Fridays for Future

Greta Thunberg, eine 16-jährige Schwedin hat mit ihrer Aktion ´Fridays for Future` für große Aufmerksamkeit gesorgt. Sie setzt sich für einen sorgsameren Umgang mit unserer Erde ein. „Warum sollte ich für eine Zukunft studieren, die bald nicht mehr möglich ist, wenn niemand etwas unternimmt, um diese Zukunft zu retten?“ fragt sie sich und bestreikt nun schon seit Monaten freitags die Schule. Auch Heidelberger Schüler*innen haben demonstriert, sowohl in Heidelberg als auch in Berlin. Eine Schule, deren Kinder und Jugendliche sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, sollte dies auch unterstützen. Es gehört zum Bildungsauftrag dazu, junge Menschen zu mündigen, aufrechten und kritischen Bürgern zu erziehen. Nicht am Wochenende zu demonstrieren macht auch Sinn, denn nur, wenn viele Schüler*innen während der Unterrichtszeit demonstrieren, bleibt das Thema aktuell. Ich bezweifle, dass die Teilnahme an den Demonstrationen den Schulabschluss gefährdet. Würde die Politik mehr Lehrkräfte einstellen, wäre der Unterrichtsausfall durch diese Demonstrationen schnell kompensiert.

Die Verkehrsanbindung des Neuenheimer Feldes

muss natürlich verbessert werden. Nach dem Scheitern der Straßenbahn-Planung ist es aus unserer Sicht sinnvoll und auch kurzfristig möglich, die Anbindung durch die vorhandenen Buslinien zu verbessern. Dazu gehören u.a. die Verlängerung der Linie 37 zum Hauptbahnhof, eine Direktverbindung zum Bismarckplatz sowie Fahrplananpassungen, die die Schichtzeiten der Beschäftigten insbesondere des Klinikums berücksichtigen. Weitere Optimierungspotenziale wie z. B. Busspuren, müssen mit dem Land und der Universität verhandelt werden
Einen Shuttlebus durchs Handschuhsheimer Feld lehnen wir ab! Das Masterplan-Verfahren soll im Herbst beendet werden. Vorher bauliche Fakten zu schaffen (die vermutlich sowieso erst 2020 greifen würden) und damit den Ergebnissen vorzugreifen, widerspricht dem Auftrag und dem Sinn des Verfahrens. Das Argument, es sei ja alles nur ‚provisorisch‘ ist dabei schwach – alle Lebenserfahrung besagt, dass kaum etwas so dauerhaft ist wie ein Provisorium.

Vor 100 Jahren …

… war der Krieg verloren. Die Frauen erhielte das Wahlrecht. In Berlin wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, im Juni dann in München der Heidelberger Eugen Leviné erschossen. Die Weimarer Verfassung begründete die erste deutsche Republik. In Heidelberg war OB Walz im Amt geblieben. Neben ihn trat ein Arbeiter- und Soldatenrat, der sich um die Lebensmittelversorgung und die Unterbringung der Flüchtlinge aus dem Elsass kümmerte. Die Universität richtete für die Heimkehrer ein verkürztes Kriegsnotsemester ein. Zum Kummer der Vaterländler war es der Pazifist Wilhelm Fraenger, der das erste Gedenken an die Kriegstoten gestaltete. Wer die Stimmung zur Jahreswende 1918/19 erfassen will, lese Karl Hampes „Kriegstagebuch“ und Gustav Reglers „Das Ohr des Malchus“. In der Jugend herrschte Optimismus. In ihrer Abitursrede am Hölderlin erklärte 1924 Grete Massias, dass ihre Generation nach den dunklen Kriegsjahren nun „mit leichtem Fuß … ans Licht der Frühlingssonne“ aufsteigt.

Unsere Highlights 2018

Ein kultureller Höhepunkt war der 150. Geburtstag Stefan Georges. Tom Hatry und Hans-Martin Mumm kuratierten im Haus Cajeth eine Ausstellung. George, als Zeitgenosse hellsichtig, als Dichter genial, als Charakter schwierig, wird nur zusammen mit seinem Kreis verständlich. Die Ausstellung fand auch überregional Beachtung.

