Kaffeebecher

Kaffee to go?

Ich finde eher, dass der Trend, Kaffee im Pappbecher mitzunehmen, zum Weglaufen ist. 320Tsd. Pappbecher in der Stunde werden in Deutschland verbraucht. Im Jahr benötigt man für die Herstellung dieser Becher 1,5 Mrd. Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff für Deckel und Beschichtung, 43.000 Bäume! Mülleimer quellen oft über vor Pappbechern und Plastikdeckeln. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr tragbar, dass wir unnötig Ressourcen verschwenden und gedankenlos überflüssigen Müll produzieren. Durch Mehrwegbecher würden wir nicht nur die Umwelt entlasten sondern auch zu einem ansehnlicheren Stadtbild beitragen. Die GAL hat daher einen Antrag gestellt, der dazu führen soll, den Mehrwegbecher in Heidelberg einzuführen, d.h. der Käufer zahlt ein Pfand und wenn er den Becher zurückgibt, bekommt er das Geld zurück bzw. tauscht diesen gegen einen neuen ein. Bei der Konzeptentwicklung sollen auch Einzelhändler und Umweltverbände beteiligt werden. Ich hoffe, dass die Bäckereien und Kaffeeverkaufsgeschäfte sich zum Wohle der Umwelt von diesem Projekt überzeugen lassen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Bergheim-West …

… war das Thema eines Workshops am letzten Samstag. Dazu eingeladen hatten die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen. Teilgenommen haben Gemeinde- und Bezirksbeiräte und Vertretungen von Initiativen. Es ist immer gut, miteinander zu reden statt sich zu verheddern. Herausgekommen ist, dass es eine Reihe gemeinsamer Ziele gibt, denen eine ebenso lange Reihe strittiger Punkte gegenübersteht. Angesichts der hohen Belastung steht der Verkehr immer im Mittelpunkt aller Diskussionen. Groß ist die Versuchung, sich diese Belastung wegzudenken oder durch Maßnahmen an anderer Stelle in andere Stadtquartiere zu verlagern. Wirklich helfen wird nur ein Umdenken und Umsteuern in Richtung ökologisch verträglicher Mobilitätsarten: mit Bahn, Bus, Rad oder zu Fuß.
Alle haben eine Internetseite, die Qualitäten sind jedoch unterschiedlich. Wir sagen uns, je unprätentiöser desto besser, und sind dabei, unseren Netzauftritt zu überarbeiten. Schauen Sie mal rein: https://gal-heidelberg.de/

Im Märzen der Bauer….

seine Felder eggt und einsät. Wie schön sehen dann diese Ackerflächen mit der fruchtbaren, gepflegten Erde aus und wie gut riecht es, vor allem nach einem kleinen Regenguß. Inzwischen kann man schon die ersten Triebe von Mais, Raps und Getreide entdecken. Aber leider entdeckt man beim genaueren Hinschauen noch mehr: Plastikbecher, Scherben, ganze Glasflaschen, Hundekot mit und ohne Tüte, Reste des Sylvesterfeuerwerks und Anderes, was in einem Acker wirklich nichts verloren hat.

Ich möchte daran erinnern, dass auf diesen Feldern Nahrungsmittel für Mensch und Tier wachsen, da brauchen wir keinen Müll, der mittel- und langfristig dann in der Nahrungskette landet! Und es wird ja niemand ernsthaft erwarten, dass die Landwirte vor dem Einsäen erst mal Müll sammeln…

Liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger, viele von ihnen haben sich gerade beim Heidelberger Frühjahrsputz engagiert, bitte tun sie das auch bei Spaziergängen und Radtouren in unseren Naherholungsgebieten!

Lärmgeplagte Altstadtbewohner

Es ist traurig zu sehen, wie unsere Altstadtbewohner leiden, nachdem der Gemeinderat mehrheitlich mit Stimmen von CDU, SPD und FDP (Dez. 2016) trotz Bitten und Flehens der Bürger zugestimmt hat, dass die Kneipen am Wochenende bis 4 Uhr und unter der Woche bis 2 geöffnet sein dürfen.

