Redebeitrag unseres Gemeinderatskandidaten Gerd Guntermann

Das Heidelberger „Bündnis für Demokratie, gegen Rechts“ war am 23. März 2019 mit einer Gegenveranstaltung vor Ort in Ziegelhausen, als die AfD dort ihren Europawahlkampf einläuten wollte. Hier der Redebeitrag unseres Gemeinderatskandidaten Gerd Guntermann:

Goethe meinte: „Sag mir, mit wem Du umgehst, so sage ich Dir, wer Du bist.“ In diesem Sinn lohnt es sich zu fragen, in welches europäische Land Bundes- und Landespolitiker der AfD häufig reisen, mit wem sie dort Umgang pflegen, weil sie das dort real existierende System sehr bewundern, wo sie intensiv hofiert werden und sich ideologisches Rüstzeug holen. Hat man herausgefunden, welches Land das ist, dann kann man sich vorstellen, was uns blühen würde, hätte eines Tages die AfD das Sagen.
In diesem Land werden Oppositionelle in Arbeitslager unter klimatischen Extrembedingungen gesperrt, dort werden Homosexuelle verfolgt, politisch Missliebige gefoltert oder unter dubiosen Umständen ermordet, Menschenrechtsaktivisten inhaftiert, Meinungsfreiheit unterdrückt,
Wehrerziehung von Schulkindern und eine Jugendarmee staatlicherseits gefördert. Das ist nicht UNSER Ding.
Daher: NEIN zu Nationalismus und Militarismus, JA zu einem demokratischen, offenen, solidarischen Europa!
Bei dem Land, dessen politisches System und dessen Führer die AfDler so sehr schätzen, handelt es sich übrigens um Russland.

Rhein-Neckar-Zeitung 25. März 2019

Unsere Kandidantinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl 2019!

Listenplatz 1: Judith Marggraf, Kirchheim, Erziehungswissenschaftlerin und Politologin

Listenplatz 2: Michael Pfeiffer, Kirchheim, Polizeibeamter

Listenplatz 3: Hans-Martin Mumm, Weststadt, Kulturamtsleiter i.R.

Listenplatz 4: Gerd Guntermann, Altstadt, Pädagoge

Listenplatz 5: Martina Weihrauch, Hendesse, Beauftragte für Chancengleichheit am Uniklinikum

Listenplatz 6: Klaus Flock, Rohrbach, Rechtsanwalt

Listenplatz 7: Dr. Regine Buyer, Wieblingen, Biologin und Lehrerin i.R.

Listenplatz 8: Anna Delong, Altstadt, Kulturwissenschaftlerin

Listenplatz 9: Parvin Niroomand, Weststadt, Dekanatssekretärin

Listenplatz 10: Dr. Frieder Rubik, Neuenheim, wiss. Angestellter

Listenplatz 11 : Anna-Kristina Heimer, Kirchheim, leitende Angestellte

Listenplatz 12: Wolfram Fleschhut, Bahnstadt, Ingenieur

Listenplatz 13: Claudia Rink, Rohrbach, Verlegerin

Listenplatz 14: Max Marggraf, Kirchheim, Abiturient

Listenplatz 15: Charlotte Weihrauch, Hendesse, Studentin

Listenplatz 16: Philipp Reifenscheidt, Altstadt, Jugendreferent und Unternehmer

Listenplatz 17: Ulrike Gscheidle-Lehn, Ziegelhausen, Biologin und Lehrerin

Listenplatz 18: Jörg Schmidt-Rohr, Altstadt, Jurist, Sozialpädagoge

Listenplatz 19: Susanne Bock, Pfaffengrund, Dozentin

Listenplatz 20: Norbert Schön, Weststadt, Privatier

Listenplatz 21: Claudia Kaufmann, Neuenheim, Pädagogin

Listenplatz 22: Juha Hedström, Altstadt, Student

Listenplatz 23: Ernest Kellner, Pfaffengrund, Straßenbahnfahrer

Listenplatz 24: Gabi Faust-Exarchos, Altstadt, Soziologin und Mediatorin

Listenplatz 25: Hans-Jürgen Florenz, Hendesse, Betriebsratsvorsitzender DRK/Rhein-Neckar/Heidelberg e.V.

