Eingriff in das Stadtbild – Poller

Das Jahrhunderte gewachsene ‚Kulturgut Altstadt‘  ist ein Vermächtnis, das uns vor Lösungen in Form technischer Installationen, wie etwa das Aufstellen von Pollern, warnen sollte.

Diese bedeuten einen schweren Eingriff in das denkmalgeschützte Altstadtbild. Es wäre eine Verletzung der charakteristischen Einheit des engräumigen Stadtraums von Gassen, Straßen, Kirchen, Gebäuden, Dächern, Plätzen und Durchblicken zur Alten Brücke, zum Neckar und den Waldhängen. Auch bedeuten sie einen Verlust von Freiheit und Identität des Einzelnen in ihrer vertrauten Lebenswelt.

Warum sollte eine Stadtbevölkerung bestraft werden, weil einige Autofahrer unbelehrbar sind? Zudem bringen die Poller neue Probleme mit sich, deren Lösungen noch offen wären, wie es die Referenten bereits artikuliert hatten. Auch der tragische Unfall in der Theaterstraße wäre kaum mit Pollern zu verhindern gewesen. Wie wäre es zum einen mit höheren Strafen und zweitens mit einem Security-Dienst, der für die Einhaltung der Bestimmungen sorgt?

Es ist unsere Pflicht, die Stadt vor negativen Beeinträchtigungen und Verfremdungen aller Art zu schützen – für uns und kommende Generationen!

Kirchheim

Der Heidelberger Süden….

ist viel besser als sein Ruf. Ich bin in Rohrbach aufgewachsen und liebe diesen Stadtteil. Nachdem ich 12 Jahre von Heidelberg getrennt war, verschlug es mich nach Kirchheim. Seither habe ich schon oft abfällige Bemerkungen über Kirchheim gehört. Ich frage mich ernsthaft, wer die Stadtteile im Süden, insbesondere den Boxberg, Emmertsgrund und Kirchheim so schlecht redet. Es ist manchmal eine Arroganz in solchen Äußerungen, die mich wütend macht. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charme, seine Vorzüge. Und wenn es um Kirchheim geht, möchte ich den Heidelbergern sagen: Lernt die Kirchheimer kennen, die näd schwätze sondern mache, die „Kirchheim sagt ja“ initiiert und Flüchtlinge aufgenommen haben, ohne zu lamentieren. Kirchheim mit Patrick Henry Village, Patton Barracks, dem Pleikartsförster Hof und den Kurpfalzhöfen. Kirchheim mit dem großen Sportzentrum Süd, Alla Hopp und riesigen Agrarflächen. Kirchheim, dem kinderreichsten Stadtteil. Der Wert einer Immobilie richtet sich nach der Lage. Bei mir richtet er sich nach den Menschen und von daher ist Kirchheim für mich sehr wertvoll. 1250 Jahre Kirchheim, erfahren Sie von den Aktivitäten auf der Homepage des Stadtteilvereins.

Am Adenauerplatz …

denken DAI und IBA über ein neues Veranstaltungshaus nach. Ausgebaut und überhöht werden soll die hübsche, aber anachronistische Unterführung beim Neptunbrunnen. Mich stört der große Zinnober, mit dem diese Überlegungen vorgebracht werden. (Es ist kein Zufall: Das Baumaterial sollen gebogene Balken sein.)

Die städtebauliche Begründung gibt sich historisch, ist aber frei von Kenntnissen. Der Seegarten ist älter als der Bahnhof und war nie Vorplatz, sondern Ort der Ruhe für die Stadt und ihre Gäste. Erst mit der Verlegung der Eisenbahn entwickelte sich die Anlage zur heutigen Rennstrecke; Stadtgarten und Neptungarten wurden so zu umtosten Verkehrs(halb)inseln.

Das angedachte Gebäude kommt luftig-filigran daher. Mit Toiletten, Gastronomie, Lieferanfahrt, Lüftung, Schallschutz und Fahrradabstellanlage würde am Ende doch ein Klotz daraus. Ohnehin gilt: Je modischer die Architektur, desto schneller sieht sie nachher altmodisch aus. Der Seegarten braucht Ruhe und nicht Rummel.

Interkulturelles Zentrum

Gerade kam das Sommerprogrammmit tollen Angeboten: Literatur, Film und Foto, Diskussionen, Konzerte und Theater….