Als „betreutes Saufen“ nannte es die ehem. Stadträtin Frau Nissen. Die lärmgeplagten Bürger müssen nun jeden Morgen nach schlaflosen Nächten wegen Lärm und Randale miterleben, wie lärmende Kehrmaschinen, Wasserwagen und Reinigungspersonal Erbrochenes, Urin, Glasscherben und Müll von Hauseingängen, Treppenstufen und Fensterabsätzen entfernen. Jährliche Gesamtkosten ca. 115.000 €.

Und nun beantragt die CDU eine Änderung der Außenbewirtschaftung von April bis September. Statt bis 23.00 Uhr sollen sich die Gäste unter der Woche bis Mitternacht und am Wochenende bis 1 Uhr nachts draußen aufhalten dürfen, bevor sie in die Innenräume wechseln.

Zu allem Überfluss müssen die leidtragenden Altstadtbewohner ab April 2019 nach Baulärm auch das Donnern der 26-Tonnen-Lastwagen via Plöck/Theaterstraße vertragen, die zweimal am Tag den genehmigten Supermarkt am vormal. Kino Harmonie/Lux vor dem Theater beliefern.

Schulweg Langer Anger

Mit großer Freude habe ich davon Kenntnis genommen, dass der Schulweg der neuen Bahnstadt Grundschule von Anfang an sicher gemacht werden soll. Die Schule befindet sich an einem Platz, der nach Fertigstellung sehr lebendig sein wird. Daher waren auch die Forderungen aus dem Bezirksbeirat,  die Straße Langer Anger aufzupflastern, um eine Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen,  nicht unberechtigt. Dass die Verwaltung nun aber sogar plant, die Straße um den Gadamer Platz mit Poller zu sperren, verdient Anerkennung für das Amt für Verkehrsmanagement. Immerhin wurde berechnet, dass ca. 5000 Kfz täglich dort fahren würden. Die Verwaltung befürchtet auch einen regen Bringverkehr der Eltern, die unvernünftigerweise ihr Kind direkt vor die Schule fahren und andere Kinder hierdurch behindern oder gar gefährden. Nun wünsche ich mir von der Verwaltung, dass sie auch in anderen Stadtteilen diesen Mut und diese Eigeninitiative zeigt und konsequent die von den damaligen Kinderbeauftragten und mir entwickelten „Kinderfreundlichen Verkehrsleitlinien“ umsetzt.

Über den Betriebshof …

ist noch keine Entscheidung gefallen. Im Januar hatte der Gemeinderat beschlossen, sich ein Jahr Zeit zu lassen und weitere Informationen einzufordern. In einigen öffentlichen Reaktionen ist dieser Beschluss als Vorentscheidung für den neuen Standort am Ochsenkopf gedeutet worden. Die von der Verwaltung vorgetragenen Vorteile der Verlegung haben uns bislang jedoch nicht überzeugt.

Die jetzige Lage bietet mehrere betriebliche Vorteile: Die Einbindung in das Schienennetz ist besser, und es gibt Platz, um auch die Busse abstellen und warten zu können. Eine neue Busanlage würde hohe, noch nicht gerechnete Investitionen erfordern und hätte längere Leerfahrten zur Folge. Städtebaulich ist nicht einzusehen, dass die betrieblichen Funktionen der Stadt immer an die Ränder verdrängt werden: Botanischer Garten, Messplatz, Feuerwache usw. „Aufwertung“ ist das große Versprechen der Befürworter der Verlegung. „Aufwertung“ ist aber zugleich die Ankündigung sozialer Verdrängungen.

 

Friedensarbeit gefragt

Die Flüchtlingsproblematik beschäftigt uns in Heidelberg in der Kommunalpolitik, wie auch die Bundesrepublik und ganz Europa. Gerade jetzt verlangt die neue USA-Regierung von uns mehr Anstrengung für die Friedenssicherung der NATO, obwohl, wie es in diesen Tagen durch die Presse ging, die NATO dreimal soviel Geld für die Aufrüstung ausgibt als Russland. Am 17.2. vermeldeten Medien, dass Deutschland 26 Milliarden für die Verteidigungszwecke ausgibt. Weit weit liegt die Zeit zurück, in der die Studenten, die jungen Grünen und die Jusos-SPD auf die Straße gingen und sich leidenschaftlich für den Weltfrieden einsetzten. Heute scheint die Jugend lediglich zu bewegen, dass die Lokale und Diskotheken bis in die frühen Morgenstunden geöffnet sind mit alldem Lärm und der Randale auf Kosten der Bürger, – mit Zustimmung des Gemeinderats! Frucht des Studenten-u. Bürgerengagements damals war die Entstehung der ersten atomfreien Zone am 15.2.1967 im Vertrag von Trafelolko in Mexiko. Und heute macht sich die Bundesrepublik Gedanken, ob sich Deutschland auf die Atommächte Frankreich und England verlassen kann und deshalb den Schutz der USA benötige – ein beängstigender Gedanke.

