… war das Thema einer Veranstaltung der letzten Woche. Arno Knöbl referierte das 12-Punkte-Programm der Stadt Mannheim: Grundstücke werden nicht nach Höchstgebot, sondern nach bestem Konzept vergeben. Neben städtebaulichen und ökologischen Qualitäten geht es um Anteile von Sozialwohnungen und von günstigen Wohnungen für Schwellenhaushalte. Bis 2025 braucht Mannheim rund 10.000 neue Einheiten, für die das Bauland in etwa vorhanden ist.
Für Andreas Epple war es ungewöhnlich, dass Heidelberg den Rat der Nachbarstadt suche. Das Mannheimer Konzept fand er sachgerecht, gab aber der Heidelberger Kommunalpolitik den Rat, zunächst zu klären, auf welche Größe die Stadt wachsen solle. Ungesteuert sei das Potenzial riesig. Er war skeptisch, ob die Zahl von günstigen Wohnungen ausreichen werde, um dem Markt entgegenzuwirken.
Die Diskussion war lebhaft. Zur Sprache kamen auch die neuen Modelle der GGH für das Hospitalgelände. Die Impulse werden wir weiterverfolgen.
Kategorie: Stadtblattartikel
Berichte, die im Stadtblatt Heidelberg abgedruckt wurden
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Stefan George …
… wurde am 12. Juli 1868 geboren. Zu seinem 150. Geburtstag ist ein Dichter wieder zu entdecken, der wie kaum ein anderer die geistigen Krisen seiner Zeit spürte. Sein Werk ist verschlüsselt und nicht leicht zu deuten. Es gilt als elitär, und doch sammelte er Anhänger um sich, die im öffentlichen Leben der Stadt standen: der Germanist Friedrich Gundolf, der Nationalökonom Edgar Salin und der Historiker Ernst Kantorowicz. Auch Alfred Weber stand im Bann Georges. Und es waren auch Frauen: die Gegnerin der Frauenemanzipation Anna Schellenberg, die Wissenschaftlerinnen Elisabeth Salomon und Clotilde Schlayer sowie die Philosophin Edith Landmann gehörten zum Kreis.
Zu erleben ist eine Vortragsreihe des Germanistischen Seminars. Das Museum Haus Cajeth ist ein hervorragender Ort für literarische Ausstellungen. Zu entdecken ist das Bahnbetriebswerk als Kammermusiksaal. Hinzuweisen ist auf den Vortrag des George-Biografen Thomas Karlauf, Sonntag, 8. Juli, 11 Uhr in der Alten Aula.
Diaderma…
…oder doch Arya Laya. Heute möchte ich Ihnen über ein kleines und leider immer noch wenig bekanntes Unternehmen berichten, das die GAL letzte Woche besucht hat. Es passt mit seiner Philosophie (ökologisch, innovativ, faire Arbeitsplätze) ideal zu unserer Stadt. Die Geschäftsführer, Herr Dr. Schmalz und Herr Tatge, ermöglichten uns einen Einblick in die Historie dieses Familienbetriebs, das lediglich 35 Mitarbeiter*innen hat. Die Firma wurde 1905 von M.E.G. Gottlieb in Handschuhsheim gegründet und erhielt den Namen Diaderma (lat. „unter die Haut“). 1961 zog das Unternehmen nach Wieblingen. Seit 1970 gibt es die Marke Arya Laya (Trägerin der Schönheit), deren Produkte ein breites Kosmetikprogramm auf neuestem wissenschaftlichem Stand sind. Arya Laya ist exklusiv in Reformhäusern erhältlich und wird nach den strengen neuform-Qualitätsrichtlinien für Naturkosmetik entwickelt und hergestellt. Kaum zu glauben, dass dieses kleine Unternehmen 90 verschiedene Produkte produziert, die in 1100 Reformhäuser geliefert werden. Auf solche Unternehmen kann Heidelberg stolz sein.
Bürgerrecht auf Nachtruhe durchsetzen!
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Mannheim für das Recht der Altstadtbewohner auf körperliche Unversehrtheit, hat die Bürgerschaft gehofft, dass es einen Wandel des städtischen Nachtlebens geben wird. Doch stattdessen hoffen Gastronomie und ihre Lobbyisten im Stadtrat, dass bald die „Altstädter“ aus der Stadt wegziehen, die Altstadt kulturell aussterben und dem Lärm, der ohrenbetäubenden Musik und dem Gesang der Besoffenen überlassen wird. Das bedeutet den Untergang der polis, der politischen Ethik!