Darf ich mich trotzdem wundern? Gerade erreichte uns nämlich auch ein Antrag des Ausländer- und Migrationsrates. Es fehlen Räume für den AMR und die ihm verbundenen ‚Communities‘, man weiß nicht wo man sich ohne große Kosten treffen und austauschen kann.

Ich dachte ja eigentlich, dass das IZ, für das der AMR sich jahrelang verkämpft hat, auch für ihn da sei, Räume für Organisation und Kommunikation all der Migrantenorganisationen in unserer Stadt bietet.

Das scheint aber nicht der Fall zu sein, stattdessen haben wir ein Zentrum für ‚Interkultur‘ und nach wie vor ein räumliches Defizit für die Arbeit all der MSO’s, die sich für Integration und Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten einsetzen.

Die Stadt lässt sich das IZ rund eine halbe Million Euro im Jahr kosten, Tendenz steigend. Es kann nicht sein, dass wir jetzt wieder von vorne anfangen, Räume für die Arbeit der politisch aktiven Migranten und ihre Organisationen zu suchen!

Architekturstreit

Man kann unterschiedlicher Meinung sein über die bauliche Neugestaltung am „Haus der Begegnung“ gegenüber der Jesuitenkirche. Klar und sicher ist aber, dass der Neubau – ein gläserner Besucher-Pavillon im Container-Typ – einen schweren Eingriff in die Substanz der Altstadt und einen eklatanten Bruch im intakten „Jesuiten-Viertel“ aus dem barocken Wiederaufbau der Stadt bedeutet.

Klar und sicher ist auch, dass hier eine selbstherrliche Bauherren- und Architektenauffassung – über jede Kritik erhaben – vollendete Tatsachen schuf: ohne jede Rücksicht auf das historische Umfeld, nach dem Motto ‚Jetzt bin ich bzw. meine Zeit dran, was gewesen, ist gewesen‘ – eine Haltung, die leider heute zu unserer Leitkultur geworden ist.

Ohne Wissen und Urteil für das baukulturelle Erbe – gewollt auf den Bruch mit der Tradition gesetzt – steht nun diese Demonstration des modischen Zeitgeschmacks – glatt und glasig, cool-nüchtern – in direkter Konfrontation zu der reichhaltig plastisch gestalteten Sandsteinfassade der Jesuitenkirche mit ihren  Figurennischen des Ordensgründers Ignatius v. Loyola (mit dem Fuß den satanischen Drachen zertretend) und seines Gefolgsmanns, des Missionaren Franz Xaver (Heidenkinder taufend).

Kaffeebecher

Kaffee to go?

Ich finde eher, dass der Trend, Kaffee im Pappbecher mitzunehmen, zum Weglaufen ist. 320Tsd. Pappbecher in der Stunde werden in Deutschland verbraucht. Im Jahr benötigt man für die Herstellung dieser Becher 1,5 Mrd. Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff für Deckel und Beschichtung, 43.000 Bäume! Mülleimer quellen oft über vor Pappbechern und Plastikdeckeln. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr tragbar, dass wir unnötig Ressourcen verschwenden und gedankenlos überflüssigen Müll produzieren. Durch Mehrwegbecher würden wir nicht nur die Umwelt entlasten sondern auch zu einem ansehnlicheren Stadtbild beitragen. Die GAL hat daher einen Antrag gestellt, der dazu führen soll, den Mehrwegbecher in Heidelberg einzuführen, d.h. der Käufer zahlt ein Pfand und wenn er den Becher zurückgibt, bekommt er das Geld zurück bzw. tauscht diesen gegen einen neuen ein. Bei der Konzeptentwicklung sollen auch Einzelhändler und Umweltverbände beteiligt werden. Ich hoffe, dass die Bäckereien und Kaffeeverkaufsgeschäfte sich zum Wohle der Umwelt von diesem Projekt überzeugen lassen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Bergheim-West …

… war das Thema eines Workshops am letzten Samstag. Dazu eingeladen hatten die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen. Teilgenommen haben Gemeinde- und Bezirksbeiräte und Vertretungen von Initiativen. Es ist immer gut, miteinander zu reden statt sich zu verheddern. Herausgekommen ist, dass es eine Reihe gemeinsamer Ziele gibt, denen eine ebenso lange Reihe strittiger Punkte gegenübersteht. Angesichts der hohen Belastung steht der Verkehr immer im Mittelpunkt aller Diskussionen. Groß ist die Versuchung, sich diese Belastung wegzudenken oder durch Maßnahmen an anderer Stelle in andere Stadtquartiere zu verlagern. Wirklich helfen wird nur ein Umdenken und Umsteuern in Richtung ökologisch verträglicher Mobilitätsarten: mit Bahn, Bus, Rad oder zu Fuß.
Alle haben eine Internetseite, die Qualitäten sind jedoch unterschiedlich. Wir sagen uns, je unprätentiöser desto besser, und sind dabei, unseren Netzauftritt zu überarbeiten. Schauen Sie mal rein: https://gal-heidelberg.de/

