Unwürdig

ist das, was wir gerade wieder vermehrt an ‚Nachrichten aus dem Mittelmeer‘ zur Kenntnis nehmen müssen. Vagabundierende Schiffe, abgemagerte und wohl auch traumatisierte Menschen, von den Ertrunkenen redet schon fast keiner mehr.
Wir sollten uns jedes Mal schämen, wenn wieder jemand über Werteunion, Leitkultur oder das christliche Abendland redet!
Ich verstehe das nicht mehr: Heidelberg hat sich zusammen mit zahlreichen anderen bundesdeutschen Städten zur Aufnahme von Bootsflüchtlingen bereit erklärt. Was ist so schwierig daran, den Transport dieser Menschen von Lampedusa oder Malta nach Deutschland zu organisieren?
Den Menschen wäre geholfen, Bootsbesatzungen würden nicht mehr kriminalisiert und unser Innenminister bräuchte keine Protestnoten mehr an den „geschätzten Kollegen Salvini“ schreiben.

Spenden für die Arbeit von „Seebrücke“ an: Mensch Mensch Mensch e.V.
IBAN: DE07430609671167120503 BIC: GENODEM1GLS, GLS Gemeinschaftsbank

 

Folgende E-Mail hat uns zu diesem Stadtblattartikel erreicht. Der Absender ist bekannt, wird hier aber nicht veröffentlicht:

Frau Marggraf!

Hier ein paar Fragen an sie!

Haben sie keine Familie, Kinder oder Enkel,welche sie lieben?

Ist ihnen wirklich das alles egal?

Haben sie wirklich einen solchen Realitätsverlust?

Wohin soll das alles noch führen ?

Wieviele von denen haben sie bei sich zu Hause aufgenommen?

Sie mit ihrer Schuldkeule und Hypermoral für wen halten sie sich?

Haben sie wenigstens Bürgschaften in voller finanzieller Höhe übernommen?

Ich erwarte eigentlich keine Antwort,da sie ja nur weiterhin Phrasen dreschen und selber nichts tun!

 

 

Letzter Blog

Karl Gottfried Nadler (1809−1849) habe ich immer bewundert. Ihm war 1998 mein erster Stadtrundgang zusammen mit Michael Buselmeier gewidmet. Nadlers politische Haltung mag ich nicht, finde aber seinen kritischen Blick auf das Spießertum seiner Gegner treffend und die Pointen gut gesetzt. Den pfälzischen Dialekt hat er poetisch unübertrefflich verarbeitet. Einer seiner Helden ist der Schumacher Christoph Hackstrumpf. In dem Gedicht „E reichi Erbschaft“ (1845) überlegt dieser, sich selbst für den eigentlich verachteten Stadtrat zu bewerben:
„Erscht sin se gut un gscheidt, un hawwe se Rathsherrnschtelle, / Do werre se allmählig grobb un dumm / Un dabbe endlich als cumbledde Simpel rum; / Vorher do mache se Jedermann ihr Referenz; / Als Rathsherrn sin se Pascha vun drei Eselsschwänz.“ Hackstrumpfs Pointe ist: „Do g’hör ich nein!“ Meine ist gegenläufig: „Do muss ich naus!“ − Ich danke für fünf Jahre anregender Auseinandersetzung und wünsche fünf neue Jahre mit klugen Beschlüssen.

Bürgerentscheid Ochsenkopfwiese – Nichts Richtiges im Falschen

Von den Stadträten Hans-Martin Mumm und Michael Pfeiffer

Der Schutz des Klimas kann nur mit einem funktionierenden Nahverkehr gelingen, und auch die Beschäftigten der RNV haben ein Recht auf einen modernen und sicheren Arbeitsplatz. Nachdem im Dezember 2018 das Gelände „Großer Ochsenkopf“ als neuer Standtort mehrheitlich und gegen unsere Stimmen beschlossen wurde kommt es nun zu einem Bürgerentscheid. Sollte das Ergebnis dazu führen, dass am Ochsenkopf nicht gebaut werden darf, wäre es nur logisch, sich für den alten Standort zu entscheiden. Das Areal an der Bergheimer Straße reicht für die Kernfunktionen eines Betriebshofs aus. Schon jetzt müssen große Summen aufgewendet werden, um den Betrieb dort aufrecht zu erhalten. Bei Planungssicherheit am alten Standort wären die Investitionen zur Arbeitsplatzsicherung nicht verloren. Das Airfield als Standort würde viele Jahre Zeitverlust bedeuten. Das Dezernat 16 soll nicht angetastet werden, und für Bergheim-West sind Konzepte zur Verkehrsberuhigung und zur Ausbremsung der Miethöhen zu entwickeln.