Beim Thema Verkehr haben wir uns besonders darüber gefreut, dass das auf unsere Anregung im Bezirksbeirat Altstadt entwickelte Verkehrsberuhigungskonzept Altstadt fast einstimmig beschlossen wurde. Außerdem sind wir gespannt, wie das Sicherheitsaudit, bei dem alle Stadtteile auf Gefahrenstellen im Straßenverkehr untersucht wurden, umgesetzt wird.

Zukünftig keine Diskussionen mehr darüber, ob 8 oder 12 € pro Quadratmeter „bezahlbar“ sind! 30% des Einkommens für’s Wohnen wird der neue Maßstab. Ein großer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Wohnungsmarkt – Danke GGH.

Wir wünschen schöne Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr
Judith Marggraf, Hans-Martin Mumm, Michael Pfeiffer

Neuenheimer Feld

Zum Ende des Jahres musste der Gemeinderat noch wichtige Entscheidungen treffen. Außer dem Betriebshof und dem Doppelhaushalt ging es auch darum, Maßnahmen zur Entlastung des Individualverkehrs im Neuenheimer Feld zu beschließen. Die GAL hält es für falsch, viel Geld (4,3 Mio!) für eine provisorische Buslinie durch das Handschuhsheimer Feld und einen P&R Parkplatz auf Ackerland einzurichten. Stattdessen sollten wirksamere und kostengünstigere Maßnahmen geprüft werden, die den Masterplanprozess nicht infrage stellen und langfristig sinnvoll sind. Hier wäre z. B. an die Anpassung der Parkgebühren an das Jobticket und die Optimierung der Busspuren und Buslinien zu denken.
Was mich besonders ärgert ist, dass viele Mitarbeiter*innen ohne Not (Wohnort in HD und nicht im Schichtdienst) als Einzelfahrer mit ihrem PKW ins Neuenheimer Feld fahren und den Kolleg*innen, die auf das Auto angewiesen sind, den Platz wegnehmen bzw. mitursächlich den Stau verursachen. Hier sollte endlich einmal ein Umdenken stattfinden, anstatt nur auf andere wie bspw. den Gemeinderat zu schimpfen.

Schade,

wir hätten uns wirklich gewünscht, dass eine Koalition der Vernunft sich dafür entscheidet, den Betriebshof am alten Standort zu ertüchtigen. Die Bergheimer Straße hat technische und logistische Vorteile und die Behauptung, dass der Platz nicht reiche, wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtiger. Nein, wir hätten die alte Feuerwache dafür nicht gebraucht, nur die Einsicht, dass nicht jede Straßenbahn nach Betriebsschluss in den Betriebshof zurück muss! Jetzt wird es eine Entscheidung geben, die ökologisch fragwürdig ist und die Stadt viel Geld kosten wird. 100% bezahlbarer Wohnraum auf 50% der Fläche, dazu eine Grünfläche inmitten eines verkehrsumtosten Areals – da helfen auch teilbegehbare Dächer und unklare Entwicklungskonzepte für Bergheim West nicht so wirklich. Und was den – theoretisch wünschenswerten – Erhalt des ‚Dezernat 16‘ angeht, müsste man ja mal eine bauliche Sanierungsperspektive vorlegen. Sicher nicht preiswert!
Dennoch: Respekt für die Entscheidung der SPD! Bei einem gordischen Knoten die Rolle des zu übernehmen ist undankbar und das muss man aushalten.

Neben der Providenzkirche …

… soll das nicht mehr sanierungsfähige Gemeindehaus als ein Treffpunkt für die Altstadt neu errichtet werden. Finanziell sei es erforderlich, den Neubau der Hochschule für Kirchenmusik damit zu verbinden. Deren Gebäude in der Weststadt ließen sich nur mit längerer Unterbrechung des Lehrbetriebs erneuern. Bei dem Protest gegen das Bauvorhaben tut sich ein benachbartes Café hervor, wo auch die Unterschriften eingesammelt werden. Wer es anders haben will, sollte sagen, wo und zu welchen Kosten es Alternativen gibt.
Die Altstadtgemeinde und die Landeskirche wollen allenfalls die Hälfte des Grundstücks bebauen. Die großen Bäume und die zu schützende Bepflanzung blieben unberührt. Das Gelände werde künftig zugänglich sein. Ein Architektur-Wettbewerb werde die Einhaltung dieser Zusagen öffentlich überprüfbar machen. Zu verlangen ist, dass die vielfältige Geschichte – Herrengarten, Friedhof, Seidenfabrik – archäologisch erforscht und gestalterisch dokumentiert wird.

