Zum Neuen Jahr

Im zu Ende gehenden Jahr scheint unsere Welt in Unordnung geraten zu sein. Wut, Hass, Terror sind überall präsent. Wir im Westen vergessen manchmal, wie gut es uns eigentlich geht. Im Süden und Osten unserer Welt wird man allein gelassen, verzweifelt am Alltag und stirbt in sogenannten ‚Bürgerkriegen‘. Die USA, als ehemals große Schutzmacht für Freiheit und Demokratie wählt einen autistischen Laien zum Präsidenten. Von Polen, Ungarn und Frankreich rede ich jetzt nicht…. Auf all das haben wir, Sie, du und ich keinen Einfluss – oder? Ich persönlich glaube, dass Wahrheit und Klarheit; das Eintreten für unsere und die Rechte aller anderen; Toleranz, die nicht Gleichgültigkeit ist und ein entschiedenes Bekenntnis zu Freiheit, Demokratie und Verantwortung im Kleinen gelebt auch im Großen zurückkommen!

 

Herzliche Einladung zum Neujahrsempfang der GAL, 6.1.2017, 11 Uhr im DAI

Holger Schultze, Intendant Theater und Orchester Heidelberg, spricht zu „Populismus populär?“

Altstadt wird gestylt!

Im Zuge der „Modernisierung“  unserer Altstadt sehen wir immer wieder, wie die modernistischen Gestaltungen hier zu einer gesichtslosen „Citysierung“ führen. Das heißt: den historischen Arealen wird ein Design-Outfit gemäß dem Zeitgeist verpasst – in seiner Formensprache glatt und glasig, kühl-stählern und cool-nüchtern. Wie im Falle des Glaspavillons am barockisierenden Komplex „Hauses der Begegnung“ bei der Jesuitenkirche (und Neufassade Augustinergasse). Ein prägendes Stadtviertel des Barocks ist so in seiner historischen Intaktheit entwürdigt. Nichts anderes passiert jetzt mit dem Garten der Jesuitenkirche, wo Bagger das Gelände „umwühlen“ und das Areal mit klobigen Sitzbänken und modernistischen Lichtquellen „umgestylt“ wird. Warnende Beispiele sind hier die unpassende Möblierung Marktplatz und Kornmarkt  und der „leere“ Ebert-Platz.

Nicht viel anders verhält es sich mit der Verzerrung des „intakten“ Stadtlebens  durch die bestehenden Sperrzeiten. Das Recht auf grenzenloses Feiern und individuelle Freiheiten einer Gruppe Studierender  dürfen nicht den Vorrang haben vor den Grundrechten der Altstadtbürger.  Jetzt muss dringend eine Verlängerung der Sperrzeit zum Wohle der Bürger kommen!

Schwimmfix darf nicht baden gehen

Eine großartige Idee von Manfred Lautenschläger. Alle Kinder  sollten noch vor der 3. Klasse schwimmen lernen. Seit 2006 fördert Herr Lautenschläger das Programm „Schwimmfix“. Die Zweitklässler der Heidelberger Schulen werden zum Schwimmunterricht an der Schule abgeholt und unter fachkundiger Anleitung erlernen sie das Schwimmen.  Ursprünglich war angedacht, dass das Projekt 3 Jahre lang finanziert und dann von der Stadt übernommen wird. Aus den 3 Jahren wurden 10 Jahre und im Februar 2017 läuft das Sponsoring aus. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn Lautenschläger, das Institut für Sport und Sportwissenschaft und alle Beteiligten. Die Quote der Nichtschwimmerkinder in der Grundschule sank von ca. 40% auf derzeit ca.9 %. Eine Erfolgsgeschichte. Für mich steht daher fest, dass Schwimmfix weitergehen muss. Es wurden nun auch schon erste Gespräche geführt, wie das Programm weiterhin gefördert werden kann. Wenn sich kein neuer Sponsor findet,  sollte die Stadt Heidelberg diese Kosten übernehmen.

Lasst doch das Kulturamt inhaltlich arbeiten!

Der Etat des Kulturamts für Eigene Projekte und für die City of Literature ist 2017/18 auf rd. 215 T€ pro Jahr erhöht worden, um den neuen Aufgaben gerecht zu werden. Ohne fiskalische Not beantragen nun die drei großen Fraktionen Kürzungen um 12 bis 25 %. Die Grünen wollen zudem den renommierten Brentano-Preis nur noch zweijährig vergeben. In der Tendenz würde das Kulturamt auf die Rolle eines Kassenamts zur Verteilung von Zuschüssen reduziert.