DIE Einkaufsstadt mit Flair …

Heidelberg landete bei einer bundesweiten Studie auf Platz 1 und setzte sich so gegen elf Mitkonkurrenten durch. Es geht hier aber nicht primär um Einkaufsmöglichkeiten sondern um das Ambiente und den Flair. Ginge es um ausreichende Angebote bei Bekleidung oder Sportartikel, würde Heidelberg weit hinten liegen. Und wenn ich mir  die Hauptstraße betrachte, fehlt mir in weiten Teilen der Wohlfühleffekt. Die Attraktivität der Innenstadt könnte leicht noch gesteigert werden, wenn man die Fußgängerzone wieder den Fußgängern gibt. Zurzeit wird man links und rechts von Lieferwagen behindert und gefährdet. Ab 11:00 Uhr sollten Zulieferer und Unberechtigte keine Zufahrt mehr in die Innenstadt bekommen, was jedoch kaum jemanden interessiert. Durch unseren Antrag, mehr Gemeindevollzugsdienstmitarbeiter*innen einzustellen, ist es vielleicht nun auch möglich, zu Schulbeginn in der Hauptstraße mehr Präsenz zu zeigen. Trotzdem wird es Zeit, dass unser (GAL) Antrag von März 2016!!!, Poller in die Altstadt zu setzen, nun endlich im Gemeinderat behandelt wird.

Der öffentliche Raum …

… wird immer knapper. Hauptverursacher ist der Verkehr. Täglich werden es zum Beispiel mehr Paketzusteller, die die Gehwege zuparken. In den deutschen Städten dienen 90 % des öffentlichen Raums (ohne die Fahrbahnen) dem Parken, 3 % sind Fußgängerbereiche, 3 % Haltestellen für den ÖPNV und 2 % Fahrradabstellplätze. Weiter sagt die Statistik, dass ein Auto bei mäßigem Tempo 65 m² Fläche braucht, bei 50 km/h sogar 140 m². Ein Autoparkplatz benötigt 12 m² – das würde für 12 Fußgänger reichen, ob sie nun parken oder sich bewegen.

Heidelberg ist nicht die Staustadt Stuttgart. Aber auch hier ist eine Neuverteilung des Verkehrsraums nötig. Das E-Auto mag helfen, den Feinstaub anders zu verteilen – die Platzprobleme der Städte löst es nicht. Das Gehwegparken muss aufhören. Der Nahverkehr braucht konsequente Vorrangschaltungen. Die Freigabe der Gehwege für den Fahrradverkehr ist nicht unfallfrei und jedenfalls nicht stressfrei. Der Fußverkehr hat derzeit die schwächste Lobby.

Der Gemeinderat diskutiert

aktuell das sog. ‚Handlungsprogramm Wohnen‘. Seit der Wohnraumbedarfsanalyse von 2013 wissen wir, dass der Bedarf an Wohnraum in Heidelberg größer ist als das, was wir mit den Konversionsflächen und weiterer Innenentwicklung decken können. Daraus resultieren viele Fragen: Bauen wir dicht/urban genug? Können wir uns die netten (und langweiligen) Reihenhaussiedlungen noch leisten? Wieviel Miete/wieviel Eigentum brauchen wir? Auf welche Bedarfe und welche Kriterien müssen wir im preiswerten Segment achten? Dürfen/wollen wir wieder in die Fläche gehen?

Eine Frage, die mich persönlich sehr umtreibt, ist, wie man den sog. ‚Geschosswohnungsbau‘ aus der Schmuddelecke von zugestellten Treppenhäusern, permanentem Essensgeruch und unliebsamen Nachbarn herausbekommt. Geht das nicht auch schicker, kreativer, individueller? Hier wären wohl neue Ansätze bei Architekten und Bauträgern gefragt – oder wie sehen Sie das? Schreiben Sie mir: jumarggraf@gmx.de Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!