Listenplatz 26: Ellen Möller, Altstadt, Erzieherin

Listenplatz 27: Wolfgang Kiesinger, Ziegelhausen, Theologe

Listenplatz 28: Regina Erbel-Zappe, Altstadt, Dipl.- Übersetzerin

Listenplatz 29: Drk Welz, Weststadt, Unternehmer

Listenplatz 30: Marion Koch, Kirchheim, Innenarchitektin

Listenplatz 31: Gunter Kraus, Neuenheim, Jazzmusiker

Listenplatz 32: Evi Hofmann, Wieblingen, Sozialpädagogin und Therapeutin

Listenplatz 33: Peter Schneider, Neuenheim, Datenschutzbeauftragter

Listenplatz 34: Dr. Dorothee Hildebrandt, Weststadt, Software-Trainerin

Listenplatz 35: Joao Manuel Carvahlo, Kirchheim, Weinhändler

Listenplatz 36: Peter Muckenfuß, Altstadt, Physiotherapeut

Listenplatz 37: Michael Rosler, Hendesse, Geschäftsführer i.R.

Listenplatz 38: Jo-Hannes Bauer, Bergheim, Medienpädagoge

Listenplatz 39: Prof. Dr. Thomas Städtler, Neuenheim, Romanist

Listenplatz 40: Hildegard Rosler-Sellhorn, Hendesse, Sonderschullehrerin i.R.

Listenplatz 41: Volker Herrmann, Hendesse, med. Dokumentar

Listenplatz 42: Wolfgang Mohl, Neuenheim, Rentner

Listenplatz 43: Dirk Sellhorn, Hendesse, Kaufmann

Listenplatz 44: Adrien Mechler, Wieblingen, Opernchorsänger

Listenplatz 45: Hans-Peter Gruber, Altstadt, Historiker

Listenplatz 46: Ulrike Müller, Altstad, Fachkrankenschwester

Listenplatz 47: Michael Martinec, Kirchheim, Künstler

Listenplatz 48: Ilse Rieker, Neuenheim, Lehrerin i.R.

 

Hier noch etwas Statistik:

Männer: 28
Frauen: 20
‚alt‘: 33
’neu‘: 15
das Durchschnittsalter liegt bei etwa 52 Jahren (mir fehlen noch einige wenige Altersangaben)

Stadtteilranking:
Altstadt: 11
K’heim, Hendesse, Neiene: jeweils 7
Weststadt: 5
Wieblingen: 3
Rohrbach, Z’hausen,Pfaffengrund: jeweils 2
Bahnstadt, Bergheim: jeweils 1
(leider fehlen: Schlierbach, Boxberg, Emmertsgrund und Südstadt)

Was die Vielfalt angeht, können wir es locker mit allen anderen aufnehmen:
vom Schüler über Student*innen bis zum Professor
vom Straßenbahnfahrer über den Ingenieur bis zum Weinhändler
vom Physiotherapeuten über die Krankenschwester bis zur Sonderschullehrerin
vom Künstler bis zum Rechtsanwalt
und viele ganz normale Angestellte…

Rundgang durch die Altstadt mit GAL Bezirksbeirat Gerd Guntermann

Los geht es am Friedrich-Ebert-Platz. Gerd Guntermann begrüßt am Freitag, 21. September, um 18.00 Uhr die Teilnehmer, unter ihnen Vertreter von LINDA, der Schlossberg-Initiative, der IG Verkehr, Stadtrat Weiler-Lorenz sowie Kinderbeauftragte und Bezirksbeiräte.

Guntermann wohnt seit 38 Jahren in der Altstadt und kennt sie wie seine Westentasche. Er engagiert sich als GAL Bezirksbeirat, ist im Vorstand der GAL und in diversen anderen Heidelberger Gruppen aktiv. Beim Rundgang fällt auf, die Menschen kennen ihn hier, ständig wird er herzlich gegrüßt.