Der SPD-Antrag geht noch weiter. Künftig sollen einige wenige Einrichtungen („Bundesliga“) in ihrer Förderung gesichert, die übrigen auf den Prüfstand gestellt werden. Auch die CDU will „große fördern, kleine … herunter fahren“. Die Vorschläge für den beabsichtigten Kahlschlag soll das Kulturamt mit den Kulturleitlinien machen. Ein neuer Innovationsfonds dagegen würde vom Kulturbürgermeister bewirtschaftet. Das Rennen um die Nachfolge von Dr. Gerner (2020!) wird mit einem schrillen Startschuss eröffnet.

Hermann Lehmann

ist vergangene Woche, kurz nach seinem 82. Geburtstag, gestorben. Wir haben einen Freund, Weggefährten und Ratgeber verloren.

Seit den frühen 80er Jahren verband uns der Kampf für eine lebenswerte Stadt, um den Erhalt von Kulturdenkmalen und gegen die intransparente Honoratiorenpolitik des damaligen Oberbürgermeisters.

Folgerichtig saß er nach der Einführung der Bezirksbeiräte für uns in der Altstadt in diesem Gremium und hat sich – nicht nur dort – mit Klugheit, Engagement und Hartnäckigkeit um seinen Stadtteil mehr als verdient gemacht.

Auch über Altstadtthemen hinaus wurde er für uns zum Ratgeber bei vielen Fragen des Bauens und der Stadtentwicklung. Wir haben oft von seinen profunden Kenntnissen und seinem klugen Rat profitiert.

Kurz nach unserem letzten Treffen schickte er mir ein Inhaltsverzeichnis seines umfangreichen privaten Archivs mit der Aufforderung zur Nutzung und der Anmerkung, man dürfe Stadtpolitik nicht „geschichtslos“ betreiben. Danke Hermann, auch für diesen letzten Rat!

Keine Poller für die Altstadt!

Zur Entlastung der Altstadt vom Verkehr wird derzeit über ein Poller-System diskutiert. Das Motto „autogerechte Stadt“ der 1970/80er Jahre hat sich zur immensen Belastung der Altstädte entwickelt.

Man führt andere Städte als Beispiel an, in denen bereits Poller installiert wurden. Aber man darf nicht vergessen, dass Heidelberg keine Stadt wie viele andere ist, sondern ein Mythos. Man hat in der Welt ein „verklärtes“ Bild von Heidelberg, das natürlich auf die große Epoche der Romantik zurückgeht, die hier in Heidelberg entstand. Kommt ein Besucher aus den USA, Asien, Australien, Europa nach Heidelberg, hat er ein „fertiges“ Bild im Kopf und will diesem begegnen. Trifft er dann auf solch verkehrstechnische Installationen, die per Handy in die Erde versenkt oder empor gefahren werden, ist er unangenehm irritiert. Diese Objekte verfremden die Aura der historischen Altstadt und in großem Maße die Eigenart des charakteristisch Altstädtischen. Hier müssen andere Lösungen gefunden werden, die unsere Stadt auch für zukünftige Generationen unverfälscht erhalten. Verkehrssünder sollten mit konsequenten Kontrollen und hohen Bußgeldern abgeschreckt werden.

Schulsekretariate Teil 2

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte die GAL  den Antrag gestellt, dass die Verwaltung über die Situation in den Schulsekretariaten berichten soll. Sowohl aus Gesprächen mit Eltern und Schulsekretärinnen als auch aus eigenen Erfahrungen wurde deutlich, dass die Sekretariate unterbesetzt waren und man zu Schulzeiten vormittags oft mehr mit dem Anrufbeantworter als mit einem Menschen zu tun hatte. Wir freuen uns, dass unser Antrag im neuen Doppelhaushalt seine Früchte tragen soll. Die Stundenzahl der Sekretärinnen wird erhöht, wenn auch nicht so, wie wir es uns gewünscht haben. Ebenso soll die Erreichbarkeit an der Schule optimiert werden. Es ist noch nicht optimal, da wir gerne  die Sekretariate durchgehend von 07:30 – 12:30 Uhr besetzt gesehen hätten. Nun bleibt abzuwarten, ob die Verbesserungen ausreichen, um die Bedürfnisse der Eltern und Kinder an den Schulen  zufriedenzustellen. Ein herzliches Dankeschön an alle in dieser Sache engagierten Eltern.  Wir alle, die wir selbst mal zur Schule gegangen sind, wissen doch, dass die Sekretärin meist die guten Seele an der Schule ist.