Wir Stadträte haben alle die Pflicht, dem Wohl der Bürger zu dienen. Dafür haben wir ein Eid geleistet. Im Falle der „Sperrstundenregelung“ ist es geradezu ein Affront, wenn das Gericht geurteilt hat, dass die jetzigen Sperrzeiten für die Bewohner unzumutbar sind, und dennoch sich ein Großteil unserer Räte dem Urteil widersetzt (und dann beantragt die CDU noch eine längere Außenbewirtschaftung!). Es ist deprimierend, ja erschreckend, dass im Gemeinderat Vertreter sitzen, denen das nervenzerreißende Durchfeiern einer jugendlichen, studentischen und sonstigen Minderheit wichtiger ist als das Grundrecht der Bewohner auf eine nächtliche Mindestruhezeit.
30 Jahre Unterwegs-Theater
Die GAL gratuliert und bedankt sich bei Bernhard Fauser und Jay Gonzales! Wir erinnern uns gerne zurück an die Anfänge – die Mischung aus Tanz, Akrobatik und Schauspiel war damals für Heidelberg neu und aufregend. Überraschend und ungewöhnlich ging es weiter: ‚Tanz international‘, Rauminstallationen, HipHop-Musicals, internationale Auftritte, viele Auszeichnungen bis hin zur Repräsentation des Landes Baden-Württemberg bei der EXPO 2000. Seit 2006 dann ‚art-ort‘ und seit 2009 die Produktionen und Projekte in der Hebel-Halle und dem Choreografischen Centrum…
Wir wollen hier aber auch daran erinnern, das Fauser und Gonzales, trotz nationaler und internationaler Anerkennung, mit immer wieder wechselnden Spielstätten und einer mangelhaften Unterstützung durch die Stadt in all den Jahren finanziell und persönlich ständig an ihre Grenzen gehen mussten! Auch ihre Unterstützer, allen voran Annette Trabold, hatten keinen leichten Stand – bis hin zu presseöffentlichen Angriffen.
Möge die Stadt aus diesem Teil der Geschichte lernen!
Heimat ist, …
… was heute nicht mehr da ist. Dass das so ist, lässt sich gut in der Rathausstraße 76 erleben. Am letzten Sonntag fand dort das Jahresfest des Heimatmuseums Rohrbach statt. Untergebracht in einer alten Bäckerei, ist das Stadtteilmuseum ein Schatzkästchen. Die Exponate sind in „Petersburger Hängung“ angeordnet: Jede verfügbare Fläche ist belegt. Zu sehen sind Fundstücke, Karten, Modelle und Fotos zur Siedlungsentwicklung, zu Schule, Literatur und Wohnkultur, zu Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie. Wenn Gustav Knauber durch die Räume führt, kennt er die Herkunft jedes Objekts, besonders wenn es aus seinem eigenen Elternhaus stammt.
Wie jedes Jahr war der Hof zu klein für die vielen Gäste. Die Rathausglocke musste schließlich abgestellt werden, weil ihr halbstündlicher Schlag die Gespräche störte. Der Eintritt ins Museum ist frei, die Festbesucher bekamen Karotten, Radieschen und Spargelbruch zum Mitnehmen. Glückwunsch an das ehrenamtliche Museumsteam des Stadtteilvereins.
Sicherheitsmanagement…
…beim Verkehrsmanagement. Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie stehen an der Fußgängerampel Franz-Knauff-Straße/Schillerstraße bei „Rot“. Die Straßenbahn fährt zur gleichen Zeit parallel zu Ihnen. Sie fahren mit dem Rad auf der neuen Eppelheimer Straße und an der Einmündung der Querstraßen müssen Sie über einen „Felgenkiller“ fahren, weil der Geh/Radweg nicht niveaugleich abgesenkt wurde? Sie möchten von der Stettiner Straße die Pleikartsförsterstraße queren um auf den Radweg in Richtung Bieth zu fahren und Sie erwartet ein hoher Bordstein, über den Sie Ihr Fahrrad anheben müssen (wurde dann auf unseren Hinweis abgesenkt)? Beim Sicherheitsaudit wurden bereits viele Schwachstellen aufgedeckt, die, möglicherweise bei einer vorherigen Überprüfung nach ESAS (Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen), nicht entstanden wären. Wir haben daher einen Antrag gestellt, innerhalb des Verkehrsmanagement eine(n) Expertin(en) fest einzustellen. Dadurch könnte langfristig viel Geld eingespart werden. Ihre Meinung hierzu ist mir wichtig.