 

Gedanken zur Alten Brücke

Auch wenn man nicht überall mitsingt, hat „Heidelberg, pflegen und erhalten“ ein wichtiges Wort. Um zu zeigen, daß Kritik auch positiv sein kann, hier unser Vorschlag für die Schaffung eines permanenten Showrooms im Rahmen einer IBA, Internationale Bau-Austellung. Weil zum Pflegen auch gehört, daß man Neues baut. Aber wie? Als alle Städte rundum in Schutt und Asche lagen, wurde hier die erste Architektur-Zeitschrift der BRD gegründet. 1947. Sie hieß: Baukunst und Werkform. Sie hatte ihre Redaktion im Turm an der Alten Brücke. Dort wo nun der Showroom sein soll. Denn es ist ein Poblem vieler Gemeinden: wie und wo zeigt man die Leistungen beim Wiederaufbau, bei der Verbinung von Alt und Neu (z.B. Römerberg in Frankfurt)
Aber solange alle positiven Anstrengungen um Heidelberg in einer Ausstellung von Leichenteilen gipfeln, die Herr Hagens über die Stadt kippt, bleibt dem Chronisten nichts anderes als die Wiederholung eines Satzes – immer und überall: Im Übrigen meine ich, dass ein Werben mit Leichenteilen verboten gehört.

Danke Heidelberg!

Danke dafür, dass die GAL sich auf dem Niveau von 2014 erfolgreich behaupten konnte! Ich freue mich für mich und Michael Pfeiffer, verabschiede wehmütig Hans-Martin Mumm.
Dieses Wahlerebnis ist auch ein Hinweis, das parteipolitisches Grün nicht nur durchmarschiert. Trotzdem: Einen großen Glückwunsch an die Heidelberger Grünen! Da geht es jetzt um Verantwortung und hohe Erwartungen, um die Integration der vielen Neuen und um ein kluges Nutzen der neuen Machtfülle.
Die CDU ist seit langem erstmals in einer Verliererposition – können die das würdig gestalten? Die SPD ist offenbar froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist – wofür reicht das?
Wir werden das alles gerne und sehr interessiert positiv begleiten – sicher aber nicht um jeden Preis! Es wird spannend im neuen Gemeinderat – und wir werden mit Engageent und Vergnügen dabei eine aktive Rolle einnehmen!

Heidelberg hat gewählt, …

… heute, am Montag um 17.30 Uhr, wird aber noch gezählt. Jedenfalls gratulieren wir den Grünen zu dem guten Ergebnis. Die Sorge um das Klima hat ihrer neuen Fraktion eine große Verantwortung auferlegt. Wir wünschen den Grünen wie uns allen ein gutes Gelingen bei den gestellten Aufgaben. Der Wahlkampf sei langweilig gewesen? Eine Stadt kann sich glücklich preisen, in der so viel Einmütigkeit herrscht. Das Wahlergebnis zeigt aber angesichts der globalen Aufgaben tektonische Verschiebungen in der Parteienlandschaft.
Im neuen Gemeinderat wird es weiterhin so sein, dass es zur Mehrheitsbildung mindestens drei Fraktionen braucht. Angesagt sind also Diskussion und Zusammenarbeit. Die GAL hat sich bei dieser Wahl behaupten, aber nicht verstärken können. Die beiden Gewählten werden sich mit Anträgen und Kritiken daran beteiligen, Heidelberg nachhaltig zu entwickeln. Meine Verabschiedung wird im Juni kommen. Ich flüstere mir aber schon jetzt ein leises Ene-mene-mu ins Ohr.

Schulcampus Mitte

Das Schulgelände der Willy-Hellpach-, Pestalozzi- und ehemaligen Julius-Springer Schule zwischen Römer- und Rohrbacher Straße bedarf einer grundlegenden Sanierung. Wir haben uns schon lange darüber Gedanken gemacht, wie das Areal insgesamt attraktiver gestaltet werden kann. Aus diesem Grund haben wir vor 3 Wochen einen Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung prüfen und berichten soll, ob auf dem Gelände Schulcampus – Mitte unabhängig davon, welche Gebäude saniert und welche neu gebaut werden müssen, auch Wohnungen für Familien,  Studierende sowie Mehrgenerationenhäuser und Büroräume geplant werden könnten. Hierbei sollte auch der große Parkplatz mitgedacht werden. Das frühere Cluster-Bauen ist heute nicht mehr zeitgemäß. Eine gute Durchmischung unterschiedlicher Nutzungsräume wären belebende Elemente für ein gutes Miteinander. Ein weiterer Vorteil dieser unterschiedlichen Nutzung wäre eine  bessere soziale Kontrolle und weniger Angsträume. Ich hoffe auf viele kreative und mutige Ideen, die dieses Areal aufwerten.