach der Präsentation über das neue Viertel in Bergheim kann man doch gar nicht mehr gegen den Ochsenkopf sein. Die Stadt bietet es einem ja an wie saures Bier und die RNV dreht ihr Fähnchen im Wind. Das Airfield geht gar nicht (zu lange Planungs-Bauzeit) und ebenso der Ochsenkopf. Sollte der alte Standort einmal zu klein werden, könnte man die Straba auch an einer Endhaltestelle „parken“.

Unwürdig

ist das, was wir gerade wieder vermehrt an ‚Nachrichten aus dem Mittelmeer‘ zur Kenntnis nehmen müssen. Vagabundierende Schiffe, abgemagerte und wohl auch traumatisierte Menschen, von den Ertrunkenen redet schon fast keiner mehr.
Wir sollten uns jedes Mal schämen, wenn wieder jemand über Werteunion, Leitkultur oder das christliche Abendland redet!
Ich verstehe das nicht mehr: Heidelberg hat sich zusammen mit zahlreichen anderen bundesdeutschen Städten zur Aufnahme von Bootsflüchtlingen bereit erklärt. Was ist so schwierig daran, den Transport dieser Menschen von Lampedusa oder Malta nach Deutschland zu organisieren?
Den Menschen wäre geholfen, Bootsbesatzungen würden nicht mehr kriminalisiert und unser Innenminister bräuchte keine Protestnoten mehr an den „geschätzten Kollegen Salvini“ schreiben.

Spenden für die Arbeit von „Seebrücke“ an: Mensch Mensch Mensch e.V.
IBAN: DE07430609671167120503 BIC: GENODEM1GLS, GLS Gemeinschaftsbank

 

Folgende E-Mail hat uns zu diesem Stadtblattartikel erreicht. Der Absender ist bekannt, wird hier aber nicht veröffentlicht:

Frau Marggraf!

Hier ein paar Fragen an sie!

Haben sie keine Familie, Kinder oder Enkel,welche sie lieben?

Ist ihnen wirklich das alles egal?

Haben sie wirklich einen solchen Realitätsverlust?

Wohin soll das alles noch führen ?

Wieviele von denen haben sie bei sich zu Hause aufgenommen?

Sie mit ihrer Schuldkeule und Hypermoral für wen halten sie sich?

Haben sie wenigstens Bürgschaften in voller finanzieller Höhe übernommen?

Ich erwarte eigentlich keine Antwort,da sie ja nur weiterhin Phrasen dreschen und selber nichts tun!

 

 

Redebeitrag von Gerd Guntermann bei Kundgebung gegen Rechtsextremismus

Kundgebung in Heidelberg am 28.6.19 gegen Rechtsextremismus anlässlich des Mordes an dem CDU-Politiker Lübcke. Redebeitrag von Gerd Guntermann, Grün-Alternative Liste Heidelberg (GAL):

Wir leben hier in Heidelberg fast auf einer Insel der Seligen, was rechte Aktivitäten betrifft.

Vor Kurzem war ich in Bautzen, Heidelbergs Partnerstadt in Sachsen, in der Oberlausitz: wunderschöne Altstadt, nach 1989 vor dem Verfall während des DDR-Regimes gerettet.

Heute wollen einige Leute dort das Rad wieder zurückdrehen, hin zu totalitären Strukturen, die bis zum Terrorismus reichen: Laut sächsischem Verfassungsschutzbericht ist Bautzen ein Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten. Deren Anteil ist, gemessen an der Bevölkerungszahl dieser Region, höher als woanders.
Rechtsextreme Straftaten steigen dort seit 2013 ständig an. Alltagsrassismus ist etabliert, wie ich in Gesprächen mit Bürgern, Geflüchteten, dem OB und Grünen und Linken Aktivisten erfahren konnte.