Das Neuenheimer Feld …
… ist ein Erfolgsmodell. Als das Großherzogtum Baden 1911 die ersten Grundstücke kaufte, war nicht zu ahnen, was 100 Jahre später dort alles stehen würde. Damals zögerte die Universität und wäre lieber in der Altstadt geblieben. Heute besteht die Gefahr, dass dieser Campus am eigenen Erfolg erstickt. Der Erweiterungsbedarf um 80 % des Bestands, wie jetzt dargestellt, würde – auch mit Brücke und Tunnel – zum völligen Verkehrsstillstand führen. Dass vier Planungsbüros in kürzester Zeit all die Fragen klären, die sich in den letzten Jahrzehnten angesammelt haben, darf bezweifelt werden. So kann das Masterplanverfahren nicht gelingen.
Wie 1911 sollte ein neuer Campus geplant werden. Dafür bietet sich Patrick-Henry-Village an. Niemand will die Universität zu einem „Umzug“ zwingen, sondern es geht darum, das Neuenheimer Feld funktionsfähig zu erhalten. Nun nicht mehr das Großherzogtum, sondern das Land Baden-Württemberg müsste dazu durch Grunderwerb den Startschuss geben.
Stellt euch vor, die AfD…
Aufgrund einer AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei, diskutiert der Gemeinderat über Modalitäten der Vergabe öffentlicher Räume.
Uns hat etwas zu denken gegeben, was Michael Pfeiffer bei dieser Veranstaltung beobachtet hat: Stadtrat Niebel von der AfD habe ‚genüsslich‘ alle Rangeleien und Verbalattacken der Gegendemonstranten gefilmt. An der Veranstaltung selbst habe er dann gar nicht teilgenommen….
Dazu passt eine Aussage dieses Herrn Gauland aus einer TV-Dokumentation. Sinngemäß sagte er, sie (die AfD) müssten ja nur darauf verweisen, wie sie behandelt würden. Das wirke viel mehr als jede politische Auseinandersetzung…
Und genau das dürfen wir weder zulassen noch befördern! Die Opferrolle, die dann auch noch Mitleid, Verständnis und Nachsicht einbringt! Oder dazu führt, dass der Heidelberger Gemeinderat sich von denen vor sich her treiben lässt….
Die sollen ihre Veranstaltungen machen, das gebietet ein demokratisches Grundverständnis, aber wir wollen sie ins Leere laufen lassen, ihnen keinerlei unverdiente Aufmerksamkeit geben.
… macht eine Veranstaltung und niemand geht hin.
Zum Sicherheitsaudit
hatten wir eine Veranstaltung mit Jens Leven vom Planungsbüro buffee sowie Herrn Nico Rathmann vom Verkehrsmanagement der Stadt. Das Audit wurde beschlossen, um verkehrliche Schwachstellen, insbesondere im Bereich von Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen zu untersuchen. Herr Leven erläuterte seine bisherige Arbeit. Erfreulich war, dass ihm keine Stadt bekannt ist, in der so viele Kinder zu Fuß zur Schule gehen!
Gerade deshalb wurden von ihm viele Stellen entdeckt, bei denen nachgebessert werden sollte. Manchmal fehlt nur ein wenig Farbe für eine Sperrfläche, manchmal sind es aber auch kostenintensive Maßnahmen. Herr Rathmann informierte über bereits umgesetzte Maßnahmen. Klar wurde, dass viel Geld gespart werden könnte, wenn sich Autofahrer*innen beim Parken rücksichtsvoller verhalten würden.
Seitens der Zuhörer wurde bemängelt, dass das Sicherheitsaudit nicht transparent genug sei. Man hatte auch Sorge, dass nach dem Audit die Maßnahmen nicht ausreichend umgesetzt würden. Wir werden den weiteren Prozess beobachten und Nachbesserungen anmahnen.