Wie der Friedrich-Ebert-Platz vor der Umgestaltung ausgesehen hat, dran erinnert Guntermann: ein Platz mit vielen großen Bäumen. Jetzt, so sagt er, treibt es einem Tränen in die Augen, wenn man die Bäume anschaut. Zwei Reihen kleiner Bäume säumen links und rechts den Platz. Viel größer werden die wohl auch nicht werden, da der Untergrund nicht mehr hergibt, da sich unter dem Friedrich-Ebert-Platz eine Tiefgarage befindet.
Bezirksbeirat Gerd Guntermann spricht die geplante Bepollerung der Altstadt an. Er ist vehementer Verfechter der versenkbaren Poller, die künftig den Verkehr in der Altstadt beruhigen und sicherer machen sollen. Vorbild hierfür ist Salzburg, da diese Stadt viele Parallelen mit Heidelberg aufweist, u.a. ist sie auch geprägt vom Tourismus und hat eine ähnliche Topographie. Sowohl der Arbeitskreis für ein Verkehrsberuhigungskonzept Altstadt als auch der Bezirksbeirat Altstadt ist mit großer Mehrheit für diese Maßnahme. Nicht zuletzt aufgrund des tragischen Unfalls des 10-jährigen Ben Bews liegt es jetzt an der Stadt schnell zu handeln.
Guntermann erklärt noch, dass hier im vorderen Bereich der Plöck keine Poller angebracht werden können, da sich hier die Zu- und Abfahrten der Parkhäuser befinden.

Nächster Halt ist der Spielplatz an der Ecke Plöck / Märzgasse. Hier wünscht sich der Bezirksbeirat, dass die Märzgasse entlang des Spielplatzes verkehrsberuhigt und umgestaltet wird, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen. Zufrieden ist Guntermann mit der Landfriedstraße hinter dem Spielplatz, die erst vor kurzem verkehrsberuhigt wurde. Jetzt dürfen nur noch auf der einen Seite Autos halb auf dem Gehweg parken, die gegenüberliegende Seite ist ganz tabu. Kinder können nun sicher zur Schule und den Spielplätzen gelangen.

Weiter geht es die Märzgasse entlang, über die Hauptstraße zur Karpfengasse. Der Anlieferverkehr der Hauptstraße muss über Poller reguliert werden, fordert Guntermann, da die Zeiten einfach nicht eingehalten werden. In der Karpfengasse wohnt er in einem der GGH Gebäude hinter dem C&A. Er berichtet über ein positives Projekt: Hinter dem C&A liegt eine kleine Grünfläche, die dem C&A gehört, nicht genutzt wird und völlig verwahrlost und verdreckt war. Guntermann nahm Kontakt mit der Heidelberger C&A Leitung auf und erreichte, dass diese die Fläche säubern und zurück schneiden ließ. Nun sieht das Ganze schon prima aus und alle Anwohner ringsum freuen sich. Demnächst ist sogar ein gemeinsames Frühstück auf dem Platz geplant. Hier hat sich gezeigt: kleiner Einsatz – große Wirkung, man muss nur mit den Leuten reden. Toll, dass Gerd Guntermann sich hier eingesetzt hat!

Der Rundgang geht weiter zur Stadthalle. Die Teilnehmer sind sich einig, dass es kaum vorstellbar ist, wie es aussehen würde, wenn die damals geplante Stadthallenerweiterung gekommen wäre. Die Grünfläche daneben wäre überbaut und die Frischluftzufuhr zur Altstadt unterbunden. Gerd Guntermann erzählt hier vom Anlieferlärm bei der Stadthalle bis spät in die Nacht sowie über die Parksituation entlang der Neckarstraße. Auch hier fordert er Poller und kritisiert, dass sich die Umsetzung zeitlich verzögern wird. Geplant sind die Poller wohl für frühestens 2021.

Von der Stadthalle führt uns der Rundgang weiter durch den Marstall zur Krahnengasse. Hinter dem Archäologischen Institut, das derzeit wegen Bauarbeiten eingepackt ist und dadurch relativ gut aussieht, befindet sich laut Guntermann „der hässlichste Platz in der Altstadt, ein geschotterter Parkplatz“. Zwar ist er gut versteckt, aber es stimmt, dieser Platz würde eine Aufwertung vertragen.

Zum Abschluss geht es hoch zum Universitätsplatz. Unterwegs wird diskutiert: Wie viel Tourismus verträgt die Altstadt noch? Wie viele mehr Busse? Die Situation oben auf dem Schloss und auf dem Neckarmünzplatz ist für die Anwohner unerträglich. Ein ständiges An- und Abfahren.
Auch am Universitätsplatz ist die Verkehrssituation für die Anwohner schrecklich. Bis zu drei Busse gleichzeitig stehen hier hintereinander mit laufendem Motor und verdecken zudem die ganze Ladenfront. Auch nachts, wenn Jugendliche auf den Moonliner warten, ist oft nicht an Schlaf zu denken. Eine Verlegung der Haltestelle etwas Richtung Norden, hin zur Triplex Mensa, wäre vielleicht eine Lösung.