Im Märzen der Bauer….

seine Felder eggt und einsät. Wie schön sehen dann diese Ackerflächen mit der fruchtbaren, gepflegten Erde aus und wie gut riecht es, vor allem nach einem kleinen Regenguß. Inzwischen kann man schon die ersten Triebe von Mais, Raps und Getreide entdecken. Aber leider entdeckt man beim genaueren Hinschauen noch mehr: Plastikbecher, Scherben, ganze Glasflaschen, Hundekot mit und ohne Tüte, Reste des Sylvesterfeuerwerks und Anderes, was in einem Acker wirklich nichts verloren hat.

Ich möchte daran erinnern, dass auf diesen Feldern Nahrungsmittel für Mensch und Tier wachsen, da brauchen wir keinen Müll, der mittel- und langfristig dann in der Nahrungskette landet! Und es wird ja niemand ernsthaft erwarten, dass die Landwirte vor dem Einsäen erst mal Müll sammeln…

Liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger, viele von ihnen haben sich gerade beim Heidelberger Frühjahrsputz engagiert, bitte tun sie das auch bei Spaziergängen und Radtouren in unseren Naherholungsgebieten!

Lärmgeplagte Altstadtbewohner

Es ist traurig zu sehen, wie unsere Altstadtbewohner leiden, nachdem der Gemeinderat mehrheitlich mit Stimmen von CDU, SPD und FDP (Dez. 2016) trotz Bitten und Flehens der Bürger zugestimmt hat, dass die Kneipen am Wochenende bis 4 Uhr und unter der Woche bis 2 geöffnet sein dürfen.

Als „betreutes Saufen“ nannte es die ehem. Stadträtin Frau Nissen. Die lärmgeplagten Bürger müssen nun jeden Morgen nach schlaflosen Nächten wegen Lärm und Randale miterleben, wie lärmende Kehrmaschinen, Wasserwagen und Reinigungspersonal Erbrochenes, Urin, Glasscherben und Müll von Hauseingängen, Treppenstufen und Fensterabsätzen entfernen. Jährliche Gesamtkosten ca. 115.000 €.

Und nun beantragt die CDU eine Änderung der Außenbewirtschaftung von April bis September. Statt bis 23.00 Uhr sollen sich die Gäste unter der Woche bis Mitternacht und am Wochenende bis 1 Uhr nachts draußen aufhalten dürfen, bevor sie in die Innenräume wechseln.

Zu allem Überfluss müssen die leidtragenden Altstadtbewohner ab April 2019 nach Baulärm auch das Donnern der 26-Tonnen-Lastwagen via Plöck/Theaterstraße vertragen, die zweimal am Tag den genehmigten Supermarkt am vormal. Kino Harmonie/Lux vor dem Theater beliefern.

Schulweg Langer Anger

Mit großer Freude habe ich davon Kenntnis genommen, dass der Schulweg der neuen Bahnstadt Grundschule von Anfang an sicher gemacht werden soll. Die Schule befindet sich an einem Platz, der nach Fertigstellung sehr lebendig sein wird. Daher waren auch die Forderungen aus dem Bezirksbeirat,  die Straße Langer Anger aufzupflastern, um eine Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen,  nicht unberechtigt. Dass die Verwaltung nun aber sogar plant, die Straße um den Gadamer Platz mit Poller zu sperren, verdient Anerkennung für das Amt für Verkehrsmanagement. Immerhin wurde berechnet, dass ca. 5000 Kfz täglich dort fahren würden. Die Verwaltung befürchtet auch einen regen Bringverkehr der Eltern, die unvernünftigerweise ihr Kind direkt vor die Schule fahren und andere Kinder hierdurch behindern oder gar gefährden. Nun wünsche ich mir von der Verwaltung, dass sie auch in anderen Stadtteilen diesen Mut und diese Eigeninitiative zeigt und konsequent die von den damaligen Kinderbeauftragten und mir entwickelten „Kinderfreundlichen Verkehrsleitlinien“ umsetzt.