„Schöne Werbung“

In der Hauptstadt der deutschen Romantik werben wir mit Leichenschmaus. Direkt neben der Werbung für biologische Nahrung und internationale Spezialitäten lädt man Sie ein, die „knackfrischen Leichen“ optisch zu goutieren. „Wir können auch garantieren, dass der Plastikanteil Ihnen nicht zu sehr auf den Magen schlägt.“ Der Anblick plastinierter Leichen beim Mittagessen bleibt auf jeden Fall prägender als der auf das Heidelberger Schloss. So eröffnet sich der Blick des Neubürgers auf die Stadt im Jahr 2018.

Als ich 1986, also vor etwa 30 Jahren, nach Heidelberg kam, hatte ich als junger Architekturprofessor gerade eine Ausstellung über den Maler und Städtebauarchitek-ten Le Corbusier für Frankfurt realisiert. Meine Wertschätzung der Moderne war immer gepaart mit einer Wertschätzung für die historisch gewachsene Stadt. Was schien mir also geeigneter als in Heidelberg zu leben? Seitdem habe ich an vielen Hochschulen und in vielen Städten gearbeitet und gelehrt, – über das „bauhaus“ und über den Städtebau vor dem Krieg, den ich als Modell nahm. Es ist keine leere Romantik, dass so viele junge Leute hierher kommen. Sondern sie haben entdeckt, dass „Heidelberg pflegen und erhalten“ in unserer Zeit durchaus modern ist. Moderner als plastinierte Leichenteile.

Parkgebühren

In der letzten GR-Sitzung wurde eine Vorlage der Verwaltung abgelehnt, in der vorgeschlagen wurde, die Parkgebühren an Parkscheinautomaten in der Stunde von 1,50 € auf 1,80 € anzuheben. Dies hätte dem städtischen Haushalt in den nächsten zwei Jahren Mehreinnahmen in Höhe von 300.000 € gesichert und nicht wirklich jemandem wehgetan. Die Argumente der Kollegen aus dem Mitte/Rechts-Lager konnte ich nicht nachvollziehen und fand sie geradezu lächerlich. „Der Handel befürchtet, die Kundschaft würde dann nach MA fahren“ (Parken 1. Stunde 2 €) oder „das Falschparken würde dadurch gefördert“. Ich halte meine Kollegen, die diese Aussagen gemacht haben, für klug genug um zu wissen, dass ihre geäußerten Bedenken nicht wirklich ernst zu nehmen sondern reine Lobbyarbeit sind. Für 30-60 Cent Ersparnis und anfallenden Spritkosten von 3 € plus 40 Minuten Fahrzeit fahre ich nicht nach Mannheim. Wenn der Handel sein Angebot attraktiv gestaltet, kommt die Kundschaft. Ich kaufe in meiner Stadt ein, auch dann noch, wenn ich 30 Cent mehr beim Parken zahlen müsste.

Für den Betriebshof…

…sollte am kommenden Donnerstag im Gemeinderat dringend eine Entscheidung gefällt werden. Das sind wir den MitarbeiterInnen der RNV, der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und nicht zuletzt auch unserer Stadt schuldig.
Immer neue Standorte ins Gespräch zu bringen und langwierige Planungsprozesse zu fordern – meist nach dem Motto „egal wo, Hauptsache nicht hier oder dort“ entwickelt sich langsam zu einer Lokalposse ohne jeden erkennbaren Nutzen!
Die GAL ist nach wie vor der Überzeugung, dass der bisherige Standort die beste Option ist: zentral im Verkehrsnetz gelegen, Ein- und Ausfahrten in zwei Richtungen und entgegen aller gegenteiligen Behauptungen auch für die längeren Stadtbahnen und den geplanten Zuwachs ausreichend. Die Pläne von 2014 – die auf große Zustimmung in Bergheim und im Gemeinderat (!) trafen – sind ja seither nicht falsch geworden und auch damals hat die RNV schon ‚auf Zuwachs‘ geplant.
Wir haben nur 4 von 48 Stimmen. Gefordert sind deshalb einige Andere.