Bezirksbeirat Gerd Guntermann beendet die Führung mit einem Wunsch an die Stadt, der eigentlich ganz einfach ist: „Es wäre schön, wenn die Stadt für uns Bürger in der Altstadt endlich mal etwas tun würde!“

GAL Besuch in Wieblingen – 113 Jahre Naturkosmetik aus Heidelberg

Ende Juni besuchte die GAL mit den Stadträt*innen Judith Marggraf und Michael Pfeiffer das Familienunternehmen M.E.G. Gottlieb Diaderma-Haus GmbH + Co. KG, das seit 1905 hochwertige Kosmetikprodukte der Marken Diaderma und Arya Laya hinter einer unscheinbaren Fassade im Industriegebiet von Wieblingen herstellt.

Die beiden Geschäftsführer, Dr. Wolf-Dieter Schmalz (Nachfahre von M.E.G. Gottlieb) und Henner Tatge, führten durch die Produktions-, Abfüll- und Verpackungshallen und nahmen sich viel Zeit, der GAL die Unternehmensgeschichte und -philosophie zu erzählen sowie alle Fragen zu beantworten.

Das Heidelberger Familienunternehmen hat eine lange traditionsreiche Firmengeschichte. Gegründet 1905 von M.E.G. Gottlieb in Handschuhsheim, wurden unter dem Namen Diaderma (lateinisch = „unter die Haut“) zunächst Hautfunktionsöle hergestellt. 1961 zog das Unternehmen nach Wieblingen. 1970 übernahm das Unternehmen die Firma Arya Laya (Sanskrit = „Trägerin der Schönheit“). Über 90 verschiedene Produkte dieser Marke stellt das Unternehmen heute her und vertreibt diese exklusiv in 1100 Reformhäuser in ganz Deutschland, aber auch in Österreich, Südkorea, den USA und bald auch in der Schweiz. Inzwischen ist die Marke auf Platz 3 der meist verkauften Naturkosmetikprodukte, hinter Dr. Hauschka und Börlind aber weit vor Weleda.

Das Unternehmen bietet 34 Mitarbeiter*innen Arbeitsplätze zu flexiblen Arbeitszeiten. Die handwerkliche Herstellung der Produkte bedarf besonderer Sorgfalt. Viele Mitarbeiter*innen sind schon Jahrzehnte dabei und tragen die Unternehmensphilosophie mit: langfristig denken und handeln, aber auch innovativ und etwas Besonderes sein, vor allem aber die Qualität der Naturprodukte muss stimmen. Bemerkenswert: das Unternehmen bezieht sein Verpackungsmaterial aus Schwetzingen, dem Odenwald und Nordbayern, wenn möglich werden auch die Rohstoffe ortsnah eingekauft. Das zeichnet die Besonderheit dieses Unternehmens aus. Und das alles „Made in Heidelberg!“

Wer sich nun selbst von den Naturkosmetikprodukten überzeugen möchte: am Mittwoch, 11. Juli 2018, gibt es einen Werksverkauf -wie jeden Monat einmal- in Wieblingen, im Taubenfeld 25!

Rundgang durch die Bahnstadt mit Bezirksbeirat Wolfram Fleschhut

Trotz dunkler Wolken hat sich eine kleine Gruppe am Dienstag, 12. Juni um 18.00 Uhr, in der Bahnstadt eingefunden, um an einem Rundgang mit Wolfram Fleschhut teilzunehmen. Mit dabei unsere GAL-Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Judith Marggraf, Stadtrat Hans-Martin Mumm und Stadtrat Michael Pfeiffer, die diese Begehung angeregt hatten, um sich ein Bild über den aktuellen Stand der Bahnstadt zu machen.

Wolfram Fleschhut kennt die Bahnstadt wie kein anderer. Seit 2013 wohnt er nicht nur hier sondern er engagiert sich auch im Vorstand des Stadtteilvereins und ist Bezirksbeirat (zur Zeit noch für gen.hd, aber ab der nächsten Kommunalwahl 2019 für die GAL). Beim Rundgang merkt man, den Mann kennen hier viele, ständig wird er gegrüßt.