Ruhe …

… ist keine Bürgerpflicht, Schutz gegen Lärm aber ein wichtiges Grundrecht: Bundesstraßen, Güterzüge, Flugzeuge stehen im Konflikt mit Wohngebieten, und nächtliche Feiern in den Gassen können die Gesundheit gefährden. Es ist daher richtig, dass die Stadtverwaltung das Experiment längerer Öffnungszeiten für die Altstadtgaststätten abbricht und zur ursprünglichen Regelung zurückkehrt. Dabei muss klar sein, dass es auch mit den wieder verkürzten Sperrzeiten gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz bedarf, um die Konflikte klein zu halten.

Weiter helfen könnten Maßnahmen gegen unberechtigten Verkehr in der Fußgängerzone. Regeln gibt es per Satzung und Beschilderung genug. Was fehlt, sind dichtere Kontrollen. Unübersehbar sind nachts und an den Wochenenden unerlaubt parkende Fahrzeuge und ein entsprechender Parksuchverkehr. Im Bezirksbeirat Altstadt hat die GAL die Prüfung des Einsatzes von Pollern initiiert. Was in anderen Städten gut funktioniert, kann auch Heidelberg weiterbringen.

Brisanz

steckt im ‚Wohnungspolitischen Handlungsprogramm‘ der Stadt! Neben vielen Fragestellungen rund um Bauen und Wohnen gibt es eine Grundaussage: Es fehlen 2 bis 4tausend Wohnungen auch dann noch, wenn Bahnstadt, Konversionsflächen und andere, kleinteiligere Flächen ausgeschöpft und aktiviert wurden.

Anträge, die sich jetzt vorrangig mit höheren Anteilen preiswerten/geförderten Wohnraumes beschäftigen, greifen bei diesem Fakt zu kurz.

Es geht jetzt um die Weichenstellung für nachhaltige Siedlungspolitik:

Sozial: Grundrecht auf bezahlbares Wohnen, kluge Durchmischung statt Segregation!
Ökologisch: Reduzierung von Versiegelung, angemessene/ausreichende Berücksichtigung/Integration/Vernetzung von Grünflächen!
Ökonomisch: hohe Bau- und Bauland-Kosten führen zu hohen Mieten, Kaufpreisen und Renditeerwartungen. Wie können wir Bauen attraktiv halten und Heidelberg trotzdem „preiswerter“ machen?

Eine anspruchsvolle und komplexe Fragestellung, für deren Beantwortung wir uns die Zeit nehmen sollten!

Tod im Mittelmeer

Das Städtchen Lepanto in Griechenland beging am 7. Oktober den 445. Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto 1571, wozu ich eingeladen war, neben der Ausstellung meiner Bilder auch einen Vortrag zu halten. Es ging damals um den Vorstoß des Islams, nach der Eroberung vonKonstantinopel auch Venedig und Rom zu besetzen. Erschreckend, wenn man sich vorstellt, dass in diesem friedlichen Meer einst 200.000 Menschen auf 600 Schiffen einen so erbitterten Religions- und Existenzkampf geführt haben und mehrere zehntausend Soldaten, Matrosen und angekettete Sklavenruderer den Tod fanden.

Es ist mehr als tragisch, dass auch heute im Mittelmeer wieder Menschen ertrinken im Kampf um eine neue Existenz nach ihrer Flucht aus Kriegs- undKrisengebieten, in denen sie keine Nahrung und keinen Frieden finden. Dort ist die Erde ausgetrocknet.

Es bedarf gewaltiger Anstrengungen, die Böden wieder fruchtbar und lebenswert zu

machen. Es bedarf eines 100%-igen Umdenkens. Es gibt keine andere Lösung, als dass wir die Erde wieder begrünen. Die technischen Mittel für Wasser und Energie sind vorhanden.

Wir brauchen sie nur umzusetzen, um Heidelberg und andere Städte zu entlasten und diese Krise zu bewältigen.