Die AfD ist dort heute im Stadtrat die zweitstärkste Fraktion, mit nur einem Sitz weniger als die CDU. Darüberhinaus sitzt für das „Bürgerbündnis Bautzen“, das vordergründig direkte Demokratie und eine Beachtung aller Umweltaspekte fordert, der Mann mit den meisten Stimmen bei der Wahl im Mai dieses Jahres im Stadtrat: Herr Drews, Chef einer deutschlandweit operierenden Baufirma. Seine Firma „Hentschke-Bau“ ist zweitgrößer Spender 2017 aus den Reihen der Wirtschaft an die AfD. Über diese trieft der Rechtsextremismus in die Bürgerlichkeit hinein.

Für die wenigen Geflüchteten in Bautzen sind Diffamierungen und Verächtlichmachung Alltag. Die AfD-Protagonisten sind die geistigen Brandbeschleuniger nicht nur für die Ermordung von Herrn Lübcke. Sie befördern eine enttabuisierende Sprache des Hasses und der Gewalt, die dann von kleinen Gruppierungen und Einzeltätern umgesetzt wird.

Wir erleben nach 1945 eine neue Eskalation des Nationalismus und Rechtsterrorismus im Innern der Gesellschaft wie in zwischenstaatlichen Beziehungen. Wenn Menschen, die auf dem Mittelmeer Flüchtenden helfen, kriminalisiert werden (siehe Italiens Polit-Spitze), dann ist das Rechtsextremismus par excellence. Dagegen sind wir gefordert, hier wie dort, Bürger, Politik, der Rechtsstaat, die Behörden einschließlich der Polizei – in deren Reihen es nachgewiesenermaßen auch nach Extremismus mieft.

Allerhöchste Zeit für uns alle, aktiv zu werden!

Letzter Blog

Karl Gottfried Nadler (1809−1849) habe ich immer bewundert. Ihm war 1998 mein erster Stadtrundgang zusammen mit Michael Buselmeier gewidmet. Nadlers politische Haltung mag ich nicht, finde aber seinen kritischen Blick auf das Spießertum seiner Gegner treffend und die Pointen gut gesetzt. Den pfälzischen Dialekt hat er poetisch unübertrefflich verarbeitet. Einer seiner Helden ist der Schumacher Christoph Hackstrumpf. In dem Gedicht „E reichi Erbschaft“ (1845) überlegt dieser, sich selbst für den eigentlich verachteten Stadtrat zu bewerben:
„Erscht sin se gut un gscheidt, un hawwe se Rathsherrnschtelle, / Do werre se allmählig grobb un dumm / Un dabbe endlich als cumbledde Simpel rum; / Vorher do mache se Jedermann ihr Referenz; / Als Rathsherrn sin se Pascha vun drei Eselsschwänz.“ Hackstrumpfs Pointe ist: „Do g’hör ich nein!“ Meine ist gegenläufig: „Do muss ich naus!“ − Ich danke für fünf Jahre anregender Auseinandersetzung und wünsche fünf neue Jahre mit klugen Beschlüssen.

Bürgerentscheid Ochsenkopfwiese – Nichts Richtiges im Falschen

Von den Stadträten Hans-Martin Mumm und Michael Pfeiffer

Der Schutz des Klimas kann nur mit einem funktionierenden Nahverkehr gelingen, und auch die Beschäftigten der RNV haben ein Recht auf einen modernen und sicheren Arbeitsplatz. Nachdem im Dezember 2018 das Gelände „Großer Ochsenkopf“ als neuer Standtort mehrheitlich und gegen unsere Stimmen beschlossen wurde kommt es nun zu einem Bürgerentscheid. Sollte das Ergebnis dazu führen, dass am Ochsenkopf nicht gebaut werden darf, wäre es nur logisch, sich für den alten Standort zu entscheiden. Das Areal an der Bergheimer Straße reicht für die Kernfunktionen eines Betriebshofs aus. Schon jetzt müssen große Summen aufgewendet werden, um den Betrieb dort aufrecht zu erhalten. Bei Planungssicherheit am alten Standort wären die Investitionen zur Arbeitsplatzsicherung nicht verloren. Das Airfield als Standort würde viele Jahre Zeitverlust bedeuten. Das Dezernat 16 soll nicht angetastet werden, und für Bergheim-West sind Konzepte zur Verkehrsberuhigung und zur Ausbremsung der Miethöhen zu entwickeln.