Der Rundgang führt uns als erstes am neu eröffneten Alnatura-Markt vorbei, zum preisgekrönten Feuerwehrspielplatz, entlang der Promenade mit den vielen Hochbeeten und Sitzgelegenheiten. Wer hier wohnt, hat einen tollen Blick in die Felder. Wolfram Fleschhut hat das Glück und ist auch so nett und lässt uns seine Wohnung im Erdgeschoss besichtigen. Uns begrüßt ein großes, helles Wohnzimmer mit offener Küche, die Decken sind sehr hoch. Von hier geht es direkt in den Garten mit Blick auf die Promenade und die Felder. Hier lässt es sich leben! Er verrät uns noch, dass auch Oliver Baumann, Torwart bei der TSG Hoffenheim, gleich in der Nachbarschaft wohnt. Also auch Prominente wissen die Wohnqualität und Lage der Bahnstadt zu schätzen.

Von hier laufen wir ins Innere der Bahnstadt. Man sieht, dass die Gebäude Richtung Norden immer höher werden. Der Eindruck von Gleichförmigkeit, den man auf den ersten Blick von außen hat, täuscht also. Etagenwohnungen und Reihenhäuser wechseln sich hier ab, fast jedes Haus hat eine andere Fassade und immer wieder gibt es verschieden gestaltete Innenhöfe mit vielen Möglichkeiten zum Verweilen, aber vor allem für Kinder zum Spielen. Und das Schöne ist, kein Auto fährt zwischen den Häusern und Plätzen entlang! Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bahnstadt inzwischen der kinderreichste Stadtteil Heidelbergs, ist. Dort leben die meisten Kinder im Alter bis 6 Jahre mit ihren Eltern. Leider gibt es für Familien mit mehr als drei Kindern zu wenig große Wohnungen, bemängelt Wolfram Fleschhut.

Unterwegs erklärt er uns die Passivhausbauweise und spricht auch die Probleme an. Im Sommer müssen die Jalousien herunter gelassen und die Fenster geschlossen gehalten werden, ansonsten wird es zu warm in den Wohnungen, d.h. die Bewohner sitzen in abgedunkelten Räumen. Das Gute aber überwiegt, die Heizungen im Winter müssen kaum oder gar nicht eingeschaltet werden.

Die Balkone und Gärten sind in der ganzen Bahnstadt sehr individuell gestaltet. Da ist alles dabei, vom coolen Balkon mit Designermöbeln bis zum naturbelassenen Ökogarten-Idyll mit Himbeer- und Johannisbeersträuchern sowie Apfelbäumchen. Toll, was man auf kleinstem Raum alles schaffen kann!

Zurück auf der Promenade geht es zum neu eröffneten Spielplatz „Bauernhof“. Auch dieser ist preisverdächtig. Was Wolfram Fleschhut entlang der Promenade schade findet, ist, dass der Fahrradweg zwischen Fußgängerweg bzw. Bebauung und Spielplatz angelegt wurde, denn die Kinder springen oft zwischen den zwei Bereichen hin und her und müssen den viel frequentierten Fahrradweg queren. Da sind häufig kritische Situation zu beobachten.

Vom Spielplatz aus führt uns der Rundgang weiter durch den neusten Abschnitt der Bahnstadt, in dem sich auch wieder verschiedene Wohnformen abwechseln (Reihenhäuser, Etagenwohnungen Mehrgenerationenhaus), hin zum Gadamerplatz auf dem das B3 steht. Das Zentrum in dem Bildung, Betreuung und Begegnung nebeneinander stehen aber als Einheit wirken.
Wir gehen weiter den Zollhofgarten entlang, der mit seiner großen Grünfläche mit Sport- und Spielmöglichkeiten, ein beliebter Treffpunkt der Bahnstädter geworden ist. Hier sowie entlang des Langen Angers, auf der Schwetzinger und der Pfaffengrunder Terrasse sieht man, dass es inzwischen viele Geschäfte in der Bahnstadt gibt. „Die Ladenstruktur hat sich wesentlich verbessert“, erzählt Wolfram Fleschhut. „Wir haben inzwischen gute Bäckereien und Cafes, Bistros und Restaurants, eine Vinothek, eine super Eisdiele, ein tolles Bekleidungsgeschäft, einen Geschenkeladen, einen Fahrradladen und nicht zu vergessen, den Wochenmarkt auf dem Gadamerplatz“. Ein großes Nahversorgungszentrum, mit Supermarkt, Drogerie und Gastronomie, ist zwischen dem B3 und dem Luxor Filmpalast geplant und wird die 5000 Menschen, die hier nach Fertigstellung wohnen werden, versorgen.

Entlang des Zollhofgartens wurden Studentenwohnheime gebaut, dazwischen steht ein kleiner Hühnerstall mit ca. 10 Hühner. Für alle Bahnstädter reichen die gelegten Eier leider nicht, aber die, die sie essen dürfen, können sich glücklich schätzen. So geht städtisches Wohnen mit Bauernhof-Idyll. Gegenüber liegt die Halle 02. Praktisch für die Studenten, die haben es zum Feiern nicht weit. Wolfram Fleschhut meint, das sei wirklich gut gelöst. Kein Lärm dringt nach außen und der Eingang zur Halle ist auf der anderen Seite, so dass durch den Betrieb keiner auf dieser Seite gestört wird.

Die Führung endet bei den Skylabs, die mit ihrer Baukonstruktion futuristisch wirken. Hier haben sich High-Tech-Firmen und die Schiller International University niedergelassen. Zum Abschluss gehen wir alle noch ins neue Metropolis Restaurant neben dem Luxor Filmpalast und bedanken uns bei Wolfram Fleschhut für die schöne und informative Führung. Alle sind sich einig, dass es erstaunlich und sehr erfreulich ist, wie schnell sich dieses Areal verändert hat, wie vielfältig doch die Bebauung geworden ist und wie engagiert und individuell die Bewohner der Bahnstadt den Stadtteil mitprägen.

RNZ Leserbrief zum Großen Ochsenkopf

Von Dr. Rainer Zawatzky:

Bei der Abstimmung im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss fand der CDU-Antrag für die Verlegung des RNV-Betriebshofes auf die Grünfläche am Großen Ochsenkopf eine Mehrheit. Beim genauen Lesen der einzelnen Punkte dieses Antrags wird klar, dass seine Umsetzung große Mehrkosten verursachen wird. Die Stadtspitze hatte jedoch bislang immer mit dem Argument geworben, dass der neue Standort die Stadt 6,8 Mio Euro billiger käme. Wenn Wirtschaftlichkeitsberechnungen wirklich eine Rolle spielen, dann ist der Antrag der CDU doch mehr als kritisch zu sehen.
Zu den Forderungen des CDU-Antrags: Auf der Grünfläche sollen jetzt sowohl Straßenbahnen als auch Busse untergebracht werden. Durch eine quadratische Anlage soll im Osten entlang der Gneisenaustraße eine „neue“ (die gibt es bereits) Grünfläche angelegt werden. Dort befinden sich aber auch die 2 Ein-und Ausfahrten, wie soll das gehen? Den Strömungswiderstand für den Neckartäler Wind will die CDU möglichst gering halten, deshalb eine Tieferlegung auf der gesamten Fläche. Aber wohin mit den anfallenden Riesenmengen an Erdaushub? Das wird immens teuer und der Abtransport stellt eine starke Belastung der Anwohner dar. Über der Wiese bildet sich im Sommer Kaltluft, nach einer Bebauung auch bei Dachbegrünung nicht mehr. Das beeinträchtigt den Kaltluftstrom des Neckartälers, auch bei niedriger Höhe der Bebauung.
Weiterhin gibt es wachsweiche Absichtserklärungen zu den auf dem jetzigen Betriebshofareal geplanten Wohnungen und Freiflächen, deren Einhaltung zum Zeitpunkt einer Abstimmung im Gemeinderat niemand sicherstellen kann.
Zur positiven Entwicklung von Bergheim-West hätte das 2014 von der RNV ausgearbeitete Konzept eines Neubaus am jetzigen Standort mit Dachbegrünung sehr gut beitragen können. Die entstehende Fläche hätte barrierefrei gestaltet werden können und besäße eine hohe Aufenthaltsqualität, z.B. auch als Treffpunkt mit Event-Charakter für die Initiativen im Dezernat 16 nebenan.

P.S. An dieser Stelle noch ein Lob an Redakteur Timo Teufert für seine objektive und umfassende Darstellung des komplexen Sachverhaltes. Er dürfte mittlerweile auch Experte in Sachen RNV-Betriebshof in Heidelberg sein!

RNZ Leserbrief veröffentlicht am 15. 2. 2018